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Jucken in der Scheide

Einleitung

Viele Frauen leiden im Laufe ihres Lebens unter einmaligem oder sich wiederholendem Juckreiz im Scheidenbereich. Vor allem anhaltender Juckreiz stellt häufig ein Warnsymptom dar, um auf eine Infektion hinzuweisen.
Neben dem Jucken können noch weitere Symptome wie Brennen, Schmerzen und Beschwerden beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr auftreten. Auch Rötungen, Schwellungen, Bläschen, Knötchen und nässende Stellen können den Juckreiz begleiten.

Ursachen

Zu den Ursachen eines unangenehmen Juckgefühls im Scheidenbereich gehören unter anderen: 

  • Scheidentrockenheit
  • Allergien, zum Beispiel Kontaktallergien gegen Latex, Nickel, Duftstoffe
  • Nach Antibiotikaeinnahme
  • Lichen ruber planus (Knötchenflechte)
  • Pilzinfektionen: Soor/ Candidose
  • Bakterielle Infektionen: Gonorrhoe, Chlamydien
  • Parasitäre Infektionen: Trichomoniasis, Skabies (Krätze), Filzläuse
  • Virusinfektionen: Herpes genitalis (Genitalherpes)
  • Diabetes mellitus
  • Eisenmangel
  • Östrogenmangel
  • Tumoren der Schweißdrüsen (Syringome, gutartig)
  • Vulvakrebs
  • Gebärmutterhalskrebs

Scheidentrockenheit

Sowohl körperliche als auch psychische Ursachen können Scheidentrockenheit auslösen. So können Frauen in jedem Alter betroffen sein. Neben Jucken kommt es bei Scheidentrockenheit häufig zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Brennen der Haut und Brennen beim Wasserlassen. Außerdem erleichtert eine Scheidentrockenheit Krankheitserregern die Besiedelung der Scheide und kann so zu unangenehmen Infektionen führen. Häufige Ursache ist ein Östrogenmangel, der insbesondere in den Wechseljahren auftritt. Aber auch nach der Schwangerschaft und in der Stillzeit, durch bestimmte Medikamente, durch Bestrahlung oder Chemotherapie und durch Stress kann die Östrogenproduktion des Körpers absinken. Östrogen spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion der Scheidenflüssigkeit, welche die Scheide feucht hält und vor Krankheitserregern schützt.
Besteht also ein Mangel an Östrogen, so begünstigt dies eine Trockenheit der Scheide. Des Weiteren können bestimmte Erkrankungen, wie Diabetes, Bluthochdruck und Autoimmunerkrankungen, Ursache für eine trockene Scheide sein. Auch bestimmte Verhütungsmittel, der Genuss von Alkohol, Rauchen und eine übertriebene Hygiene des Genitalbereichs mit aggressiven Seifen und Cremes können durch Veränderung des pH-Wertes der Scheide eine Trockenheit auslösen oder verstärken.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Scheidentrockenheit

Je nach Ursache ist auch die Therapie sehr verschieden. Bei Östrogenmangel helfen in den meisten Fällen Cremes, Zäpfchen oder Gels, die lokal aufgetragen werden. In schwereren Fällen, zum Beispiel in den Wechseljahren, wenn noch weitere Beschwerden auftreten, kann auf eine Hormontherapie mit Gestagen-Östrogen-Präparaten zurückgegriffen werden. Liegt der Scheidentrockenheit eine Erkrankung zugrunde, sollte diese bestmöglich behandelt werden. Zur Wiederherstellung des natürlichen pH-Wertes der Scheide helfen Mittel, die Milchsäure zuführen, zum Beispiel Zäpfchen. Für die Intimhygiene ist es ausreichend, die Intimregion ein- bis zweimal tägliche mit lauwarmem Wasser zu reinigen. Wenn Pflegeprodukte genutzt werden, sollte darauf geachtet werden, dass diese mild und mit niedrigem pH-Wert sind.

