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Sehnenentzündung im Oberarm

Einleitung

Bei Sehnenentzündungen am Oberarm handelt es sich um eine Entzündung (Inflammation) der Sehnen, welche die Muskeln des Oberarmes mit den Knochen verbinden. Es muss zwischen einer Sehnenentzündung (Tendinitis) und einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) unterschieden werden. Die Sehnenentzündung am Oberarm kann sowohl aufgrund einiger degenerativer (Gewebe zerstörenden) Erkrankungen als auch als Folge einer Überbelastung der Sehnen sowie in seltenen Fällen infolge einer bakteriellen Infektion entstehen. Je nach Ursache und Stadium der Erkrankung können einige Wochen oder Monate bis zur vollständigen Heilung vergehen.

Ursachen

Die Ursachen einer Sehnenentzündung sind vielfältig. Häufig sind Überbelastungen der betroffenen Sehnen der Auslöser der Entzündung. Sportler, die die Muskulatur des Oberarmes stark belasten, sind deshalb besonders gefährdet, an einer Sehnenentzündung des Oberarmes zu erkranken.
Hier finden Sie eine Übersicht der Oberarmmuskulatur
Auch Verletzungen der Sehnen, der Muskulatur oder von Knochen aufgrund von Unfällen können eine Sehnenentzündung nach sich ziehen. Ebenso ist das Auftreten von Sehnenentzündungen aufgrund von rheumatischen Erkrankungen oder degenerativen Erkrankungen des Muskelapparates möglich. So kann eine Verkalkung einzelner Sehnen zu einer lokalen Entzündungsreaktion der Sehnen im Oberarm führen.

Symptome

Hauptsymptome einer Sehnenentzündung sind starke Schmerzen in dem betroffenen Bereich. Besonders dann, wenn die Muskulatur des Oberarmes beansprucht wird, treten typischerweise Schmerzen auf, welche wie Stiche beschrieben werden. Die Sehne weist in der Regel außerdem einen starken Druckschmerz auf.
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Neben dem Schmerz als Leitsymptom der Erkrankung sind charakteristischerweise Entzündungszeichen im Bereich des betroffenen Oberarmes wahrzunehmen. Hierzu gehören typischerweise eine Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerzen sowie ein mehr oder weniger starker Funktionsverlust der betroffenen Sehne. Bei Infektionen kann auch eine erhöhte Körpertemperatur Teil des Symptomkomplexes sein.

Wichtig für die Diagnosestellung ist die Lokalisation der Symptome. Je nachdem, welche Sehne betroffen ist, kann der Oberarm an unterschiedlichen Stellen Symptome aufweisen. Oftmals sind Sehnen betroffen, welche vom Oberarm unter die Achsel verlaufen. Treten die Schmerzen bei Bewegungen des Oberarmes und der Schulter im Bereich der Achsel auf und werden eventuell von anderen Entzündungszeichen begleitet, sollte deshalb eine Sehnenentzündung als mögliche Ursache in Erwägung gezogen werden.

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Diagnose

Die Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch) sowie die körperliche Untersuchung stehen im Vordergrund der Diagnosestellung einer Sehnenentzündung. Meist kann der behandelnde Arzt schon anhand der Beschreibung der Symptome die Verdachtsdiagnose einer Sehnenentzündung stellen.
Neben der Funktionsprüfung der Sehne können im Einzelfall weiterführende diagnostische Maßnahmen notwendig sein, um die Diagnose zu sichern. Insbesondere bildgebende Untersuchungen wie die Ultraschalluntersuchung sowie eine MRT-Aufnahme können häufig die Diagnose einer Sehnenentzündung sichern.

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Therapie

Die Therapie einer Sehnenentzündung richtet sich zunächst nach der Ursache, welche für die Erkrankung verantwortlich ist. In vielen Fällen kann die Entzündung schon durch die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung erfolgreich behandelt werden. Je nach Ursache stehen konservative Therapiemethoden oder in seltenen Fällen operative Maßnahmen im Vordergrund der Therapie. Wird keine Erkrankung diagnostiziert, die für das Auftreten der Sehnenentzündung verantwortlich gemacht werden kann, ist eine Überbelastung der Sehne als Ursache wahrscheinlich.
Grundsätzlich ist Schonung der Grundpfeiler der Behandlung einer Sehnenentzündung im Oberarm. Diese kann entweder durch spezielle Schienen oder Tapeverbände und in seltenen Fällen durch einen Gipsverband erreicht werden. Zusätzlich kann die Einnahme entzündungs- und schmerzhemmernder Medikamente sinnvoll sein.
Bei diesen Medikamenten handelt es sich meist um sogenannte Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR). Eine Übersicht über die Medikamente finden Sie hier: NSAR

Eine Physiotherapie kann die Dauer einer Sehnenentzündung häufig verkürzen. Werden diese konservativen Maßnahmen konsequent durchgeführt, kann eine vollständige Heilung der Sehnenentzündung in der Regel erreicht werden.

