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Schmerzen am äußeren Oberschenkel

Einleitung

Schmerzen am äußeren Oberschenkel werden oftmals durch eine muskuläre Verspannung hervorgerufen und sind keine Seltenheit. Laufsportarten, wie Fussball, Handball oder Ausdauerlauf können zu einer Problematik führen. Oftmals kommt es bei Sportlern, die das Training zu schnell steigern, die Muskulatur und Sehnen vor dem Sport nicht aufwärmen oder nach dem Sport nicht ausreichend dehnen, zu Schmerzen.
Auch spielt Übergewicht durch eine Überbelastung der Knochen und Muskulatur eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Schmerzen am äußeren Oberschenkel.

Die Schmerzen sind in den meisten Fällen bei Bewegung oder Belastung zu spüren und können bis in das Knie ziehen.

Ursachen für Schmerzen am äußeren Oberschenkel

Schmerzen am äußeren Oberschenkel können viele verschiedene Ursachen haben.

  • Verspannung des Tractus iliotibialis (Sehnenfasern zweier Hüftmuskeln, verbindet äußere Hüfte und Knie): Die Verspannung kann zum einen durch Fehlstellungen, beispielsweise X-Beinen, und zum anderen durch Fehlbelastungen beidseitig oder einseitig auftreten.

  • Meralgia paraesthetica: Der Nerv, der den äußeren Oberschenkel versorgt, wird eingeklemmt und verursacht Schmerzen und Taubheitsgefühle am äußeren Oberschenkel.

  • Erkrankungen des Hüftgelenks: Hierbei kann es aufgrund einer Arthrose des Hüftgelenks zu Schmerzen kommen.

  • Bursitis trochenterica: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung eines am oberen Oberschenkelknochen sitzenden Schleimbeutels, der sich beispielsweise nach Stürzen entzünden kann.

Die Schleimbeutelentzündung der Hüfte als Ursache

Die Schleimbeutelentzündung der Hüfte, auch Bursitis trochanterica genannt, bezeichnet eine Entzündung des Schleimbeutels, welcher sich am Oberschenkelknochen befindet. Der Oberschenkelknochen besitzt am oberen Ende einen Knochenvorsprung, über dem der Tractus iliotibialis gleitet. Der Tractus iliotibialis ist ein starkes Stabilisierungsband, welches die Hüfte und das Knie verbindet. Um zu verhindern, dass dier Tractus an diem Knochenvorsprung reibt, liegt ein Schleimbeutel dazwischen.

Nach Stürzen, Fehl- und Überbelastungen (Sport, Übergewicht) kann sich dieser Schleimbeutel entzünden und bewegungsabhängige Schmerzen an der äußeren Hüfte hervorrufen.

Für weitere Informationen lesen Sie hier weiter: Bursitis trochenterica

Die schnappende Hüfte als Ursache

Eine schnappende Hüfte wird auch als Coxa saltans bezeichnet. Von der schnappenden Hüfte sind meistens junge Frauen betroffen. Es kommt beim Gehen zu einem fühlbaren und eventuell auch hörbaren Schnappen beim Gleiten des Tractus iliotibialis über den oberen Oberschenkelknochen. Der Tractus iliotibialis ist ein Band, das aus Sehnenfasern von verschiedenen Muskeln besteht. Es verleiht dem Oberschenkelknochen Stabilität und schüzt so vor Brüchen.

Im Verlauf kann es zu einer Entzündung des zwischen dem Band und dem Knochen liegenden Schleimbeutels kommen, die mit Schmerzen einhergeht. Die Therapie besteht aus einer physiotherapeutischen Behandlung und einer Schmerzbehandlung mit Medikamenten. Bei anhaltenden Schmerzen muss eventuell eine Operation erfolgen.

Mehr Informationen zum Thema schnappende Hüfte erhalten Sie hier. 

Das L2-Syndrom als Ursache

Ein L2-Syndrom ist selten und kann im Rahmen eines Bandscheibenvorfall der LWS oder eines Prolaps der Bandscheibe entstehen. Durch Druck auf den Nerven kann es zu Schmerzen im Versorgungsgebiet des Rückenmarksnerven Lendenwirbelsäule 2 (L2) kommen. Neben den Schmerzen können auch ein Taubheitsgefühl und Kraftminderung auftreten.