Scheidenpilz

Pilzinfektionen der Scheide (Genitalsoor) sind eine der häufigsten Ursachen für eine juckende Scheide. Der häufigste Erreger ist Candida albicans, weshalb man auch von einer Candidose spricht. Symptome eines Genitalsoors sind Juckreiz und Brennen der Scheide, weißliche Belege, gerötete Vaginalhaut und ein krümeliger Ausfluss. Candida-Pilze besiedeln bei vielen Menschen in geringer Zahl die Haut oder Schleimhaut ohne Symptome zu verursachen. Zur Infektion kommt es erst, wenn die Abwehr gestört ist. Dies kann durch Erkrankungen wie AIDS, Krebs, Diabetes oder Alkoholismus der Fall sein. Auch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft können die Abwehr stören.

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Häufige Ursachen sind außerdem Medikamente. Antibiotika können das Gleichgewicht zwischen Pilzen und Bakterien stören und zu einer Überwucherung von Pilzen führen. Immunsuppressiva, Kortison oder Chemotherapien hingegen schwächen direkt das Immunsystem und erhöhen die Anfälligkeit. Diagnostiziert wird die Candidose durch einen Abstrich der Scheidenschleimhaut und anschließendem Erregernachweis.

Zur Therapie werden sogenannte Antimykotika (Antipilzmittel) genutzt, wie zum Beispiel Nystatin. Bei Scheidenpilz sind lokale Behandlungen mit Salben oder Zäpfchen meist ausreichend. Da eine Candidose ansteckend ist, sollte bei Geschlechtsverkehr zum Schutz vor Ansteckung immer ein Kondom genutzt werden.

Lesen Sie mehr zum ThemaWelche Medikamente gibt es gegen Scheidenpilz?

Nach Antibiotikaeinahme

Antibiotika werden zur Behandlung verschiedener bakterieller Erkrankungen eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise Infekte der oberen Atemwege, Lungenentzündungen, Mandelentzündungen oder auch Harnwegsinfekte.
Der Einsatz eines Antibiotikums macht lediglich Sinn, wenn eine bakterielle Infektion sehr wahrscheinlich oder diagnostisch gesichert ist. Unglücklicherweise können Antibiotika das Scheidenmillieu angreifen und dort einen Scheidenpilz begünstigen. Das hat folgenden Grund: Antibiotika sollen zwar möglichst gezielt die krankheitserregenden Bakterien angreifen, es ist jedoch leider unvermeidbar, dass auch Bakterien mitzerstört werden, die zur gesunden Haut- und Schleimhautflora gehören.
So kann eine Therapie mit Antibiotika die Döderlein-Bakterien und andere „gute“ Bakterien der vaginalen Schleimhaut angreifen und zu einem Ungleichgewicht im Scheidenmillieu führen.
Dies begünstigt eine Infektion mit Scheidenpilzen oder anderen Bakterien, sodass ein Juckreiz entstehen kann. Die Beschwerden sollten nicht ignoriert, sondern dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden. Dieser kann dann die Therapie anpassen und die vaginale Infektion mitbehandeln.

Allergie

Eine Allergie kann gegen viele Stoffe gerichtet sein. Vor allem Kontaktallergien lösen oft Juckreiz aus. Dazu kommt es bei der sogenannten Kontaktdermatitis zu geröteter, geschwollener und nässender Haut. Häufig werden diese Allergien durch Nickel, Latex, Duftstoffe, Konservierungsstoffe und Reinigungsmittel ausgelöst. Die Allergie entwickelt sich erst im Laufe der Zeit durch wiederholte Kontakte und tritt verzögert frühestens 12 Stunden nach Kontakt auf. Die Symptome treten in der Regel an der Stelle auf, die mit dem sogenannten Allergen Kontakt hatte. Zur Behandlung sollte in erster Linie der allergieauslösende Stoff gemieden werden. Des Weiteren können lokal Cremes und Salben mit Glukokortikoiden oder Antihistaminika aufgetragen werden und die Stelle gekühlt werden. Reichen diese Methoden nicht aus, können diese Mittel auch in Tablettenform verabreicht werden.

