Leberkrebs im Endstadium

Einleitung

Leberkrebs ist ein bösartiger Tumor, der weltweit auf Platz fünf der am häufigsten vorkommenden Tumoren liegt.
In der Regel entwickelt sich ein Lebertumor auf einer zugrunde liegenden Lebererkrankung, wie zum Beispiel der Leberzirrhose oder einer chronischen Entzündung der Leber, beispielsweise einer Hepatitis. Allerdings wird der Tumor häufig erst sehr spät erkannt aufgrund der wenigen Symptome.

    Symptome im Endstadium

    Leider ist der Leberkrebs selbst sehr symptomarm und macht kaum Beschwerden in frühen Stadien. Dies ist ein Grund, weshalb Leberkrebs in vielen Fällen erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert wird und anschließend schnell ins Endstadium voranschreitet. Im Endstadium stellt vor allem die eingeschränkte bis verlorene Funktion der Leber das größte Problem dar. Normalerweise dient die Leber zur Bildung vieler wichtiger Stoffwechselprodukte, sowie zur Entgiftung und Ausscheidung aller Abfallprodukte des Körpers. Fällt diese Funktion weg ergeben sich die schweren Symptome des Leberkrebses im Endstadium.

    Zu den häufigsten Symptomen, die Patienten mit einem Leberkrebs im Endstadium wahrnehmen, gehört unter anderem Wasser im Bauch, bzw. eine Bauchumfangszunahme, juckende oder brennende Haut,Gewichtsverlust, Inappetenz, Druckschmerz im rechten Oberbauch oder eine Gelbfärbung der Haut und Augen. Man sollte dabei aber immer bedenken, dass das Endstadium von Leberkrebs sich nicht alleine anhand von Symptomen erkennen lässt.

    Für weitere interessante Informationen zum Thema Leberkrebs und den Symptomen auch in früheren Stadium lesen Sie unseren folgenden Artikel: Symptome von Leberkrebs

    Wasser im Bauch

    Fast alle Patienten mit einem fortgeschrittenen Leberkrebs haben im Verlauf der Erkrankung Wasser im Bauch oder, wie es in der Fachsprache bezeichnet wird, Aszites oder Bauchwassersucht.
    Das Wasser im Bauchraum ist beim Leberkrebs eine Folge von gestörten Stoffwechselabläufen und einer Veränderung der Druckverhältnisse im Bauchraum. Das Wasser macht häufig erst Beschwerden, wenn sich große Mengen im Bauchraum ansammeln und der Bauchumfang stark zunimmt. Kleinere Mengen von Wasser im Bauch können mit Hilfe von Medikamenten ausgeschwemmt werden. Haben Patienten jedoch sehr viel Wasser im Bauch, oder kommt es bereits zu starken Schmerzen durch die Zunahme des Bauchumfangs, muss eine Punktiondurchgeführt werden, über die das Bauchwasser langsam abgelassen wird.

    Lesen Sie hierzu auch unser Thema: Wasser im Bauch punktieren und Schmerzen nach einer Punktion

    Gelbe Haut

    Die Gelbfärbung der Haut und häufig auch der Augen nennt man in der Fachsprache Ikterus.
    Dieser Ikterus geht auf ein bestimmtes Eiweiß in unserem Körper zurück, welches unter normalen Umständen in der Leber gespeichert und anschließend über den Darm ausgeschieden wird, das sogenannte Bilirubin. Kommt es allerdings zu einer Erkrankung der Leber oder auch der Gallenwege, kann es dazu kommen, dass das Bilirubin nicht mehr ausgeschieden werden kann. Infolgedessen lagert sich das Bilirubin in anderen Körperteilen ab, hierbei vor allem in der Haut und den Skleren der Augen (normalerweise sind diese das Weiße im Auge), wo es für die Gelbfärbung verantwortlich ist. Ein Ikterus ist kein zwingendes Symptom für einen Leberkrebs und kann auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Bei Leberkrebs im Endstadium haben allerdings fast alle Patienten zumindest im Verlauf der Erkrankung einmal einen Ikterus durchgemacht.

    Für weitere Informationen zum Thema lesen Sie auch unseren Artikel: Gelbsucht

    Erbrechen

    Erbrechen ist ein Symptom, welches bei einer Reihe von Erkrankungen auftritt und eigentlich dem Körper dabei helfen soll sich giftiger Stoffe zu entledigen.
    Beim Leberkrebs fällt das Erbrechen häufig sehr stark aus, da durch die Erkrankung der Leber auch die Funktion der Entgiftung eben dieser wegfällt. Im Körper schwimmen folglich viele Eiweiße und Stoffe herum, die für den Körper schädlich sind und von denen er sich befreien möchte. Diese Stoffe und Eiweiße reizen nun vermehrt das Brechzentrum im Körper und es kommt zu regelmäßigem und starkem Erbrechen.

    Lesen Sie hierzu auch: Medikamente gegen Erbrechen

    Schmerzen

    Schmerzen beim Leberkrebs sind ein typisches Zeichen für das Fortschreiten der Erkrankung und treten vermehrt im Endstadium des Krebses auf.
    Hierbei äußern sich die Schmerzen insbesondere im rechten Oberbauch und können von hier aus auch in andere Körperregionen ausstrahlen. Häufig ist der Schmerz im Rahmen einer Krebserkrankung der Leber ein Anzeichen dafür, dass der Krebs über die Leber hinausgewachsen ist oder andere Organe befällt. Auch Metastasen des Leberkrebses, welche insbesondere im Endstadium auftreten, können schwere Schmerzen verursachen. Hier stehen vor allem die Metastasen in den Knochen, wie beispielsweise in der Wirbelsäule im Vordergrund, welche zu starken Rückenschmerzen führen können.

