Carbimazol

Carbimazol wird bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingenommen.

Carbimazol ist ein Medikament, das bei einer Überfunktion der Schilddrüse eingesetzt wird. Eine solche Überfunktion kann unterschiedliche Auslöser haben und sich durch verschiedene Symptome äußern. Zu diesen Symptomen gehören:

Carbimazol wird als Tablette eingenommen und im Blut in den eigentlichen Wirkstoff “Thiamazol” umgewandelt. Dieses wirkt, indem es den Aufbau von neuen Schilddrüsenhormonen (Thyroxin und Triiodthyronin) hemmt. Schilddrüsenhormone sind Überträgerstoffe, durch die die Schilddrüse ihre Funktionen entfaltet. Da die Schilddrüse einen Vorrat an Hormonen speichert, setzt die Wirkung von Carbimazol erst nach 1-4 Wochen ein. Die Wirksamkeit von Carbimazol wird davon beeinflusst, wie viel Iod sich im Körper befindet: bei Iodüberschuss wirkt es schlechter, bei Iodmangel besser.

Carbimazol wird zur Gruppe der „Thyreostatika“ gezählt, was übersetzt in etwa „Hemmer der Schilddrüse“ bedeutet.
Der Einsatz von Thyreostatika – also auch von Carbimazol – kann verschiedene Ziele haben: beim Morbus Basedow, einer relativen häufigen Erkrankung des Immunsystems, die eine Überfunktion der Schilddrüse auslöst, werden Thyreostatika eingesetzt, bis sich die Erkrankung von selbst zurückbildet. Vor verschiedenen Operationen muss eine Überfunktion der Schilddrüse mithilfe von Thyreostatika behandelt werden, um Probleme während der Operation unwahrscheinlicher zu machen.

Sehr häufig werden Thyreostatika eingesetzt, um die Schwere der Symptome einer Schilddrüsen-Überfunktion zu verringern, bis diese endgültig durch eine Operation (bspw. die Entfernung der Schilddrüse oder eine Behandlung mit radioaktivem Iod) behandelt wird. Nur selten, z.B. wenn Patienten aufgrund von anderen Erkrankungen nicht operiert werden können, werden Thyreostatika als dauerhafte Behandlungsform der Schilddrüsen-Überfunktion genutzt.


Nebenwirkungen

Carbimazol kann verschiedene Nebenwirkungen auslösen.
Bei Überdosierung von Carbimazol kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse mit folgenden Symptomen kommen:

Weiterhin kann eine allergische Reaktion auf das Medikament auftreten, bei der es unter anderem zu Hautveränderungen, Fieber, Schwindel, Kopfschmerzen, Durchfall und geschwollenen Gelenken kommen kann. Die schwerste und gleichzeitig sehr seltene Nebenwirkung ist die sogenannte „Agranulozytose“, bei der die Anzahl an bestimmten Abwehrzellen im Blut vermindert ist. Die Agranulozytose führt zu Fieber, Absterben von verschiedenen Bereichen der Haut und Schleimhäuten sowie zur Anfälligkeit für Infektionskrankheiten.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Carbimazol finden Sie hier:

Alle Themen zu den verschiedenen Medikamenten unter Medikamente A-Z.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 02.10.2016
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