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Lichen ruber planus

Die Knötchenflechte, oder auch Lichen ruber planus, ist eine entzündliche Hautkrankheit. Sie gehört zu den häufigen dermatologischen Erkrankungen im Alter von 30 bis 60 Jahren. Sie ist gekennzeichnet durch bläulich-rötliche Knoten mit einer weißen netzartigen Zeichnung auf der Oberfläche. Der Ausschlag kann symptomlos bis sehr schmerzhaft sein und bringt häufig einen starken Juckreiz mit sich. Kratzen kann die Flechte verstärken und neue Knötchen auf der Haut auslösen.
Die Knötchenflechte kann auf der gesamten Hautoberfläche sowie an der Schleimhaut auftreten. Die Ursachen für Lichen ruber planus sind unbekannt, vermutlich handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Oftmals verschwinden die Knötchen nach einiger Zeit von alleine. Im Genitalbereich ist die Flechte oft hartnäckiger. Zur Therapie nutzt man Kortisoncremes, mit welchen die betroffenen Hautstellen eingerieben werden. Ist der Befall besonders ausgeprägt, kann das Gewebe auch mit Kortison unterspritzt werden oder eine Kortisongabe in Tablettenform erwägt werden. Zur Linderung des Juckreizes hilft Kühlung.

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Gonorrhoe

Gonorrhoe (Tripper) ist eine sexuell übertragbare Krankheit. Sie wird ausgelöst durch die Bakterien Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken). Diese können den gesamten Urogenitalbereich befallen und haben eine Inkubationszeit von 2-4 Tagen. Viele Infektionen verlaufen symptomarm oder syptomlos. Erste Symptome sind häufig Beschwerden beim Wasserlassen, wird die Infektion nicht behandelt kann sie zur Unfruchtbarkeit führen. Die Schleimhaut der Vagina kann, außer bei postmenopausalen Frauen und Kindern, nicht infiziert werden. Zur Behandlung wird Penicillin gegeben. Da jedoch viele Resistenzen gegen dieses Antibiotikum aufgetreten sind, gilt in Deutschland mittlerweile das Cephalosporin Cefaxim als erste Wahl. Die Behandlung sollte bei beiden Geschlechtspartnern erfolgen.

Chlamydien

Die Bakterien Chlamydia trachomatis D-K sind die häufigsten Erreger sexuell übertragbarer Krankheiten. Eine Erkrankung kann symptomlos verlaufen. Treten Symptome auf, sind diese bei der Frau häufig Probleme und Brennen beim Wasserlassen, Scheidenausfluss, Zwischenblutungen und Bauchschmerzen. Durch aufsteigende Infektionen kann es zu einer Verschmelzung der Eileiter führen und ist in westlichen Ländern die Hauptursache für Sterilität. Zur Diagnose werden Urinproben oder Abstriche benötigt. Chlamydien werden antibiotisch mit Tetrazyklin, Doxycyclin oder Erythromycin über mindestens 10 Tage behandelt. Auch der Sexualpartner muss mitbehandelt werden, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.

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Herpes genitalis

Die Herpes genitalis- Infektion wird durch Herpes simplex –Viren (HSV) ausgelöst und gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Dies kann die Unterart 1 sein, HSV-2 ist jedoch häufiger Verursacher genitaler Infektionen. Die Herpesviren bleiben nach der Ansteckung lebenslang im Körper und können deshalb immer wieder zu akuten Schüben führen. Die Symptome sind nach der Erstinfektion meist am stärksten. Hierbei kommt es zur schmerzhaften Bläschenbildung an der Schleimhaut. Diese Bläschen platzen nach kurzer Zeit auf und hinterlassen flache, krustige Geschwüre. Die Hautveränderungen machen sich durch Brennen und Jucken der Schleimhaut bemerkbar und heilen in der Regel nach 2-4 Wochen ab. Während dieser Zeit sind die Hautveränderungen hoch ansteckend. Eine vollständige Beseitigung der Viren ist nicht möglich. Eine Therapie mit dem Virostatikum Aciclovir kann die Symptome verringern und den Verlauf verkürzen.

