Scheidenpilz

Einleitung

Unter dem umgangssprachlichen Begriff Scheidenpilz (Synonyme: Vaginalpilz, Vaginalmykose, Vaginalsoor, Soorvaginitis oder auch Soorkolpitis) versteht man eine Infektionserkrankung der weiblichen Vagina durch einen Pilz aus der Gattung Candida (meistens Candida albicans). Eine solche Pilzinfektion bekommen schätzungsweise etwa drei Viertel aller Frauen mindestens einmal in ihrem Leben. Damit gehört der Scheidenpilz zu einer der häufigsten Geschlechtskrankheiten, er ist allerdings glücklicherweise in der Regel gut behandelbar und heilt ohne bleibende Schäden wieder ab.

Ursachen

In den meisten Fällen wird ein Scheidenpilz durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst, seltener durch andere Pilze derselben Gattung. Candida albicans befindet sich bei sehr vielen Frauen auf der Schleimhaut der Scheide und gehört somit auch bei einigen Gesunden zur natürlichen Scheidenflora.

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Unter normalen Bedingungen können sich diese Pilze allerdings nicht ausbreiten. Das liegt daran, dass in der Scheide ein sehr spezifisches Milieu vorliegt. Die natürliche Scheidenflora ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie einen sauren pH-Wert (normalerweise ungefähr zwischen 4,0 und 4,5) besitzt. Dieser wird hauptsächlich durch die Laktobazillen (Milchsäurebakterien) hervorgerufen und sorgt dafür, dass es Pilzen und auch anderen Erregern schwierig fällt, sich in der Scheide abzusiedeln und sich dort zu vermehren.

Wenn diese Flora stimmt und das Immunsystem der Frau regelrecht funktioniert, ist es also sehr unwahrscheinlich, dass sie an einem Scheidenpilz erkrankt. Es gibt allerdings einige Faktoren, die das Immunsystem schwächen können. Dazu gehören unterschiedliche Grunderkrankungen, zum Beispiel

oder die Einnahme von Breitbandantibiotika und anderer Medikamente wie Cortison. Neben Störungen des Immunsystems können außerdem Änderungen des gesunden Scheidenmilieus die Entstehung einer vaginalen Pilzinfektion begünstigen. Solche Schwankungen des pH-Wertes können unter anderem zustande kommen durch hormonelle Umstellungen wie

  • Schwangerschaft,
  • während der Monatsblutung,
  • in den Wechseljahren,
  • in der Pubertät
  • bei Einnahme der Antibabypille
  • Stress
  • falsche Intimpflege (vor allem der übermäßige Einsatz von Scheidenspülungen oder Intimsprays bringen das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht)
  • bestimmte Präparate zur Empfängnisverhütung (zum Beispiel Spermien abtötende Cremes, Schaumzäpfchen) oder Gleitmittel.

Darüber hinaus können auch äußere Einflüsse wie

  • Geschlechtsverkehr (sofern der Partner infiziert ist),
  • falsches Verhalten nach dem Stuhlgang (man sollte immer von der Scheide aus nach hinten abwischen, um zu verhindern, dass Keime aus dem Darm in den Bereich der Vagina gelangen)
  • gemeinsames Nutzen von Wäsche oder Handtüchern,
  • Besuch von öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Saunen
  • zu eng anliegende, luftundurchlässige Kleidung (besonders gefährlich sind Kleidungsstücke aus synthetischen Stoffen) das Auftreten von Scheidenpilz bewirken.

Scheidenpilz durch ein Antibiotikum

Eine Pilzinfektion im Körper tritt häufig auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Meist sind davon Mund, Speiseröhre und der Genitalbereich so auch die Scheide befallen. Auslöser für eine Schwächung des Immunsystems können Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder HIV sein. Aber auch eine Schwangerschaft oder eine vorangegangene Therapie mit einem Antibiotikum können einen Scheidenpilz verursachen.
Das Antibiotikum zerstört die Milchsäurebakterien der Scheidenflora. Diese bauen eine Schutzschicht in der Schleimhaut auf und sind verantwortlich dafür das Milieu in der Scheide aufrecht zu erhalten. Das Antibiotikum zerstört somit auch die Schutzschicht und macht es den Pilzen einfacher sich im warmen und feuchten Scheidenmilieu schnell zu vermehren. Je länger ein Antibiotikum eingenommen wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich ein Scheidenpilz entwickelt. Meist ist der Pilz mit einem Scheidenpilzmittel gut zu behandeln und tritt nach Absetzen des Antibiotikums auch nicht wieder auf.

