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Entzündung eines Muttermals

Allgemeines

Der Begriff Muttermal ist ein Synonym für den Fachbegriff Nävus. Damit sind gutartige Wucherungen der Haut gemeint, die unterschiedliche Zellarten umfassen. Das können pigmentbildende Zellen, Talgdrüsenzellen oder Blutgefäßzellen sein. Der Nävus muss nicht zwangsläufig braun sein und kann in der Form und Erhabenheit variieren. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Nävi, die sich in ihrer Zellzusammensetzung unterscheiden.

Im Allgemeinen meint man mit dem Begriff „Muttermal“ oder „Leberfleck“ gutartige Pigmentzellnävi, die rötlich bis braun pigmentiert sind und unterschiedlich geformt sein können. Es gibt gewisse Kriterien, die zur Beurteilung der Qualität (Handelt es sich um einen gutartigen oder einen tendenziell bösartigen Leberfleck?) helfen können. Anhand dieser sogenannte ABCDE-Regel (s. u.) kann man selbst seine Muttermale kontrollieren vor dem Spiegel kontrollieren und so bei auffälligen Veränderungen frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Der Hautarzt schaut sich dann in einer sogenannten Screening-Untersuchung von Kopf bis Fuß alle Muttermale genau an und dokumentiert Veränderungen. Dies ist eine sehr wichtige Form von Krebsvorsorge. Der folgende Artikel befasst sich im Genauen mit entzündlichen Veränderungen und Prozessen an Muttermalen und wie man diese erkennt.

Ist die Entzündung gefährlich?

Entzündungen können unterschiedliche Ursachen haben. Sie können im Rahmen bakterieller Infektionen auftreten, beispielsweise bei Verletzungen der Haut, oder aber auch ihren Ursprung im Inneren unserer Haut haben. Daurch das Aufkratzen eines Muttermals, so dass es mitunter sogar blutet, ist die Eintrittspforte für Keime jeglicher Art. Das können Hautkeime sein, aber auch andere Bakterien, die sich beispielsweise in verunreinigten Wunden anreichern können.
Entzündungen erkennt man an den klassischen Entzündungszeichen. Diese fünf klassischen Zeichen der Entzündung charakterisieren die Symptome näher. Entzündete Areale sind gerötet (Rubor), geschwollen (Tumor), schmerzen (Dolor), sind warm (Calor) und mitunter in ihrer Funktion eingeschränkt (Functio laesa). Muttermale können sich genauso entzünden wie andere Hautareale auch.

Ob die Entzündung eines Muttermals gefährlich ist hängt davon ab, wo sich das Muttermal befindet und welche Keime für die Entzündung verantwortlich sind. Kommt es zu zum Beispiel zu einer Verschleppung der Keime in die Blutbahn kann das für die Betroffenen schwere Folgen haben.

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Ist ein entzündetes Muttermal ein Anzeichen für Krebs?

Generell kann man zwei große Gruppen von Hautkrebs unterscheiden.

Den weißen Hautkrebs und den schwarzen Hautkrebs.

Der weiße Hautkrebs ist das sogenannte Basaliom. Das Basaliom entsteht durch über die Lebenszeit häufige und hohe Sonneneinstrahlung, zum Beispiel beim Sonnen ohne Sonnencreme über mehrere Jahre.

Es zählt zu den gutartigen Hautveränderungen, kann aber in wenigen Fällen auch streuen. Das Basaliom präsentiert sich häufig im Gesicht in Form von einer verkrustenden, über Wochen nicht heilenden Wunde.

Das Basaliom tritt gehäuft bei hellhäufigen Frauen auf. Die Therapie des Basalioms besteht in der vollständigen Entfernung. Der schwarze Hautkrebs ist das Melanom. Das Melanom ist ein bösartiger Tumor mit einem hohen Risiko zu streuen. Oft bleibt das Melanom unbemerkt und wird erst durch Metastasenbildung, oft im Gehirn oder in der Lunge, bemerkt.