Bei einem Verdacht sollte schnellstmöglicht ein CT oder ein MRT durchgeführt werden um weitere Nervenschäden zu verhindern.

Informieren Sie sich hier rund zum Thema: Ursache von Schmerzen in den Beinen.

Die begleitenden Symptome

Die Taubheit als Symptom

Die Taubheit der Haut deutet auf eine Nervenirritation oder Schädigung hin. Der äußere Oberschenkel wird durch den sogenannten Nervus cutaneus femoris lateralis versorgt. Wird dieser in seinem Verlauf eingeengt, kommt es neben Schmerzen zu Taubheitsgefühlen.

Diese Nervenirritation wird auch als Meralgia paraesthetica oder umgangssprachlich als Jeanshosenläsion bezeichnet. Die Einengung des Nervens kann durch eine Druckerhöhung im Bauchraum in Rahmen einer Schwangerschaft oder bei Übergewicht ausgelöst werden. Auch äußere Kompression durch einen Gürtel, Hosenbund oder Korsette können diese Symptomatik verursachen.
Wird die Ursache vermieden bzw. beseitigt, kommt es meist zu einer spontanen Besserung der Symptome.

Mehr Informationen zum Thema Meralgia paraesthetica finden Sie hier. 

Ein Brennen als Symptom

Ein Brennen deutet ebenfalls auf eine Nervenirritation oder -Schädigung. Am äußeren Oberschenkel kann das Brennen durch eine Einengung des sogenannten Nervus cutaneus femoris lateralis verursacht werden. Dieser Nerv versorgt sensibel das Areal am äußeren Oberschenkel. Diese Erkrankung wird auch als Meralgia paraesthetica bezeichnet.

Auch Polyneuropathien, von denen besonders häufig Diabetiker oder langjährige Alkoholiker betroffen sind, können ein Brennen am äußeren Oberschenkel verursachen. Hierbei kommt es zu einer Nervenschädigung, wobei die Erkrankung schleichend voranschreitet und meist mit Empfindungsstörungen wie Brennen, Kribbeln oder Taubheitsgefühlen an den Füßen beginnt.

Lesen Sie auch den Artikel: Polyneuropathie.

Der Oberschenkelkrampf als Symptom

Ein Krampf in der äußeren Oberschenkelmuskulatur oder der äußeren Gesäßmuskulatur kann Schmerzen verursachen. Diese beginnen meisten sehr plötzlich und hören nach wenigen Sekunden bis Minuten wieder auf.

Eine Ursache für Krämpfe im Oberschenkel kann beispielsweise eine Überbelastung der Muskulatur sein. Auch ein Magnesiummangel kann einen Muskelkrampf verursachen. Dieser kann durch eine unausgewogene Ernährung hervorgerufen werden oder aber auch durch Medikamente, die dafür sorgen, dass vermehrt Magnesium ausgeschieden wird. Auch Fettsenker, sogenannte Statine, können Schmerzen im Oberschenkel hervorrufen.
Sollten Statine der Auslöser der Krämpfe sein, ist es wichtig, diese abzusetzen. Statine sind Medikamente, welche häufig bei erhöhten Bluttfettwerten verwendet werden. Eine der Nebenwirkungen sind Muskelschmerzen und Krämpfe. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem Skelettmuskelzerfall (sog. Rhabdomyolyse) und akuten Nierenversagen kommen.

Kann das auch eine Thrombose sein?

Eine Thrombose ist ein Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene. Diese bereitet dort, wo das Gefäß verschlossen ist, Schmerzen. Ist ein Gefäß in der Nähe des äußeren Oberschenkels betroffen, können die Schmerzen auch dort zu spüren sein.
Zusätzlich kann es zu einer Schwellung des Beines, einer blau-lividen Verfärbung, einer Überwärmung und einem Schweregefühl im Bein kommen. Besteht der Verdacht auf eine Thrombose, sollte diese unbedingt durch eine Ultraschalluntersuchung ausgeschlossen bzw. bestätigt und folgend frühzeitig behandelt werden.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: tiefe Beinvenenthrombose.