Scheidenpilz durch die Pille

Ein Grund für das erstmalige oder allgemeine auftreten von Scheidenpilz kann die Einnahme der Antibabypille sein. Durch die Pilleneinnahme werden dem Körper Hormone zugeführt. Der Hormonanstieg, vor allem bei östrogenhaltigen Pillen, bewirkt eine Veränderung des Scheidenmilieus ähnlich wie bei der Schwangerschaft. Die typischerweise in der Scheidenflora vorkommenden Pilze vermehren sich unter einem hohem Östrogenspiegel.
Die Infektion lässt sich problemlos mit einem Antipilzmittel behandeln. Sollte trotz der Behandlung der Pilz nicht verschwinden oder dieser tritt wieder auf, sollte mit dem Arzt in Erwägung gezogen die Pille zu wechseln oder eine niedrigere Dosierung zu wählen


Was sind Anzeichen einer Scheidenpilzinfektion?

Es gibt verschiedene Anzeichen und Symptome die auf eine Infektion der Scheide mit einem Pilz hinweisen können und diesen wahrscheinlich machen.
Das häufigste und störendste Symptom ist ein starker Juckreiz. Es juckt vor allem im Bereich der Schamlippen und oder am Scheideneingang. Der Pilz kann nämlich sowohl das äußere als auch das innere weibliche Genital befallen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Jucken in der Scheide

Weitere häufige Anzeichen sind Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen während oder nach dem Geschlechtverkehr. Der Ausfluss ist meistens auch verändert. Typisch ist ein vermehrter, weiß-gelblicher und bröckeliger Ausfluss. Für gewöhnlich allerdings geruchslos. Außerdem kann die Schleimhaut an der Scheide weiße Beläge aufweisen. Es müssen nicht alle Anzeichen und Symptome gleichermaßen oder gleichzeitig auftreten.
Sollte trotz Therapie keine Linderung der Beschwerden eintreten, sollte ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden.

Symptome

Das Leitsymptom von Scheidenpilz ist ein häufig massiver Juckreiz, der manchmal auf das Innere der Scheide beschränkt bleibt, meist aber das gesamte primäre äußere Geschlechtsorgan (die Scham bzw. Vulva) betrifft.

In eben diesem Bereich kann es außerdem zu einem brennenden Gefühl kommen. Dabei ist die infizierte Haut oftmals gerötet und / oder geschwollen, was ein Ausdruck für eine bestehende Entzündung ist.

Weiterhin charakteristisch ist ein Ausfluss aus der Scheide (Fluor vaginalis), der sich in der Regel bröckelig, weißlich und geruchsneutral darstellt. Auch weiße Beläge auf der Schleimhaut sind möglich, die sich nicht abstreifen lassen. Manchmal kommt es zu schwer wiegenderen Hautdefekten (zum Beispiel Pusteln oder Ekzemen), die sich sogar bis auf die Oberschenkel ausbreiten können.

Dadurch, dass die betroffenen Stellen wie wund sind, können bei manchen Patienten zusätzlich Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr auftreten.

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Ausfluss als Symptom eines Scheidenpilzes

Ein Symptom bei Scheidenpilz (Vaginalcandidose) kann die Veränderung des Ausflusses (Fluor vaginalis) sein.
Dieser kann mehr sein und sich in Farbe und Konsistenz zum Normalen unterscheiden. In der Regel ist der Ausfluss bei Scheidenpilz aber geruchlos. Meist hat der Ausfluss eine gelblich-weiße Farbe und ist von bröckeliger Konsistenz. Viele Patientinnen beschreiben den Ausfluss dann als „Hüttenkäseartig“.

