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Eierstöcke
Synonyme
Ovar, Ovarien (pl.), Eierstock, Ovarium, Oophoron, Schwangerschaft, Eizelle
Englisch: ovary
Anatomie
Die Eierstöcke (Ovarien) der Frau, von denen sie im Regelfall zwei besitzt, liegen jeweils rechts und links der Gebärmutter (Uterus) im kleinen Becken. Sie sind etwa 4 x 2 x 1 cm große mandelförmige Organe von 7 bis 14 Gramm und haben eine grau-weiße Farbe. Ausgekleidet sind die Eierstöcke vom so genannten Bauchfell (Peritoneum), von dem auch die Orangen des Magen-Darm-Traktes ausgekleidet sind. Man kann einen oberen Pol (Extremitas tubaria ovarii) von einem unteren Pol (Extremitas uterina ovarii) unterscheiden. Der obere Pol ist dem Eileiter (Tuba uterina) zugewandt, der untere der Gebärmutter (Uterus).
Die innere Seite der Eierstöcke (Facies medialis) ist auf die Gebärmutter gerichtet. Die andere äußere Seite der Eierstöcke (Facies lateralis) liegt jeweils der Bauchwand an. Am oberen Pol befindet sich ein Band (Ligamentum suspensorium ovarii), das den Eierstock mit der seitlichen Bauchwand verbindet. Und auch am unteren Pol befindet sich solch ein Band (Ligamentum ovarii proprium), das von der Gebärmutter kommt.
Diese beiden Bänder sind elastisch und besitzen zusätzlich noch einige glatte Muskelzellen, so dass die Eierstöcke locker in ihrer Umgebung befestigt werden. An der äußeren Seite der Eierstöcke ist eine Eintritt- und Austrittsstelle für Blut- und Lymphgefäße (Hilum ovarii).
Hier gelangt ein Gefäß (A. ovarica), das von der Hauptschlagader (Aorta) entspringt, zum Eierstock und eine Vene (V. ovarica) tritt aus. Die Vene mündet rechts in die untere Hohlvene (Vena cava) und links in die Nierenvene (V.renalis).
Umhüllt werden die Eierstöcke von einer Bindegewebsschicht (Tunica albuginea), die die Funktion einer Organkapsel hat.
Mikroskopisch teilt man den Eierstock in eine Rindenzone und in eine Markzone ein. In der Rindenzone befinden sich alle Eizellen, die für die Fortpflanzung eine Rolle spielen, umgeben von somatischen Zellen und Gelbkörper.
Eizelle und somatische Zellen bilden eine Einheit, den Follikel (Folliculi ovarici). Das Mark besteht aus Bindegewebe, Blut- und Lymphgefäßen und Nerven. Im Mark finden sich keine Eifollikel.
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Anatomie Gebärmutter
- Gebärmutterhöhle
- Zervix / Gebärmutterhals
- Scheide
- Tube/ Eileiter
- Ovar/ Eierstock
- Korpus / Körper
- Portio/ Muttermund
Funktion
Die Eierstöcke sind die Fortpflanzungsorgane der Frau. Zum einen findet die Reifung der Eizellen und ihre Abgabe in den Eileiter statt. Zum anderen ist der Eierstock eine Produktionsstätte von Hormonen (Östrogene, Gestagene).
Gesteuert werden diese Vorgänge von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die in einem bestimmten Zeitschema Hormone ausschüttet (sezerniert) und so den ovariellen Zyklus dirigiert. Bei diesen Hormonen handelt es sich um die hypophysären Gonadotropin FSH (=Follikel-stimulierendes-Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon).
Die Follikel in den Eierstöcken der Frau werden alle samt schon vor der Geburt gebildet. Nach der Geburt entstehen keine neuen Follikel mehr.
Dabei besitzt die Frau bei der Geburt 1 bis 2 Millionen Follikel zusammen in beiden Eierstöcken. Diese Follikel sind allerdings noch nicht ausgereift. Sie befinden sich in einer Art Ruhestadium für 12 bis 50 Jahre. In diesem Ruhestadium ist die Keimzellteilung angehalten. Die Follikel sind klein und werden Primordialfollikel genannt. In der Fetal- und Kindheitsphase, wie auch später im befruchtungsfähigen Erwachsenenalter, reifen immer wieder durch zurzeit noch nicht geklärte Einflussfaktoren einige dieser Primordialfollikel über Primär- und Sekundärfollikel zu Tertiärfollikeln heran.
