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Schmerzen am hinteren Oberschenkel

Einleitung

Schmerzen im hinteren Oberschenkel können zahlreiche Ursachen haben und unterscheiden sich in ihrer Ausprägung und Schmerzqualität.
Vorübergehende Überlastungserscheinungen oder Verletzungen sind häufige Ursachen, oftmals kommt es aber auch zu Beschwerden, die aufgrund von muskulären Dysbalancen oder Verschleiß entstanden sind.

Manche Schmerzen sind harmlos und nur von kurzer Dauer, manche sind jedoch auch Symptome behandlungsbedürftiger Erkrankungen, die Ernst genommen werden müssen. Hinweisend auf die jeweilige Diagnose ist neben der Schmerzdauer und -intensität vor allem die Schmerzqualität. Sie beschreibt, den Charakter des Schmerzes, also ob er beispielsweise eher stechen oder stumpf, lokal begrenzt oder ausstrahlend ist. Wichtig für die Diagnosefindung ist vor allem bei Verletzungen oftmals auch der Unfallhergang.

Im folgenden sind einige häufige Ursachen für Schmerzen im hinteren Oberschenkel dargestellt.

Abbildung Schmerzen hinterer Oberschenkel

Schmerzen hinterer Oberschenkel

  1. Vierte Lendenwirbel -
    Vertebra lumbalis IV
  2. Darmbeinschaufel -
    Ala ossis ilii
  3. Kreuzbein - Os sacrum
  4. Großer Gesäßmuskel -
    Musculus gluteus maximus
  5. Ischiasnerv -
    Nervus ischiadicus
  6. Oberschenkelbein -
    Femur
  7. Zweiköpf. Oberschenkelmuskel -
    Musculus biceps femoris
  8. Halbsehniger Muskel -
    Musculus semitendinosus
  9. Halbmembranöser Muskel -
    Musculus semimembranosus
  10. Äußerer Wadenmuskel -
    Musculus gastrocnemius,
    Caput laterale
    Häufige Ursachen für Schmerzen
    am hinteren Oberschenkel:

    A - Bandscheibenvorfall
    B - ISG - Blockade, Ischias-Schmerz
    C - Hüftschmerzen
    D - Knochenbruch
    E - Zerrung / Muskelfaserriss /
    Muskelprellung /Muskelkater
    F - Knieschmerzen

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

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Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Um in der Orthopädie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.
Gerade in unserer sehr ökonomisierten Welt, bleibt zu wenig Zeit, um die komplexen Erkrankungen der Orthopädie gründlich zu erfassen und damit eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.
In die Reihe der "schnellen Messerzücker" möchte ich mich nicht einreihen.
Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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Folgende Ursachen für Schmerzen im hinteren Oberschenkel kommen in Frage

Sportverletzungen

Viele Sportler sind von Schmerzen im hinteren Oberschenkel betroffen, die zumeist von der Muskulatur ausgehen. An der Oberschenkelhinterseite befindet sich der Hamstring, er besteht aus drei Muskeln, dem M. Semitendinosus, dem M. Semimembranosus und dem M. Biceps femoris.
Alle Muskeln sind für die Beugung des Kniegelenks und eine Streckung in der Hüfte zuständig.
Im Sport wird der Hamstring vor allem beim Sprinten und Joggen sehr stark beansprucht, weswegen es hier auch oft zu Verletzungen und Überlastungserscheinungen kommt.

Ist eine Sportverletzung aufgetreten ist es in der Regel wichtig, die sportliche Betätigung zu unterbrechen. Zudem ist es wichtig, die betroffene Stelle unmittelbar zu kühlen. Weiterhin sollte der Oberschenkel unter leichtem Druck verbunden und hochgelagert werden, damit keine Schwellung entsteht.
Zusammengefasst sind diese Maßnahmen in der sogenannten PECH-Regel, welche auf viele leichtere Sportverletzungen angewandt werden kann, hierbei ist PECH ein Akronym, welches für Folgendes steht:

