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Fieber trotz Antibiotika - was tun?

Was versteht man unter Fieber trotz Antibiotika?

Fieber ist zunächst eine natürliche Reaktion des Körpers auf einen Erreger, wie zum Beispiel Bakterien. Durch die höhere Temperatur werden die Krankheitserreger effektiver bekämpft. Häufig ist zusätzlich aber noch ein Antibiotikum notwendig. Ein Antibiotikum ist ein Medikament, welches die Bakterien abtöten kann. Das Antibiotikum tötet die Bakterien schneller und effektiver ab als das Immunsystem. Somit kann das Immunsystem die Abwehrreaktion wieder einstellen und auch das Fieber sinkt wieder.
Wirkt das Antibiotikum nicht ausreichend oder handelt es sich bei den auslösenden Erregern nicht um Bakterien, sondern zum Beispiel Viren, muss das Immunsystem weiterhin die Krankheitserreger bekämpfen und das Fieber bleibt bestehen.

Wie schnell wirken Antibiotika bei Fieber?

Antibiotika entfalten ihre Wirkung relativ schnell, auch dann, wenn gleichzeitig ein Fieber vorliegt. Allerdings muss bei der Einnahme der Antibiotika möglichst genau auf die Zeitabstände geachtet werden, damit sie ihre volle Wirkung erreichen können. Außerdem hängt der Wirkeintritt davon ab in welcher Form das Antibiotikum eingenommen wird. Außerhalb des Krankenhauses werden Antibiotika normalerweise in Tablettenform, als Salbe oder Tropfen verschrieben. Im Rahmen eines stationären Aufenthaltes kann das Antibiotikum auch über die Vene gegeben werden, welches eine bessere Wirkung mit sich zieht. Weiterhin kann sich der Konsum von Alkohol oder Milchprodukten negativ auf die Wirkung des Antibiotikums auswirken.

Was kann ich machen, wenn das Fieber trotz Antibiotikum nicht weggeht?

Als erstes sollte evaluiert werden, ob das Antibiotikum korrekt und oft genug eingenommen wird. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass es nicht mit Milchprodukten oder Alkohol zusammen eingenommen wird (siehe auch: Amoxicillin und Milch - geht das?). Ist die korrekte Einnahme sichergestellt und bleibt das Fieber nach ungefähr drei Tagen dennoch bestehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit dieser nach weiteren Ursachen fahnden kann. Dabei hilft es auch seine genauen Symptome und deren Verlauf gut zu dokumentieren, da diese Hinweise darauf geben können, warum das Antibiotikum nicht wirkt.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie unter: Wie kann man Fieber senken?, Woran erkenne ich, ob mein Fieber ansteckend ist?

Was kann ich als Erwachsener machen, wenn das Fieber trotz Antibiotikum weiter besteht?

Hält beim Erwachsenen ein Fieber trotz Antibiotika über einen ungewöhnlich langen Zeitraum an, kann dies verschiedene Ursachen haben. Zunächst sollte man sicherstellen, dass das Antibiotikum regelrecht eingenommen wurde. Danach sollte hinterfragt werden, ob das Fieber durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wurde, oder ob nicht doch ein anderer Keim (z.B. Virus oder Pilz) dahinterstecken könnte. Dann wäre das Antibiotikum nämlich nicht wirksam.
Geht man von einer bakteriellen Infektion aus, kann eine weitere Fehlerquelle die Wahl des falschen Antibiotikums sein. Verschiedene Keime sprechen besser oder schlechter auf gewisse Antibiotika an. Je nachdem, ob der Patient zuletzt einen Krankenhausaufenthalt hatte oder andere Risikofaktoren (zum Beispiel eine chronische Erkrankung) aufzeigt, können verschiedene Bakterien die wahrscheinlichsten Auslöser sein. Hier kann die Bestimmung des Keimes und seiner Resistenzen wichtige Informationen liefern. Resistenzen können ein weiterer Grund für Fieber trotz Antibiotika sein. Durch den massiven Gebrauch von Antibiotika entwickeln Bakterien eine Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte Medikamente. Besonders im Krankenhausumfeld muss immer an mögliche Resistenzen gedacht werden.
Zuletzt muss bei der Auswahl des Antibiotikums auch überlegt werden, wo das Medikament wirken soll. Liegt zum Beispiel eine Entzündung in den Weichteilgeweben vor, müssen spezielle Antibiotika gewählt werden, die gut durch diese Weichteil hindurchdringen können, damit am Infektionsort auch genügend Wirkstoff ankommt. Geschieht dies nicht kann die Infektion sich weiter ausbreiten und das Fieber bleibt bestehen.

Was kann ich bei einem Kind tun, wenn das Fieber trotz Antibiotikum weiter besteht?