Geruch des Ausflusses

Der Geruch des Ausflusses verändert sich in der Regel bei einem Scheidenpilz ( Vaginalcandidose) nicht. Sollte dennoch ein übel riechender Ausfluss auffallen, sollte dies von einem Frauenarzt untersucht werden. Denn dies kann ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein, die auf jeden Fall von einem Arzt mit Medikamenten behandelt werden muss.

Schmerzen als Symptom eines Scheidenpilzes

Ein weiteres Symptom bei Scheidenpilz (Vaginalcandidose) können Schmerzen sein. Viele Patientinnen beschreiben vor allem starkes Brennen.Es kann auch zu Schmerzen beim Wasserlassen, ähnlich wie bei einer Harnwegentzündung kommen.
Während einer Infektion mit einem Pilz fallen auch häufig Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf. Um auch den Partner nicht anzustecken, sollte mit dem Geschlechtsverkehr bis zur Abheilung des Scheidenpilzes gewartet werden.

Scheidenpilz ohne Juckreiz

Bei einem Scheidenpilz ist fast immer starker Juckreiz vorhanden. Meist juckt es schon bevor Rötungen und Schwellungen an der Scheide hinzukommen. Allerdings kann auch ein Scheidenpilz nachweisbar sein ohne störende Symptome auszulösen. Dann besiedelt der Pilz nur in geringer Menge die Scheidenflora.

Was kann man gegen eine Ansteckung mit einem Scheidenpilz tun?

Nicht immer macht der Hefepilz Symptome wie Jucken, Brennen oder Schmerzen. Denn Pilze und Bakterien gehören zur normalen Scheidenflora und sind nicht gefährlich. Diese können auch natürlicherweise im Mund und Verdauungstrakt vorkommen.
Durch übertriebene Intimhygiene oder ein geschwächtes Immunsystem bei chronischen Erkrankungen oder Medikamenten kann es zu einem Ungleichgewicht der Scheidenflora kommen. Durch das warme und feuchte Milieu vermehren sich die Pilze und können Beschwerden machen.
Personen die unter einer Erkrankung leiden die das Immunsystem schwächt, können sich eher mit einen Pilz anstecken. Auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten kann dazu führen. Hat der Partner einen Pilz im Genitalbereich, sollte ein Kondom benutzt werden um eine Übertragung zu verhindern. 
Außerdem sollten regelmäßig Handtücher und Unterwäsche gewechselt und heiß gewaschen werden, denn der Pilz kann sich dort ansiedeln und verursacht eine wiederholte Ansteckung. Es ist ebenfalls möglich nach zu langem verbleiben in einem Schwimmbad eine Pilzinfektion zu bekommen. Denn das Chlor greift die Scheidenflora  an und begünstigt das Pilzwachstum.

Kann sich ein Mann mit dem Scheidenpilz anstecken?

Da Scheidenpilz nicht zu den Geschlechtskrankheiten zählt und vom Körper selbst aus geht, ist dieser nur selten ansteckend und wird durch Geschlechtsverkehr kaum übertragen.
Der Pilz kann sich am besten in einem feuchten und warmen Milieu, wie in der Scheide vermehren. Da das Glied des Mannes eher trocken und mehr in Kontakt mit Luft ist, hat der Pilz wenig Möglichkeiten sich zu vermehren und dort anzusiedeln. Deshalb kommt es sehr selten zu einer Ansteckung mit einem Pilz. Häufig bleibt die Pilzinfektion bei Männern allerdings unbemerkt und verläuft ohne Symptome.

Wie wird Scheidenpilz übertragen?

Die Pilzinfektion der Scheide ist keine sexuell übertragbare Krankheit und kann deshalb genau genommen nicht übertragen werden. Der Pilz entsteht durch eine Störung der Scheidenflora. Durch eine Veränderung des Milieus, hat der Pilz die Möglichkeit sich zu vermehren.
Die Ursache für das veränderte Scheidenmilieu kann verschiedene Gründe haben. Ein geschwächtes Immunsystem durch Krankheiten wie Diabetes, Infektionen oder Stress, aber auch einige Medikamente, insbesondere Antibiotika können dafür verantwortlich sein. Ein weiterer häufiger Grund ist eine übertriebene Intimhygiene. Zu häufige Reinigung zusätzlich mit Seife, Duschgel oder Spray können das Scheidenmilieu reizen und es durcheinander bringen. Besser ist die tägliche Reinigung mit normalem, lauwarmen Wasser.
Weiterhin kann eine falsche Wischtechnik auf der Toilette eine Schmierinfektion verursachen und somit einen Pilz begünstigen. Um einer erneuten Ansteckung vorzubeugen sollte die Unterwäsche regelmäßig mit einer hohen Temperatur gewaschen werden, um die Pilzsporen zuverlässig abzutöten.

