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Abszess im Oberkiefer

Definition

Bei einem Abszess handelt es sich im Allgemeinen um einen mit Eiter gefüllten Hohlraum. Dieser Hohlraum hat sich im Rahmen einer Entzündung neu gebildet, es gab diese Höhle also vorher noch nicht. Ein Abszess ist Folge einer Infektion mit Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien. Der entstehende Eiter ist hierbei ein Anzeichen dafür, dass der Erreger vom Immunsystem bekämpft wird.

Abszesse im Oberkiefer bilden sich häufig infolge von Entzündungen im Mundraum und stellen eine Entzündung des Kieferknochens dar. Da bei Abszessen im Gesichtsbereich immer die Gefahr besteht, dass der Erreger ins Gehirn gelangt, sollte man in solch einem Fall immer einen Arzt konsultieren.

Ursachen des Abszesses

Verursacht werden Abszesse im Oberkiefer oft durch Keime (besonders durch spezielle Bakterien, z.B. sog. Streptokokken), die zur normalen Mundflora gehören. Unter bestimmten Bedingungen können diese Erreger zur Bildung eines Abszesses führen.

Begünstigt wird dies beispielsweise durch entzündete Zahnwurzeln, einen toten Zahn, der sich entzündet hat oder auch durch Karies. Selten kann auch eine sogenannte Zahnzyste bzw. Kieferzyste vorliegen, ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der letztendlich zu einem Abszess führen kann. Nicht zuletzt kann ein Abszess im Oberkiefer teilweise aber auch von Infektionen der Mandeln oder Nasennebenhöhlen verursacht werden.

Symptome

Anzeichen eines Abszesses im Oberkiefer kann eine neu aufgetretene Schwellung im Bereich der Wange sein, die äußerst empfindlich und teilweise auch schmerzhaft ist. Zu Beginn müssen allerdings nicht zwingend sofort Schmerzen vorhanden sein, da diese erst entstehen, wenn die Eiterhöhle eine entsprechende Größe erreicht hat und auf benachbarte Gewebsstrukturen drückt. Der Eiter kann dann auch nach außen auf der Haut durchscheinen, was die Schwellung einem großen Pickel ähneln lässt.

Außerdem kann die geschwollene Stelle zusätzlich gerötet sein und sich warm anfühlen. Manche Betroffene berichten auch von einem schlechten Geschmack im Mund, wenn sich ein Kieferabszess entwickelt hat.

Wenn neben dem Kieferknochen zusätzlich die Kiefermuskulatur von der Infektion betroffen ist, kann daraus eine sogenannte Kieferklemme  resultieren, was bedeutet, dass sich der Mund nicht mehr weit öffnen lässt. Ein Befall der Muskulatur des Kiefers kann zusätzlich auch zu Schluckstörungen führen.

Ebenso können allgemeine Krankheitssymptome auftreten. Diese sind z.B. Fieber, Unwohlsein oder Schüttelfrost.

Schmerzen durch den Abszess

Ein Abszess im Oberkiefer muss dem Betroffenen zunächst nicht unbedingt Schmerzen bereiten. Solange die Abszesshöhle noch relativ klein ist und noch nicht auf angrenzendes Gewebe Druck ausübt, kann ein Kieferabszess als eine Schwellung im Wangenbereich ohne Schmerzhaftigkeit in Erscheinung treten.

Wenn sich jedoch mehr und mehr Eiter gebildet hat und die Höhle sich entsprechend ausdehnt, ist der Abszess häufig von Schmerzen begleitet. Diese entstehen, indem dem Abszess anliegende Strukturen zusammengedrückt werden bzw. die Haut durch die Schwellung übermäßig gedehnt wird.

Dauer eines Abszesses

Die Entstehung eines Abszesses im Oberkiefer kann unterschiedlich lange dauern, von einigen Wochen hinweg bis zu mehreren Monaten. Bis erste Symptome auftreten, kann es ebenfalls unterschiedlich lange dauern. Da ein Oberkieferabszess allerdings nicht von selbst wieder verschwindet, ist eine operative Behandlung unerlässlich. Nach dem operativen Eingriff verbleibt noch für einige Tage eine Drainage in der Wunde. Sobald diese entfernt wurde, wartet man auf ein selbständiges Verschließen der Wunde. Die Zeitspanne von der Operation bis zum vollständigen Verheilen beträgt bei komplikationslosem Verlauf ca. eine Woche.

Wie gefährlich ist ein Abszess im Oberkiefer?

Ein Abszess im Oberkiefer ist zwar unangenehm, bei rechtzeitiger Behandlung jedoch nicht lebensbedrohlich. Durch eine operative Entfernung des Eiters und eine gleichzeitige Bekämpfung der Ursache der Abszessentstehung ist eine optimale Behandlung eines Oberkieferabszesses gegeben.