Muttermale haben ein höheres Risiko zu entarten als andere Stellen der Haut. Ein entzündetes Muttermal kann für einen entarteten Prozess sprechen, muss aber nicht. Oft ist ein entzündetes Muttermal auch durch eine einfache Infektion bedingt. Aufgrund des erhöhten Entartungsrisikos sollte bei der Entzündung eines Muttermals grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann entscheiden, ob die Entzündung durch Bakterien bedingt ist, oder ob das Muttermal entartet ist.

Je nach Befund kann die Entzündung therapiert werden. Das Weitern empfiehlt sich die Begutachtung aller Muttermale in der jährlichen Kontrolle beim Hautarzt. Dieses gehört zu der Krebsvorsorge und hilft, Entartungen und Neubildungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Besonders beobachtet werden müssen Muttermale, die von Geburt an vorhanden sind. Diese haben eine längere Zeit zu wachsen und bieten so ein höheres Risiko, zu entarten. Findet der Kinderarzt in der U1, U2 oder U3 ein Muttermal, sollte dieses lebenslang vom Hautarzt beobachtet werden.

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Was heißt es, wenn des Muttermal gerötet ist?

Auch ein gerötetes Muttermal kann auf eine Entzündung hindeuten. Auch hier muss bei Veränderungen des Muttermals an eine Entartung gedacht werden.

Wie unterscheide ich ein entzündetes Muttermal von einem Pickel?

Ein Muttermal ist in der Regel gefärbt. Hierbei gibt es verschiedene Farben eines Muttermals, in der Regel sind diese braun.

Ein Pickel hingegen hat meistens die Farbe der umliegenden Haut oder ist gerötet. Dazu kommt bei einer Pickelbildung meist Eiter. Meistens ist ein Pickel eine neu auftretende Struktur, die meist über Nacht auftritt und druckempfindlich ist.

Ein Muttermal hingegen wächst langsam und wird eher bemerkt. Das Muttermal unterscheidet sich von einem Pickel meist in der Farbe und Form. Bei der Entzündung eines Muttermals kommt es ebenfalls zu Schwellung und Rötung.

Hier ist aber noch die ursprüngliche Farbe des Muttermals erhalten. Bei Zweifeln, ob es sich um ein Muttermal oder einen Pickel handelt sollte ein Hautarzt aufgesucht werden.

Muttermal ist geschwollen, was steckt dahinter?

Hinter einem geschwollenen Muttermal kann ebenfalls eine Entzündung stecken. Muttermale sind jedoch gefährdeter als andere Hautpartien, zu entarten. Daher sollte jedes Muttermal, was sich verändert, kontrolliert werden. Zur Krebsvorsorge gehört die jährliche Kontrolle sämtlicher Muttermale am gesamten Körper.

Schmerzendes Muttermal - was steckt dahinter?

Ein Muttermal kann bei einer Entzündung schmerzen. Die Entzündung bewirkt neben den Schmerzen oft eine Schwellung und Rötung an der betroffenen Stelle.

Bei Veränderung, Rötung oder Schmerzen an einem Muttermal sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Die Entzündung sollte mit lokalen Antiseptika behandelt werden, um ein Verbreiten der Keime in die Blutbahn zu verhindern.

Hier kann es andernfalls zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Hinter dem schmerzenden Muttermal kann auch ein bösartiger Prozess stecken. Dieses ist nicht häufig der Fall, muss aber bei der Differentialdiagnostik immer mit bedacht werden. Bestehen diesbezüglich Zweifel, muss vom Hausarzt zur Absicherung eine Biopsie genommen werden.

Was sollte man tun, wenn das Muttermal eitert?

Auch das eiternde Muttermal ist meistens Ausdruck eines entzündeten Muttermals. Der Eiter besteht aus weißen Blutzellen, die die Keime in der Wunde eliminieren. Wichtig ist, dass auf keinen Fall an dem Muttermal manipuliert werden sollte. Das heißt, es sollte nicht versucht werden, den Eiter auszudrücken.

Bei einem eiternden Muttermal sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt sollte den Eiter entfernen. Es kann daraufhin mit lokalen Antiseptika therapiert werden. Die Gefahr bei einem eiternden Muttermal ist der Übergang der Erreger in die Blutbahn. Das sollte durch frühzeitige Behandlung der Infektion vermieden werden. Meistens handelt es sich bei entzündenden Hautstrukturen um den Erreger Staphylokokkus Aureus. Geht dieser in die Blutbahn über, kann eine Sepsis (Blutvergiftung) drohen.

