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Folgen einer Lungenentzündung

Einleitung

Bei der Lungenentzündung handelt es sich meist um eine bakterielle Infektion der Lunge, seltener sind Viren oder Pilze die Auslöser der Erkrankung. Die Folgen einer Lungenentzündung können durch die Entzündung selbst bedingt sein, in diesem Fall ist meist das Lungengewebe beeinträchtigt. Die größte Angst besteht jedoch vor einer Ausbreitung der Krankheitserreger, was die Funktionseinschränkung weiterer Organe zur Folge hätte und diese auch langfristig schädigen kann. Die Lungenentzündung ist eine schwere Erkrankung und kann lebenslange Schäden mit sich bringen.

Langfristige Folgen einer Lungenentzündung

Langfristige Folgen einer Lungenentzündung können auf die Lunge selbst beschränkt sein, bei einer Ausbreitung der Erkrankung werden oftmals jedoch auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen. In der Lunge kommt es aufgrund der Lungenentzündung nicht selten zu Vernarbungen im Gewebe. Diese bleiben ein Leben lang erhalten und haben Funktionseinschränkungen der Lunge zur Folge. Auch Bronchiektasien (Erweiterungen der Bronchien) können eine Folge der Lungenentzündung sein und langfristig Narben in den Atemwegen hinterlassen. Bei geringen Gewebsschäden sind betroffene Personen unter Umständen gar nicht beeinträchtigt, es kann jedoch auch zu einer respiratorischen Insuffizienz (die Lunge ist nicht in der Lage ausreichend Sauerstoff aufzunehmen) kommen. Außerhalb der Lunge entstehen die schlimmsten langfristigen Schäden meist in der Folge einer Blutvergiftung, bei der sich der Krankheitserreger im gesamtem Körper ausbreitet. Dies kann Nierenfunktionsschäden sowie eine Herzinsuffizienz zur Folge haben. Bei einer Hirnhautentzündung können auch langfristige neurologische Schäden entstehen. Wie stark die Folgeschäden ausgeprägt sind, ist stark davon abhängig, wie schnell die zugrundeliegende Blutvergiftung behandelt werden kann.

Atemnot bei einer Lungenentzündung

Bei einer schweren Lungenentzündung kann das Gewebe so stark entzündet sein, dass keine ausreichende Sauerstoffaufnahme aus der Atemluft mehr möglich ist. Um Sauerstoff aus der Luft in der Lunge ins Blut aufzunehmen, muss der Sauerstoff durch eine dünne Wand aus Lungengewebe hindurch. Bei Entzündungen kann diese Gewebsschicht verdickt sein. Zudem kann die Passage des Sauerstoffs durch die Entzündungszellen erschwert sein. Dadurch kann bei schweren Lungenentzündungen nicht genügend Sauerstoff aufgenommen werden. Gleichzeitig gibt der Körper zu wenig CO2 aus dem Blut in die Ausatemluft ab. Die Symptome können so schwerwiegend sein, dass es zur Atemnot (respiratorische Insuffizienz) bis hin zu lebensgefährlichem Sauerstoffmangel kommt.

Weitere Informationen zu der Atemnot nach einer Lungenentzündung finden Sie auf unserer Hauptseite: Atemnot

Bronchiektasen bei einer Lungenentzündung

Bronchiektasen bezeichnen eine Erweiterung der Bronchien, also der Atemwege. Diese wird meist nicht im akuten Stadium der Lungenentzündung ausgelöst. Vielmehr entsteht die Bronchiektasie dann, wenn die Lungenentzündung chronisch wird. Solche Bronchiektasen können wiederum weitere Folgeerkrankungen mit sich bringen. So begünstigen sie beispielsweise das Auftreten von weiteren Lungenentzündungen. Zudem kann es zu Vernarbungen im Lungengewebe kommen, was die Lungenfunktion einschränkt und so zu einer schlechteren Versorgung mit Sauerstoff führt. Auch Blutungen in der Lunge können bei der Bronchiektasie auftreten.

Weitere Informationen zu den Symptomen und der Therapie von Bronchiektasen finden Sie unter: Bronchiektase

Blutvergiftung bei einer Lungenentzündung

Bei einer Blutvergiftung (der sogenannten Sepsis) gelangen die Bakterien, die die Lungenentzündung ausgelöst haben, in die Blutbahn. Meist geschieht dies, wenn die körpereigenen Abwehrkräfte bereits geschwächt sind. So kann der Körper die Infektion nicht eindämmen und die Krankheitserreger nicht an einem bestimmten Ort im Zaum halten. Über das Blut können die Bakterien in den gesamten Körper gelangen und sich an anderen Organen festsetzen. Die Folgen sind schwere Schäden an verschiedenen Organen. Diese setzen meist relativ zeitgleich ein und entwickeln sich schnell zu einer lebensgefährlichen Bedrohung. Besonders gefährlich bei der Sepsis sind die Schäden am Herzen und an den Nieren. Da sich die Blutvergiftung in der Regel innerhalb kurzer Zeit im gesamtem Körper ausbreitet, kann bei einem zu späten Erkennen der Ausbreitung ein Multiorganversagen entstehen. Dabei sind mehrere Organe gleichzeitig so stark geschädigt, dass sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. An der Lunge führt dies schnell zu einem gestörten Gasaustausch, sodass es zu Atemnot und Sauerstoffmangel kommt. Ist das Herz betroffen, kann der Blutkreislauf nicht mehr ausreichend aufrechterhalten werden. Der Blutdruck sinkt stark, die Organe werden mit zu wenig Blut versorgt, dies schwächt den Körper zusätzlich und kann auch das Gehirn schädigen. Bei einem Nierenversagen ist die Ausscheidung sowohl von Flüssigkeit als auch von Giftstoffen massiv gestört.

