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Brennen am After

Einleitung

Brennen am After kann unterschiedliche Ursachen haben, in jedem Fall aber ist es sehr unangenehm für den Betroffenen. Aus Schamgefühl gehen viele Patienten lange Zeit nicht zum Arzt, obwohl dieser meist einfach und unkompliziert zum Beispiel mit der Verschreibung von Salben helfen kann.

Ursachen

Brennen am After wird durch verschiedene Ursachen ausgelöst. Die Häufigsten werden im Folgenden aufgezählt:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und scharfes Essen
  • Falsches Toilettenpapier oder zu enge Unterwäsche
  • Analfissuren
  • Wurminfektionen
  • Hämorrhoiden
  • bakterielle Infektionen
  • Antibiotika
  • Pilzerkrankungen
  • weitere seltene Erkrankungen

Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder scharfes Essen

Bestimmte Nahrungsmittel können bei einer Überempfindlichkeit oder Unverträglichkeit zu Brennen nach dem Stuhlgang oder am After führen. Auch zu scharfe Gewürze sind ein Grund für Brennen am After.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Falsches Toilettenpapier oder Unterwäsche

Ein Brennen am After wird auch durch zu raues Toilettenpapier ausgelöst. Zu enge Unterwäsche führt zu einer dauerhaften mechanischen Reizung des Analbereichs und kann so auch ein Brennen am After auslösen. Als Reaktion auf Seifen oder feuchtes Toilettenpapier mit Duft- und Konservierungsstoffes kann ein Analekzem entstehen, das Brennen am After verursacht.

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Analfissuren

Hat ein Patient zu harten Stuhlgang kann es durch zu starkes Pressen beim Toilettengang zu Einrissen der Schleimhaut des Afters führen, wodurch Analfissuren entstehen. Diese Analfissuren verursachen ein Brennen am After beim oder nach dem Stuhlgang.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Analfissur und Eingerissener After

Hämorrhoiden

Viele Menschen leiden unter Hämorrhoiden, die zwar harmlos sein können, aber auch Schmerzen und Brennen am After auslösen können. Durch Hämorrhoiden wird die Analhygiene nach dem Toilettengang erschwert, eventuell verbleibende Stuhlreste lösen dann eine Reizung der Haut im Analbereich aus und es kommt zum Brennen am After. Bis zu 70% aller Erwachsenen haben Hämorrhoiden, von denen es verschiedene Schweregrade gibt. Die leichteren Schweregrade sind von außen nicht sichtbar, können aber trotzdem ein Brennen beim und nach dem Stuhlgang verursachen. 

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Brennen im Darm

Wurminfektionen

Infektionen im Analbereich wieeine Madenwurminfektion sind ebenfalls mögliche Auslöser von Brennen am After. Bei einer Madenwurminfektion legen die Weibchen ihre Eier im Bereich des Afters ab, wodurch Brennen und Juckreiz entsteht. Vor allem Kinder sind häufig von einer Wurminfektion betroffen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Würmer im Darm

Brennen am After durch Antibiotika

Durch die Einnahme von Antibiotika werden krankmachende Bakterien bekämpft. Die Darmschleimhaut wird bei jedem Menschen von sehr vielen guten Bakterien besiedelt, die die Verdauung unterstützen. Leider kann es durch die Einnahme von Antibiotika passieren, dass diese guten Bakterien ebenfalls bekämpft werden. Je länger ein Patient Antibiotika einnehmen muss, desto wahrscheinlicher ist es, dass dadurch auch gute Bakterien getötet werden. Sterben die Bakterien, die normalerweise die Darmschleimhaut besiedeln, ab, gerät die Darmflora durcheinander. Sogar Pilzinfektionen im Darm sind dann möglich. In der Folge ist die Schleimhaut des Darms und im Bereich des Afters gereizt, wodurch es zum Brennen am After kommt, das vor allem beim Stuhlgang auftritt. Ein Brennen am After während oder kurze Zeit nach der Einnahme ist keine Seltenheit. Es empfiehlt sich, den After nach jedem Stuhlgang mit Wasser zu reinigen und anschließend abzutrocknen. Bei schlimmeren Beschwerden sind antientzündliche Salben oder Sitzbäder zum Beispiel mit Kamille sinnvoll, um die Haut zu beruhigen. Das Brennen am After nach Antibiotika kann sich wenige Tage bis mehrere Wochen hinziehen.