Diagnostik des Scheidenpilzes

Für die Stellung einer Diagnose von Scheidenpilz ist zunächst einmal die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) von großer Wichtigkeit. Der Arzt fragt hierbei die Patientinnen exakt nach

  • ihren momentanen Beschwerden
  • seit wann diese bestehen
  • wie sie sich äußern
  • durch was evtl hervorgerufen

Außerdem erfasst er alle eventuell vorhandenen Grundleiden und weitere mögliche Risikofaktoren für Scheidenpilz, also zum Beispiel auch, ob sich die Frau zur Zeit in einer hormonellen Umstellungsphase befindet. Daran schließt sich eine körperliche Untersuchung an.

Bei dieser Untersuchung fällt eine Pilzinfektion durch die gerötete, geschwollene Scheidenschleimhaut und den krümeligen, weißen Belag auf. Um allerdings herauszufinden, welcher genaue Erreger für den Scheidenpilz in einem bestimmten Fall verantwortlich ist, ist es nötig, einen Abstrich von der Schleimhaut zu entnehmen. Das bedeutet, dass der Frauenarzt (Gynäkologe) mit einem Wattestäbchen ein wenig Scheidensekret entnimmt.

Dieser Abstrich wird aufbereitet und anschließend unter das Mikroskop gelegt und dort auf das Vorliegen von Pilzsporen (erkennbar an Pilzfäden oder Sprosszellen) untersucht. Zusätzlich wird ein Teil der Probe ins Labor geschickt, wo auf bestimmten Nährböden die Anzucht einer Pilzkultur möglich ist.

Dies ist manchmal besonders deshalb wichtig, weil bakterielle Infektionen der Scheide oder der Schamlippen oftmals mit sehr ähnlichen Symptomen wie eine Pilzinfektion einhergehen können und es außerdem nicht selten auch zu Mischinfektionen kommt. Bei einer Bartholinitis zum Beispiel entzünden sich Drüsen in den kleinen Schamlippen durch eine bakterielle Infektion, das zu ähnlichen Symptomen führen kann. Da bakterielle Infektionen jedoch anders behandelt werden müssen, ist eine Differenzierung dieser Erreger unbedingt notwendig!

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Wie kann ich testen, ob ich einen Scheidenpilz habe?

Scheidenpilz fällt vor allem durch starken Juckreiz auf. Zusätzlich kann es zu Schmerzen beim Wasserlassen oder brennen kommen. Darüber hinaus ist häufig eine starke Rötung im Genitalbereich zu beobachten. Außer einer Pilzinfektion mit der Art Candida albicans können für diese Symptome auch Bakterien oder andere Erreger in Frage kommen.
Um herauszufinden ob es sich tatsächlich um einen Scheidenpilz handelt, gibt es Selbsttest die zu Hause angewendet werden können. Den Test gibt es von verschiedenen Herstellern in Apotheken rezeptfrei zu kaufen.
Die Selbsttests messen den pH-Wert der Scheide. Normalerweise ist das Scheidenmilieu im sauren ph-Bereich. Dies ist nötig um das Bakteriengleichgewicht der Scheidenflora aufrecht zu erhalten. Der Test verändert im Falle einer pH-Wert Veränderung die Farbe. Dies bedeutet je nach Hersteller eine Infektion mit einem Pilz oder Bakterien. Zuverlässiger ist allerdings die Diagnosestellung bei einem Frauenarzt. Dieser sollte aufgesucht werden, wenn kein Behandlungserfolg mit einer Creme erzielt wurde.