  • P- Pause einlegen
  • E- Eis auflegen
  • C- Kompression
  • H- Hochlagern

Schmerzen aufgrund von Überbelastung

Gerade Laufanfänger haben oftmals mit Schmerzen im hinteren Oberschenkel zu kämpfen, da die Muskulatur schlecht trainiert ist. Durch die Überbelstung entstehen nicht nur Schäden an der Muskulatur, es können auch die Sehnen überbeansprucht werden, wodurch es zur Reizung der Sehnen und letztendlich zu einer Sehnenentzündung am Oberschenkel kommen kann.
Hierbei ist es oft hilfreich gezielte Kräftigungsübungen für die Oberschenkelhinterseite durchzuführen und die Muskulatur zu dehnen.

Wichtig ist jedoch, dass diese Oberschenkelschmerzen von einer Verletzung abgegrenzt werden, die eine Belastungsunterbrechung erfordert.

Lesen Sie auch den Artikel zum Thema: Sehnenentzündung am Oberschenkel

Oberschenkelzerrung

Die Zerrung des hinteren Oberschenkels gehört zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Sie tritt häufig zum Beispiel bei Sprintern oder Fußballspielern auf.
Zu einer Zerrung kommt es oftmals, wenn man beim Sport plötzliche schnelle und kraftvolle Bewegungen durchführt, ohne sich richtig aufgewärmt zu haben oder wenn man die eigene Muskulatur beim Sport überfordert und den ermüdeten Muskeln die Kraft fehlt, die Belastungen ohne Schaden zu überstehen.
Die Schmerzen bei einer Zerrung nehmen während der sportlichen Belastung immer weiter zu, es entsteht ein Brennen im Muskel, was sich vor allen Dingen bei Anspannung und Druck bemerkbar macht. In Ruhe hat man zumeist keine oder nur sehr wenig Schmerzen.

Ist eine Zerrung im hinteren Oberschenkel aufgetreten, sollte die sportliche Betätigung abgebrochen werden und nach der PECH-Regel vorgegangen werden. Bei einer Zerrung sollte die sportlicher Belastung solange pausiert werden, bis die Muskulatur nicht mehr schmerzt, dies kann durchaus einige Tage in Anspruch nehmen. In dieser Zeit ist es jedoch ratsam, den betroffenen Oberschenkel nicht völlig still zu halten, sondern leichte Bewegungen auszuführen. Dies fördert die Ausheilung der Zerrung.

Viele weitere Informationen erhalten Sie unter unserer Seite: Oberschenkelzerrung

Muskelfaserriss

Ein Muskelfaserriss entsteht dadurch, dass die einzelnen Muskelfasern den Zug, welcher auf den Muskel ausgeübt wird, nicht mehr standhalten können und in Folge dessen reißen.
Dies geht mit Schwellung und Bluterguss im betroffenen Muskel einher.

Zu einem Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel kommt es vornehmlich bei Sportarten, die ein starkes Bremsen oder Beschleunigen erfordern und dabei den Hamstring im hinteren Oberschenkel sehr stark beanspruchen. Auch hier sind als Beispiel das Sprinten und Fußballspielen zu nennen.

Kommt es zu einem Muskelfaserriss, tritt ein plötzlicher stechender Schmerz in der betroffenen Muskulatur auf. Die Schmerzen sind so stark, dass der Sportler in eine Schonhaltung gezwungen wird und den Muskel nicht mehr einsetzen kann.

Die sportliche Belastung muss umgehend abgebrochen werden, um weiteren Schaden zu verhindern. In der Regel ist es dem Sportler jedoch ohnehin nicht möglich, die Belastung fortzuführen. Schnellstmöglich sollte nun mit einer ersten Selbstbehandlung begonnen, die sich nach der PECH-Regel richtet. Die Heilung eines Muskelfaserrisses dauert länger als die einer Zerrung und kann einige Wochen in Anspruch nehmen.
Hat die Muskulatur der Oberschenkelhinterseite einen Faserriss erlitten, heilt sie unter Narbenbildung.

