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Komplikationen der Grippe
Synonyme
Influenza, echte Grippe, Virusgrippe
Komplikationen
Die Grippe kann vor allem bei Personen mit einem schwächeren Immunsystem wie zum Beispiel bei chronisch Kranken, Älteren, Kleinkindern und Schwangeren zu Komplikationen bis hin zum Tode führen.
Häufig ist eine sogenannte Superinfektion mit Bakterien und eine daraus resultierende Lungenentzündung (=Pneumonie). Von einer Superinfektion spricht man, wenn auf eine bereits bestehende Infektion, in diesem Fall mit Grippeviren eine zusätzliche Infektion mit Bakterien erfolgt. Meist erfolgt diese sekundäre Pneumonie (die primäre Erkrankung ist die Grippe, die in diesem Fall nicht für die Lungenentzündung verantwortlich ist) durch Bakterien wie Pneumokokken, Staphylokokkus aureus oder Haemophilus influenzae und tritt erst nach 3 – 4 Tagen auf. Symptome sind ein Wiederanstieg des Fiebers, Husten mit starker eitriger Sekretbildung und Luftnot. Der Arzt kann bei Abhören der Lunge typische Zeichen einer Lungenentzündung erkennen.
Seltener als die bakterielle Pneumonie, aber noch gefährlicher ist die primäre Influenzapneumonie, die durch die Grippeviren selbst hervorgerufen wird. Besonders gefährdet für diese Art der Lungenentzündung sind Herzkranke. Bei der Influenza-pneumonie handelt es sich um eine interstitielle Pneumonie, d. h. das Lungenstützgewebe ist stark entzündet. Symptome sind dauerhaft hohes Fieber, zunehmender Husten und Luftnot bis zur Blaufärbung von Lippen und/oder Gesicht. Es wird wenig Sekret abgehustet, der Arzt kann beim Abhören der Lunge meistens nichts Auffälliges feststellen.
Auch eine gemischte Lungenentzündung durch Grippeviren und Bakterien ist möglich. Die Symptome ähneln dann beiden Erkrankungen. Eine Lungenentzündung ist an sich schon eine bedrohliche Erkrankung, ist der Körper jdeoch bereits von der Grippe geschwächt, ist sie noch gefährlicher und muss in jedem Fall im Krankenhaus behandelt und überwacht werden.
Es kann außerdem eine Peri- oder Myokarditis auftreten also eine Entzündung des Herzbeutels oder der Herzmuskulatur. Diese Erkrankungen führen häufig zu Herzrhythmusstörungen und können so einen plötzlichen Herztod hervorrufen. Durch die Schwächung des Körpers durch die Grippe können bestehende Herzerkrankungen verschlimmert werden und auch zum Tode führen.
Eine Muskelentzündung, die sogenannte Myositis kann auch durch die Influenzaviren verursacht werden. Hierbei handelt es sich um eine starke Entzündung der Muskulatur vor allem der Beine. Die Schmerzen gehen über die normalen Gliederschmerzen hinaus, es kommt zur Schwellung und zu starker Druckempfindlichkeit der betroffenen Muskeln.
Das zentrale Nervensystem (ZNS), also Gehirn und Rückenmark, kann ebenfalls betroffen sein. Eine direkt durch die Grippeviren verursachte Entzündung der das Gehirn und das Rückenmark umgebenden Häute (Meningen) kann vorkommen (Meningitis) oder auch eine eitrige Meningitis durch eine Superinfektion mit Bakterien. Auch das Gehirn selbst kann infiziert sein (Enzephalitis), das Rückenmark (Myelitis) bis hin zu einer Querschnittssymptomatik mit Lähmungen. Eine Entzündung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr (Labyrinthitis) kann ebenfalls Komplikation einer Grippe sein.
Eine sehr seltene Komplikation ist das Reye-Syndrom, das bei mit Grippe infizierten Kindern und Jugendlichen bis ca. 18 Jahre auftreten kann, die mit Acetylsalicylsäure behandelt werden (enthalten u.a. in Aspirin oder ASS 100).
Dabei kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Krämpfen, die Betroffenen fallen häufig ins Koma und sterben an Leberversagen und irreversiblen Hirnschäden.
ASS sollte Kindern und Jugendlichen nur in ausdrücklicher Rücksprache mit einem Arzt verabreicht werden, da es auch bei zahlreichen anderen Virusinfektionen (z. B. Windpocken) zum Reye-Syndrom kommen kann.
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