Therapie bei Scheidenpilz

Antimykotika

Die Behandlung von Scheidenpilz gestaltet sich in den meisten Fällen relativ einfach und ist oftmals durch die Patientin selbst zu Hause möglich. Eingesetzt werden fast immer spezielle Anti-Pilz-Mittel, sogenannte Antimykotika. Häufig verwendete Wirkstoffe sind hierbei zum Beispiel Nystatin oder Imidazole (unter anderem Miconazol oder Clotrimazol).

Solche Medikamente gibt es in Form von Cremes bzw. Salben oder Scheidenzäpfchen. Sie sind in Apotheken ohne ein ärztliches Rezept erhältlich. Trotzdem ist es wichtig, sich bei der Therapie immer genau an die Anweisungen auf dem Beipackzettel zu halten und bei bestehenden Unklarheiten unbedingt mit einem Arzt Rücksprache zu halten. Essenziell ist, dass die Behandlung zunächst immer lokal erfolgt.

Die Cremes und Salben sollten mithilfe eines bestimmten Applikators in die Scheide eingeführt werden und auch auf die Schamlippen und vorsichtshalber auf den After aufgetragen werden, um wirklich alle vorhandenen Pilzsporen zu erreichen. Dieser Vorgang sollte etwa ein- bis zweimal pro Tag wiederholt werden.

Die Vaginaltabletten (-zäpfchen) können entweder mithilfe eines Applikators oder aber mit einem Finger in die Scheide eingeführt werden. Abzuraten ist von dieser Variante während der Periode (Menstruation), da zu diesem Zeitpunkt der Wirkstoff durch das austretende Blut wieder aus dem Körper hinausgespült werden kann, ohne vorher seine Wirkung zu entfalten.

Bei einer regelrechten Behandlung bessern sich die Symptome schon nach wenigen Tagen. Je nach Wirkstoff muss die Therapie jedoch ein bis sechs Tage (je nach Dosierung und Art des Präparates, siehe Packungsbeilage!) konsequent erfolgen und nicht bei den ersten Anzeichen der Besserung abgesetzt werden, da sonst einzelne Pilzsporen überleben und zu einer erneuten Infektion führen können. Nur wenn ein Therapieerfolg ausbleibt oder die Infektionen immer wiederkehren, ist eine systemische Behandlung mit oral einzunehmenden Medikamenten indiziert.

Canesten®

Zur Behandlung von Scheidenpilz gibt es Präparate von Canesten®, die in der Apotheke rezeptfrei gekauft werden können.
Bei Canesten handelt es sich um eine Kombinationstherapie. Diese enthält eine Tablette und eine Creme. Die Tablette wird in die Scheide eingeführt und soll dort 72 Stunden wirken um den Pilz zu bekämpfen. Es wird empfohlen die Tablette am Abend vor dem Schlafen anzuwenden. Die Creme wird im äußeren Genitalbereich angewendet. Die Creme soll 1-3 mal täglich für mindestens 1, am besten 2 Wochen aufgetragen werden, um den Pilz erfolgreich zu behandeln.
Sowohl die Tablette als auch die Creme enthalten den Wirkstoff Clotrimazol. Dieser ist in der Regel gut verträglich. Der Vorteil von Canesten ist lediglich eine einmalige Anwendung der Tablette zur Behandlung des Scheidenpilz.

Vagisan®

Zur Therapie des Scheidenpilz gibt es ein Präparat von der Marke Vagisan®. Dies kann rezeptfrei in der Apotheke erworben werden.
Vagisan® Myko Kombi ist eine 1-Tages-Therapie bei Scheidenpilz. Es enthält ein Zäpfchen und eine Creme. Das Zäpfchen wird in die Scheide eingeführt und bekämpft dort den Pilz. Es wird empfohlen das Zäpfchen am Abend anzuwenden. Die Creme wird zur Behandlung des äußeren Genitalbereichs angewendet. Um den Juckreiz und die Schmerzen zu behandeln sollte die Creme 2 mal am Tag für mindestens eine Woche dünn aufgetragen werden. Sowohl Creme als auch Zäpfchen enthalten das Antipilzmittel Clotrimazol.

