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Die Therapie einer Lungenentzündung

Einleitung

Als Lungenentzündung (Pneumonie) bezeichnet man die Entzündung der Lungenbläschen und/oder des Lungengewebes, welches die Lungenbläschen umgibt. Eine typische Pneumonie wird meist durch Bakterien ausgelöst. Klassische Symptome sind ein abrupter Beginn mit plötzlichem Krankheitsgefühl, hohem Fieber und Husten mit Auswurf.

Die Therapie richtet sich nach Art der Lungenentzündung. Leichte Verlaufsformen können auch ambulant behandelt werden. Gerade ältere Menschen und solche mit geschwächtem Immunsystem sind jedoch besonders gefährdet schwere Verlaufsformen zu entwickeln, die eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich machen.

So wird eine Lungenentzündung therapiert

Die Therapie richtet sich nach der Art der Lungenentzündung und nach dem Schweregrad. Zunächst wird mithilfe eines medizinischen Scores entschieden, ob eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist. Berücksichtigt werden dabei unter anderem das Alter, die Atemfrequenz und der Blutdruck des Patienten. Sowohl stationär aufgenommene als auch ambulante Patienten sollten sich körperlich schonen und viel trinken.

Da Lungenentzündungen meist bakteriell verursacht sind, wird antibiotisch therapiert. Je nach Schwere der Erkrankung und Art des Erregers können dafür ein oder mehrere Antibiotika in Tablettenform oder über die Vene verabreicht werden. Daneben kommen Mittel zur Fiebersenkung, Schmerzlinderung, Schleimlösung oder zur Stillung des Hustens zum Einsatz.

Diese Medikamente werden eingesetzt

Je nach Art der Lungenentzündung kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Da die Erkrankung in den meisten Fällen durch Bakterien ausgelöst wird, erfolgt eine Antibiotikatherapie oft schon vor Kenntnis der genauen Erreger mithilfe eines Breitspektrumantibiotikums.

Entzündungen durch Viren können meist nicht ursächlich therapiert werden. Hier ist die Symptomlinderung besonders wichtig. Auch Pilze und Parasiten können insbesondere bei immungeschwächten Menschen Lungenentzündungen verursachen. Diese häufig schwer verlaufenden Formen können mit speziellen Medikamenten therapiert werden.

Neben der gezielten Bekämpfung des jeweiligen Erregers erfolgt zudem eine Therapie zur Linderung der Symptome. Hohes Fieber verursacht meist ein deutliches Krankheitsgefühl. Es kann mit fiebersenkenden Medikamenten gesenkt werden. Dazu gehören vor allem Ibuprofen und Paracetamol. Festsitzender Schleim sollte mit Hustenlösern verflüssigt werden, damit das Abhusten leichter fällt. Dazu eignen sich häufig bereits pflanzliche Mittel, die auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind.

Antibiotika

Antibiotika gehören bei bakteriell verursachten Lungenentzündungen zur Therapie der ersten Wahl. Häufig wird bei der Diagnose Lungenentzündung grundsätzlich ein Antibiotikum verschrieben, ohne auf das Bekanntwerden des Erregers zu achten. Denn bakterielle Lungenentzündungen können gerade bei älteren und geschwächten Menschen häufig zu schwereren Verläufen führen als solche, die von anderen Erregern verursacht werden. Wird im Laufe der Therapie ein anderer Erreger identifiziert, kann die Therapie immer noch umgestellt werden.

Bei der Wahl des passenden Antibiotikums achtet der Arzt vor allem auf Alter und Vorerkrankungen des Patienten: Junge, ansonsten gesunde Patienten werden meist mit sogenannten Makrolidantibiotika behandelt (z.B. Azithromycin, Clarithromycin). Alte, geschwächte Patienten dagegen erhalten eher Medikamente aus der Gruppe der Beta-Laktame (z.B. Cephalosporinantibiotika oder Amoxicillin).

Zudem kann man Lungenentzündungen nach Art des Erwerbs einteilen: Es gibt Lungenentzündungen, die ambulant, also außerhalb von Krankenhaus und Pflegeheim, erworben wurden und solche, die erst im Krankenhaus bzw. Pflegeheim erworben wurden. Auch zwischen diesen beiden Gruppen gibt es Unterschiede in der Behandlung. Denn im Krankenhaus sind häufig andere, zum Teil auch resistente, Bakterien vorhanden als außerhalb.