Vernarbte Muskulatur ist potenziell gefährdeter erneut einen Muskelfaserriss zu erleiden. Um dies zu vermeiden sollte nach der Ausheilung des Risses der Hamstring vorsichtig und sorgfältig gekräftigt und vor dem Sport gut aufgewärmt werden.
Es ist sehr wichtig, dass nach der Verletzung nicht zu früh wieder belastet wird, da es bei einem noch nicht wieder verheilten Muskel leicht erneut zu einem Muskelfaserriss kommen kann.

Viele weitere Informationen erhalten Sie unter unseren Themen: Muskelfaserriss im Oberschenkel

Muskelprellung

Muskelprellungen entstehen durch kräftige Schläge auf die Muskulatur. Besonders bei Kontaktsportarten, aber auch bei anderen Tätigkeiten, kann es dazu kommen, dass die Muskulatur des hinteren Oberschenkels durch einen Schlag geprellt wird.
Hierbei entsteht durch die große Krafteinwirkung ein Bluterguss zwischen den Muskelfasern.
Es können auch Schwellungen und Muskelverhärtungen auftreten. Wie der Muskelfaserriss ist auch eine Prellung sehr schmerzhaft und geht mit einer deutlichen Bewegungseinschränkung des betroffenen Beins einher.
Die PECH-Regel gibt auch bei der Prellung einen guten Leitfaden für die Erstversorgung. Wichtig ist, dass die harmlose Muskelprellung von einem Knochenbruch abgegrenzt wird, da die Symptome oftmals ähnlich sind.
Ein Röntgenbild kann Aufschluss über die Knochenverhältnisse geben. Eine Prellung ist eine langwierige Verletzung, die oft noch nach Wochen Oberschenkelschmerzen bereitet, wichtig für den Heilungsprozess ist, dass der betroffene Muskel nicht zu früh wieder belastet wird.

Lesen Sie mehr zum Thema unter Oberschenkelprellung.

Muskelkater

Hat man seine Muskulatur stärker belastet als man dies in der Regel tut, kann es zu Muskelkater kommen. Muskelkater entsteht vermehrt, wenn man stoßartige Bewegungen durchgeführt hat.

Die Oberschenkelhinterseite ist oftmals von Muskelkater betroffen, die Muskulatur durch sitzende Tätigkeiten oftmals schlecht trainiert ist.
Der Schmerz entsteht meist einen Tag nach der Belastung. Ursächlich hierfür sind Risse in den Z-Scheiben, dies sind Trennungen, die einzelne kontraktile Einheiten auf zellularer Ebene trennen. Durch diese Risse kommt es zu Schwellung und Entzündung, die als Schmerz wahrgenommen wird.

Ist ein Muskelkater aufgetreten hilft es, die betroffenen Muskulatur zu wärmen und leicht zu massieren, dadurch wird die Durchblutung angeregt und der Heilungsprozess verläuft schneller. Generell kommt es seltener zu Muskelkater, wenn vor dem Sport eine gute Aufwärmphase erfolgt und die Muskelgruppen gekräftigt werden.

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Bakerzyste

Eine Bakerzyste beschreibt eine im hinteren Kniegelenk gelegene Aussackung der Kniegelenkkapsel. Eine Zyste ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum. Die Bakerzyste fällt meist durch eine Schwellung in der Kniekehle auf und kann beim Gehen oder Hinknien ein Druckgefühl oder Schmerzen bereiten, die teilweise in den Unterschenkel ausstrahlen können.
Ursache einer Bakerzyste sind meist krankhafte Veränderungen im Kniegelenk, die zum Beispiel durch (Sport-)Unfälle oder Erkrankungen wie Arthrose oder Meniskusläsionen hervorgerufen werden können. Sollte eine Bakerzyste aufgrund einer sportlichen Überbelastung entstanden sein, ist es wichtig, den Körper zu schonen. So sollten zum Beispiel Lauf- oder Sprungsportarten für eine Weile unterlassen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Symptome einer Bakerzyste

