Chlamydieninfektion der Lunge

Einleitung

Chlamydien sind pathogene Bakterien, die man in verschiedene Untergruppen einteilen kann. Für den Menschen sind drei Stämme von Relevanz: Chlamydia trachomatis, welche das Auge und den Urogenitaltrakt befallen können und Chlamydia pneumoniae und Chlamydia psittaci, die beide die Lunge befallen. 

Der Verlauf einer Infektion durch Chlamydien kann recht unterschiedlich sein. Es können grippeähnliche Symptome und Reizhusten auftreten. In schweren Fällen kann auch eine Lungenentzündung hervorgerufen werden.

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Ursachen einer Chlamydieninfektion

Eine Chlamydieninfektion kann recht einfach durch die Luft übertragen werden. Dies trifft vor allem für die Untergruppe Chlamydia pneumoniae zu. Eine erkrankte Person braucht nur in Öffentlichkeit zu niessen und die Bakterien gelangen so in Umlauf. Weiterhin kann es auch direkt über Speichelflüssigkeit übertragen werden. 

Die Untergruppe Chlamydia psittaci kann durch Federn oder durch Kot von Vögeln übertragen werden. Vor allem Personen oder Berufsgruppen, die viel mit Vögeln zu tun haben, sollten vorsichtig sein. Eine Lungenentzündung durch dieses Bakterium wird sogar als Berufserkrankung (z.B. bei Vogelzüchtern) anerkannt.

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Übertragungsweg bei einer Lungenentzündung

Der Übertragungsweg erfolgt primär durch die Luft. Bei der Untergruppe Chlamydia pneumonia kann es zusätzlich durch Speichelflüssigkeit übertragen werden. Aus diesem Grund sollte bei einer bekannten Infektion das Trinken aus einer gemeinsamen Flasche oder auch das Küssen vermieden werden. Das Bakterium Chlamydia psittaci kann durch häufigen Kontakt zu Vögeln übertragen werden.

Eine direkte Mensch zu Mensch Übertragung, wie z.B. durch Händeschütteln, findet nicht statt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf unserer Hauptseite:Alles zum Thema Chlamydien!

Symptomen bei einer Chlamydieninfektion in der Lunge

Die Symptome einer Chlamydieninfektion können recht unterschiedlich sein. Bei einigen Patienten setzt die Erkrankung plötzlich ein und ähnelt einer Grippe. Dazu gehören Abgeschlagenheit, Fieber (bis 39 Grad), Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Reizhusten. Meist ist der Husten ohne Auswurf, also ohne Schleimbeimengung.
Es können bei Befall der Atemwege Halsschmerzen entstehen. Zudem sind die Lymphknoten im Halsbereich verdickt. In schweren Fällen kann auch eine atypische Lungenentzündung hervorgerufen werden, die sich durch Luftnot äußert. Weiterhin können die Leber und die Milz vergrößert sein (sog. Hepatosplenomegalie).

Eine Infektion mit dem Bakterium Chlamydia psittaci wird auch als Ornithose (Papageeinkrankheit) genannt. Hier können zusätzlich andere Organe, wie das Herz befallen werden. Eine Entzündung des Herzmuskels äußert sich durch Herzklopfen, Herzstolpern oder auch durch Kreislaufstörungen. Bei Befall des Gehirns können auch Bewusstseinsstörungen auftreten. Glücklicherweise treten diese Komplikationen aber selten auf. 

Eine Chlamydien Infektion kann aber auch symptomlos verlaufen. Die Betroffenen fühlen sich in diesem Fall matt und abgeschlagen.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema:

Lungenentzündung durch Chlamydien

Chlamydien lösen eine sogenannte atypische Lungenentzündung aus. Atypisch aus dem Grund, da diese Erreger selten vorkommen und sich innerhalb des Bindegewebes der Lunge weiter ausbreiten. Dies erklärt auch die untypischen Symptome der Lungenentzündung (Pneumonie). Die klassische bzw. typische Lungenentzündung entsteht recht plötzlich und führt zu hohem Fieber. Der Husten wird von einem gelblichen Schleim begleitet. Zusätzlich leiden die Betroffenen an Luftnot und versuchen dies durch eine schnellere Atmung zu kompensieren. All diese Symptome sind aber bei der atypischen Lungenentzündung schwächer ausgeprägt oder kommen teilweise gar nicht vor. Dies führt meist zu einer Verhamlosung der Erkrankung, sodass ein Arzt zu spät aufgesucht wird. Die Therapie kann sich dementsprechend schwieriger gestalten.

Eine atypische Pneumonie beginnt meist mit grippeartigen Symptomen und führt im weiteren Verlauf zu einer Verschlechterung. Es können starke Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Zusätzlich können eine Atemnot, Husten ohne Auswurf und Fieber bis zu 39 Grad vorkommen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter:Die trockene Lungenentzündung.

Krankheitsverlauf bei einer Chlamydieninfektion der Lunge

Meist beginnt die Erkrankung schleichend und verschlechtert sich über die Zeit. Neben Abgeschlagenheit und leicht erhöhten Temperaturen können Muskel- und Gliederschmerzen auftreten. Im weiteren Verlauf kann eine Lungenentzündung mit Luftnot entstehen.

Falls die Infektion immer noch nicht erkannt wird, steigt das Risiko, dass weitere Komplikationen auftreten, an. Diese wären eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder der Herzklappen (Endokarditis). Die kann zu Herzstolpern und Kreislaufstörungen führen. Weiterhin möglich ist ein Befall der Hirnhäute (Meningitis) mit Bewusstseinseintrübungen. In diesen Fällen gestaltet sich die Therapie schwieriger und eine Krankenhausaufenthalt ist indiziert. 