Antiseptika

Eine Alternative zu Antimykotika stellen bei der Behandlung von Vaginalpilz die sogenannten Antiseptika dar. Diese enthalten den Wirkstoff Povidon-Jod und stehen ebenfalls in verschiedenen Darreichungsformen (Cremes, Tabletten, Lösungen und Zäpfchen) zur Verfügung. Sie werden besonders dann eingesetzt, wenn die Infektion nur einen geringen Schweregrad hat und / oder sich gerade erst im Anfangsstadium befindet. Zu beachten ist, dass dieser Behandlungsweg nicht eingeschlagen werden darf, wenn bei einer Patientin ein Schilddrüsenleiden vorliegt, da das zugeführte Jod in einem solchen Fall zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann.

Welche Cremes helfen?

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten um den Scheidenpilz zu behandeln. Zur Therapie werden Antipilzmittel oder auch Antimykotika genannt, eingesetzt. Antimykotika gibt es als Zäpfchen, Cremes und Tabletten. Meist wird eine Kombination aus Creme und Zäpfchen empfohlen.
Die Creme wird für den äußeren Bereich angewendet und das Zäpfchen wird in die Scheide eingeführt. Um den Scheidenpilz erfolgreich zu behandeln, muss die Creme einen Wirkstoff gegen Hefepilze enthalten. Zu diesen Wirkstoffen zählen Clotrimazol, Miconazol und Nystatin.
Während der Schwangerschaft sollte zunächst ein Arzt aufgesucht werden, bevor eine Creme angewendet wird. Die Antipilzmittel können rezeptfrei in der Apotheke erworben werden. Der Partner sollte bei wiederkehrenden Infektionen ebenfalls mitbehandelt werden, um eine erneute Ansteckung durch Geschlechtsverkehr zu vermeiden.

Hausmittel gegen Scheidenpilz

Noch immer werden in weiten Kreisen Hausmittel wie zum Beispiel Naturjoghurt oder Buttermilch (die auf die Scheidenschleimhaut aufgetragen werden sollen), Döderlein-Präparate oder Milchsäurebazillen eingesetzt, um einen Scheidenpilz zu behandeln. Der Nutzen dieser Therapieformen ist allerdings höchst umstritten und man geht davon aus, dass die gewünschte Wirkung, wenn überhaupt, nur kurzfristig erzielt werden kann.

Mittlerweile wird die Mitbehandlung eines Partners im Rahmen einer Pilzinfektion der Scheide nicht mehr allgemein empfohlen. In Einzelfällen, wenn die Infektionen sehr häufig wiederauftreten, tendiert man jedoch immer noch dazu, den Partner ebenfalls mit Antimykotika zu behandeln, um das Risiko einer gegenseitigen Neuansteckung zu senken. Genauso wichtig ist es besonders bei Vorliegen einer vaginalen Pilzinfektion regelmäßig die Unterwäsche und Handtücher/Waschlappen zu wechseln und zu waschen, um sich nicht erneut mit den eigenen Keimen zu infizieren.

Außerdem ist es natürlich immer wichtig, eine eventuell vorliegende Grunderkrankung angemessen zu therapieren, um einen Scheidenpilz auch dauerhaft in den Griff zu kriegen.

Man sollte bei einem Scheidenpilz dann auf jeden Fall unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn eine Unsicherheit der Diagnose besteht, wenn zur gleichen Zeit eine Schwangerschaft vorliegt, wenn eine Besserung der Symptome auch nach drei Tagen konsequenter Therapie ausbleibt oder wenn die Pilzinfektionen häufig wiederkehren.

Dauer einer Scheidenpilzinfektion

Die Dauer einer Scheidenpilzinfektion ist abhängig vom Behandlungsbeginn und der Schwere und Ausbreitung der Infektion. Wird der Scheidenpilz frühzeitig und ausreichend durch sogenannte Antimykotika behandelt, sollte die Infektion nicht länger als einige Wochen andauern und ohne Folgen ausheilen. Die Behandlung einer unkomplizierten Scheidenpilzinfektion dauert etwa zwei bis sechs Tage. Sie erfolgt meist „lokal“, d.h. direkt am Ort der Infektion durch Cremes, Salben oder Zäpfchen.