Sehnenentzündung am Sitzbein

Eine Sehnenentzündung am Sitzbein tritt häufig nach ungewohnter oder zu starker körperlicher Belastung auf. Vor allem kommt es häufig bei einer Überlastung des Beinbeugemuskels (M. biceps femoris) zu einer Sehnenentzündung. Dieser Muskel liegt auf der Hinterseite des Oberschenkels und ist dafür zuständig, dass das Bein in der Hüfte nach hinten gestreckt und nach außen rotiert sowie im Knie gebeugt werden kann.
Das heißt, dass bei allen Sportarten bzw. -Übungen, bei denen diese Bewegungen – besonders die Außenrotation und die Streckung des Beines nach hinten in der Hüfte - ausgeführt werden, eine Sehnenentzündung am Sitzbein hervorrufen und für Schmerzen am hinteren Oberschenkel und Gesäß ursächlich sein können.

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Belastungsunabhängige Schmerzen

Im hinteren Oberschenkel können sich auch Schmerzen manifestieren, die nicht aufgrund einer Überbelastung oder Verletzung aufgetreten sind.
Aufgrund einer überwiegend sitzenden Tätigkeit haben die meisten Menschen eine geschwächte Muskulatur in der Oberschenkelrückseite und der Lendenwirbelsäule.
Dadurch kommt es zu einer Verschlechterung der Statik und damit einhergehend zu einer vermehrten Hohlkreuzbildung und Instabilität, die mit Rückenproblemen einhergehen kann.
Diese können wiederum ausstrahlende Schmerzen in den hinteren Oberschenkel verursachen.

Bandscheibenvorfall der LWS

Liegt ein Bandscheibenvorfall der LWS vor, ist es häufig, dass es zu Schmerzen im hinteren Oberschenkel kommt. Dies liegt daran, dass Bandscheibenvorfälle meistens im untersten Bereich der Lendenwirbelsäule entstehen, nämlich auf Höhe des Segments L4/5 bzw. L5/S1.
Der Schmerz strahlt in den gesamten hinteren Oberschenkel aus und zieht häufig über die Wade bis in den Fuß.
Neben Sensibilitätsstörungen kann es auch zu einer Schwächung der Muskulatur kommen.
Kommt es begleitend zu unkontrolliertem Harn- oder Stuhlverlust oder Lähmungserscheinungen, sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden, da in diesem Fall die vorgewölbte Bandscheibe die Nerven nachhaltig schädigen kann, wenn nicht schnell mit der Behandlung begonnen wird.

Generell sollten Bandscheibenvorfälle der LWS unbedingt von einem Arzt diagnostiziert und behandelt werden. Hierbei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die von der konservativen Therapie, die Schmerzmittel und Krankengymnastik beinhaltet, bis zu unterschiedlichen operativen Therapieoptionen reicht.

Lesen Sie viele weitere Informationen zu diesem Thema unter:

ISG-Blockade

Ist das Iliosakralgelenk, welches im Becken Darmbein und Kreuzbein miteinander verbindet, blockiert, kommt es zu Schmerzen im Gesäß.
Oftmals verspannt sich im Zuge dessen die Gesäßmuskulatur und drückt auf den Ischiasnerv.
Dadurch strahlen die Schmerzen in den hinteren Oberschenkel aus.
Zu ISG-Blockaden kommt es häufiger bei Frauen. Liegen häufiger ISG-Blockaden vor, sollte Gesäßmuskulatur und die Muskeln der Oberschenkelhinterseite gestärkt werden.

Informieren Sie sich mehr über das Thema: ISG-Blockaden

Ischias-Schmerz

Neben einem Bandscheibenvorfall der LWS können auch Einklemmungen im Bereich der Nervenaustrittsstelle an der Wirbelsäule zu starken Schmerzen führen.
Ist der hintere Oberschenkel mit betroffen, ist in der Regel der Ischiasnerv eingeklemmt. Ursache hierfür kann eine Bandscheibenvorfall der LWS, aber auch Entzündungen der Nervenwurzel zu Grunde liegen.
Auch aufgrund von Muskelverspannungen in der Lendenwirbelsäule oder der Gesäßmuskulatur können Schmerzen am hinteren Oberschenkel auftreten.

