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Was tun, wenn Ihr Baby Fieber hat?

Allgemein

Das Auftreten von Fieber bei Kindern ist ein häufiges Phänomen.
Insbesondere bei Babys und Kleinkindern kommt es häufig zu erhöhten Temperaturen. Man sollte beim Auftreten von Fieber beim Baby daher nicht in Panik verfallen, sondern dieses erst einmal beobachten.

Grundsätzlich gilt, dass Fieber ein natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers ist und der Bekämpfung eingedrungener Erreger dient.
Babys und Kleinkinder sind sehr häufig krank, haben eine Erkältung, einen grippalen Infekt oder auch mal eine Magen-Darm-Infektion. Während dieser Erkrankungen fiebern Babys häufig auf. Zu beachten ist hierbei, das Fieber nicht um jeden Preis zu senken.

Symptome

Hat ein Baby Fieber oder sehr hohes Fieber, dann bilden sich typische Symptome aus, die die Mutter schon beim Anblick ihres Babys erkennen kann.
Dazu zählen unter anderem ein rotes Gesicht oder auch gerötete Backen. Zudem ist das Gesicht heiß. Der Körper ist im Gegensatz zum Gesicht zu Beginn eher blass und kalt.

Ein Baby kann bei Fieber schläfrig und müde wirken. Manche Babys wirken vermehrt nörgelnd oder unruhig. Möglicherweise möchten Babys weniger essen oder eine völlige Nahrungsverweigerung kann im Rahmen von Fieber auftreten.

Kinder und Babys reagieren jedoch individuell auf Fieber.
Trotz Fieber ist es möglich, dass einige Babys durchaus gesund erscheinen, indem sie sich bewegen, spielen oder lachen. Manche Babys geben je nach Verhaltensweise also mehr oder weniger Grund zur Sorge.

Zusätzlich zu den Symptomen, die das Fieber verursacht, findet man eine Reihe weiterer Symptome, die sich nach der Art der Erkrankung unterscheiden. Bei einem Atemwegsinfekt kann das Baby beispielsweise zusätzlich Schnupfen und Husten haben und einen deutlich geröteten Rachen zeigen.

Im Rahmen von Magen-Darm-Infektionen kann neben Fieber zusätzlich Durchfall oder Erbrechen auftreten.

Ursachen von Fieber

Das Auftreten von Fieber kann viele verschiedene Ursachen haben. Meist tritt es im Rahmen einer Infektion auf. Eine solche Infektion kann sowohl relativ örtlich begrenzt auftreten wie zum Beispiel bei einer Mittelohrentzündung.

Sie kann jedoch wie bei den typischen Kinderkrankheiten Masern oder Röteln ebenso systemisch sein. Fieber im Rahmen einer Infektion tritt bei Babys deutlich häufiger auf als bei Infektionskrankheiten im Erwachsenenalter.
Zu den häufigsten Krankheiten, die zu Fieber beim Baby führen, zählen zum Beispiel Magen-Darm-Infektionen, die zusätzlich mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall einhergehen.

Aber auch die bei Babys und Kindern typischerweise auftretende Mittelohrentzündung kann Fieber verursachen.
Erkrankte Babys und Kinder greifen sich hierbei häufig zum betroffenen Ohr.

Eine weitere Erkrankung, die relativ häufig auftritt und mit Fieber beim Baby einhergeht, ist eine Atemwegsinfektion durch Bakterien. Sie geht häufig mit Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, manchmal auch einer Entzündung der Mandeln einher, sodass das Schlucken schmerzhaft wird.

Eher selten ist als Auslöser von Fieber beim Baby an schwere Infektionskrankheiten wie einer Lungenentzündung oder auch an Erkrankungen aus dem sogenannten rheumatischen Feld zu denken. Rheumatische Erkrankungen, die zum Fieber beim Baby führen, sind jedoch eher selten.

Deutlich häufiger dagegen muss man an die typischen Kinderkrankheiten denken, wenn bei einem Baby Fieber auftritt. Zu diesen typischen Kinderkrankheiten zählen unter anderem Scharlach, Röteln, Masern oder auch das Drei-Tage-Fieber.

