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Schuppenflechte der Kopfhaut

Definition

Eine Schuppenflechte, die auch als Psoriasis bezeichnet wird, ist eine entzündliche Hauterkrankung, die verschiedenste Teile der Haut des Menschen betreffen kann. Merkmale sind meistens der rötlich, schuppende Charakter der Haut. Eine Psoriasis kann in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten. So kann es zu Beginn nur kleine rötliche, schuppende Hautveränderungen geben, die sich aber dann flächenhaft über weite Teile des Körpers ausbreiten können.

Die meisten Patienten, die an einer Schuppenflechte erkrankt sind, leiden sehr darunter, da man die auffälligen Hautstellen, die auch nicht selten im Bereich des Gesichtes auftreten können, nicht verdecken kann. Es kommt sehr oft zu einer Stigmatisierung der Betroffenen. Die Erkrankung verläuft in Schüben, wobei nach Krankheitsbeginn meistens ein Grundbefall der Haut vorhanden ist. Durch Stress und andere, bisher nicht bekannte Faktoren, kann es zu einem schubförmigen Anstieg der Entzündungsfelder auf der Haut kommen.

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Ursachen für Schuppenflechte der Kopfhaut

Heute ist man sich sicher, dass es sich bei der Schuppenflechte um eine sogenannte Autoimmunerkrankung handelt. Das Immunsystem des Körpers erkennt bestimmte Hautzellen des eigenen Körpers nicht als eigen und bekämpft diese. Daraufhin kommt es zu einem schnellen Absterben von Hautzellen, die an die Hautoberfläche transportiert werden. Die normale Hautregeneration, die mehrere Wochen dauern kann, findet bei einem Patienten mit einer Schuppenflechte innerhalb weniger Tage statt, was zur Folge hat, dass sich die abgeschilferten Hautzellen sehr schnell an die Hautoberfläche bewegen und sich dort ablagern. Sehr schnell kommt es aus diesem Grund zu einem Dickerwerden der Haut und der für die Schuppenflechte sehr typischen Plattenbildung der Haut.

Warum aber das eigene Immunsystem die Hautzellen als fremd klassifiziert und diese bekämpft ist bis heute nicht geklärt. Eine weitere wichtige Ursache der Schuppenflechte ist erblicher Natur. Es wird davon ausgegangen, dass der Großteil der Schuppenflechte-Patienten, die Erkrankung durch ihre engsten Familienangehörigen vererbt bekommen haben. Einfluss kan man also unter diesen Umständen nicht an der Entstehung der Erkrankung nehmen. Ca. 2-3% der Bevölkerung Europas ist von der Erkrankung betroffen. Bei vielen verläuft die Krankheit aber in schwachen Schüben und geringer Ausprägung. Nur bei einem geringen Teil kommt es zur Ausprägung eines massiven Befalls, bei dem meistens die Kopfhaut und die Stirn des Patienten betroffen ist. Weitere Lokalisationen sind die Arme, Finger und Beine und Teile des Rückens und des Rumpfes.

Diagnose

Die Diagnose einer Schuppenflechte wird anhand der körperlichen Untersuchung und einigen Tests an dem betroffenen Hautbereich gestellt. So gibt es einige Phänomene, die typisch für eine Psoriasis sind und diese markieren. Zu nennen wäre zunächst das Kerzenphänomen. Kratzt man mit einem Holzspatel über den verdickten, auffälligen Hautbereich, so lösen sich Hautschichten ab und hinterlassen den optischen Eindruck eines zerriebenen Kerzenwachses. Je mehr Schichten man auf diese Weise abkratzt desto dünner wird die aufgebaute Hautplatte.

Am Boden dieser Hautplatte findet man ein dünnes Häutchen, das ebenfalls sehr typisch für eine Schuppenflechte ist und auch als „das letzte Häutchen“ bezeichnet wird. Kratzt man auch daran, öffnen sich kleine Abschnitte dieses Häutchens und es kommt zu einer punktuellen Blutung. Diese Blutung ist das dritte Merkmal einer Psoriasis Erkrankung und wird als Auspitzphänomen bezeichnet. Mit diesen drei Merkmalen, die man mit einer einfachen Untersuchung der Haut durchführen kann, hat man die Psoriasis bewiesen.

Einige weitere Laboruntersuchungen, die aber nicht zu einer standardisierten Erstdiagnose einer Psoriasis zählen, können ebenfalls durchgeführt werden. Sie würden einige Autoantikörper zeigen, die stark erhöht sind und die die Verdachtsdiagnose einer Schuppenflechte erhärten. Auch Entzündungswerte, wie das CRP oder die Leukozyten können bei einem akuten Schub einer Schuppenflechte erhöht sein.