Was sollte man bei einer Entzündung nach einer Muttermalentfernung tun?

Eine Entzündung nach Muttermalentfernung tritt auf durch eine Infektion der daraus entstehenden Narbe. Bei einer Infektion der Wunde sollte der operierende Arzt aufgesucht werden. Meistens kann die Wunde mit lokalen Antiseptika therapiert werden, sodass die Keime in der Wunde abgetötet werden.

Breitet sich die Infektion in tiefere Hautschiten aus, sollte eine antibiotische Therapie in Erwägung gezogen werden. Einer Infektion kann vorgebeugt werden, indem die Wunde nach der Entfernung des Muttermals gut mit einem Pflaster abgedeckt wird und kein Wasser an die Wunde gerät. Außerdem sollte das Pflaster nur mit sauberen Händen gewechselt werden.

ABCDE-Regeln zur Beurteilung eines Muttermals

Die ABCDE-Regeln dienen wie weiter oben beschrieben der Beurteilung eines Muttermales (siehe dazu: Muttermal). Anhand dieser Kriterien, kann man feststellen, ob sich das Muttermal verändert hat und es näher beschreiben. So entgeht einem eine Entzündung in der Regel auch nicht. Entzündete Muttermale fallen den Kriterien dieser Regeln zufolge auf. Sie verändern sich in ihrer Form und Erhabenheit, indem sie oft angeschwollen sind, und auch ihre Farbe kann sich verändern, beispielsweise werden sie rötlich. Außerdem schmerzen entzündete Muttermale und können sogar bluten oder eitrige Sekrete absondern. Eiterbildung deutet auf eine bakterielle Besiedlung hin.

Ursachen

1. Verletzungen

Entzündliche Prozesse an Muttermalen können auf eine beobachtungswürdige oder eine bösartige Veränderung hinweisen. Das muss jedoch nicht unbedingt der Fall sein. Die Entzündung kann schlicht und einfach durch kleine Risse in der Haut, die beispielsweise durch das Kratzen entstehen, bedingt sein. Durch die feinen Risse dringen Keime ein und das Gewebe entzündet sich.

2. Follikulitis (Haarwurzelentzündung)

Auch ein Haar kann die Ursache für ein entzündetes Muttermal sein. Aus manchen Muttermalen wachsen Haare oder anders formuliert: Dort wo ein Haar wächst, kann sich auch ein Muttermal befinden. Eine Entzündung der Wurzel dieses Haars liegt unmittelbar am Muttermal und kann so eine Ursache sein. Haarwurzelentzündungen entstehen zwar bevorzugt an sehr behaarten Stellen, beispielsweise an der Kopfhaut oder der männlichen Brust, können jedoch auch isoliert vorkommen, sodass auch Muttermale mit einem Haar betroffen sein können.

Der Keim, der diese Entzündung hervorruft, ist Staphylokokkus aureus. Es handelt sich dabei um einen Hautkeim. Eine solche Haarbalgsentzündung ist schmerzhaft. Das Drücken auf die entzündete Stelle verstärkt die Schmerzen zusätzlich. In der Regel heilen solche leichten Entzündungen ohne Komplikationen aus. Zur Therapie kann ein Antiseptikum lokal aufgetragen werden. Ein solches Antiseptikum ist beispielsweise Chlorhexidin. Antiseptika töten Erreger ab und können so zur topischen Therapie angewendet werden. Wenn die Entzündung des Muttermals beziehungsweise des Haarbalgs auf das umliegende Gewebe übergreift, können Karbunkel und Furunkel entstehen. Dies sind Formen von Abszessen. Sie können einer antibiotischen Therapie bedürfen. In der Regel heilen jedoch solche Entzündungen wie gesagt narbenlos und ohne Komplikationen gut ab. Äußerlich ist das Muttermal geschwollen und es kann gelblich erscheinen.