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Schmerzen nach einer Kreuzband-OP

Bei einer Kreuzband-OP, bei der das Kreuzband durch eine körpereigene Sehne ersetzt wird (autologe Kreuzbandplastik), kann es nach der Operation zu Schmerzen im hinteren Oberschenkel kommen. Die Sehne, die für die Rekonstruktion des Kreuzbandes genutzt wird, ist meist die Sehne des Musculus semitendinosus, die von der Innenseite des Knies hoch in den hinteren Oberschenkel zieht. Daher kann es nach der Operation zu sogenannten Wundschmerzen kommen. Eine ausreichende Schonung für ca. eine Woche und eine danach strukturierte Bewegungstherapie, wobei die Belastung nach und nach gesteigert wird, sollte unbedingt eingehalten werden.

Begleitende Symptome

Delle im Muskel

Kommt es zu einer tastbaren Delle am hinteren Oberschenkel und zusätzlich zu Schmerzen, Spannungsgefühl und einer schmerzbedingten Unfähigkeit, den Oberschenkel in der Hüfte nach hinten zu strecken bzw. das Bein im Knie zu beugen, kann ein Muskelfaserriss dahinterstecken. Teilweise kann ein großes Hämatom am hinteren Oberschenkel sichtbar werden. Bei einem Muskelfaserriss kommt es zu einem Riss einzelner oder zahlreicher Muskelfasern, meist nach einer starken Belastung. Oftmals reißen die Fasern dann, wenn die Sehnen bzw. Muskelfasern schon vorbelastet und entzündet waren.

Weitere Informationen finden Sie unter: Muskelfaserriss des Oberschenkels

Bluterguss/Hämatom

Ein Bluterguss (Hämatom) kann bei jeglicher Verletzung des Oberschenkels entstehen. Ein Stoß oder Sturz können einen Bluterguss und Schmerzen am hinteren Oberschenkel verursachen. Auch ein Muskelfaserriss kann mit einem Bluterguss einhergehen. Hierbei kommt es oftmals auch zu einer tastbaren Delle in der Muskulatur.
Ein Bluterguss ist druckschmerzhaft und wechselt im Verlauf die Farbe von rot über dunkelrot-violett-blau-schwarz zu dunkelgrün und letztlich zu gelb-braun. In den meisten Fällen verschwindet das Hämatom nach ein bis zwei Wochen wieder.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Bluterguss am Oberschenkel

Taubheit/Kribbeln

Kommt es zusätzlich zu den Schmerzen am hinteren Oberschenkel zu einem Taubheitsgefühl bzw. einem Kribbeln, geht die Problematik meist von der Wirbelsäule und der unteren Rückenmuskulatur aus. Ein Hexenschuss (Lumbago) im Bereich der Lendenwirbelsäule, wobei sich die meist vorher schon verspannte oder untrainierte Muskulatur plötzlich zusammenzieht und verkrampft, kann die Nerven reizen, die die Muskulatur am hinteren Oberschenkel versorgen.
Es kann zu Kribbel- und Taubheitsgefühlen und zu Schmerzen, die vom unteren Rücken in den Oberschenkel ziehen, kommen. Zusätzlich kann ein Bandscheibenvorfall im unteren Rücken die Nerven reizen und ebenfalls Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühle auslösen. Sowohl ein Hexenschuss als auch ein Bandscheibenvorfall treten häufig nach Belastungen des unteren Rückens, wie beispielsweise beim oder nach dem Tragen von schweren Lasten, auf.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: HexenschussBandscheibenvorfall

Schmerzen im hinteren Oberschenkel und Po

Oftmals gehen Schmerzen im Po und hinteren Oberschenkel von einer Wirbelsäulenproblematik aus. Daraus resultierende Haltungsfehler sorgen dafür, dass zum Beispiel ein Bein mehr belastet wird als das andere und somit einer übermäßigen Gewichtsbelastung einer Körperhälfte ausgesetzt ist. Diese Überbelastung eines Beins kann dann zu einseitigen Schmerzen im Po und Oberschenkel führen. Bandscheibenvorfälle und Hexenschüsse können ebenfalls vom Rücken ausgehende Schmerzen verursachen, die über den Po in den Oberschenkel ausstrahlen. Besonders, wenn Taubheits- oder Kribbelgefühle hinzukommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit eine schwerwiegendere Wirbelsäulenerkrankung ausgeschlossen werden kann. Auch eine Muskelzerrung oder Verspannung im Gesäß können Schmerzen verursachen, die in den Oberschenkel ausstrahlen und meist bei Bewegung zu spüren sind.

