Knickfuß bei Kindern

Synonym

Pes valgus, Knickfuß, kindlicher Knickfuß

Englisch: talipes valgus

Definition

Unter dem Begriff Knickfuß versteht man in der Medizin eine krankhafte Fehlstellung des Fußes. Der klassische Knickfuß verfügt über eine Senkung des inneren (medialen) Fußrandes bei einer gleichzeitig vorliegenden Anhebung des äußeren (lateralen) Fußrandes.
Darüber hinaus lässt sich bei Betrachtung der Ferse eine sogenannte X-Stellung beobachten. Das bedeutet, dass die Ferse im Verhältnis zum Bein auf Höhe des Knöchels nach außen geknickt erscheint.


Einleitung

Während der Knickfuß beim Erwachsenen stets als krankhaft (pathologisch) angesehen werden muss, ist er bei Kindern physiologisch und muss nicht behandelt werden. Kinder die unter einem Knickfuß leiden weisen in vielen Fällen außerdem Fehlstellungen in Form eines Senk- oder Plattfußes auf.

Im Regelfall ändert sich die Fußstellung bis zur Vollendung des 9. Lebensjahres. Sollte der Knickfuß jedoch bis zum Alter von ungefähr 8 bis 10 Jahren nicht verschwinden oder weiter nach innen abrutschen, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann im Anschluss an eine ausgiebige Diagnostik die geeignetste Behandlungsmethode bestimmen.

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Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
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Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Von Erkrankungen des Fußes sind besonders häufig Sportler (Jogger, Fußballer, etc.) betroffen. In einigen Fällen lässt sich zunächst keine Ursache für die Fußbeschwerden erkennen.

Daher erfordert die Behandlung des Fußes (z.B. Achillessehnenentzündung, Fersensporn etc.) viel Erfahrung.

Ich behandele die unterschiedlichsten Erkrankungen des Fußes im Schwerpunkt.

Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation mit einer vollständigen Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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Ursachen

Bei den Ursachen des Knickfußes unterscheidet man zwischen angeborenen und erworbenen Gründen. Bei Kindern beruht das Vorliegen des Knickfußes in der Mehrzahl der Fälle auf genetisch bedingten Fehlbildungen.
Der Knickfuß bei Kindern ist zumeist jedoch vollkommen harmlos und entsteht lediglich während des Laufen Lernens. Auf Grund des noch nicht vollständig ausgebildeten Halteapparates im Bereich der Beine und Füße, sind Kinder dazu gezwungen die Füße während des Laufens einwärts zu drehen. Aus dieser Grundstellung heraus stellen Kinder die Ferse kompensatorisch schräg. Folge ist die Entstehung eines Knickfußes.
Dieses Phänomen ist vollkommen normal und bildet sich im Zuge des Heranwachsens in der Regel vollständig zurück. Wenn ein Knickfuß bei älteren Kindern oder Erwachsenen entsteht, sind sowohl die Ursachen, als auch die Folgen schwerwiegender. Mögliche Gründe für die Entstehung eines Knickfußes bei älteren Kindern können Unfälle, Lähmungen, Infektionen oder Fehlbelastungen des Fußes sein. Auch bei Kindern kann in seltenen Fällen eine Rheumaerkrankung an der Entstehung des Knickfußes schuld sein. Gerade jene Kinder die unter massivem Übergewicht (Adipositas) leiden entwickeln während des Heranwachsens einen Knickfuß.
Zu den häufigsten Ursachen eines Knickfußes bei Kindern gehört die Bandinstabilität im Bereich des Fußes. Durch eine mangelnde Stabilisierung sind die Kinder nicht in der Lage die Fersen aufrecht zu halten. Auf diese Weise kommt es auf lange Sicht zu einer Absenkung des Längsgewölbes. Da auch bei schwachen Bandstrukturen starke muskuläre Kräfte auf den Fuß einwirken, verschiebt sich das Sprungbeinköpfchen mit der Zeit nach innen (medial). Das Fersenbein hingegen wird immer mehr nach außen verschoben. In Folge dessen kommt es zu einem prominenten Herausragen des Innenknöchels.

Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite: Ab wann sollte ich meinem Kind Schuhe anziehen?

Symptome

Das Vorliegen des Knickfußes verursacht bei den betroffenen Kindern in der Regel keinerlei Symptome. Falls keine weiteren Fehlstellungen vorliegen verspüren die Kinder meistens keine Schmerzen.
In wenigen Fällen kann es im Zuge eines stark ausgeprägten Knickfußes zum Einklemmen des Fersenbeins (Os calcaneus) kommen. Dies verursacht starke Schmerzen im Bereich des äußeren Knöchels (Malleolus lateralis). Bei Kindern führt der Knickfuß nur in den seltensten Fällen zur Entstehung einer Arthrose. Falls dies doch der Fall ist, kommt es im Verlauf zu starken Bewegungsstörungen.

Risiken und Folgen

Falls es bei Kindern mit Knickfuß nicht innerhalb der ersten Lebensdekade zur Rückbildung der Fehlstellung kommt, so sollte schnellstmöglich eine Behandlung eingeleitet werden. Je länger die Füße falsch belastet werden, desto stärker werden die angrenzenden Gelenke beeinträchtigt. Vor allem im Bereich der Sprung- und Kniegelenke kommt es auf lange Sicht zu starken Abnutzungserscheinungen.
In vielen Fällen erkranken die betroffenen Kinder schnell an einer Arthrose. Bei Kindern mit nicht-diagnostiziertem (und dadurch unbehandeltem) Knickfuß kann regelmäßige sportliche Betätigung frühzeitig zu Knieproblemen führen.
Die Auswirkungen der Fehlstellung beschränken sich im Regelfall nicht bloß auf den betroffenen Fuß. Meistens wirkt sich der Knickfuß bei Kindern auf die gesamte Statistik des Körpers aus. Betroffene Kinder entwickeln im Verlauf X- oder O-Beinstellungen. Darüber hinaus kann sich die falsche Gewichtsverteilung auch auf die gesamte Wirbelsäule auswirken. In Folge dessen kann es zu einer vollständigen Verformung der Lendenwirbelsäule kommen. Betroffene Kinder entwickeln daraufhin starke Rückenschmerzen die bis in das Gesäß ausstrahlen können.