Lesen Sie hierzu auch: Scharlach beim Baby

Auch der sogenannte Fieberkrampf kommt nicht selten vor. In der Regel tritt er ab dem 6. Lebensmonat bis hin zum 5. Lebensjahr auf.
Das Bild des Fieberkrampfes ist für die Eltern meistens sehr erschreckend, da die Kinder wie bei einem epileptischen Krampfanfall zucken, nicht mehr auf Ansprache reagieren und häufig während des Krampfes die Luft anhalten und daher blau anlaufen.
Weitere Symptome können das Verdrehen der Augen, kurzzeitige Bewusstlosigkeit oder auch völliges Verkrampfen der ganzen Muskulatur sein.

Der Fieberkrampf sieht sehr bedrohlich aus, ist in der Regel aber eher harmlos und verursacht normalerweise keinen Schaden am Gehirn der Kinder. Er hat nichts zu tun mit einem epileptischen Anfall.

Drei-Tage-Fieber

Fieber beim Baby kann unter anderem auch durch das Drei-Tage-Fieber verursacht werden. Es ist eine relativ häufige Kinderkrankheit und ist auch unter dem Namen Exanthema subitum oder Roseola infantum bekannt.

Verursacht wird das 3-Tage-Fieber durch ein harmloses Virus, welches aber hoch ansteckend ist.
Das Virus gehört hierbei zur großen Gruppe der Herpes-Viren. Die Viruserkrankung tritt akut und plötzlich auf und verschwindet von nach einigen Tagen von alleine wieder.

Diese Erkrankung ist also selbstlimitierend und betrifft vor allem Babys und Kleinkinder. Im Gegensatz zu vielen anderen Kinderkrankheiten gibt es keine prophylaktische Impfung für das 3-Tage-Fieber.
Wie der Name schon sagt ist das Hauptsymptom plötzliches Auftreten von Fieber bis zu 40° C für meistens drei Tage.

Nach Abfall des Fiebers kommt es schließlich zum typischen Auftreten eines Hautausschlages am Körper. Diese klassische Kombination von Fieberabfall mit anschließendem Hautausschlag ist klassisch beim 3-Tage-Fieber.

Der Hautausschlag verschwindet nach einiger Zeit wieder von alleine. Die erkrankten Kleinkinder können oft schwer krank wirken, auch wenn es sich eigentlich um eine eher harmlose Erkrankung handelt.
Der Hautausschlag, der beim Drei-Tage-Fieber auftritt, ist kleinfleckig und rot.
Er tritt innerhalb einiger Stunden auf. Vor allem der Stamm (also Bauch, Brust und Rücken) sind hierbei betroffen.

Der Ausschlag betrifft eher selten das Gesicht oder den Kopf. Zusätzliche Symptome des Drei-Tage-Fiebers können Erbrechen und Durchfall, aber auch geschwollene Lymphknoten am Hals sein.

Durchfall

Auch Durchfall tritt bei Babys und Kindern relativ häufig auf.
Wenn das Baby mehr als fünf dünne Stühle am Tag abgibt, spricht man von Durchfall. Im Rahmen einer Durchfallerkrankung kommt es häufig zusätzlich zum Auftreten von Fieber oder Fieberschüben.

Treten beim Baby oder auch bei Kleinkindern sowohl Durchfall als auch Fieber gemeinsam aus, so kann man von einer Magen-Darm-Infektion ausgehen. Diese kann sowohl durch Bakterien als auch durch Viren verursacht werden.

Am häufigsten kommt es hierbei zu Infektionen mit dem Noro-Virus oder Rota-Virus. Diese sind hochansteckend und verbreiten sich häufig über Toilettensitze, Türklinken oder auch Geländer.
Das Noro-Virus verursacht plötzlichen starken Durchfall beim Kleinkind oder beim Baby, sowie Erbrechen. Zusätzlich kann Fieber auftreten.