Symptome einer Schuppenflechte der Kopfhaut

Die ersten Symptome einer Schuppenflechte sind rötliche Hautveränderungen an der Kopfhaut. Meistens sind zunächst nur kleine Areale betroffen, die aber im Verlauf dann an Größe zunehmen können. Die Rötung der Kopfhaut ist auch mit einem mäßigen bis starken Juckreiz vergesellschaftet. Die Betroffenen beginnen meistens dann an der Kopfhaut zu kratzen, was bereits erste Hautschichten abschilfert. Die klassische Hauterscheinung bei einer Schuppenflechte der Kopfhaut ist eine Hautverdickung, die dem schnellen Transport der Hautzellen an die Hautoberfläche geschuldet ist.

So kommt es relativ schnell neben der Hautrötung und dem Juckreiz auch zu einer Hautverdickung. So kann es zu einer Hautplatte auf der Kopfhaut kommen, die mehrere Millimeter dick ist. Kratzen die Patienten aufgrund des Juckreizes, lösen sich Hautschichten ab und hinterlassen ein kerzenwachsförmiges Bild auf der Haut. Auch charakteristisch für eine Schuppenflechte ist eine explosionsartige Ausbreitung der Hautrötungen und der schuppenden Hautareale. So kann es innerhalb weniger Tage zu einem kompletten Befall der Kopfhaut, der Arme und/oder des Rückens kommen. Unbehandelt bleiben diese Hautareale mehrere Tage bis Wochen bestehen.

Lesen Sie mehr zum Thema Schuppenflechte auf der folgenden Seite: Schuppenflechte im Gesicht

Haarausfall bei Schuppenflechte

Eine Schuppenflechte, die die Kopfhaut befällt, hat auch immer Auswirkung auf den Haarwuchs. Der Grund ist, dass fast die gesamte Kopfhaut mit Haarfollikeln bedeckt ist. Entzündliche Hautveränderungen im Bereich der Kopfhaut führen auch immer dazu, dass die Haarzellen beeinträchtigt und in ihrer Ausbildung eingeschränkt werden, was zur Folge hat, dass die Haare in dem von der Schuppenflechte betroffenen Bereich ausfallen. Meistens überdecken dann große dicke Hautplatten die Kopfhaut, die dann zunehmend haarlos wird. So kann es vorkommen, dass entweder große Areale auf der Kopfhaut oder mehrere kleinere Areale haarlos werden.

Die Kombination aus Haarverlust und Hautrötung führt zu einer weiteren Stigmatisierung der Patienten und auch zu einer psychischen Belastung. Sobald die entzündlichen Hautareale an der Kopfhaut abgeheilt sind, kommt es wieder zu einem Haarwuchs. Bis sich die neuen Deckhaare den Haaren auf der gesunden Kopfhaut angepasst haben, vergehen aber noch Wochen und so kann es auch vorkommen, dass es zu einem komplett ungleichmäßigen Haarwuchs auf dem Kopf kommt. Ein frühzeitiges Lösen der Hautschichten führt zu einer schnelleren Regeneration der Kopfhaut und der Haarfollikel, was auch zu einem schnelleren Wiederwuchs der Haare führt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Haarausfall

Behandlung der Schuppenflechte

Da die heilende Behandlung der Hauterkrankung nicht möglich ist, zielen die Behandlungsstrategien immer auf eine Linderung der Beschwerden ab. Die Maßnahmen, die eingeleitet werden, reichen von der Lösuung der Hautplatten durch bestimmte Lotionen bis hin zur medikamentösen Hemmung des Immunsystems, die bewirken soll, dass entsprechende Reaktionen des Immunsystems gegen körpereigene Hautzellen nur abgeschwächt ablaufen.

In aller Regel werden Cremes und Lotionen zur Behandlung einer Schuppenflechte genommen. Auch Badezusätze kommen zum Einsatz. Um die Lösung der Hautplatten zu erreichen, kommen Cremes oder Sitzbäder mit dem Wirkstoff Salicylsäure oder Harnstoff zum Einsatz. Wichtig ist, dass die immer wieder nachrückenden, abgestorbenen Hautzellen keine Möglichekeit mehr haben eine dicke Platte aufzubauen. Die Behandlung sollte mehrmals täglich durchgeführt werden. Die Regelmäßigkeit garantiert, dass sich die Haut nicht mehr unnatürlich schnell verdickt und so schneller abheilen kann.