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Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Um in der Orthopädie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.
Gerade in unserer sehr ökonomisierten Welt, bleibt zu wenig Zeit, um die komplexen Erkrankungen der Orthopädie gründlich zu erfassen und damit eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.
In die Reihe der "schnellen Messerzücker" möchte ich mich nicht einreihen.
Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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    Kaiserstraße 14
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Leider ist eine Terminvereinbarung nur bei privater Krankenversicherungen möglich. Ich hoffe auf Ihr Verständnis!

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Wann treten die Schmerzen auf?

Schmerzen beim Laufen

Schmerzen im äußeren Oberschenkel können bei Läufern auftreten. Typischerweise entstehen bei Sportlern diese Schmerzen nach sehr starker Beanspruchung, also nach extrem langen Laufstrecken, aber auch bei ungewohnter Belastung. Ein geübter Langstreckenläufer kann Schmerzen auch nach nur mäßig intensivem Sprinttraining entwickeln, da er diese nicht gewohnt ist. Auch Wiedereinsteiger nach der Winterpause oder Ungeübte, die mit zu großem Ehrgeiz ins erste Training starten können diese Beschwerden entwickeln.

Woher kommen die Schmerzen? Außen am Oberschenkel befindet sich eine Sehnenplatte, die Tractus iliotibialis genannt wird. Diese Sehne zieht vom großen Gesäßmuskel (Gluteus Maximus), der am Darmbein ansetzt, bis zum oberen Ende des Schienbeins . Über diesen Faserzug kann sowohl die Hüfte als auch das Knie gebeugt werden. Daher ist dieser Zug beim Joggen großen Belastungen ausgesetzt, die Sehne wird gereizt und verursacht dann die Schmerzen am äußeren Oberschenkel.
Es kann zu einer Sehnenentzündung des Oberschenkels kommen, die sich bewegungsabhängigen, meist stechenden Schmerzen äußert.

Eine Weitere Funktion des Tractus Iliotibialis ist es, durch eine zusätzliche Fixierung des Oberschenkels, die Biegebelastung auf den Oberschenkelknochen zu reduzieren. Gerade beim Laufen ist diese Belastung sehr hoch, da bei jedem Schritt ein Vielfaches des Körpergewichts auf die Gelenke wirkt und die Sehne erheblich gereizt wird. Besonders betroffen von diesen Beschwerden sind Sportler mit O-Beinen.
Abhilfe bei diesem sogenannten „Läuferknie" oder Tractussyndrom schaffen zum einen Sportpausen, sowie besser dosierte Belastung, aber auch spezielle Dehnübungen.

Schmerzen im Liegen

Gerade morgens und vor dem Aufstehen leiden Menschen mit rheumatischen Beschwerden an Schmerzen im Bereich der Hüfte, die aber nicht selten in die Oberschenkelaußenseite ausstrahlen können. Besonders im Bereich der Darmkreuzbeingelenke sind Menschen mit  Morbus Bechterew betroffen. Dies ist eine rheumatische Erkrankung, die besonders die Becken und Wirbelgelenke befällt. Betroffen sind vorallem Männer, wobei die Krankheit in der Regel im jungen Erwachsenenalter erstmals auffällt.

Typisch sind bei allen rheumatischen Beschwerden zum einen die morgendliche Steifigkeit, die aber über Tag abnimmt. Gegen die Beschwerden einer Rheumaerkrankung helfen zum einen Schmerzmittel wie ASS oder Ibuprofen, die nicht nur gegen die Schmerzen sondern auch gegen den Entzündungsprozess wirkt. Dadurch wirken diese Schmerzmittel, die aufgrund dieser Wirkung auch Nicht-Steroidale Antirheumatika (NSAR) genannt werden, gleichzeitig sowohl ursächlich als auch symptomatisch gegen rheumatische Beschwerden.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit sind Cortisonpräparate, die ebenfalls die Entzündungsreaktionen abmildern.Langfristig angewendet erzeugt Cortison jedoch erhebliche Nebenwirkungen, wie Fetteinlagerungen. Daher werden Cortisonpräparate entweder niedrig dosiert oder als Stoßtherapie, also kurzfristig aber dann sehr hoch dosiert eingesetzt. Ein weiterer Ansatz in der Rheumabehandlung sind Immunsuppressiva, also Medikamente, die das körpereigene Immunsystem unterdrücken.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Rheuma.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.06.2019
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