Behandlung/Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache, die die Schmerzen auslöst. Ein Muskelfaserriss sollte sofort gekühlt werden. Im weiteren Verlauf sollte die Muskulatur im Oberschenkel für ein bis zwei Tage geschont und ein kühlender Salbenverband angelegt werden. Die Belastung sollte dann erst wieder langsam gesteigert werden.
Eine Bakerzyste, die keine Beschwerden macht, muss in der Regel nicht therapiert werden. Kommt es allerdings zu Beschwerden, Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen, ist die Verletzung im Knie, beispielsweise eine Arthrose, zu behandeln. Eine chirurgische Entfernung der Zyste sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen, da sie oftmals trotz Entfernung wiederkommt, wenn der Auslöser nicht behandelt wird.
Ein Hexenschuss bzw. ein Bandscheibenvorfall werden in der Regel mit Schmerzmedikamenten behandelt. Wichtig ist, dass der Betroffene keine Bettruhe hält, sondern sich bewegt (zum Beispiel Spazierengehen), ohne den Rücken jedoch mit Gewichten zu belasten. Im Verlauf ist eine Stärkung der Rückenmuskulatur unabdingbar.

Prognose/ Heilungsdauer

Die Prognose bzw. die Heilungsdauer hängen ebenfalls von der zugrundeliegenden Ursache ab. Nach einem Muskelfaserriss sollte bis zu sechs Wochen kein Sport getrieben werden. Zudem kann es bei einer zu frühen Belastung zu einem erneuten Riss kommen. Der spontane Rückgang einer Bakerzyste ist generell – ohne Behandlung der Ursache – nicht zu erwarten.
Daher ist es wichtig, dass die die Zyste auslösende Erkrankung therapiert wird. Die Bakerzyste tritt meist bei erneuten Kniebeschwerden wieder auf. Die Beschwerden eines Hexenschusses bzw. Bandscheibenvorfalls können sich ebenfalls über mehrere Wochen hinwegziehen. Nach einem Hexenschuss bzw. Bandscheibenvorfall sollte unbedingt mit einer Stärkung der Rückenmuskulatur begonnen werden, um erneuten Problemen vorzubeugen.

Kann das auch eine Thrombose sein?

Bei einer Thrombose handelt es sich um einen Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel in einer Vene. Die Thrombose verursacht typischerweise dumpfe Schmerzen, eine Schwellung und bläulich-livide Verfärbung (Zyanose) des betroffenen Bereichs. Zudem kann es zu Spannungsgefühl und einer verstärkten Venenzeichnung auf der Haut kommen. Eine Thrombose kann Schmerzen im hinteren Oberschenkel verursachen, wenn ein Gefäß, das am hinteren Oberschenkel entlangzieht, verstopft ist.
Auch eine Thrombose und Entzündung der oberflächlichen Hautvenen, auch Thrombophlebitis genannt, kann Schmerzen am hinteren Oberschenkel verursachen. Hierbei kommt es zu einer kurzstreckigen, strangförmigen Rötung und schmerzhaften Verdickung im Bereich der Thrombose. In beiden Fällen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Bei einer Thrombose der tiefen Venen muss in jedem Fall eine therapeutische Verdünnung des Blutes (Antikoagulation) stattfinden. Bei einer Thrombose der oberflächlichen Venen sollte eine Kühlung und Schmerztherapie erfolgen, gegebenenfalls ist auch hier eine Blutverdünnung notwendig.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen bei einer Thrombose

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.06.2019
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