Der dünnflüssige Stuhlgang ist meist übel riechend. Im Rahmen einer Durchfallerkrankung beim Baby ist es vor allem wichtig, dass dieses ausreichend isst und trinkt, um das Flüssigkeitsdefizit, das sowohl durch den Durchfall aber auch durch das Fieber entsteht, auszugleichen.
Sollte dies nicht mehr gewährleistet sein, empfiehlt es sich einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen, da dieser Umstand für das Baby sehr gefährlich werden kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Durchfall beim Baby

Zahnen

Es kann manchmal sein, dass es im Rahmen vom Zahnen zu erhöhten Temperaturen oder zu Fieber beim Baby kommt.
Häufig liegt diesem Fieber aber nicht das eigentliche Zahnen als Ursache zugrunde, sondern eine gleichzeitig auftretende Erkrankung.

Informieren Sie sich genauer über dieses Thema:

Das Zahnen beim Baby ist ein völlig normaler Vorgang, der mit Schmerzen einhergehen kann, da sich der Zahn seinen Weg durch das Zahnfleisch bahnen muss.
Experten sind aber größtenteils der Meinung, dass das Fieber nicht direkt vom Zahnen kommt, sondern häufig von Begleitkrankheiten wie einer beginnenden Mittelohrentzündung oder einer Erkältung, die möglicherweise bis auf das Fieber sonst eher unauffällig verläuft.

Dies lässt sich unter anderem damit begründen, dass gerade im Zeitraum des Zahnens Babys für Infekte deutlich anfälliger sind. Ein gutes Indiz, ob der Durchbruch eines Zahnes ansteht oder nicht, ist das Auftreten von vermehrtem Sabbern.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Zahnen beim Baby.

Diagnose

Die Diagnose lässt sich anhand der Kombination aus Blickdiagnose mit den typischen Symptomen sowie der erhöhten Temperatur beim Fiebermessen mit dem Thermometer stellen.
Die genaueste Methode zur Temperaturbestimmung ist die Messung des Fiebers im Po. Diese ist zwar nicht besonders angenehm für das Kind, ergibt jedoch den genausten Wert. Man unterscheidet eine erhöhte Temperatur, Fieber sowie hohes Fieber anhand der Temperatur.

Sogenannte erhöhte Temperatur besteht bei einem Baby, wenn eine Temperatur von 37,6-38,5 Grad Celsius gemessen wird. Ab Temperaturwerten von 38,5 Grad Celsius spricht man von Fieber. Hohes Fieber besteht definitionsgemäß ab 39 Grad Celsius. Bedrohlich für den Körper werden Temperaturen über 41,5 Grad Celsius, da der Körper eine Reihe von Eiweißen enthält und diese den hohen Temperaturen nicht standhalten können.
Da Fieber meist nicht als einziges Symptom beim Baby zu finden ist, geben die weiteren Symptome zusätzliche Hinweise auf die Erkrankung.

Therapie

Bei der Therapie muss man eine allgemeine, symptomatische Therapie des Fiebers von einer ursächlichen Therapie, also eine Therapie der Fieber verursachenden Erkrankung unterscheiden. Die symptomatische Therapie wiederum kann man in eine nicht-medikamentöse und eine medikamentöse Therapie trennen.

Es muss unbedingt stets darauf geachtet werden, dass ein fieberndes Baby ausreichend Flüssigkeit verabreicht bekommt.
Mit Steigen der Körpertemperatur nimmt auch der Flüssigkeitsbedarf des Körpers zu.

Zum Senken des Fiebers können feuchte Wadenwickel zum Einsatz kommen. Man sollte sie jedoch nicht anwenden, wenn der Betroffene gerade friert. Auch sollten sie nicht zu kalt sein. Bei der medikamentösen Therapie zur Senkung des Fiebers kommen eine ganze Reihe von Medikamenten in Betracht.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter​​​​​​​Wadenwickel gegen Fieber​​​​​​​

Aus der Gruppe der sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) können Ibuprofen, Acetylsalicylsäure sowie Diclofenac zur Fiebersenkung eingesetzt werden. Zudem können Metamizol, das auch als Novalgin bekannt ist, sowie Paracetamol optimal zur Fiebersenkung benutzt werden. Wird eine ursächliche Therapie des Fiebers angestrebt, dann muss zunächst die Ursache diagnostiziert werden. Ist die wahrscheinlichste Ursache der Erkrankung und damit des Fiebers beispielsweise ein bakterieller Infekt der Atemwege, dann kann ein Antibiotikum zum Einsatz kommen, das die Infektion bekämpft und folglich auch das Fieber. Die Wahl des Antibiotikums hängt vom Alter und der zu erwartenden Keime ab.