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Krätze

Krätze (Skabies) ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch Parasiten (Krätzmilben) hervorgerufen wird. Übertragen wird sie durch direkten Hautkontakt oder gemeinsam genutzte Wäsche. Die Milben können bis zu 36 Stunden außerhalb ihres Wirts (Mensch) überleben. Symptome zeigen sich etwa zwei bis sechs Wochen nach der Infektion. Dazu gehören starker Juckreiz, Hautveränderungen wie Rötungen und Schuppungen und Knötchen
Die betroffenen Hautstellen können zusätzlich mit Bakterien infiziert sein. Mangelnde Hygiene und viele Menschen, die an einem Ort leben, erleichtern die Ausbreitung. Zur Behandlung werden sogenannte Antiskabiosa genutzt, wie zum Beispiel Allethrin oder Permethrin. Diese werden lokal als Cremes oder Sprays, in schweren Fällen auch in Form von Tabletten verabreicht. Außerdem muss auf einen täglichen Wäschewechsel geachtet werden, um erneute Infektionen zu vermeiden.

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Eisenmangel

Eisenmangel kann zu einer Anämie (Blutarmut) führen. Bei einer Eisenmangelanämie fehlt das Eisen zur korrekten und ausreichenden Bildung neuer roter Blutkörperchen. Dieser Eisenmangel kann durch Blutungen (zum Beispiel während der Menstruation), eine eisenarme Ernährung, einem erhöhten Eisenbedarf (während Schwangerschaft oder Wachstum) oder einer gestörten Eisenaufnahme durch Krankheiten oder Medikamente zustande kommen. Patientinnen mit einer Eisenmangelanämie fühlen sich oft schlapp, sind blass, haben Kopfschmerzen, Schwindel, brüchige Nägel, eine trockene und juckende Haut, Haarausfall, Zungenbrennen, eingerissene Mundwinkel und Appetitverlust.

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Für die Therapie muss zuerst eine Blutungsquelle (z.B. Magengeschwür) ausgeschlossen werden. Außerdem sollte eine Eisen- und Vitamin C-haltige Ernährung angestrebt werden. Ist dies nicht ausreichend, kann Eisen durch Präparate verabreicht werden.

Östrogenmangel

Östrogen spielt bei der Frau eine wichtige Rolle im Menstruationszyklus, bei der Befruchtung und in der Schwangerschaft. Ein Mangel hat also gravierende Folgen für die Frau. Er kann durch natürliche (Wechseljahre), krankhafte (Niereninsuffizienz) oder hormonelle Verhütung (Minipille) verursacht werden. Ein Östrogenmangel kann sehr verschieden Symptome hervorrufen, unter anderem Hitzewallungen, Menstruationsstörungen, Scheidentrockenheit, Schweißausbrüche, Juckreiz, trockene Schleimhäute, Osteoporose, Inkontinenz und Haarausfall. Je nach vorhandenen Symptomen ist die Behandlung sehr unterschiedlich. Einfache Mittel wie Zäpfchen und Cremes bei Scheidentrockenheit, Augentropfen, Ausdauersport oder Nahrungsergänzungsmittel können leichte Beschwerden lindern. Bei starken Beschwerden kann eine Hormonersatztherapie in Betracht gezogen werden.

