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Cordarex®

Synonyme

Amiodaron

Einleitung

Cordarex® gehört nach Vaughan-Williams zur Grupper der Klasse – III- Antiarryhtmika (Kaliumkanalblocker) und findet seinen Einsatz bei Herzrhythmusstörungen. Die elektrische Herzaktion entsteht im Sinusknoten (befindet sich bei den Herzvorhöfen), indem sich an den Herzzellen (Herz) bestimmte Kanäle für die Ionen Natrium, Kalium und Kalzium zu bestimmten Zeitpunkten öffnen und schließen. Zuerst öffnen sich die Natriumkanäle, die Zelle depolarisiert. Es folgt ein Calciumeinstrom (Plateauphase). Danach sorgt ein Kalium-Auswärtsstrom für eine Rückbildung der elektrischen Erregung (Repolarisation). Nach vollständiger Rückbildung kann nun die Zelle wieder neu erregt werden. Während der Erregungsrückbildung sind die Zellen eine Zeit lang nicht bzw. schwerer erregbar (absolute und relative Refraktärphase). Der in Cordarex® enthaltene Wirkstoff Amiodaron sorgt an Herzzellen hauptsächlich für eine Blockade von Kaliumkanälen.


Wirkungsweise

Der Hauptwirkort des Cordarex® sind die Zellen in den Herzvorhöfen, welche für die Bildung und Weiterleitung der elektrischen Aktivität verantwortlich sind. Durch eine Hemmung des Kalium-Auswärtsstroms wird die Erregungsrückbildung verzögert. Eine neue Erregung kann jetzt erst später einsetzen (verlängerte Refraktärphase). Neben den Kaliumkanälen werden aber auch Natrium- und Calciumkanäle blockiert. Das bedeutet, dass es auch länger dauert, bis sich eine neue Erregung ausbilden kann (langsamere Depolarisation). Die Folge ist eine verlangsamte Herzfrequenz. Zudem wird die Weiterleitung der elektrischen Aktivität (zum AV-Knoten) reduziert.

Anwendung

Cordarex® ist ein sehr effektives Medikament. Es wird angewandt, wenn andere Antiarrhythmika (Medimante Herzrhythmusstörungen) nicht mehr wirken oder gegeben werden können. Es findet Anwendung bei schweren Rhythmusstörungen, welche die Herzkammern betreffen (ventrikuläre Herzrhythmusstörungen) und bei kreisenden Erregungen. Zunehmende Bedeutung findet der Einsatz bei therapieresistentem Vorhofflattern bzw. Vorhofflimmern. Mit Einschränkungen kann das Medikament auch bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) eingesetzt werden.

Pharmakokinetik

Cordarex wird meist als Tablette verabreicht. In manchen Fällen kann aber auch die Gabe über eine Infusion angezeigt sein. Da es relativ schlecht wasserlöslich ist, bindet es im Blut an Eiweiße, durch die es transportiert wird. Amiodaron reichert sich in den Zellen an. Deshalb ist die Abbaugeschwindigkeit sehr lange (Eliminationshalbwertszeit bis zu 100 Tage). Trotz der hohen Effiktivität des Wirkstoffes Amiodaron sollte das Medikament wegen den relativ häufigen und starken Nebenwirkungen, vor allem bei längerer Therapie, nur angewandt werden, wenn andere Therapieoptionen versagen.

Dosierung

Die Therapie startet mit einer Gabe hoher Dosen (600 – 1000 mg pro Tag) über acht bis zehn Tage. Danach folgt die Erhaltungsdosis von 100 – 200 mg pro Tag. Nach fünf Tagen wird eine zweitägige Pause eingelegt. In der Akuttherapie kann auch eine Infusionstherapie eingeleitet werden. Ständige EKG-Kontrollen sind obligat.

Nebenwirkungen

Amiodaron (Cordarex) kann mit Fetten (Phospholipiden) interagieren und Komplexe bilden. Diese lagern sich dann z.B. in der Hornhaut (Cornea) des Auges ab und vermindern das Sehvermögen. Weitere Ablagerungen findet man häufig in der Lunge (Lungenfibrose) oder der Leber (Leberfibrose). Auch Herzklappen können betroffen sein. Die Haut kann mit einer erhöhten Empfindlichkeit auf Licht reagieren. Vor Beginn und während der Therapie muss die Funktion der Schilddrüse eingehend geprüft werden. Die in Cordarex® bzw. dem Wirkstoff Amiodaron enthaltenen Iodatome können zu Störungen der Schilddrüsenfunktion führen. Sowohl Unter- als auch Überfunktionen werden beobachtet. Zu beachten ist auch, dass alle Antiarrhythmika selbst wiederum Herzrhythmusstörungen auslösen können (proarrythmogen).

Kontraindikationen

Kontraindiziert ist Cordarex® bei zu langsamen Herzschlag (Sinus-Bradykardie), bei Störungen der Erregungsweiterleitung (AV-Block) und bei Kaliummangel (Hypokaliämie).

Arzneimittelinteraktionen

Arzneimittelinteraktionen können auftreten bei gleichzeitiger Gabe von Betablockern, Acetylsalicylsäure (ASS 100, Aspirin®), Statinen, Phenytoin und Phenprocoumon. Die Wirkung dieser Arzneimittel kann durch Cordarex® verstärkt werden, weil die Substanz die Aktivität bestimmter Enzyme (CYP2C8/9, 2D6) erhöht. Die Dosis des Cordarex® muss dann vermindert werden.

Amiodaron selbst wird in der Leber durch ein Enyzm mit dem Namen CYP2A4 verstoffwechselt. Bestimmte Medikamente wie Simvastatin oder Azol-Antimykotika hemmen das Enzym, die Wirkung von Amiodaron wird geschwächt.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu Cordarex finden Sie unter:

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.04.2018
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