Therapie der Kniescheibenluxation

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Wie wird eine Kniescheibenluxation therapiert?

Ziel jeder Therapie einer Kniescheibenluxation ist es die Kniescheibe dauerhaft um Gleitlager zu zentrieren, da mit jedem Luxationsereignis wertvoll Knorpelmasse verloren geht. Da Knorpelgewebe zu keiner Regeneration fähig ist, muss mit den von Geburt mitgegebenen Knorpelmenge sorgsam umgegangen werden.

Je häufiger es zu einer Kniescheibenluxation kommt desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer frühzeitigen Kniescheibenarthrose (Retropatellararthrose).

Eine akute Patellaluxation muss sofort reponiert werden. Optional folgt eine Nachbehandlung im Oberschenkelgips.

Besteht ein Verdacht auch eine Knorpelabscherung (Flake) oder wird dieser durch eine MRT - Untersuchung gesichert, sollte Arthroskopie (Kniespiegelung) durchgeführt werden, um das Ausmaß des Knorpelschadens zu begutachten.
Wird ein Flake gefunden, sollte dieser sofern möglich, refixiert werden. Hierfür muss das Kniegelenk eröffnet werden und das abgescherte Fragment an seiner Stelle wieder fixiert werden, damit keine Knorpelgleitfläche verloren geht.

Bei mehrfachen Kniescheibenverrenkungen sollte eine operative Korrektur des Kniescheibenverlaufs durchgeführt werden.
Hierbei kommen verschiedenen Korrekturoperationen in Frage.
Die am häufigsten durchgeführten sollen hier genannt werden.

Grundsätzlich differenziert man bei der Operation der Kniescheibenluxation in Weichteileingriffe (Straffung / Naht von Bändern) von knöchernen Korrekturmaßnahmen. Knöcheren Korrekturmaßnahmen sollten erst nach Abschluß des Wachstums durchgeführt werden.

Insall Operation

Bei dieser Operationsmethode einer Kniescheibenluxation wird die innere Kapsel gerafft, bei einer traumatischen Erstluxation wird hierbei der innere Kapselapparat (mediales Retinakulum) gleichzeitig genäht. Durch diese Maßnahme soll der Verlauf der Kniescheibe mehr auf die Innenseite des Kniegelenkes verlagert werden, um eine erneute äußere Ausrenkung zu verhindern.

Diese OP-Methode kann mit einem lateralem Release kombiniert werden. Hierbei werden gezielt Bandstrukturen auf der Außenseite der Kniescheibe durchtrennt um die Lateralisationstendenz der Kniescheibe zu verringern.

Viele weitere Methoden werden in der Literatur beschrieben.

Tuberositasversetzung

Als knöcherne Korrekturmaßnahme kommt die Versetzung des Ansatzes der Kniescheibensehne in Frage.

Operation nach Elmslie-Trilat: Bei dieser Operation wird der Ansatz der Kniescheibensehne (Patellasehne) am Schienbein (Tuberositas tibiae) nach innen (medial) versetzt.
Durch die Versetzung läuft die Kniescheibe weiter innen in ihrer Gleitbahn wodurch das Ausrenken deutlich erschwert wird.
Dieser Eingriff kann mit Weichteileingriffen (z.B. Insall - Operation) kombiniert werden.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung muss der entsprechenden Operationsmethode angepasst werden.
Wichtig ist, dass die Muskulatur des Oberschenkels optimal physiotherapeutisch nachbehandelt wird.
Hierbei muss ein besonderes Augenmerk auf das Training der inneren vorderen Oberschenkelmuskulatur (Musculus vastus medialis) gelegt werden. Hierdurch kann der Kniescheibenverlauf ebenfalls günstig beeinflusst werden.
Zusätzlich ist ein Dehnen der hinteren Oberschenkelmuskulatur (ischiocrurale Muskulatur) sinnvoll.

--> Weiter zum Thema Kniescheibenluxation Behandlung


Weiterführende Informationen

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Weitere interessante Informationen aus diesem Gebiet des Kniegelenkes:

Eine Übersicht aller Themen aus dem Bereich der Orthopädie finden Sie unter: Orthopädie A-Z

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 22.05.2012