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Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerspiegeln führt. Beim Diabetes unterscheidet man zwei Formen, Typ 1 und 2. In 95% der Fälle liegt ein Diabetes Typ 2 vor, welcher häufig erst im Erwachsenenalter auftritt. Beim Typ 1 herrscht ein Mangel an Insulin, bei Typ 2 sind die Körperzellen unempfindlicher dem Insulin gegenüber. Symptome sind starker Durst, Heißhunger, vermehrtes Wasserlassen, Abgeschlagenheit, Juckreiz und eine erhöhte Infektanfälligkeit.
Ein unbehandelter Diabetes führt zu Schäden an den Blutgefäßen und steigert so das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen. Das Behandlungsziel ist eine Normalisierung des Blutzuckers. Hierbei gibt man bei Typ 1 regelmäßig Insulin, bei Typ 2 können am Anfang noch Allgemeinmaßnahmen wie eine Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und körperliche Betätigung hilfreich sein. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können orale Antidiabetika wie Metformin eingenommen werden, in einem zweiten Schritt kann eine Insulintherapie nützlich sein.

Vaginalkrebs

Der Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) ist eine sehr seltene bösartige Tumorerkrankung des weiblichen Genitalbereichs. Er tritt bevorzugt bei älteren Frauen auf. Beschwerden treten häufig erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Symptome sind ungewöhnlicher Ausfluss, Blutungen zwischen der Periode oder nach Geschlechtsverkehr, Schmerzen beim Wasserlassen und Stuhlunregelmäßigkeiten. Es können sich Verbindungen zu umliegenden Organen bilden. Die Therapie richtet sich nach dem Krankheitsstadium. Bei niedrigen Stadien wird radikal operiert und bestrahlt. Bei höheren Stadien wird nur operiert, wenn eine vollständige Entfernung des Tumors möglich ist. Möglicherweise müssen dabei alle Beckenorgane entnommen werden. In jeden Fall findet eine Bestrahlung statt.

Ausfluss als begleitendes Symptom

Viele Erkrankungen der Scheide äußern sich durch eine Veränderung des natürlichen Ausflusses. Der verstärkte Ausfluss wird in der medizinischen Fachsprache auch als Fluor vaginalis bezeichnet.
Häufig begleitet ein bröckliger, weißer Ausfluss eine Scheidenpilzinfektion. Der schmierige, feste Ausfluss wird weiterhin oft von einem unangenehmen Geruch begleitet. In Zusammenhang mit einem Scheidenjucken besteht ein starker Verdacht auf das Vorliegen einer Pilzinfektion.
Eine weitere Ursache für einen Scheidenjuckreiz und einen verstärkten und veränderten Ausfluss ist die bakterielle Vaginose. Sie ist gekennzeichnet durch einen sehr dünnen, weißlichen und verstärkten Ausfluss. Der Ausfluss hat typischerweise einen fischigen Geruch, weshalb die Erkrankung auch als Aminkolpitis bezeichnet wird. Ein schaumig-grüner Ausfluss, der unangenehm riecht, findet sich bei der sogenannten Trichomonadenkolpitis. Diese Infektion der Scheide wird durch das Bakterium Trichomonas vaginalis verursacht und geht in einigen Fällen ebenfalls mit Juckreiz einher.
Ein Östrogenmangel, der vor allem Frauen in der Menopause betrifft, führt ebenfalls zu einem quälenden Juckreiz der Scheide. Ein Östrogenmangel geht jedoch typischerweise mit einer Scheidentrockenheit und einem verminderten Ausfluss der Scheide einher.