Brennen am After durch Pilze

Pilzerkrankungen im Analbereich können bei einem schwachen Immunsystem oder durch die Einnahme von Antibiotika entstehen. Candida albicans ist der häufigste Pilz, der Erkrankungen der Haut im Analbereich und Brennen am After verursacht. Neben dem Brennen am After treten Schuppen, Rötungen oder Bläschen auf. In den meisten Fällen reicht eine Behandlung für wenige Tage mit speziellen Salben aus, die Wirkstoffe gegen Pilze (Antimykotika) enthalten.

Weitere Erkrankungen

Weitere Ursachen für Brennen am After sind Hautkrankheiten wie die Psoriasis (Schuppenflechte), die auch den Analbereich befallen kann. Systemische Erkrankungen wie Diabetes oder eine Nierenerkrankung können auch für Juckreiz und Brennen am After verantwortlich sein.

Lesen Sie mehr unter unserem Artikel Schmerzen beim Stuhlgang

Symptome

Brennen am After tritt oftmals in Verbindung mit Schmerzen und Juckreiz auf. Teilweise ist der Juckreiz so stark, dass die Betroffenen Patienten das Gefühl haben, sich ständig kratzen zu müssen oder nur sehr unruhig sitzen können. Die häufigsten Symptome:

  • Juckreiz
  • Durchfall
  • Blut im Stuhl
  • Brennen im Genitalbereich

Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen am After und Jucken in der Scheide

Durchfall als Begleitsymptom

Viele Menschen leiden bei Durchfall zusätzlich unter einem Brennen am After. Das ist in den meisten Fällen völlig normal und unbedenklich. Durchfall unterscheidet sich von normalem Stuhlgang in der Zusammensetzung. So sind zum Beispiel noch Verdauungssäfte aus dem Dünndarm enthalten, weil der Darm durch die häufigen Toilettengänge gar nicht mehr vollständig verdauen kann. Diese Verdauungssäfte sind saurer als der normale Stuhlgang und reizen die Haut im Analbereich deshalb viel stärker, was ein Brennen am After fördert. Die Haut am After wird außerdem durch die häufigen Toilettengänge und den starken Druck beim Toilettengang strapaziert. Auch das häufigere Abwischen fördert ein Wundwerden der Haut im Analbereich und ein Brennen am After. Wichtig ist es, den Durchfall zu behandeln und viel zu trinken. Ist das Brennen am After sehr schlimm, hilft ein Zinksalbe oder eine antiseptische Wundsalbe, um die Beschwerden zu lindern. Bei Durchfall ist es noch wichtiger als sonst, die Haut im Bereich des Afters trocken zu halten, da Stuhl- und Wundflüssigkeit die Haut am After reizen und das Brennen verstärken.

Blut im Stuhl

Blutiger Stuhlgang oder Blutungen am After machen sich durch Blut auf dem Klopapier oder als Auflagerung auf dem Stuhl bemerkbar. Blutungen des Darms und des Analbereiches werden von Hämorrhoiden, Schleimhauteinrissen am After, Entzündungen des Enddarms oder durch Darmkrebs verursacht. Nicht immer muss Blut am After also eine bösartige Erkrankung zu Grunde liegen. Beim Analekzem kann es ebenfalls dazu kommen, dass sich Blut am After befindet, dass die entzündliche Haut einreißt und dadurch bluten kann. Das Blut kann auch dem Stuhlgang aufgelagert sein. Wurde die Blutung durch ein Analekzem verursacht, sollte die Blutung mit der Therapie verschwinden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Blut im Stuhl

Brennen an After und Scheide

Da die Scheiden- und Afterregion lokal sehr nah beieinander liegen, können verschiedene Probleme der einen Region auf die andere übergreifen. Häufig liegen Unverträglichkeiten vor. Dabei kann es sich lediglich um zu starke Reibung, zum Beispiel nach dem Toilettengang oder beim Waschen handeln. Es können auch allergische Reaktionen gegen bestimmte Stoffe, die am Unterleib getragen werden, vorliegen. Auch Seifen oder Shampoos können ein Brennen auslösen.

