Inhalt:
Symptome der Bauchspeicheldrüsenerkrankung
Synonyme im weiteren Sinne
Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Pankreaskarzinom, Bauchspeicheldrüsenkrebs
Medizinisch: Pankreas
Englisch: pancreases
Lesen Sie auch:
Erkrankungen die zu Symptomen führen können

- Abbildung Bauchspeicheldrüse
Zu den häufigsten Symptomen der Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gehören Entzündungen (Pankreatitis), genetisch bedingte Funktionssörungen (Mukoviszidose, cystische Fibrose) und Stoffwechselstörungen wie der im Volksmund als Zuckerkrankheit bekannte Diabetes mellitus. Letzterer ist die häufigste hormonelle Störung überhaupt.
Mukoviszidose (cystischen Fibrose)
Diese mit einer Häufigkeit von durchschnittlich einer Neuerkrankung pro 2000 Geburten auftretende Erkrankung wird autosomal rezessiv vererbt (d.h. beide Elternteile müssen das defekte Gen weitergeben, auch wenn sie selbst gesund sind). Ursache dieser Symtome sind die Defekte eines (Chlorid-) Ionenkanals, der in den wichtigsten Drüsen unseres Körpers vorkommt (in den Schweißdrüsen, Bronchialdrüsen (Drüsen der Lungengänge), in Leber, Darm und in der Bauchspeicheldrüse, aber auch Geschlechtsorganen wie dem Hoden). Streng genommen ist es der echte Auslöser das Gen auf Chromosom 17, das für diesen Ionenkanal codiert. Dieses Gen heißt CFTR Gen (engl. cystic fibrosis transmembrane conductance regulator). Folge ist eine Erhöhung des (Chlorid enthaltenden) Kochsalz- Gehalts im Schweiß sowie die Bildung von zähem, eingedicktem Schleim in vielen Drüsen des Körpers, der in der Lunge zu Atemnot, Husten und ständig wiederkehrenden (rezidivierenden) Lungenentzündungen (Pneumonien) führt. Auch in der Bauchspeicheldrüse kann der Schleim nicht richtig abfließen und wird als Kompensationsversuch des Körpers von bindegewebigen Blasen umschlossen. Dabei wird das gesamte Organ auf lange Sicht zerstört und vernarbt (Fibrose). Die Folgen reichen von Verdauungsproblemen (Maldigestion) bis hin zu Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit, s.u.) aufgrund des Schädigung Insulin produzierender Zellen.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Mukoviszidose
Pankreatitis
Akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis): Bezeichnung für eine Gruppe von Erkrankungen/ Symptomen mit unterschiedlichen Auslösern, die auch tödlich enden können. Verantwortlich für die milden Verlaufsformen sind meist Viren oder Bakterien. Zu nicht-infektiösen Ursachen zählen Alkoholmissbrauch und Verengung (Obstruktion) der Gallenwege. Diese zeigen einen schwereren Verlauf. Die Beschwerden sind durch die Freisetzung der aggressiven Bauchspeicheldrüsenenzyme bedingt: Es kommt zum Selbstverdauung des Organs und umliegender Strukturen. Folge ist eine schwer beherrschbare, sich im ganzen Körper ausbreitende Entzündungsreaktion mit Gefahr eines Kreislaufschocks. Anfängliches Hauptsymptom sind plötzlich einsetzende, gürtelförmige Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können. Des Weiteren sind im Blut vermehrt Enzyme der Bauchspeicheldrüse nachweisbar.
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Unterschieden werden ein seltenerer Diabetes mellitus Typ I / 1 und ein häufigerer Diabetes mellitus Typ II / 2.
Durch ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen und einer Überreaktion des Immunsystems gegen eigene Zellen des Inselorgans (s. oben) werden im Laufe der Erkrankung sämtliche Insulin bildenden Zellen zerstört. Bemerkbar wird der Diabetes Typ I durch die Folgen des vermehrten Zuckergehalts in Blut und Urin. Betroffene trinken viel zur Verdünnung (Polydipsie) und scheiden vermehrt den zuckerreichen Urin aus (Polyurie und Glucosurie). Allgemeine Schwäche und Antriebsverlust resultieren aus der Minderversorgung der Körperzellen mit Zucker. Es kommt zur Veränderung des Stoffwechsels, der sich versucht, der Minderversorgung anzupassen (kataboler Stoffwechsel). Trotzdem verlieren Betroffene an Gewicht und neigen zu Unterzuckerung mit der Gefahr des lebensbedrohlichen diabetischen Komas. Deshalb muss im Rahmen der Behandlung des Diabetes mellitus Typ I das fehlende Insulin durch nicht-körpereigenes ersetzt werden. Früher wurde Schweine-Insulin verwendet; heute kann man Humaninsulin gentechnisch gewinnen.
Beim Diabetes Typ II sind noch Insulin produzierende B-Zellen vorhanden. Das gebildete Hormon ist aber nicht wirksam genug (= periphere Insulinresistenz). Die Ursache dafür ist nicht geklärt. Zudem wird das Hormon nicht mehr in ausreichender Menge gebildet, um den erhöhten Bedarf zu decken. Erschwerend wirkt auch die Bildung eines abnormen Eiweißmoleküls namens Amylin, das sich um die hormonproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse ablagert (als sog. Amyloid). Das Problem dabei ist die Abschwächung der Wirkung des Insulins durch Amylin. Mit zunehmendem Alter steigt die Amylinbildung an.
Spätkomplikationen des Diabetes mellitus sind v.a. durch Ablagerungen an den Gefäßwänden (Atherosklerose) bedingt: Es kommt zu Durchblutungsstörungen der Extremitäten (in schweren Fällen muss das betroffene Bein amputiert werden), zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln (Sensibiliätsstörungen = Polyneuropathie) und in schweren Fällen zur Erblindung (Retinopathia diabetica).
Lesen Sie mehr hierzu unter: Diabetes mellitus
Bauchspeicheldrüsenkrebs / Pankreaskarzinom
Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs handelt es sich um eine der bösartigsten Tomorarten überhaupt. Dieser Tumortyp wächst lange symptomlos und setzt frühzeitig Tochtergeschwulste (Metastasen). Durch diese Kombination sind die vollständigen Heilungsaussichten des Bauchspeicheldrüsenkrebs sehr begrenzt.
Lesen Sie mehr zum Thema Pankreaskarzinom unter: Bauchspeicheldrüsenkrebs
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