3. Entartete oder potenziell entartende Veränderungen eines Muttermals

Muttermale bestehen meist aus einer Ansammlung von Pigmentzellen, sogenannten Melanozyten. Wie bereits weiter oben erwähnt sind auch andere Zelltypen, beispielsweise Talgdrüsenzellen, an ihrer Bildung beteiligt. In der Regel sind Muttermale gutartige Wucherungen der Haut. Manche von ihnen können sich jedoch verändern. Es kann dann die Gefahr bestehen, dass sich bösartige (maligne) Wucherungen aus ihnen entwickeln, aus denen letztendlich Hautkrebs entsteht.

Es gibt Zeichen, die für eine bedenkliche Veränderung sprechen, was jedoch noch keinesfalls bedeutet, dass bereits eine Krebserkrankung vorliegt. Solche Veränderungen äußern sich auch in Merkmalen einer Entzündung. Die beste Art und Weise, solch eine potenziell maligne Veränderung nicht zu übersehen, ist seine Muttermale regelmäßig nach den ABDCE-Regeln zu kontrollieren. Bedenkliche Veränderungen können Farbveränderungen und eine unregelmäßige Färbung, bspw. Rötungen, sein. Darüber hinaus können solche Muttermale schmerzen oder sogar bluten. Auch ein Wachstum oder eine Schwellung sollten beobachtet werden. Unregelmäßige oder asymmetrische Formen gehören ebenfalls zu eher beobachtungswürdigen Dingen. Auf der Oberfläche solcher Muttermale kann sich mitunter auch Schorf bilden. Schorf ist geronnenes Exsudat. Bei letzterem handelt es sich um entzündlich bedingte Absonderungen des Gewebes.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass einige eher maligne Veränderungen von Muttermalen entzündlicher Natur sind. Das bedeutet umgekehrt jedoch nicht, dass jedes maligne Muttermal Entzündungszeichen aufweist. Es bedeutet ferner auch nicht, dass jede Entzündung unbedingt ein Anzeichen für eine maligne Veränderung ist. Man sollte jedoch, wenn man solche Veränderungen an sich bemerkt, einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Sollte es sich um eine bedenkliche Entwicklung handeln, wird der Arzt das Muttermal chirurgisch entfernen (siehe dazu auch: Entfernung eines Muttermals). Das Ziel ist es eine Metastasierung, sprich ein Streuen des Krebses, frühzeitig zu verhindern, beziehungsweise die Entstehung des Krebses zu verhindern. Abgesehen von der Eigeninspektion daheim, bieten die gesetzlichen Krankenkassen seit 2008 eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung, das Hautkrebs-Screening, an. Berechtigt dies in Anspruch zu nehmen sind alle gesetzlich Versicherten ab dem 35. Lebensjahr. Die Untersuchung wird alle 2 Jahre vom Haus- oder Hautarzt durchgeführt. Dabei werden alle Muttermale von Kopf bis Fuß inspiziert und beurteilt.

4. Reibung

Durch Reibung kann das Muttermal gereizt werden. Hier kann eine Rötung und eine Schwellung entstehen, jedoch ohne Entzündungsreaktion. Diese Hauterscheinungen gehen meist nach einem Tag wieder zurück. Sie sind lediglich Ausdruck einer Mehrdurchblutung durch den entstandenen Reiz.

Zusammenfassung

Entzündungen von Muttermalen können unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen können Erreger, beispielsweise Hautkeime, durch kleinste Risse und Wunden, die etwa durch das Kratzen entstehen können, in das Innere des Muttermals gelangen und dort eine Entzündung verursachen. Im Allgemeinen äußert sich solche eine Entzündung durch eine Schwellung und Rötung des Muttermals, welche schmerzhaft sein können. Eine weitere Ursache ist eine Haarwurzelentzündung (Follikulitis). Das Muttermal kann durch eitrige Ansammlungen auch weißlich erscheinen. Die Follikulitis heilt in der Regel komplikationslos ab. Lokal können Antiseptika zur Therapie aufgetragen werden. Letztendlich können entzündliche Veränderungen auch auf eine maligne (bösartige) Entwicklung hindeuten. Die ABCDE-Regeln können dabei helfen, seine Muttermale auf solche Veränderungen gezielt abzusuchen, sodass frühzeitig bei Verdacht auf eine bedenkliche Entwicklung ein Arzt aufgesucht werden kann. Sollte sich der Verdacht erhärten, wird das betroffene Muttermal in der Regel entfernt.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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