Fieber nach einer Impfung

Nach einer Impfung kann eine sogenannte Impfreaktion auftreten. Dabei handelt es sich um eine harmlose Reaktion nach einer Impfung, die meist rasch verschwindet. Festhalten sollte man unbedingt, dass die meisten Menschen eine Impfung problemlos vertragen.

Eine Impfreaktion ist ebenso von den Impfnebenwirkungen abzugrenzen, die auch als Impfkomplikationen bezeichnet werden. Hierbei kommt es zu therapiebedürftigen gesundheitlichen Schäden, die oftmals von dauerhaft verbleiben. Ihr Auftreten ist extrem selten und liegt beispielsweise für eine Darmeinstülpung als Komplikation bei einer Rota-Virus Impfung bei 1 pro 60 000 geimpften Dosen.

Bei einer Impfreaktion kann es zu einer lokalen Reaktion mit Schmerzen und einer Schwellung der Impfstelle kommen, aber auch zu einer generalisierten Reaktion. Eine dieser generalisierten Reaktionen kann sich in Fieber ausdrücken. Dabei kann es bereits nach etwa 5-6 Stunden zur Entwicklung von leichtem Fieber kommen, das bis zu drei Tagen anhalten kann. Die Reaktion des Körpers mit Fieber im Zuge einer Impfung ist völlig harmlos und ist ein Zeichen einer Immunreaktion des Körpers, die schließlich durch die Impfung gewollt ist. ( Hier finden Sie mehr zum Thema: Fieber beim Baby nach Impfungen)
Häufig lässt sich eine Impfreaktion nach der Diphtherie-Tetanus Impfung beobachten.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Impfungen Baby oder Soll ich mein Baby impfen lassen?.

Hohes Fieber beim Baby

Die normale Körpertemperatur beträgt etwa 36,8 Grad Celsius und unterliegt einer Schwankung über den Tag verteilt. Ab 37,5 Grad Celsius ist von sogenannten subfebrilen Temperaturen die Rede, was so viel wie erhöhte Temperatur bedeutet, aber definitionsgemäß noch kein Fieber darstellt. Ab Temperaturwerten von 38,5 Grad Celsius spricht man von Fieber. Hohes Fieber besteht definitionsgemäß ab 39 bis 40 Grad Celsius.

Bei Neugeborenen gelten Temperaturen über 37,8 Grad Celsius, die rektal gemessen wurden, bereits als Fieber. Während bei banalen grippalen Infekten das Thermometer eher subfebrile Temperaturen anzeigt, steigt das Thermometer bei heftigen Infektionen wie einer Grippe oder einer klassischen bakteriellen Lungenentzündung auf hohe Werte über 39 oder 40 Grad Celsius an.

Bedrohlich für den Körper werden Temperaturen über 41,5 Grad Celsius, da der Körper eine Reihe von Eiweißen enthält und diese den hohen Temperaturen nicht standhalten können. Solch hohen Temperaturwerte sind selten, denn der Körper begrenzt Fieber gewöhnlich nach oben hin. Gerade hohes Fieber sollte relativ zügig behandelt werden, auch medikamentös.

40°C: Fieber über 39 bis 40 Grad Celsius wird definitionsgemäß als hohes Fieber bezeichnet. Wenn selbst bei diesen Temperaturen noch kein Halt ist und Werte über 41 Grad Celsius gemessen werden, dann spricht man von Hyperpyrexie. Bedrohlich für den Körper werden Temperaturen über 41,5 Grad Celsius, da der Körper eine Reihe von Eiweißen enthält und diese den hohen Temperaturen nicht standhalten können. Bei einer Hyperpyrexie liegt der Sollwert der Körpertemperatur zu hoch, sodass es sich hierbei um eine Fehlregulation der Körpertemperatur handelt. Ein solcher Temperaturanstieg des Körpers ist unbedingt und dringend zu behandeln.

Das könnte Sie auch interessieren: Lungenentzündung beim Baby

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema "Fieber beim Baby" Impfung finden sie unter:

Allgemeine Informationen zum Thema "Baby" finden Sie auch unter: Kinderheilkunde.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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