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Die nächtlichen Hitzewallungen

Was sind Hitzewallungen in der Nacht?

Unter Hitzewallungen versteht man ein meist episodisch einsetzendes Hitzegefühl, welches sich häufig mit gleichzeitig vermehrtem Schwitzen, Erröten der Haut und einem schnellen Herzschlag äußert. Rein definitionsgemäß sprechen Fachleute erst von Hitzewallungen, wenn keine äußeren, veränderbaren Ursachen wie zu dicke Kleidung oder zu warme Raumtemperatur im Schlafzimmer als Ursache gefunden werden können und die Betroffenen sehr unter der Symptomatik leiden.

Um von Hitzewallungen in der Nacht reden zu können, müssen diese ungefähr in einem Zeitrahmen von 22 Uhr bis 6 Uhr (normale Schlafenszeit) auftreten.

Die Ursachen

Die Ursachen von Hitzewallungen in der Nacht können sehr vielfältig sein, wobei die meisten eher banal sind und somit nicht wirklich als Ursachen für Hitzewallungen zählen. So ist es meistens eine zu dicke Bettdecke in den Übergangszeiten, eine zu warme Raumtemperatur im Schlafraum oder unangemessene Kleidung, die für das subjektive Hitzegefühl sorgen.

Recht typisch sind nächtliche Hitzewallungen bei infektiösen Erkrankungen, wobei nicht selten auch die zur Heilung eingesetzten Medikamente das Hitzegefühl als Nebenwirkung auslösen können. Bei Frauen ist oft die hormonelle Umstellung im Rahmen der Wechseljahre die Ursache. Im schlimmsten Fall können sie jedoch auch auf eine Tumorerkrankung hinweisen.

Informieren Sie sich hier zum Thema: Die Ursachen von Hitzewallungen.

Die Wechseljahre als Ursache

Die Wechseljahre bezeichnen bei einer Frau den Übergang der fruchtbaren Phase in die unfruchtbare. Medizinisch betrachtet bedeutet dies, dass es sich um den Zeitraum handelt, in dem der Eierstock seine Funktion langsam einstellt und die Frau somit immer seltener einen Eisprung bekommt.

Mit der abnehmenden Funktion verändert sich auch das hormonelle Gleichgewicht der weiblichen Geschlechtshormone und es kommt zu einem Mangel des Hormons „Östrogen“. Dies kann dafür sorgen, dass Frauen unter Hitzewallungen leiden.

Erfahren sie hier mehr zum Thema: Die Wechseljahre.

Der Bluthochdruck als Ursache

Bluthochdruck ist keine klassische Ursache für nächtliche Hitzewallungen. Rein theoretisch ist jedoch denkbar, dass er Hitzewallungen verursachen kann. Steigt der Blutdruck nämlich an und erreicht „Blutdruckspitzen“ wird als Gegenregulation vom Körper sowohl die Ausscheidung über die Niere aktiviert als auch die Durchblutung in den Gefäßen gesteigert. Dabei kann die vermehrte Durchblutung ein Hitzegefühl verursachen und zu einer Rötung von Gesicht und Hals führen.

Tritt ein vermehrtes Schwitzen zusätzlich auf, spricht dies schon für eine Kreislaufdysregulation, welche meist einer medikamentösen Behandlung bedarf.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Der Bluthochdruck.

Das Tamoxifen als Ursache

Tamoxifen ist ein Medikament, welches in der Therapie von hormonaktivem Brustkrebs eingesetzt wird. Genau genommen bedeutet dies, dass Tamoxifen zur Anwendung kommt, wenn der Brustkrebs ein östrogenabhängiges Wachstum aufweist. Es ist nämlich ein Medikament, was die Bindungsstellen des weiblichen Hormons „Östrogen“ an der Brust besetzt und somit ein Wachstum des Tumors verhindert.

Es wirkt jedoch auch an den Bindungsstellen des Östrogens an der Gebärmutter, wobei es hier nicht blockierend sondern fördernd wirkt. Die dadurch hervorgerufenen Hormonveränderungen machen sehr oft als Nebenwirkung Hitzewallungen.

Mehr Informationen finden Sie unter: Das Tamoxifen.

Hitzewallungen nachts beim Mann - Was können die Ursachen sein?

Nächtliche Hitzewallungen beim Mann deuten leider oft auf eine ernstzunehmende Grunderkrankung hin, wenn äußere Faktoren ausgeschlossen werden können. Um welche es sich dabei genau handelt, kann nicht genau gesagt werden. Von einer infektiösen Erkrankung wie beispielsweise der Tuberkulose oder einer rheumatoiden Arthritis ist alles denkbar. Hier bedarf es immer einer Abklärung im Einzelfall.

Nicht selten sind sie jedoch auch ein Hinweis auf eine bösartige Tumorerkrankung, die oft mit weiteren Symptomen wie Fieber und Gewichtsverlust (sog. B-Symptomatik) auftritt.

Hitzewallungen nachts bei einer jungen Frau - Was können die Ursachen sein?