Wenn es im Rahmen einer Lungenentzündung zu einer Blutvergiftung kommt, spricht man auch von einer verschleppten Lungenentzündung. Informationen zum Verlauf, zur Therapie einer verschleppten Lungenentzündung und Weiteres finden Sie unter: Verschleppte Lungenentzündung

Herzmuskelentzündung als Folge einer Lungenentzündung

Das Herz kann von einer Lungenentzündung betroffen sein, wenn sich die Erreger von der Lunge bis zum Herzen ausbreiten. Aufgrund der Nähe der beiden Organe ist eine solche Ausbreitung nicht besonders unwahrscheinlich. In der Folge kann es zu einer Perikarditis (Herzbeutelentzündung) oder einer Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) kommen. Beide Erkrankungen gehen mit einer Einschränkung der Herzfunktion einher. Dabei können auch bleibende Schäden am Herzen entstehen, die die Funktion dauerhaft reduzieren. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem akuten Herzversagen, welches eine lebensgefährliche Bedrohung darstellt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter:

Hirnhautentzündung bei einer Lungenentzündung

Die Hirnhautentzündung (Meningitis) entsteht, wenn sich die Krankheitserreger der Lungenentzündung bis in das Gehirn ausbreiten. Normalerweise ist das Gehirn besonders gegen solche Eindringlinge durch die Blut-Hirn-Schranke geschützt. Es können also nur sehr ausgewählte Stoffe aus den Blutgefäßen ins Gehirn gelangen. In schweren Fällen kann die Ausbreitung der Bakterien jedoch so stark sein, dass diese sich auch im Gehirn und an der Hirnhaut festsetzen und dort eine Entzündung auslösen. Intensive Kopfschmerzen und Fieber bis hin zu schweren Funktionsausfällen und dauerhaften Hirnschäden können die Folgen der Hirnhautentzündung sein.

Weitere Informationen zu den Symptomen einer Hirnhautentzündung finden Sie unter: Symptome einer Hirnhautentzündung

Lungenembolie bei einer Lungenentzündung

Wer eine ausgeprägte Lungenentzündung bekommt, ist häufig schwer krank und dadurch für mehrere Wochen an das Bett gefesselt. Durch die mangelnde Bewegung können sich vor allem in den Beinen Thrombosen bilden. Dabei handelt es sich um kleine Blutgerinnsel, die besonders dann entstehen, wenn kein kontinuierlicher Blutfluss im Gefäß stattfindet. Diese Gerinnsel können eine Vene im Bein komplett verstopfen und dort zu schweren Durchblutungsstörungen führen. Die gefürchtetste Komplikation ist die Lungenembolie, bei der sich das Gerinnsel aus dem Bein löst und bis in die Lunge gelangt. Dort kann es ein großes Lungengefäß verschließen und die durch die Entzündung sowieso schon geschwächte Lunge funktionell stark beeinträchtigen. Eine solche Lungenembolie kann lebensgefährlich sein.

Da eine Lungenembolie eine Lebensgefahr darstellt, sollte diese auch schnell erkannt werden. Lesen Sie dazu: Symptome einer LungenentzündungInfarktpneumonie

Dauer der Folgen einer Lungenentzündung

Die Folgen einer Lungenentzündung halten sehr unterschiedlich lange an. Die Lungenentzündung selbst ist bei jungen ansonsten gesunden Menschen meist erst nach mehreren Wochen ausgeheilt. Treten zusätzlich Komplikationen auf, dauern diese entsprechend länger an. Wie lange diese Folgen dauern, ist maßgeblich davon abhängig, wie schnell sie entdeckt werden und wie viel Zeit es benötigt sie zu behandeln. Bei einem schnellen Einschreiten, können die Folgen minimiert werden, sodass sich der Heilungsprozess nur um einige Wochen verlängert. Bei schweren Schäden ist jedoch auch ein lebenslanges Anhalten dieser Folgen möglich. Im schlimmsten Fall führen die Komplikationen der Lungenentzündung oder die Lungenentzündung selbst zum Tod. Die Dauer der Folgen liegt daher meist zwischen mehreren Wochen und/oder Monaten bis hin zu Jahren oder sogar lebenslang.

Weitere Informationen finden Sie unter: Dauer einer Lungenentzündung

Auch können bestimmte Hausmittel, die antibakteriell und entzündungshemmend wirken, unterstützend zur Therapie eingesetzt werden. Lesen Sie hierfür auch unseren Artikel: Hausmittel bei eienr Lungenentzündung​​​​​​​

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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