Dauert ein Fieber beim Baby oder Kleinkind trotz antibiotischer Therapie länger als drei Tage an, sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden. Der Kinderarzt wird dann evaluieren, warum das Fieber nicht sinkt. Wie beim Erwachsenen können mögliche Fehlerquellen die falsche Einnahme, ein anderer nicht-bakterieller Keim oder das falsche Antibiotikum sein.
Besonders bei Babys muss diese Situation ernst genommen werden, da sie durch das Fieber und eventueller Trinkverweigerung schnell Flüssigkeit verlieren können und nicht viele Reserven haben. Zudem muss auf weitere Symptome wie Hautausschlag, Halsschmerzen und besonders eine Nackensteifigkeit geachtet werden. Eine Nackensteifigkeit spricht für eine Entzündung der Hirnhäute. Dieses gefährliche, aber recht seltene, Krankheitsbild muss möglichst schnell mit den richtigen Antibiotika behandelt werden. Wichtig ist, dass ein Antibiotikum gewählt wird, welches auch in den Wirbelkanal gelangt. Um eine ausreichende Wirkung zu erzielen, muss das Antibiotikum darüberhinaus über die Vene gegeben werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Was tun, wenn ihr Baby Fieber hat? / Fieber bei einem Kleinkind

Was kann ich tun, wenn das Fieber bei einer Lungenentzündung trotz Antibiotikum nicht sinkt?

Eine Lungenentzündung kann durch verschiedenste Keime verursacht werden. Manche davon sind häufiger, andere seltener. Bei einer Lungenentzündung würde man zunächst ein Antibiotikum verabreichen, welches zur Vorgeschichte des Patienten passt und welches gegen die häufigsten Krankheitserreger wirksam ist. Sind schon vorher Besonderheiten, wie Krankenhausaufenthalte oder ein geschwächtes Immunsystem (zum Beispiel durch eine schwerwiegende chronische Erkrankung) bekannt, würde man von vorneherein ein Antibiotikum wählen, welches ein breiteres Wirkspektrum hat.
Bleibt das Fieber nach dem dritten Tag bestehen und tritt zudem eine Verschlechterung des allgemeinen Zustandes auf, muss ein Therapieversagen erwogen und auf andere Antibiotika umgestellt werden. In diesem Falle sollte dann auch der Krankheitserreger bestimmt werden, um auch auszuschließen, dass es sich nicht um einen Virus handelt, gegen den das Antibiotikum wirkungslos wäre.

Was kann ich tun, wenn das Fieber bei einem Harnwegsinfekt trotz Antibiotikum nicht sinkt?

Bei einem Harnwegsinfekt wird die antibiotische Therapie vor allem nach dem Schweregrad des Verlaufes gewählt und danach, ob es sich um eine komplizierte oder unkomplizierte Entzündung handelt - hier spielt vor allem eine Rolle, ob der Harnwegsinfekt das erste Mal oder öfters, bei einer Frau oder einem Mann auftritt. Treten zusätzlich Klopfschmerzen in der Flanke auf, wird angenommen, dass es sich zusätzlich um eine Infektion des Nierenbeckens handelt.
Bleibt das Fieber und die anderen Symptome trotz antibiotischer Therapie bestehen, sollte die Wahl des Antibiotikums überdacht werden. Hier hilft die Bestimmung des genauen Krankheitserregers, da nicht jedes Antibiotikum gegen jeden Keim gleich gut wirkt. Zudem muss man auch immer an eine Antibiotikaresistenz denken. Ob ein Keim resistent gegen ein bestimmtes Antibiotikum ist, kann im Labor festgestellt werden.

Was kann ich tun, wenn das Fieber bei einer Mittelohrentzündung trotz Antibiotikum nicht sinkt?

Eine Mittelohrentzündung sollte nur bei sehr schweren Krankheitsverläufen oder beim Vorhandensein von Risikofaktoren mit einem Antibiotikum behandelt werden. Ein schwerer Verlauf geht mit hohem Fieber und einem stark vermindertem Allgemeinzustand einher. Das Antibiotikum der Wahl ist dabei Amoxicillin. Es ist allerdings bekannt das Patienten, die im Monat zuvor schon einmal Amoxicillin erhalten haben, nicht gut auf das Medikament ansprechen. Dies könnte dann der Grund für das bestehende Fieber trotz Antibiotikums sein. Sie sollten dann sofort ein anderes Antibiotikum erhalten.
Bei der Mittelohrentzündung ist zudem die gute Belüftung über die Ohrtrompete wichtig. Hier können zum Beispiel abschwellende Nasensprays eingesetzt oder eventuell vergrößerte Rachenmandeln, umgangssprachlich unter dem Begriff Polypen bekannt, entfernt werden. Geschieht dies nicht, kann die Entzündung leicht wieder zurückkehren und so zu bleibendem Fieber führen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Therapie einer akuten Mittelohrentzündung

Was kann ich tun, wenn das Fieber nach einer OP trotz Antibiotikum nicht sinkt?

Fieber nach einer Operation muss nicht immer für eine bakterielle Infektion sprechen. So lösen zum Beispiel auch postoperative Blutgerinnsel (Thromboembolien) oder große Blutergüsse noch einige Tage nach der Operation ein Fieber aus. Das Fieber entsteht in diesem Falle selbst dann, wenn der Patient prophylaktisch ein Antibiotikum bekommt. Natürlich kann Fieber nach einer Operation auch für eine Infektion sprechen. Häufig sind hierbei Lungen- und Harnwegsentzündungen, sowie Wundinfektionen. Je nachdem, welcher Keim diese Entzündung ausgelöst hat, kann das prophylaktisch gegebene Antibiotikum wirkungslos sein. Bei Fieber trotz Antibiotikum nach einer Operation muss also eine Ursachenforschung betrieben werden, um gefährliche Komplikationen zu verhindern.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Fieber nach einer OP

Weitere Informationen

Alles rund um das Thema Fieber:

Alle Themen, die wir unter der HNO bereits veröffentlicht haben finden, Sie unter: HNO A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.04.2019
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