Die Follikel werden also größer, die Keimzellteilung ist aber immer noch angehalten. In diesem Tertiärstadium sterben die Follikel jedoch alle in der Fetal- und Kindheitsphase ab, da die Kinder die benötigten Hormone noch nicht sezernieren, die die Tertiärfollikel zur weiteren Reifung und Keimzellteilung benötigen. Diesen Vorgang des Absterbens nennt man Atresie.
Mit Beginn der Pubertät hat die Frau nur noch ca. 400.000 Follikel. Davon reifen wie in der Kindheit immer wieder Primordialfollikel zu Tertiärfollikel heran. Von diesen sterben die meisten, wie in der Kindheit auch, ab. 10 bis 20 von ihnen schaffen es allerdings jeweils pro Zyklus weiter zu reifen bedingt durch den hormonellen Einfluss der Hirnanhangsdrüse, die in der Pubertät seine Funktion aufnimmt.
Durch Gonadotropine (FSH) beeinflusst werden diese ausgewählten 10 -20 Follikel, man spricht hier auch von einer Kohorte, immer größer und größer. Ein Follikel ist dabei besonders empfindlich für das Hormon FSH und wird dadurch mehr als die anderen Follikel seiner Kohorte stimuliert. Das führt dazu, dass dieser ausgewählte (selektierte) Follikel am größten von allen wird. Er wird als der dominante Follikel bezeichnet. Innerhalb von einer Woche wächst er noch mal auf das dreifache an (ca. 25mm) und ist nun zum sogenannten sprungreifen Follikel herangewachsen. Da dieser selektierte Follikel am empfindlichsten für das Hormon FSH ist, sprich mehr Aufnahmestellen (Rezeptoren) für das Hormon hat, bekommt er sozusagen mehr FSH als die anderen Follikel der Kohorte. Die anderen Follikel werden somit ungenügend beeinflusst und sterben deshalb alle ab (Atresie).
Die durch das Hormon FSH stimulierte Kohorte bildet zur Zeit der weiteren Reifung selbst auch stets Hormone und zwar Östrogene. Dabei produziert der dominante Follikel den größten Anteil davon. Diese Hormone sind wichtig, da sie die Gebärmutter und auch die Brustdrüse stimulieren. Genauer gesagt, bedeutet das, dass in der Gebärmutter die Schleimhaut dazu angeregt wird zu wachsen (proliferien), um auf eine eventuelle Schwangerschaft und Einnistung des Keimes vorbereitet zu sein.
Wenn der sprungreife Follikel schon sehr weit entwickelt ist, ist die Menge an Östrogenen, die in den Eierstöcken produziert werden so groß, dass die Hirnanhangsdrüse dazu angeregt wird das gonadotrope Hormon LH zu sezernieren. Dieses LH wirkt wiederum auf die Eierstöcke zurück. Der Anstieg dieses Hormons führt dazu, dass es zum Eisprung (Ovulation) kommt. Der sprungreife Follikel setzt nun die Keimzellteilung fort (1. Reifeteilung wird beendet und es kommt zum Beginn der zweiten Reifeteilung). Die Eizelle löst sich von den Follikelzellen und bestimmte Enzyme zersetzten die Follikelwand und die Organkapsel, so dass sich die Eizelle mit der Flüssigkeit, die sich im Follikel befindet, einen Weg in Richtung Eileiter (Tuba uterina) bahnen kann. Die Eizelle wird dann vom Eileiter aufgenommen. Hier kann dann im Falle einer Befruchtung die Eizelle ihre 2. Reifeteilung vollenden.
Die Reste des Follikels, sprich Follikelzellen ohne Eizelle, entwickeln sich nach dem Eisprung in den sogenannten Gelbkörper (Corpus luteum menstruationis). Diese Zellen wandeln sich etwas um und produzieren nun Gestagene wie zum Beispiel Progesteron. Dieses Hormon hat die Aufgabe eine eventuelle Schwangerschaft aufrecht zu halten und wird aus eben diesem Grunde gebildet.
Die größte Menge an Gestagenen wird am 7. Tag nach dem Eisprung gebildet. Insgesamt überdauert so ein Gelbkörper 14 Tage, wenn keine Befruchtung erfolgt. Danach geht der Gelbkörper zugrunde (Luteolyse) und es bildet sich eine weiße Narbe. Der Gelbkörper wird nun als Corpus luteum albicans bezeichnet. Es werden nun keine Gestagene mehr gebildet, so dass die Hirnanhangsdrüse dazu angeregt wird wieder FSH auszuschütten, damit daraufhin eine neue Kohorte erneut rekrutiert werden kann und der Zyklus wieder von vorne beginnt.