Tapen bei einer Sehnenentzündung im Oberarm

Die Anlage eines Tapeverbandes kann helfen, eine Sehnenentzündung des Oberarmes zu therapieren. Da die Ruhigstellung der betroffenen Sehne im Vordergrund der Therapie der Entzündung steht, kann der Verband helfen, die Sehne zu schonen. Durch den Tapeverband werden Belastungen des betroffenen Muskels auf die Haut und umliegende Muskeln verteilt. Es sollte jedoch beachtet werden, dass der Verband nur dann hilft, wenn die Sehne zusätzlich aktiv geschont wird. Körperliche Aktivität, welche eine Belastung der betroffenen Sehne miteinbezieht sollte trotz Anlage eines Tapeverbandes unterlassen werden um den Therapieerfolg nicht zu gefährden.

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Homöopathie bei einer Sehnenentzündung im Oberarm

Obwohl bisher kein Wirksamkeitsnachweis erbracht werden konnte, erfreut sich die Einnahme homöopathischer Medikamente auch bei Sehnenentzündungen des Oberarms großer Beliebtheit. Je nach Literatur werden bei einer Sehnenentzündung unterschiedliche Mittel empfohlen. Besonders Arnika ist ein beliebtes Mittel zur Behandlung der Entzündung. Wichtig ist vor allem die Ruhigstellung der betroffenen Sehne. Ob die Einnahme homöopathischer Mittel im Einzelfall zu empfehlen ist oder ob schulmedizinische Methoden notwendig sind, um die Funktion des Oberarmes wiederherzustellen, sollte zunächst von einem Arzt abgeklärt werden.

Dauer

Die Therapiedauer einer Sehnenentzündung kann, je nach verursachender Erkrankung, unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Einige andere Faktoren können die Dauer der Entzündung ebenfalls beeinflussen. Das Ausmaß der Entzündung sowie eine konsequente Durchführung der Therapiemaßnahmen beeinflussen die Dauer der Erkrankung bis zur Heilung erheblich.
Eine Sehnenentzündung ist im Allgemeinen eine sehr langwierige Erkrankung, die einige Wochen bis Monate bis zur kompletten Heilung andauern kann. Milde Verläufe dauern in der Regel etwa 2 Wochen an, während andere Entzündungen mitunter bis zu 3 Monate bis zur Symptomfreiheit andauern.
Sollte nach einigen Monaten noch keine Besserung der Symptome eintreten, empfiehlt sich erneut zu prüfen, ob eine systemische Erkrankung (eine Erkrankungen des gesamten Organismus) für die Entzündung verantwortlich sein könnte.
Um die Dauer der Entzündung nicht negativ zu beeinflussen, sollte eine konsequente Schonung der Sehne erfolgen und jegliche körperliche Beanspruchung des betroffenen Oberarmes für die Zeit der Behandlung unterlassen werden. Regelmäßige Arztbesuche können helfen, den Therapieverlauf zu beobachten und gegebenenfalls Änderungen der Therapie vorzunehmen, welche die Dauer der Erkrankung insgesamt verkürzen.

Sehnenentzündung in der Schulter

Wenn Sehnenentzündungen am Oberarm auftreten, treten die Schmerzen meist im Bereich der Schulter oder Achsel auf. In diesem Bereich verlaufen die Sehnen und Muskeln des Oberarmes sowie der sogenannten Rotatorenmanschette. Sehnen, welche zu dieser Muskelgruppe gerechnet werden, unterliegen einer besonders hohen Belastung und sind deshalb relativ häufig von Entzündungen betroffen. Die anatomische Lage der Sehnen in diesem Bereich begünstigt die Entstehung von Entzündungen zusätzlich. So verlaufen die Sehnen an der Schulter eng am Knochen vorbei und können daher leicht gereizt werden und eine Entzündungsreaktion hervorrufen.
Eine andere Möglichkeit für die Entstehung einer Sehnenentzündung im Bereich der Schulter ist die Verkalkung einer Sehne. Auch dann treten typischerweise Schmerzen im Schulterbereich auf und es kann zu einer Sehnenentzündung kommen.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Sehnenentzündung im Oberarm finden Sie unter:

Eine Übersicht zu weiteren orthopädischen Informationen finden Sie unter Orthopädie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.10.2018
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