Wenn junge Frauen unter Hitzewallungen in der Nacht leiden, kommen mehrere Ursachen in Frage. Nicht selten sorgt der weibliche Zyklus kurz nach dem Eisprung für einen Anstieg der Körpertemperatur durch eine Verschiebung der weiblichen Hormonkonzentrationen. Betroffene Frauen mit einem guten Körpergefühl empfinden dies dann als Hitzewallung in der Nacht und nicht selten auch tagsüber.

Treten weitere Symptome wie Fieber auf, kann es sich aber auch um eine entzündliche Erkrankung handeln. Bei zusätzlichem Gewichtsverlust muss ein Tumorleiden ausgeschlossen werden.

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren: Die Hitzewallungen ohne Wechseljahre.

Die Hitzewallungen vor der Periode

Ein nächtliches Hitzegefühl ist nichts Ungewöhnliches vor der monatlichen Regelblutung. Dies begründet sich dadurch, dass die Periode eine sogenannte „Abbruchsblutung“ aufgrund von hormonellen Veränderungen ist. Wird nach dem Eisprung die Eizelle nämlich nicht befruchtet, fehlen die „Schwangerschaftshormone“ um die hochaufgebaute Schleimhaut in der Gebärmutter aufrechtzuerhalten und es kommt zum Abbluten jener Schleimhaut. Genau der damit verbundene hormonelle Übergang sorgt für ein Ansteigen der Körpertemperatur.

Gerade junge Frauen, die ihre ersten Regelblutungen haben, leiden dabei unter Hitzeempfindungen, da sich der Zyklus noch nicht richtig eingestellt hat und die Hormonschwankungen meist noch ausgeprägter sind.

Die Hitzewallungen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sind nächtliche Hitzewallungen eher untypisch. Man kann sie sich aber dadurch erklären, dass das Schwangerschaftshormon „Progesteron“ einen Anstieg der Körpertemperatur bewirkt. Ehrlich gesagt handelt es sich jedoch nur um eine geringe Anhebung der Körpertemperatur von circa 0,2 Grad Celsius, was die Schwangeren meist gar nicht bewusst bemerken.

Ein anderer Erklärungsansatz ist der erhöhte Stoffwechsel während der Schwangerschaft, welcher auch nachts im Vergleich zu Nicht-Schwangeren leicht erhöht ist.

Die begleitenden Symptome

Weitere begleitende Symptome von nächtlichen Hitzewallungen können je nach Ursache sehr vielfältig sein. Häufig verspüren Betroffene neben dem Hitzegefühl einen schnellen Herzschlag, der durch den erhöhten Umsatz des Körpers in dieser Zeit zu begründen ist. Sind nämlich die Blutgefäße weitgestellt, wird ihre Oberfläche vergrößert und es kann mehr Wärme über das zirkulierende Blutvolumen an die Außenwelt abgegeben werden. Dies bedeutet aber auch gleichzeitig, dass das vermehrte Volumen in den peripheren Gefäßen in den zentralen fehlt. Als Folge schlägt das Herz schneller, um den Verlust auszugleichen.

Das Schwitzen ist eine weitere Reaktion auf die erhöhte Körpertemperatur, da der Körper durch die Verdunstungskälte versucht sich abzukühlen. Ist eine Infektion die Ursache der nächtlichen Hitzewallung, können Symptome wie beispielsweise Fieber oder Halsschmerzen als auch lokale Entzündungssymptome wie „Rötung, Schwellung, Überwärmung“ auftreten. Bei einem Tumorleiden findet sich häufig die klassische Kombination der Symptome „Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust“ (sog. B-Symptomatik).

Das Herzrasen als Symptom

Hitzewallungen in der Nacht können zusammen mit Herzrasen auftreten. Oft sind es jedoch keine klassischen Hitzewallungen, da es sich eher um eine körperliche Reaktion auf die Kreislaufdysregulation im Rahmen des Herzrasens handelt.

Damit man von Herzrasen sprechen kann, muss in Ruhe eine Herzfrequenz von über 100 Schlägen die Minute vorliegen. Tritt in der Nacht bei einem Betroffenen aus heiterem Himmel Herzrasen auf und er wacht infolgedessen nassgeschwitzt auf, handelt es sich definitionsgemäß um eine vorübergehende Herzrhythmusstörung mit Symptomen einer Kreislaufdysregulation wie Schwitzen und einem kurzzeitigen Hitzegefühl.

Lesen Sie auch den Artikel: Die Ursachen von Herzrasen.

Die Schlafstörungen als Symptom

Bei Schlafstörungen handelt es sich um ein sehr komplexes Krankheitsbild, welches durchaus mit nächtlichen Hitzewallungen einhergehen kann. Am häufigsten findet man sie dabei in Verbindung mit Durchschlafstörungen.

