Hautveränderungen im Gesicht

Definition

Bei Hautveränderungen im Gesicht kann es sich wie an allen anderen Stellen des Körpers um Flecken, Eiterpusteln, Narben, Bläschen, Quaddeln, Knötchen, Geschwüre, Krusten oder Schuppen unterschiedlicher Größe, Farbe, Form und Verteilung handeln. Je nach Aussehen der Hautveränderung lässt sich oft schon eine Verdachtsdiagnose stellen.

Allgemeines

Da das Gesicht der Teil eines Menschen ist, der am häufigsten sichtbar ist, so fallen Hautveränderungen des Gesichtes am zeitigsten dem Betroffenen selbst oder seinem Umfeld auf. Handelt es sich um bleibende oder deutlich auffallende Veränderungen, so entwickelt sich beim Betroffenen auch rasch Scham. Das Gesicht ist jedoch auch das Körperareal, das den meisten Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, beispielsweise UV-Licht. Allergene, Gifte und Krankheitserreger nutzen Teile des Gesichts (Nase, Mund) als Eintrittspforte in den Körper. Somit ist das Gesicht auch der anfälligste Teil für Hautveränderungen.

Symptome

Die Beschwerden bei Hautveränderungen des Gesichts können sehr unterschiedlich sein. Meist handelt es sich um sicht-, teilweise um tastbare Veränderungen. Begleitend können Fieber, Juckreiz, Schmerzen und Krankheitsgefühl auftreten.

Ursachen

Geht mit den Veränderungen Fieber einher, so liegt meist eine Infektion mit Viren oder Bakterien vor. Tritt ein Ausschlag im Zusammenhang mit einem neuen Medikament auf, so liegt ein Arzneimittelausschlag nahe. Wenn es sich um trockene, gerötete und juckende Stellen handelt, die chronisch vorliegen, so kann es sich um eine Neurodermitis handeln. Verändern sich Leberflecken in Größe und Farbe, jucken oder bluten sie, so kann ein schwarzer Hauttumor dahinter stecken! Der Betroffene muss sich umgehend beim Hautarzt vorstellen.

Abbildung Hautveränderungen

Hautveränderungen
Effloreszenzen
A - Primäreffloreszenzen
(Durch eine Hautkrankheit
hervorgerufen)

  1. Makula (Fleck)
  2. Papula
    (Papel, Knötchen) <0,5 cm
    Nodus (wie Papula) 0,5 - 1 cm
  3. Urtica (Quaddel)
  4. Vesicula (Bläschen)
  5. Bulla (Blase)
  6. Pustula (Pustel)
    B - Sekundäreffloreszenzen
    (Aus A oder durch Schädigung
    der Haut)
  7. Squama (Schuppe)
  8. Crusta (Kruste)
  9. Cicatrix (Narbe)
  10. Rhagade (Schrunde, Spaltförmiger Riss)
  11. Erosion (Abschürfung)
  12. Excoratio (Defekt bis in die Dermis)
  13. Ulkus (Geschwulst)
  14. Atrophie (Gewebeschwund)

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Diagnose

Infektionen durch Viren

  • Lippenherpes: Lippenherpes erkennt man typischerweise an juckenden Bläschen um die Mundregion, die aufgehen und Krusten bilden. Der Bläscheninhalt ist für Personen, die noch nie mit Herpesviren Kontakt hatten, ansteckend.

  • Windpocken: treten meist im Kindesalter auf. Man sieht ein buntes Bild aus Bläschen, roten Flecken und Krusten. Windpocken gehen oft mit Juckreiz einher. Windpocken können auch nach Jahrzehnten wieder auftreten und sich dann im Erwachsenenalter als Gürtelrose präsentieren.

  • Warzen: sie entstehen über Wochen bis Monate und machen meist keine bis geringe Beschwerden. Neben dem Gesicht treten sie auch häufig an Händen und Füßen auf.

Infektionen durch Bakterien

  • Impetigo contagiosa: Diese ansteckende Erkrankung kommt v.a. bei Kindern vor und zeigt sich durch Bläschen, die in Eiterpusteln übergehen. Platzen die Eiterpusteln auf, so bilden sich honiggelbe Krusten.

  • Scharlach: kommt v.a. im Kindesalter vor. Fieber, Mandelentzündung und Ausschlag treten auf.

Lichtschäden

  • Sonnenbrand: der typische Sonnenbrand erreicht erst einige Stunden nach dem Sonnenbad sein Maximum. Rötung und Schmerzen gehen je nach Grad des Sonnenbrandes über in eine Schuppung der Haut.

  • Sonnenallergie: meist im Frühjahr auftretender Hautausschlag nach übermäßiger UV-Licht-Bestrahlung.

Chemische Schäden

  • Arzneimittelausschlag: sofort nach Medikamenteneinnahme, meist jedoch erst einige Tage später, treten im Gesicht um am Körper rote Flecken und Knötchen auf.

Allergien

  • Neurodermitis: chronische Hautkrankheit, die meist schon im Säuglingsalter beginnt und außer dem Gesicht vor allem die Gelenkbeugen befällt.

  • Nesselsucht: die Nesselsucht ist eine akut auftretende Allergie verschiedenster Ursachen. Es bilden sich juckende Quaddeln.

  • Ekzem: zunächst eine Hautrötung und –schuppung, später Vergröberung der Hautstruktur.

Andere

  • Tumore wachsen langsam über Wochen und Monate. Sie sind meist symptomarm. Oft ist lediglich ein veränderter Leberfleck oder ein wachsendes blasses Knötchen, im Falle des weißen Hautkrebses, der Fall.

  • Akne: tritt meist in der Pubertät auf. Eiterpusteln, Knötchen und Mitesser entstehen an den talgreichsten Stellen – der sogenannten T-Zone (Kinn, Nase, Stirn, Rücken).

  • Teleangiektasien = Erweiterung der feinsten Hautgefäße, zartrotes Netz.

Altersbedingte Veränderungen: Falten, trockene Haut, Altersflecken oder Alterswarzen können auftreten.

Therapie

Je nach zugrunde liegender Ursache wird eine wirksame Therapie gewählt. Bei Infektionen kommen Antibiotika, Virustatika und Antipilzmittel zum Einsatz. Beim Arzneimittelausschlag sollte das Medikament umgehend abgesetzt und notiert werden, damit eine erneute versehentliche Einnahme zum späteren Zeitpunkt vermieden werden kann. Bei allergischen Ausschlägen versucht man, das auslösende Allergen ausfindig zu machen. Dies gelingt häufig nicht, sodass lediglich antiallergische Medikamente gegen die Symptome verabreicht werden. Akne wird mit konsequenter Hauthygiene, kosmetischer Reinigung und unter Umständen mit antibiotikahaltigen Cremes behandelt. Bei Hauttumoren hängt von Art und Fortschritt des Krebses ab, ob operiert wird, bestrahlt oder Medikamente verabreicht werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 26.01.2018
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