In jedem Fall sollte wenige Tage nach Beginn einer Behandlung der Therapieerfolg überprüft werden. Hat sich der Zustand des Patienten verschlechtert, sollten nun auch junge, gesunde Patienten ins Krankenhaus eingewiesen werden. Bei unverändertem Zustand des Patienten kann im Einzelfall auf ein anderes Antibiotikum umgestiegen werden.

Für weitere Informationen lesen Sie hier weiter: Antibiotika bei einer Lungenentzündung.

Die Therapie der Begleitsymptome

Besonders lästig sind häufig die Begleitsymptome einer Lungenentzündung. Dazu gehören vor allem trockener oder schleimiger Husten, ein starkes Schwächegefühl, Kopf- und Gliederschmerzen. Häufig ist nicht nur die Lunge betroffen und es treten zusätzlich Halsschmerzen und Heiserkeit auf.

Treten Schmerzen auf, können diese mithilfe eines Schmerzmittels gelindert werden. Dazu eignen sich beispielsweise Ibuprofen und Paracetamol. Patienten, die bereits mehrere Medikamente einnehmen, sollten ihren Hausarzt fragen, welches Schmerzmittel am besten mit der Vormedikation harmoniert.
Zur Therapie des schleimigen Hustens eignet sich neben meist pflanzlichen Schleimlösern aus der Apotheke auch die Inhalation mit ätherischen Ölen oder Kochsalzlösung. Ein trockener Reizhusten kann zur Nacht mit Hustenstillern behandelt werden. Hier sind ebenfalls viele pflanzliche Präparate auf dem Markt erhältlich. Zudem empfehlen einige Ärzte das stärkere Medikament Codein. Dieses muss jedoch ärztlich verschrieben werden.

Das starke Schwächegefühl, unter welchem viele Patienten mit Lungenentzündung leiden, verschwindet häufig zumindest teilweise mit sinkendem Fieber. Gerade bei sehr hohem Fieber, sollte deshalb auch ein fiebersenkendes Medikament eingenommen werden. Auch körperliche Ruhe und ausreichend Schlaf in der Nacht wirken entspannend und verkürzen die Dauer der Erkrankung.

Die Hausmittel

Die Therapie einer Lungenentzündung sollte in keinem Fall nur mit Hausmitteln erfolgen. Bei Verdacht auf die Erkrankung sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Jedoch können Hausmittel ergänzend zur herkömmlichen Therapie der Lungenentzündung angewandt werden.
Besonders die Inhalation kann Abhilfe bei Husten verschaffen und entspannend wirken. Sie kann mehrmals täglich durchgeführt werden und führt zu einer Lösung von festsitzendem Schleim. Direkt vor dem Schlafengehen sollte deshalb nicht mehr inhaliert werden, denn auf die Lösung des Schleims folgt das vermehrte Abhusten.

Ein weiteres beliebtes Hausmittel sind Wadenwickel, die besonders bei hohem Fieber Abhilfe schaffen können. Sie werden neben Wasser auch mit Tee oder Quark gemacht und können das Fieber bei richtiger Anwendung ähnlich zuverlässig senken wie ein Medikament.
Besonders nachts kann trockener Reizhusten, wie er zu Beginn einer Lungenentzündung manchmal auftritt, den Schlaf stören. Dagegen hilft häufig eine Tasse warme Milch, zu der ein bis zwei Teelöffel Honig gegeben werden.

Lesen Sie hier zu diesem Thema: Hausmittel bei einer Lungenentzündung.

Womit kann man inhalieren?

Die Inhalation kann ein wirksames Mittel zur Schleimlösung im Rahmen einer Lungenentzündung sein. Zum Inhalieren geeignet sind besonders ätherische Öle, Tees und Kochsalzlösungen. Besonders Öle mit Eukalyptus, Thymian, Rosmarin, Menthol oder Salbei befreien die Atemwege und fördern den Abtransport von zähem Schleim.

Auch Erkältungstees, die diese Pflanzen enthalten, können verwendet werden. Zudem ist es möglich einen speziellen Vernebler zur Inhalation zu verwenden, der die Anwendung erleichtert. Diese sind in vielen Apotheken erhältlich.