Allerdings können sich durch die Nähe der Regionen auch Infektionen durch Pilze und Bakterien leicht ausbreiten. Neben Pilzinfektionen können auch Geschlechtskrankheiten übertragen werden. Die bekanntesten Vertreter dieser Krankheiten sind Gonorrhoe (Tripper), Chlamydien oder Syphilis.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Sexuell übertragbare Krankheiten

Brennen an After und Eichel

Auch bei Männern kann es am Genital zu Infektionen mit Geschlechtskrankheiten kommen. Dies können unter anderem Herpesviren, Pilze, Gonorrhoe oder Chlamydien sein. Dabei können sich die Harnröhre und die Eichel selbst entzünden und es kann zu Juckreiz, nässendem Ausschlag und Ausfluss kommen. Die Infektionen können sich in der Leistengegend und der Afterregion weiter ausbreiten.

Auch an der Eichel sind Ekzeme und Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut sehr häufig. Ursächlich können Stoffe wie Latex oder Polyester sein, mit denen die Genitalregion in Kontakt kommt. In erster Linie muss der Bereich geschont und sauber gehalten werden. Dabei sollten nicht allzu aggressive Shampoos und Seifen benutzt werden. Zur Bekämpfung von Infektionen der Eichel und des Afters können antibiotische und antimykotische, sowie desinfizierende Salben lokal aufgetragen werden. Im Zweifel und bei länger bestehenden Beschwerden sollte ein Urologe oder Hausarzt konsultiert werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Sexuell übertragbare Krankheiten

Zu welchem Arzt?

Die erste Anlaufstelle für Brennen am After ist der Hausarzt. Viele der Erkrankungen und Ursachen, die zu Brennen am After führen, können von ihm erkannt und behandelt werden. Sollte er eine zweite Meinung benötigen, wird er Patienten mit Brennen am After zu einem Gastroenterologen (Magen-Darm-Spezialist) oder Proktologen (Enddarm-Spezialist) schicken.

Therapie

Wichtig bei Brennen am After ist eine gute Analhygiene. Nach dem Stuhlgang sollte der Analbereich mit lauwarmem Wasser gereinigt und anschließend abgetrocknet werden. Am besten verzichtet man auf spezielle Reinigungslotionen, Fettcremes und feuchtes Toilettenpapier. Diese enthalten nämlich Duft- und Konservierungsstoffe, die ein Brennen am After auslösen oder verschlechtern können. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge sind wichtig, um einen weichen Stuhlgang zu haben, was zu einer geringeren Reizung der Haut im Analbereich führt. Der Verzicht auf scharfe Gewürze kann ebenfalls dazu beitragen, die Reizungen der Haut im Analbereich und somit das Brennen zu reduzieren. Neben diesen allgemeinen Maßnahmen gilt es, die dem Brennen am After zu Grunde liegende Krankheit zu behandeln. Kleinere Hämorrhoiden können mit Infrarotlicht oder Medikamenten verödet werden. Größere Hämorrhoiden werden mittels Gummibandligatur oder kleiner Operation entfernt. Zur Behandlung eines Analekzems empfiehlt sich das Anwenden einer Kortison-Salbe, die nach einiger Zeit durch eine weiche Zinkpaste ersetzt wird. Kortison wirkt einer überschießenden Reaktion des Immunsystems entgegen und dämmt so eine Entzündung ein. Die Zinkpaste wirkt entzündungshemmend und trocknend, so wird die Entzündung behandelt und einer erneuten Aufweichung der Haut vorgebeugt. Sollte das Analekzem mit Bakterien besiedelt sein, werden desinfizierende Salben oder Salben mit Antibiotika angewendet. Bei starken Schmerzen kann eine schmerzlindernde Salbe verschrieben werden, die Lokalanästhetika enthält und die Haut im Analbereich betäubt. Diese Art der Salben sollte aber nicht bei einem Analekzem angewendet werden, das eine allergische Ursache hat. Wird das Brennen am After durch eine Pilzerkrankung der Haut im Analbereich verursacht, muss eine antimykotische (gegen Pilze) Salbe angewendet werden, bei einer Madenwurminfektion kommen Anti-Wurmmittel zum Einsatz.

Therapie mit Salben

Eine Salbe stellt eine medikamentöse Therapiealternative zur Tablette da, die lokal am Ort der Beschwerden auf die betroffene Stelle aufgetragen werden kann. Salben können unterschiedlichste Wirkstoffe enthalten, die je nach Ursache des Brennens am After ausgewählt werden müssen. Auch homöopathische Salben sind einsetzbar. Einige Salben enthalten als Wirkstoff Cortisol. Das Cortisol ist ein körpereigener Stoff, der eine Immunantwort verringern und unterdrücken kann. Insbesondere bei entzündlichen Geschehen kann das Cortisol die Entzündungsreaktion lindern. Eine Entzündung infolge der Immunantwort ist jedoch in erster Linie eine Abwehrreaktion des Körpers gegen Erreger, Gifte und andere körperfremde Stoffe, die dem Körper schaden könnten. Liegt eine Infektion mit bestimmten Erregern vor, darf nicht die Immunreaktion unterdrückt werden, sondern die Eliminierung und Beseitigung des Erregers muss gefördert werden.