Bei rechtzeitiger Diagnose und adäquater Therapie heilt die Infektion aber folgenlos ab.

Informieren Sie sich hier über die Themen: Der Verlauf einer Lungenentzündung.

Was können die langfristigen Folgen sein?

Bei einem unkompliziertem Verlauf mit entsprechender Therapie heilt die Infektion folgenlos ab. In einigen seltenen Fällen entstehen Komplikationen wie eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder der Herzklappen (Endokarditis). Die Myokarditis kann chronifizieren und so zu einer Herzinsuffizienz führen. Durch die Endokarditis kann das Herz nicht richtig pumpen und es können Thrombosen (Blutgerinnsel) entstehen, die in anderen Organen zu einer Verstopfung der Gefäße führen. Beispielsweise kann die Thrombose Gefäße verstopfen, die zum Hirn hin führen und so einen Schlaganfall auslösen. Weiterhin können Chlamydien auch die Hirnhäute (Meningitis) befallen und bleibende neurologische Schäden hinterlassen.

Eine zu kurze Therapiedauer hingegen, kann dazu führen, dass nicht alle Bakterien vernichtet wurden und die Infektion erneut auftritt.

Weitere Informationen finden Sie unter:Die Folgen einer Lungenentzündung.

Dauer der Chlamydieninfektion in der Lunge

Die Dauer der Erkrankung hängt von dem Stadium der Lungenentzündung ab. Meist verläuft eine atypische Lungenentzündung milder und Patienten kommen zu spät zum Arzt. Aus diesem Grund erfolgt die antibiotische Therapie meist über zwei Wochen. In der Regel sind die Patienten danach geheilt.

Glücklicherweise treten Komplikationen selten auf und die Erkrankung heilt folgenlos ab.

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Behandlung einer Chlamydieninfektion der Lunge

Die Behandlung einer Chlamydieninfektion erfolgt durch Antibiotika. Das Antibiotikum der Wahl ist hier das Doxycyclin, welches für 10 - 21 Tage verschrieben wird. Alternativ können auch Makrolide oder Chinolone verabreicht werden. Beta Laktam Antibiotika wie Penicillin sollte auf keinen Fall genommen werden, da Chlamydien eine andere Zellstruktur aufweisen und diese Sorte von Antibiotika nicht hilft.

Weiterhin sollte ein spezieller Score (CRB-65 Score) erhoben werden, der den Schweregrad der Lungenentzündung abschätzt. Hierbei wird das Bewusstsein, die Atemfrequenz, der Blutdruck und das Alter beurteilt. Ab einem Punkt ist eine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus indiziert. Bei zwei Punkten besteht ein erhöhtes Komplikationsrisiko und ab drei Punkten sollte der Patient auf eine Intensivstation verlegt werden.

Die supportiven Behandlungsmaßnahmen sind eine Aufnahme von viel Flüssigkeit, eine Einnahme von Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) und Antitussiva (Mittel gegen Reizhusten). Bei einer Minderversorgung mit Sauerstoff kann dieser über eine Nasensonde zugeführt werden. Eine Physiotherapie kann zusätzlich zu einem besseren Verteilungsvolumen der Luft führen, wodurch die Lunge besser durchlüftet wird. Der Krankheitsverlauf kann sich so verkürzen.

Eine Lungenentzündung, die durch Chlamydien ausgelöst wird, ist in seltenen Fällen schwerwiegend. Meist reicht eine antibiotische Behandlung einer Lungenentzündung über einige Tage und eine körperliche Schonung aus.

Hier finden Sie mehr zum Thema:

Diagnose einer Chlamydieninfektion

Zunächst sollte der behandelnde Arzt die Krankengeschichte erfassen. Hierbei sollten Symptome wie Husten, Fieber und Schüttelfrost abgefragt werden. Auch die Frage ob Vögel gehalten werden, ist besonders wichtig. Bei der körperlichen Untersuchung sollte die Lunge abgehört werden und es sollte eine Vergrößerung von Leber und Milz ausgeschlossen werden. 

Falls der Verdacht besteht, kann man zur Diagnosesicherung eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) mit einer Gewebsentnahme durchführen. Im Gewebe kann man die Chlamydien DNA nachweisen. Alternativ kann man durch eine Blutentnahme versuchen den Erreger anzuzüchten (sog. Zellkultur) oder die Antikörper nachzuweisen.

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Wie ansteckend ist das?

Die Chlamydieninfektion ist relativ selten und nicht hoch ansteckend wie andere Bakterien. Allerdings sollte der Kontakt zu erkrankten Personen vermieden werden, da sich das Bakterium auch in der Luft ausbreiten kann. Ein Niessen genügt um die Bakterien aus den Atemwegen freizusetzen. Direkter Kontakt mit infektiösem Speichel  sollte auf jeden Fall vermieden werden, da hier das höchste Ansteckungsrisiko besteht. Also das Trinken aus einer gemeinsamen Flasche oder auch das Küssen gilt als Tabu.

Weiterhin sollte man bei Kontakt zu Vögeln Vorsicht walten lassen. Falls viele Vögel schwer krank sind, sollte man einen Tierarzt verständigen, der sich um die Diagnose und die Behandlung kümmert. Bis dahin sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden.

Erfahren Sie mehr dazu unter: Wie ansteckend ist eine Lungenentzündung?

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 03.07.2019 - Letzte Änderung: 11.08.2021
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