Wird ein Scheidenpilz nicht oder nur unzureichend behandelt, kann es zu einer chronischen Infektion kommen, die dann länger andauert. Die Behandlung einer chronischen oder sehr starken Scheidenpilzinfektion dauert in der Regel mehrere Wochen und sollte bis zur vollständigen Ausheilung durchgeführt werden. Sie wird in den meisten Fällen „systemisch“ durchgeführt, d.h. durch Tabletten, die im gesamten Körper wirken.

Prophylaxe

Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen, die eine Frau ergreifen kann, um die Entstehung eines Scheidenpilzes weniger wahrscheinlich zu machen. Besonders wichtig ist es, auf eine zwar ausreichende, aber nicht übermäßige Intimhygiene zu achten.

Der Gebrauch von Intimsprays oder Scheidenspülungen ist zu vermeiden, stattdessen sollte die Vagina einfach mit klarem Wasser oder einer Milchsäure enthaltenden Lotion gepflegt werden. Weitere wichtige hygienische Maßnahmen zur Vorbeugung einer vaginalen Pilzinfektion sind die korrekte Reinigung nach dem Stuhlgang, das Benutzen von Kondomen beim Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner, das Verwenden eigener Klamotten bzw. Handtücher, das Ausziehen von nasser Badekleidung.

Außerdem sollte man darauf achten, leichte, „atmungsaktive“ Unterwäsche, möglichst aus Baumwolle oder Seide und nicht aus synthetischen Materialien, zu tragen, keine luftdichten Slipeinlagen zu benutzen und in den letzten Tagen der Monatsblutung entweder gar keine oder nur kleine Tampons zu benutzen.

Bei Frauen, die zu vaginalen Pilzinfektionen neigen, ist es unter Umständen ratsam, langfristig Arzneimittel zu verwenden, die Milchsäure (oder auch Döderlein-) Bakterien enthalten, um dadurch die natürliche Scheidenflora zu unterstützen. Trotz Beachten all dieser Regeln kann es allerdings trotzdem nicht ausgeschlossen werden, dass man an einer vaginalen Pilzinfektion erkrankt.

Prognose

Die Prognose von einem Scheidenpilz ist in der Regel sehr gut. Bei einer konsequenten Behandlung gestaltet sich der Verlauf fast immer als unkompliziert und die Infektion heilt wieder komplett aus. Nur bei ungefähr 5% aller betroffenen Patientinnen kommt es im Laufe ihres Lebens zu einer erneuten Infektion (Rezidiv).

Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Ein weiterer Auslöser für eine Infektion mit einem Pilz an der Scheide, können Hormonschwankungen der Frau sein. Vor allem erhöhte Östrogenspiegel können dafür verantwortlich sein. Dies ist typischerweise während der Schwangerschaft der Fall. Denn das Östrogen fördert das Wachstum der Hefepilze. Es kommt zu einer vermehrten Bildung eines Zuckers, der in der Schleimhaut der Scheide eingelagert wird. Der Zucker dient als Nahrungsquelle für den Pilz und kann sich dementsprechend schneller vermehren.
In der Regel ist die Pilzinfektion für das ungeborene Baby ungefährlich. Selten kann es zu vorzeitigen Wehen führen. Es ist allerdings wichtig den Pilz so schnell wie möglich behandeln zu lassen, so das dieser bis zur Geburt verschwunden ist.
Hat die Mutter kurz vor oder während der Geburt einen Scheidenpilz, kann dieser während des Geburtsvorganges auf das Baby übertragen werden. Die Säuglinge leiden häufiger unter einer Pilzinfektion im Mund- und Windelbereich. Für Frühgeborene und kranke Babys kann es unter Umständen lebensbedrohlich werden. Schwangere Frauen sollten bei Verdacht auf eine Scheidenpilzinfektion den behandelnden Frauenarzt aufsuchen und nicht auf eigene Faust therapieren. Der Arzt entscheidet dann über die Art und Dauer der Therapie. Auch während der Schwangerschaft ist die Anwendung von Antipilzmitteln geeignet und ungefährlich für das Baby.

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Weitere Informationen

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Für weitere Informationen können wir auch noch die Seite von Onmeda empfehlen, die viele hilfreiche Informationen zu diesem Thema zusammengetragen hat:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 09.08.2017
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