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Brennen in der Scheide als begleitendes Symptom

Brennen in der Scheide tritt häufig zusammen mit oder in Folge von Jucken auf. Wie auch beim Jucken sind häufige Ursachen Infektion mit Pilzen, Bakterien, Viren oder Parasiten. Auch eine falsche Intimhygiene oder Allergien können ursächlich für das Brennen sein. Teilweise können diese Erreger durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, teilweise sind sie aber auch Teil der normalen Scheidenflora und vermehren sich bei einem Ungleichgewicht übermäßig. Dieses Ungleichgewicht kann durch eine Veränderung des pH-Wertes (normal: 3,8- 4,4), Zerstörung wichtiger Bakterien oder Veränderungen des Ausflusses ausgelöst werden und begünstigt so die Gefahr einer Infektion.
Typisch ist ein Brennen in der Scheide bei einer Infektion mit Trichomonaden. Das Brennen verstärkt sich dann typischerweise während des Geschlechtsverkehrs. Häufig ist der Geschlechtsverkehr dann auch aufgrund des Brennens nicht möglich (Dyspareunie).
Auch eine Infektion mit einem Scheidenpilz ist häufig durch gleichzeitig bestehenden Juckreiz und Brennen der Scheide, sowie Brennen beim Wasserlassen, gekennzeichnet. Schmerzbedingt kann das Tragen enger Kleidung oder auch langes Sitzen als sehr unangenehm empfunden werden.
Bei einer bakteriellen Vaginose sind Juckreiz und Brennen ebenfalls typische Symptome.
Die Krankheitsbilder lassen sich durch zusätzliche Untersuchungen, wie Abstriche aus der Scheide, voneinander unterscheiden. Lediglich eine Behandlung der Ursache kann die Beschwerden lindern. Behandlungsversuche mit Hausmitteln sollten unbedingt unterlassen werden, da sie das angegriffene Scheidenmillieu nur zusätzlich schädigen können. 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Brennen im Intimbereich

                                                                

Was hilft bei Jucken in der Scheide?

Scheidenjucken kann im Rahmen unterschiedlicher Erkrankungen auftreten und wird dann von den meisten Betroffenen als sehr unangenehm empfunden. Man sollte jedoch unbedingt davon ablassen, den Juckreiz mit Hausmitteln zu therapieren.
Diese können den Juckreiz unglücklicherweise nicht lindern. Darüber hinaus kann das empfindliche Scheidenmillieu dadurch geschädigt werden. Auch Cortisonsalben sollten nicht verwendet werden.
Gegen Juckreiz in der Scheide hilft die Behandlung der ursächlichen Erkrankung. In den allermeisten Fällen verbirgt sich hinter dem Juckreiz eine vaginale Infektion. Meist sind Pilze verantwortlich. Bei leichten Pilzinfektionen können frei verkäufliche pilzabtötende Cremes und Vaginalzäpfchen, beispielsweise KadeFungin®3, sehr gut gegen die Beschwerden helfen.
Meist tritt eine Besserung bereits innerhalb weniger Stunden ein. Hartnäckigere Pilzinfektion bedürfen jedoch einer verschreibungspflichtigen Therapie mit pilzabtötenden Zäpfchen, Cremes oder sogar Tabletten.
Abgesehen von der vaginalen Pilzinfektion stellt auch die bakterielle Vaginose eine sehr häufige Ursache für Scheidenjucken dar. Dieses Ungleichgewicht der Scheidenflora wird mithilfe von Antibiotika behandelt. Gerade bei einer angegriffenen Scheidenflora und vaginalem Juckreiz ist eine schonende Pflege des Intimbereichs sehr wichtig, um die Beschwerden nicht zu verstärken. Auch wenn die ursächliche Erkrankung mit einem unangenehmen vaginalen Geruch einhergeht, sollte man es unbedingt unterlassen, die Scheide mit Duschgel oder Seife zu waschen. Das kann den Juckreiz nur weiter verstärken. Eine Reinigung des Intimbereichs mit klarem lauwarmem Wasser ist ausreichend. Weiterhin sollte man auf Satin-, Spitzen- oder Polyesterunterwäsche verzichten, da diese den Juckreiz weiter verstärken kann. Empfehlenswert ist hingegen einfache Baumwolle.