Bei einem Brennen am After können beispielsweise Pilzinfektionen vorliegen. Da diese sehr hartnäckig sein können, muss mithilfe eines Antimykotikums, eines Antipilzmittels, der Pilz beseitigt werden. Dadurch geht auch das Brennen am After zurück. Eine solche antimykotische Salbe kann durch den Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen verschrieben werden. Anschließend ist eine dauerhafte Pflege und Hygiene am After wichtig. Pilze siedeln sich häufig in Regionen der Haut an, die unrein und feucht sind.

Seltener können auch andere Erreger, zum Beispiel Bakterien, Brennen am After auslösen. Hierfür kommen zur Bekämpfung der Bakterien antibiotische Salben in Frage. Diese können das Brennen innerhalb weniger Tage beenden. Wenn am After kleine offene Wundstellen der Haut vorliegen, können auch diese ein Brennen verursachen und zusätzlich eine Infektionsgefahr für Erreger bedeuten. In diesem Fall helfen desinfizierende Salben bei der Wundheilung ohne die Gefahr einer zusätzlichen Infektion.

Liegt jedoch keine Infektion in der Afterregion vor, können überempfindliche Hautreaktionen dahinterstecken. Dies bezeichnet man als „Analekzem“. Auslöser dafür variieren von Allergien gegen bestimmte Stoffe, bis zu vorausgegangenen Infekten. Hier wird mit einer Cortisonsalbe versucht, die Hautreaktion zu stoppen.

Therapie mit Hausmitteln

Viele Ursachen für ein Brennen am After sind harmlos und leicht zu beheben. Die Symptome gehen häufig innerhalb weniger Tage von selbst zurück. Bei leichten Beschwerden lässt sich der Heilungsprozess durch Hausmittel fördern. Bei Problemen, die über einige Tage bestehen oder nur schwer erträglich sind, sollte dennoch ein Arztbesuch in Erwägung gezogen werden.

Zuallererst ist eine Prophylaxe für Beschwerden unterhalb der Leiste durch regelmäßiges Waschen und das Tragen sauberer Unterwäsche ratsam. Nach dem Waschen muss darauf geachtet werden, dass der betroffene Bereich gut abgetrocknet ist. Feuchtigkeit fördert viele Arten von Hautbeschwerden. Bei bekannten Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Fasern sollten schonende Stoffe der Unterwäsche getragen werden. Auch feuchtes Toilettenpapier kann Beschwerden verursachen und sollte gegebenenfalls durch trockenes ersetzt werden. Alternativ kann nach dem Stuhlgang der After mit lauwarmen Wasser gereinigt und anschließend gut abgetrocknet werden. Besonders wirksam bei Beschwerden der Afterregion sind Sitzbäder in Kombination mit bestimmten Kräutern, zum Beispiel Kamille.

Diagnostik

Um das Brennen am After zu untersuchen, wird der Arzt Sie bitten, Ihre Kleider abzulegen und sich mit angewinkelten Beinen auf eine Untersuchungsliege zu legen. In vielen Fällen kann der untersuchende Arzt schon durch das einfache Anschauen die Ursache für das Brennen am After erkennen: Hämorrhoiden, ein Analekzem, eine Pilzerkrankung oder Analfissuren sind für den Arzt eine Blickdiagnose. Wahrscheinlich wird der Arzt sie auch rektal untersuchen, um die Schleimhaut im Enddarm zu untersuchen. In manchen Fällen kann es notwendig sein, einen Abstrich zu machen, um eine Pilzerkrankung auszuschließen. Eventuell ist auch eine kleine Probenentnahme nötig, um eine mikroskopische Untersuchung des Gewebes vorzunehmen. Findet der Arzt bei der Untersuchung Anhaltspunkte für eine Erkrankung des Darmes, kann eine Darmspiegelung (Koloskopie) nötig sein, um die genaue Ursache herauszufinden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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