Im Falle einer Schwangerschaft bleibt der Gelbkörper zwei Monate bestehen und bildet angetrieben von einen LH-ähnlichen Hormon (HCG), das vom befruchteten Keim gebildet wird, weiter Gestagene und erhält somit die Schwangerschaft. Der Gelbkörper, der während der Schwangerschaft bestehet, wird als Corpus luteum graviditatis bezeichnet.
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Erkrankungen
Da die Funktion der Eierstöcke von den Hormonen der Hirnanhangsdrüse (Gonadotropinen) geregelt wird, ergeben sich bei speziellen Erkrankungen, die die ins Blut abgegebene Menge an Gonadotropinen verändern, Störungen der Funktion der Eierstöcke und damit auch der Rhythmik der Periodenblutung.
Störung der Regelblutung (Menorrhoe)
Ein gewöhnlicher Blutungsrhythmus liegt zwischen 25 - 31 Tagen (Eumenorrhoe). Bei Rhythmusstörungen kann es zu größeren Abständen der Periodenblutung (Oligomenorhroe) oder zu kleineren (Polymenorrhoe) kommen.
Auch kann eine ehemals vorhandene Regelblutung zunächst gänzlich ausbleiben. Es kommt dann länger als drei Monat zu keiner Blutung mehr (sekundäre Amenorrhoe). Infolge der Störungen des Hormonkreises und der daraus resultierenden Störung der Eierstöcke kann die Frau an einer Unfruchtbarkeit (Sterilität) leiden.
Weitere Gründe für eine Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung) sind z.B. eine Unterernährung oder Magersucht. Im Rahmen der Magersucht kommt es durch die Mangelernährung und Störungen im Hormonhaushalt zu einem Ausbleiben der Monatsblutung (Periode).
Störungen der Funktion der Eierstöcke können sich auch aus aufsteigenden Infektionen aus der Vagina (Kolpitis), aus dem Gebärmutterhals (Zervizitis), des Gebärmutterkörpers (Endometritis / Myometritis / Endomyometritis) oder den Eileiter (Salpingitis) ergeben, die eine Entzündung der Eierstöcke auslösen können (Oophoritis). Eine Entzündung der Eierstöcke und gleichzeitig der Eileiter bezeichnet der Mediziner als Adenexitis.
Folge solcher Entzündungen können Abszesse sowie Verklebungen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane sein, so dass eine Unfruchtbarkeit der Frau daraus resultieren kann.
Auch kann die Funktion der Eierstöcke durch Zysten (Ovarialzyste) oder Tumoren (Eierstocktumor = Ovarialtumor) irritiert sein.
Eierstockkrebs
Bei dem Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) handelt es sich um eine bösartige (maligne) Geschwulst der Eierstöcke, die einseitig oder auch beidseits auftreten kann.
Man unterscheidet die Art des Eierstockkrebes anhand seines feingeweblichen (histologischen) Bildes. Somit unterteilt man die Tumoren in epiheliale Tumoren, Keimzelltumoren sowie Keimstrang – und Stromatumoren.
Epitheliale Tumoren sind Tumoren, die von den Zellen der Oberfläche der Eierstöcke ausgehen. Sie machen ungefähr 60 % aller bösartigen Eierstocktumoren aus. Die von den Keimzellen der Embryonalentwicklung (Leibesfruchtentwicklung) ausgehenden Keimzelltumoren haben einen Anteil von etwa 20 % an allen bösartigen Eierstocktumoren. Stromatumoren sind sich vom Eierstockgewebe aus entwickelnde Tumoren, die mit einem Anteil von ca. 5 % an allen bösartigen Eierstocktumoren vertreten sind. Des Weiteren sind ungefähr 20 % der bösartigen Eierstocktumoren Absiedlungen von Zellen aus einem Tumor, der ursprünglich an einem anderen Ort entstanden ist (Metastasen). Die Metastasen treten meistens beidseits auf und stammen zu ungefähr 30 % von einem Gebärmutterkrebs (Uteruskarzinom) und zu ca. 20 % von einem Brustkrebs (Mammakarzinom) oder Krebs aus dem Magendarmtrakt (gastrointestinales Karzinom) ab.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: Eierstockkrebs
Lokalisation der Gebärmutter im Körper
- Gebärmutter
- Scheide
- Gebärmutterhals
- Tube/ Eileiter
- Ovar/ Eierstock
Weiterführende Informationen
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- Gynäkologie Online
- Gebärmutter (Uterus)
- Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
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- Therapie Brustkrebs
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