Wenn der Abszess allerdings nicht behandelt wird und sich ungestört weiter ausbreiten kann, besteht die Gefahr, dass sich der Erreger über ein Blutgefäß des Gesichts bis ins Schädelinnere ausbreitet. Hieraus kann dann ein lebensbedrohliches Blutgerinnsel in den Venen des Schädels entstehen, eine sogenannte Sinus cavernosus-Thrombose.

Ausbreitung des Abszesses in die Wange

Wenn sich ein Abszess im Bereich des Oberkiefers gebildet hat, wird dieser bei zunehmender Ausdehnung von außen auf Höhe der Wangen sichtbar. Charakteristischerweise bildet sich hier dann eine beulenförmige Schwellung, die im Verlauf schmerzhaft und druckempfindlich werden kann. Sichtbar kann ein Kieferabszess auf der Wange zusätzlich durch eine Rötung des geschwollenen Bereichs werden und sich warm anfühlen. Bei fortgeschrittenem Krankheitsbild ist die Eiteransammlung bei einem Kieferabszess bereits von außen im Wangenbereich zu sehen.

Lesen Sie dazu auch: Entzündung in der Wange

Behandlung des Abszesses im Oberkiefer

Die Behandlung eines Abszesses im Oberkiefer kann auf verschiedene Arten erfolgen. Grundsätzlich ist zunächst einmal die Ursachenbekämpfung wichtig, also z.B. die Beseitigung des Entzündungsherdes in der Mundhöhle. Im Frühstadium kann ein Kieferabszess mit Antibiotika behandelt werden, was allerdings das Fortschreiten der Eiteransammlung lediglich verzögert und den Abszess nicht verschwinden lässt.

Daher bedarf es bei einem Oberkieferabszess einer Eröffnung der Eiterhöhle mit anschließendem Absaugen des Inhalts. Je nach Ausmaß kann dies über die Mundhöhle erfolgen, teilweise muss der Zugang aber auch von außen über die Gesichtshaut gewählt werden.

Erfahren Sie dazu mehr unter: Eiter im Kiefer

Operation eines Abszesses

Die operative Behandlung eines Abszesses im Oberkiefer kann mit zwei verschiedenen Methoden durchgeführt werden. Diese finden beide entweder in Lokalanästhesie oder Vollnarkose statt. Die erste Methode findet bei kleineren Abszessen Anwendungen. Hierbei wird die Eiterhöhle von der Mundhöhle aus eröffnet und anschließend der Eiter abgesaugt. Die entstandene Wunde wird anschließend nicht vernäht, sondern offengelassen. Hier wird dann eine Drainage eingelegt, um einen weiteren Eiterabfluss zu ermöglichen. Dies ist wichtig, da sich bei sofortigem Verschluss der Wunde erneut Eiter ansammeln würde. Nach einigen Tagen kann die Drainage entfernt werden.

Erfahren Sie dazu mehr unter: Heilung eines Abszesses - Darauf sollten Sie achten

 

Die zweite Methode wird dann durchgeführt, wenn der Abszess schon relativ groß ist. Hier wird der Zugang von außen über die Haut gelegt und anschließend eine Drainage eingelegt. Der Patient erhält dann meist einen Kopfverband. Im Rahmen der operativen Entfernung eines Abszesses muss jedoch unbedingt immer auch die Ursache der Eiteransammlung beseitigt werden, da der operative Eingriff sonst rasch wiederholt werden muss.

Weitere Informationen finden Sie hier: OP eines Abszesses

Hausmittel gegen ein Abszess im Oberkiefer

Generell kommen Hausmittel gegen Abszesse zur Anwendung, die antientzündlich bzw. antibakteriell wirken. So wird beispielsweise das Auflegen einer aufgeschnittenen Zwiebel empfohlen. Teilweise wird auch zum Einsatz von sogenannter Zugsalbe geraten, die dabei helfen soll, die Eiteransammlung nach außen abzuleiten. 

Da bei einem Abszess im Gesichtsbereich jedoch immer die Gefahr einer Fortleitung der Erreger ins Schädelinnere mit lebensbedrohlichen Folgen besteht, sollte hier nicht mit Hausmitteln experimentiert werden. So ist auch bei einem Abszess im Oberkiefer der Gang zum Arzt unerlässlich.

Wie wird ein Abszess im Oberkiefer diagnostiziert?

Die Diagnose eines Abszesses im Oberkiefer wird zunächst klinisch gestellt. Betroffene berichten von einer neuerlich aufgetretenen, schmerzhaften, druckempfindlichen Schwellung im Bereich des Kiefers. Daraufhin sollte eine radiologische Abklärung durch eine Röntgenaufnahme der Zähne, eventuell noch der Mandeln bzw. Nasennebenhöhlen erfolgen, um Infektionsherde im Mundraum sichtbar zu machen.

Falls Eiter austritt, kann der Erreger mittels eines Abstriches bestimmt werden, was für die anschließende Behandlung relevant ist. In Einzelfällen kann auch eine Computertomographie vonnöten sein, um das Ausmaß des Abszesses festzustellen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.12.2018
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