Diagnose

Die Diagnose „Knickfuß“ kann bei den meisten Kindern bereits durch reine Betrachtung des Fußes und der Beinachse gestellt werden. Bei genauer Betrachtung kann ein Knickfuß bei Kindern schon am Schuh erkannt werden. Eltern sollten bei Verdacht auf Knickfuß bei ihrem Kind auf Abnutzungserscheinungen der Schuhe achten. Klassischerweise nutzen sich die Schuhe bereits nach wenigen Tagen an den Randbereichen sehr stark ab. Der Facharzt wird im Zuge der Knickfuß-Diagnostik zuerst eine einfache klinische Untersuchung durchführen.
Die Betrachtung des barfuß stehenden Kindes von hinten ermöglicht eine Einschätzung der Fußachse. Bei gesunden Kindern beträgt der Winkel zwischen Unterschenkelachse und Ferse ungefähr fünf Grad. Bei Vorliegen eines Knickfußes ist dieser Winkel stark vergrößert. Darüber hinaus fällt der Knickfuß bei Kindern durch eine verminderte Varusstellung (Gelenkachse verläuft nach außen geknickt) der Ferse beim Zehenstand auf. Dieses Phänomen beruht auf einer Insuffizienz des hinteren Unterschenkelmuskels (Musculus tibialis posterior). Zudem weisen stark ausgeprägte Schwielen am Außenrand der Fußsohle auf das Vorliegen eines Knickfußes hin.
Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen sind in der Regel bei der Diagnostik des Knickfußes bei Kindern nicht hilfreich, da Fehlstellungen auf diese Weise meist nicht darstellbar sind.
Durch die Anfertigung eines sogenannten Podogramms (Fußabdruck) kann der behandelnde Arzt die Fußsilhouette des Kindes abbilden. Auf diese Weise lässt sich vor allem das innere Fußgewölbe darstellen und beurteilen. Bei Vorliegen eines Knickfußes bei Kindern zeigt sich im Podogramm eine deutliche Abflachung des inneren Fußgewölbes.

Therapie

Die Behandlung des Knickfußes bei Kindern ist abhängig vom Ausmaß der Fehlstellung.
Im Regelfall erfolgt der Beginn der Therapie erst im Alter von acht bis zehn Jahren da sich ein Knickfuß bis zu diesem Zeitpunkt häufig spontan zurückbildet.
Im Allgemeinen sind bei Vorliegen eines Knickfußes alle möglichen nicht-operative Maßnahmen auszuschöpfen bevor eine chirurgische Korrektur in Erwägung gezogen wird. Bei einem lediglich leicht ausgebildeten Knickfuß helfen in der Regel einfache Gymnastikübungen dabei die Achse des Fußes zu korrigieren. Vor allem bei Kindern (aber auch bei Erwachsenen mit Knickfuß) empfiehlt sich das vermehrte Barfuß-Laufen auf Naturböden. Darüber hinaus kann mit der Wahl eines Schuhes mit festerer Sohle die Stabilität des betroffenen Fußes positiv beeinflusst werden.

Wird bei Kindern mit Knickfuß keine zusätzliche Fehlstellung in Form eines Senkfußes diagnostiziert, helfen spezielle Ferseneinlangen dabei den Knickfuß zu korrigieren. Da sich bei der Mehrzahl der Kinder mit Knickfuß jedoch zusätzlich die Ausbildung eines Senkfußes beobachten lässt, müssen häufig sogenannte Maßeinlagen verschrieben werden. Nach Auswertung des exakten Fehlbelastungsmusters werden diese Einlagen so angefertigt, dass der betroffene Fuß vor allem an der Innenseite unterstützt wird. Auf diese Weise kann die Verteilung des Körpergewichts ausgeglichen und möglichen Spätfolgen vorgebeugt werden.
Bei übergewichtigen (adipösen) Kindern mit Knickfuß sollte neben den nicht-operativen Behandlungsmaßnahmen außerdem die Gewichtsreduktion im Vordergrund stehen.

Nur wenn sich ein Knickfuß bei Kindern trotz jahrelang stattgefundener Physiotherapie nicht zurückbildet und/oder Beschwerden (beispielsweise Schmerzen oder Probleme beim Laufen) vorliegen, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Im klinischen Alltag finden zwei Verfahren zur chirurgischen Korrektur des Knickfußes bei Kindern Anwendung. Durch die sogenannte „Weichteil-Operation“ soll der Zug der Muskeln verbessert und dadurch das Fußgewölbe angehoben werden. Die „Knöcherne Operation“ kommt vor allem bei Kindern mit stark ausgeprägtem Knickfuß zur Anwendung.

Prognose

In der Regel zeigt der Knickfuß bei Kindern einen guten Heilungsverlauf und hat somit eine gute Prognose. Auch ohne operative Intervention kann die Fehlstellung durch konservative Behandlungsmaßnahmen recht zügig korrigiert werden.
Bei frühzeitiger Diagnose und rascher Einleitung einer geeigneten Therapie lassen sich bei den betroffenen Kindern kaum Spätfolgen nachweisen.
Lediglich bei stark ausgeprägtem Knickfuß kann das jahrelange Tragen spezieller Einlagen von Nöten sein.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.01.2018
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