Die Homöopathie

Homöopathische Medikamente können in keinem Fall die herkömmliche Therapie der Lungenentzündung ersetzen und sollten allenfalls zusätzlich eingenommen werden. Die homöopathische Behandlung von Krankheiten hat bisher keinen medizinisch nachgewiesenen Nutzen und sollte deshalb besonders bei schweren Erkrankungen niemals als einzige Behandlung erfolgen.

Bei Lungenentzündungen sollen folgende homöopathische Medikamente helfen können: Phosphorus bei schmerzhafter Atmung, Antimonium tartaricum zur allgemeinen Linderung der Beschwerden, Ipecacuanha bei Husten, der mit Würgereiz einhergeht und Belladonna bei Fieber mit starkem Schwitzen.

Lesen Sie auch den Artikel: Homöopathie bei Husten mit Auswurf.

Allgemeine Maßnahmen

Neben der gezielten Bekämpfung der Erreger, zum Beispiel mittels Antibiotika, gibt es auch einige allgemeine Maßnahmen, die zum schnelleren Abklingen einer Lungenentzündung beitragen. Dazu gehört besonders die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Hohes Fieber führt zu vermehrtem Schwitzen, was den Körper austrocknen lässt. So ist es wichtig, während einer Lungenentzündung mehr als normal zu trinken. Auch zäher Schleim ist durch eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme leichter abzuhusten.

Desweiteren sollte auf ausreichend Schlaf zur Regeneration geachtet werden. Auch tagsüber gilt es sich körperlich zu schonen. Auf eine strenge Bettruhe sollte jedoch möglichst verzichtet werden.

Die Dauer der Therapie

Die Dauer der Therapie richtet sich nach Art und Schwere der Lungenentzündung. Generell gilt, die Antibiotikatherapie möglichst auf 7-10 Tage zu begrenzen. Schwere Formen bedürfen jedoch gelegentlich auch längerer Behandlungszeiträume, gegebenenfalls ist zudem ein Wechsel des Medikaments erforderlich, wenn sich keine Wirkung gezeigt hat.

Die Therapie der Begleitsymptome kann auch über eine längere Zeit angewandt werden, möglichst bis zum Abklingen der Symptome.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Wie lange dauert eine Lungenentzündung?

Wann muss man ins Krankenhaus?

Zur Beurteilung, ob ein Patient mit Lungenentzündung stationär aufgenommen werden muss, eignet sich der sogenannte CURB-65-Score. CURB-65 ist ein Akronym: C steht für Confusion, also Verwirrtheit, U steht für Urea, also den Harnstoffwert im Blut, R steht für Respiratory Rate, also Atemfrequenz, B steht für Blood Pressure, also Blutdruck und 65 steht für ein Alter über 65 Jahre.
Für jeden genannten Buchstaben gibt es Grenzwerte, bei deren Über- bzw. Unterschreitung es Punkte gibt, sodass ein Patient zwischen 0 und 5 Punkte erzielen kann. Je höher der Punktwert, desto höher die Sterblichkeit des jeweiligen Patienten und desto eher ist eine Krankenhausbehandlung notwendig. Bei 0 Punkten kann ambulant behandelt werden; bei 1-2 Punkten ist eine stationäre Aufnahme notwendig; noch höhere Werte bedürfen einer Therapie auf der Intensivstation.

Das Künstliches Koma

Nur sehr selten muss ein Patient im Rahmen einer Lungenentzündung ins künstliche Koma versetzt werden. Dies kann vor allem bei schwer vorerkrankten Patienten und sehr alten Menschen nötig werden. Eine Lungenentzündung kann im schwersten Fall in eine sogenannte ARDS, bzw. ALI übergehen. Diese Formen bezeichnen eine schwere Stressreaktion der Lunge, bzw. eine akute Verletzung des Lungengewebes durch die Entzündung und können potentiell tödlich enden.

Die Behandlung erfolgt auf der Intensivstation, zum Teil unter künstlicher Beatmung und Ernährung. Das künstliche Koma dient dabei der Schonung des Körpers und auch der Abschirmung des Patienten vor dieser Art der Behandlung, die mit starker Angst und Stress verbunden ist.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Künstliches Koma bei einer Lungenentzündung?

Weiterführende Information

Mehr Informationen zum Thema Lungenentzündung erhalten Sie hier:

Eine Übersicht aller Themen der Inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 22.03.2019
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