Sehr oft sind es speziell Alpträume, die als Auslöser von nächtlichen Hitzewallungen gefunden werden, da die starke Anspannung während des Traumes zu einem Anstieg der Körperfunktionen führt. Der Betroffene macht bildlich gesprochen „Leistungssport“ während dieser Traumphase und der Körper erwärmt sich. Durch eine Decke und Schlafkleidung kann die Wärme dabei nicht adäquat abgegeben werden und der Betroffene fängt an zu schwitzen bis er schließlich im Rahmen seines Traumerlebnisses aufwacht.

Der Schweißausbruch als Symptom

Hitzewallungen gehen immer mit einem Schweißausbruch einher, da sie die Reaktion des eigenen Körpers auf die erhöhte Temperatur sind. Mithilfe des Schweißes versucht der Körper nämlich sich abzukühlen.

Charakteristisch für Hitzewallungen ist dabei eine übertriebene Schweißproduktion, die oft zu einem Durchnässen der Kleidung und Schweißperlenbildung führt. Betroffene empfinden dies als sehr unangenehm, weil es einerseits von außen sichtbar ist und sie andererseits das Auftreten der Hitzewallungen nicht beeinflussen können.

Die Diagnose

Die Diagnose wird vor allem mithilfe einer genauen Anamnese (Erfassung der Krankengeschichte) gestellt. Dafür fragt der behandelnde Arzt gezielt nach Symptomen und deren Häufigkeit: "Müssen Sie sich nachts ein- oder mehrmals umziehen, weil sie so nassgeschwitzt sind? Müssen Sie das Bettzeug nachts wechseln? Werden Sie wach vom Hitzegefühl?"

Es ist wichtig dabei zu wissen, dass die Hitzewallungen selbst nur ein Symptom und keine Erkrankung sind. Daher reicht es nicht aus Hitzewallungen an sich zu diagnostizieren.

Die Behandlung

Die Behandlung von nächtlichen Hitzewallungen richtet sich ganz nach der Ursache für eben diese. Sind hormonelle Schwankungen der Grund für die Hitzewallungen, besteht die Therapie aus einem Ersatz der fehlenden Hormone, um das Ungleichgewicht auszugleichen. Ist eine Infektion die Ursache, müssen die Erreger erfolgreich therapiert werden, damit die Symptomatik nachlässt.

Bei einem Tumorleiden muss der Tumor wenn möglich in einem operativen Eingriff entfernt werden oder per Bestrahlung oder Chemotherapie verkleinert werden. Mit dem Rückgang bzw. Verschwinden der Tumorzellen, werden dann die nächtlichen Hitzewallungen mit ausgeprägtem Nachtschweiß nachlassen.

Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen muss eine Modulation des Immunsystems mittels Medikamenten vorgenommen werden. Somit gibt es letztendlich keine allgemeingültige Behandlungsmöglichkeit für Hitzewallungen.

Es muss immer im Einzelfall entschieden werden wie die Ursache behoben werden kann. Allen Betroffenen ist aber zu raten optimale Bedingungen im Schlafraum zu schaffen und sich bei durchgeschwitzter Kleidung nachts umzuziehen, damit keine reaktive Unterkühlung durch die Feuchtigkeit und infolgedessen eine erhöhe Infektionsgefahr auftritt.

Die Dauer

Wenn es sich um eine reversible Ursache für die Hitzewallungen handelt, sollten diese im Laufe des Abheilungsprozesses an Intensität und Häufigkeit nachlassen. Treten nächtliche Hitzewallungen ohne erklärbaren Grund auf und bestehen länger als zwei Wochen, sollten sich Betroffene an einen Arzt wenden. Es könnte ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung sein, die abgeklärt werden sollte.

Die Ausprägung der Hitzewallungen hat dabei recht wenig Aussagekraft über die Prognose bei einer Grunderkrankung. Sie steht nämlich nicht in direktem Zusammenhang mit der Schwere der Grunderkrankung, sondern ist lediglich ein Symptom dieser.

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Der Krankheitsverlauf

Infektiöse Erkrankungen - egal ob eine Virus- oder bakteriell bedingte Erkrankung – gehen häufig mit nächtlichen Hitzewallungen einher. Sie sind aber als Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf die Erreger zu sehen, da es mit einer erhöhten Körpertemperatur versucht die Krankheitserreger abzutöten. Mit erfolgreichem Abtöten der Erreger lassen somit die nächtlichen Hitzewallungen innerhalb von einigen Tagen nach bis sie schließlich ganz verschwinden.

Der Krankheitsverlauf bei einem Tumor ist sehr variabel. Er ist abhängig von der Größe, der Lokalisation und der Art des Tumors. Zusätzlich spielen individuelle Faktoren, wie das Alter und weitere Erkrankungen eine Rolle, sodass keine allgemeingültige Aussage formuliert werden kann. 

Falls die Hitzwalllungen durch die Wechseljahre bedingt sind, verschwinden diese wieder sobald der Hormonhaushalt sich an die Umstellung angepasst hat. 

Weiterführende Informationen

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:

Eine Übersicht aller Themen der Gynäkologie finden Sie unter: Gynäkologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.05.2020
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