    Dieses Thema könnte Sie auch interessieren:Schmerzen im rechten Oberbauch

    Lebenserwartung

    Die Lebenserwartung beim Leberkrebs ist stark vom Stadium und den Begleiterkrankungen abhängig.
    Generell ist trotz vieler Therapiemöglichkeiten die Prognose eines Leberkrebses eher schlecht. Nicht nur der Tumor in der Leber macht Beschwerden, sondern der damit fast immer einhergehende Verlust der Leberfunktion vermindert die Restlebenserwartung stark. Selbst ein Leberkrebs im mittleren Stadium, bei dem noch viele Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen, hat eine mediane Überlebenszeit von ca. 12 - 18 Monaten. Ein Leberkrebs im Endstadium, bei dem die Krebserkrankung und der Zerfall der Leber so weit fortgeschritten sind, dass nur noch eine palliative Therapie in Frage kommt, liegt das mediane Überleben gerade einmal bei ca. drei Monaten.

    Verlauf des Endstadiums

    Der Verlauf des Endstadiums ist sehr individuell und grundsätzlich von weiteren Erkrankungen und Lebensumständen abhängig. In häufigen Fällen kommt es dazu, dass die Betroffenen im Endstadium in ein sogenanntes Leberkoma fallen. Hierbei handelt es sich um eine weitere Folge des Verlustes der Leberfunktion. Neben vielen anderen Produkten baut die Leber im gesunden Zustand auch das Eiweiß Ammoniak ab, welches sonst für den Körper und insbesondere für das Gehirn giftig ist. Fällt dieser Entgiftungsprozess der Leber weg, sammeln sich immer mehr und mehr potenziell giftige Stoffwechselprodukte im Körper, hierunter auch Ammoniak, welches nach und nach zu einer Schädigung des Gehirns führt. Zu Beginn äußert sich dies zunächst erst durch Konzentrationsschwäche und zunehmende Müdigkeit, mit der Zeit kommen häufig Verwirrtheit und schwere Aufmerksamkeitsstörungen hinzu. Am Ende tritt dann schlussendlich die Bewusstlosigkeit ein, welche in das Koma übergeht.

    Was kann man gegen die Symptome im Endstadium tun?

    Im Endstadium einer Krebserkrankung steht immer die palliative Therapie mit dem Leitsatz der sogenannten „best supportive care“ im Vordergrund.
    Dies bedeutet, dass man die Grunderkrankung nicht weiter behandelt oder versucht zu stoppen, sondern nur die Symptome und Beschwerden des Patienten lindert. Beim Leberkrebs stehen hier vor allen Dingen die Schmerzen und die Übelkeit im Vordergrund.  Außerdem kann eine medikamentöse Therapie des Juckreizes und des langsam fortschreitenden Leberkomas notwendig sein.
    Neben einer medikamentösen Therapie der Symptome beinhaltet die palliative Therapie auch immer eine psychoonkologische Betreuung oder eine Seelsorge.

    Lesen Sie hierzu: Palliative Therapie bei Leberkrebs.

    Ist eine Heilung möglich?

    Eine Heilung von Leberkrebs ist in manchen Fällen möglich, wenn der Krebs in einem sehr frühen Stadium gefunden wird, und er in einer Operation gut zugänglich ist und man ihn somit einfach entfernen kann.
    Ein Leberkrebs im Endstadium hingegen kann nicht mehr geheilt werden. Der Krebs und der Zerfall der Leber sind in diesem Fall leider zu weit fortgeschritten, als dass man es heilen könnte.

    Weitere Informationen zu diesem ThemaTherapie bei Leberkrebs

    Diagnostik

    Zur genauen Einteilung in welchem Stadium sich die Krebserkrankung befindet werden eine Reihe von Untersuchungen und Tests durchgeführt, um die bestmögliche Therapie zu finden.
    Hierzu gehört vor allen Dingen die Blutuntersuchung. Hierbei wird nach bestimmten Eiweißen geschaut, welche in der Leber gebildet werden, um die Funktionsleistung der Leber einschätzen zu können. Außerdem gibt es ein bestimmtes Eiweiß (AFP), welches als sogenannter Tumormarker regelmäßig bestimmt werden kann und Auskunft über das Fortschreiten der Krebserkrankung gibt.

    Neben der Blutuntersuchung sind auch bildgebende Verfahren ein wichtiger Bestandteil der Beurteilung des Stadiums des Leberkrebses. Neben einfachen Verfahren wie dem Ultraschall, kommen auch aufwändige Verfahren wie die Computer-Tomographie (CT) oder die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) zum Einsatz. Erst in Zusammenschau dieser ganzen Untersuchungsergebnisse mit den körperlich empfundenen Symptomen lässt sich das genaue Stadium eines Leberkrebses einschätzen.

    Lesen Sie auch unseren Artikel:Leberwerte

    Autor: Dr. Nicolas Gumpert
    Veröffentlicht: 19.07.2018 - Letzte Änderung: 11.08.2021
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