Hausmittel gegen juckende Scheide

Einfachstes Mittel gegen eine juckende Scheide ist das Tragen nicht zu enger, kochbarer Baumwollunterwäsche. Da diese Feuchtigkeit aufnehmen kann, verhindert sie die Entstehung eines zu feuchten Klimas. Wenn möglich, sollte sie zweimal täglich gewechselt werden, um dem Wachstum von Erregern vorzubeugen. Auch Hygieneprodukte wie Einlagen oder Tampons sollten aus diesem Grund regelmäßig gewechselt werden. Auf das Waschen der Scheide mit aggressiven Seifen und Lotionen sollte verzichtet werden, da diese die Haut zusätzlich reizen. Stattdessen können einfach lauwarmes Wasser oder milde Pflegeprodukte benutzt werden.

Ein weiteres Mittel gegen den Juckreiz ist Aloe Vera. Die Inhaltsstoffe der Pflanze pflegen und kühlen die Scheidenschleimhaut. Hierbei kann der Saft, Gel oder ein Brei der Pflanze verwendet werden. Auch Sitzbäder mit Kamille oder Eichenrinde wirken entzündungshemmend und lindernd. Da Milchsäurebakterien die Flora wieder ins Gleichgewicht bringen können, kann Naturjoghurt ohne Zusätze gegen Jucken helfen.

Dauer

Ein Juckreiz in der Scheide kann im Rahmen verschiedener Erkrankungen auftreten. In diesem Zusammenhang überwiegen akute Krankheitsbilder, wie eine Pilzinfektion oder eine bakterielle Vaginose, deutlich.
Weitaus seltener sind Vaginal- oder Vulvakarzinome oder chronische Erkrankungen, wie der Lichen sclerosus, ursächlich. Die Dauer des vaginalen Juckreizes ist jedoch stark abhängig von der zugrundeliegenden Ursache und der erfolgten Behandlung. Eine unbehandelte vaginale Infektionserkrankung führt demnach zu anhaltendem Juckreiz. Dieser vergeht unglücklicherweise auch nicht ohne eine passende Behandlung.
Bei Einleitung einer pilzabtötenden oder antibiotischen Therapie klingt der Juckreiz jedoch meist sehr schnell ab. Besserungen sind bereits innerhalb weniger Stunden zu erwarten. Nach etwa zwei bis drei Tagen verschwindet der Juckreiz meist vollständig.
Sehr selten können bösartige Tumore zu andauerndem Juckreiz führen. Typischerweise bessert sich diese Art des Juckreizes trotz verschiedener Therapieversuche nicht und führt dann irgendwann zu der Verdachtsdiagnose eines Tumors.     

In der Schwangerschaft

Bei Jucken der Scheide in der Schwangerschaft sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Da eine Juckende Scheide häufig auf eine Infektion hinweist, sollte in der Schwangerschaft besonders darauf geachtet werden. Die Infektionen können aufsteigen und die Erreger die Fruchtblase besiedeln. Hierdurch erhöht sich die Gefahr eines vorzeitigen Blasensprungs und damit verbunden steigt das Frühgeburtsrisiko um das 5-fache. Die Erreger führen dazu, dass die Fruchtblase empfindlicher wird und früher platzt. Im schlimmsten Fall kann die Infektion auf die Mutter oder das ungeborene Kind übergreifen und so zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Um diese Komplikationen zu vermeiden, sollten Infektionen konsequent behandelt werden.

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Allergien oder eine übertriebene Hygiene sind in erster Linie nicht gefährlich für das ungeborene Kind. Da diese jedoch Infektionen begünstigen, sollte das Allergen gemieden werden und eine adäquate Hygiene angestrebt werden.

Da in der Schwangerschaft die hormonelle Situation verändert ist, kann es zu einem Mangel an Östrogen und so zur Scheidentrockenheit kommen. Da auch diese Infektionen begünstigt, sollte eine lokale Hormontherapie mit Zäpfchen oder Salben durchgeführt werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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