Das übermäßige Zellwachstum und die Entzündung der Haut wird durch den Wirkstoff Dithranol gehemmt. Ihn gibt es in Form von Lotionen und Cremes und sollte regelmäßig auf die betroffenen Hautschichten aufgetragen werden. Auch Stoffe, die von Vitamin D abgleitet sind, haben diese entzündungshemmende Wirkung und führen zudem zu einer Verminderung der Zellvermehrung. Zu dieser Gruppe gehören Substanzen wie Calcipotriol und Tacalcitol.

Auch Kortisonpräparate kommen bei schweren Verläufen zum Einsatz. Eine Langzeitbehandlung mit Kortison sollte aber vermieden werden. Die Phototherapie gehört ebenfalls zu einem Behandlungsbaustein der Schuppenflechte. Die spezielle UV-Behandlung sollte in regelmäßigen Abständen für einige Minuten durchgeführt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: 

Eine schwere Schuppenflechte sollte auch immer über einen überschaubaren Zeitrahmen systemisch, d.h. mit Tabletten behandelt werden. Hier kommen Medikamente zum Einsatz, die dem Vitamin A ähnlich sind. Die auch als Retinoide bezeichneten Substanzen sorgen dafür, dass sich die Haut schneller regeneriert und Entzündungen im Bereich der Haut nicht so stark auftreten oder im besten Fall ganz vermieden werden. Bei schweren Verläufen kommen sogenannte Immunsupressiva in Form von Tabletten zum Einsatz.

Diese Medikamente, die vor allem bei starken Schüben eingenommen werden sollten, hemmen die Arbeit des Immunsystems und sorgen dafür, dass die durch das Immunsystem vermittelten Reaktionen leichter ausfallen. In diesem Zusammenhang kommt das Methotrexat oder das Ciclosporin zum Einsatz. In der letzten Zeit kommen auch immer häufiger sogenannte Biologicals zum Einsatz. Hierbei handelt es sich meistens um Antikörper-verwandte Medikamente, die gegen das überschießende Immunsystem ankämpfen. Zu dieser Wirkungsgruppe zählt u.a. das Infliximab oder das Etanercept, das eine entsprechende Wirkung auf das Immunsystem hat.

Shampoo gegen Schuppenflechte

Gerade bei einem Kopfhautbefall mit Schuppenflechte kommen auch Shampoos zum Einsatz, die vor allem zum Lösen der überschüssigen Haut und Hemmung der Entzündungsreaktionen eingesetzt werden. Vor allem Acetylsalicylpräparate gibt es in Form von Shampoos. Manchmal haben diese Präparate auch noch einen bestimmten Harnstoff-Anteil beigemischt, der die schuppenlösende Wirkung noch beschleunigen soll. Das Shampoo sollte einmal am Tag angewendet werden und einige Minuten einziehen, bevor es wieder ausgewaschen wird.

Auch gibt es Shampoos, die einen gewissen Kortisonanteil haben, der die entzündlichen Hautreaktionen vermindern soll. Am besten ist die kombinierte Entzündungshemmung und Hautlösung. Entsprechende Shampoos sind in der Apotheke erhältlich und sollten zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Zwischen verschiedenen Schuppenflechten-Schüben können auch pflegende und feuchtigkeitsspendende Shampoos eingesetzt werden. Sie sollten dafür sorgen, dass Schuppenflechte-Schübe reduziert werden und entsprechende Entzündungsreaktionen der Haut weniger stark stattfinden.

Hausmittel bei einer Schuppenflechte

Neben den schulmedizinischen Medikamenten gibt es noch einige Hausmittel, die Psoriasis-Schübe abschwächen oder im besten Fall auch ganz verhindern sollen. Die wirksamsten Maßnahmen sind Waschen mit Kamillenwasser, was die entzündlichen Hautveränderungen reduzieren soll, das Auftragen von Aloe vera-Produkten, das zu einer Abheilung der entzündeten Haut und zu einer Verminderung der Wiedererkrankung führen soll. Weiterhin vorbeugend und auch zur Behandlung von akuten Schüben sind Bäder mit Meersalz geeignet.

Weitere Mittel gegen Schuppenflechte

Verschiedene Mittel stehen zur Behandlung einer Schuppenflechte zur Verfügung: vor allem gegen die juckende Kopfhaut eignen sich Präparate wie Herbal Glo, ein Shampoo, das täglich bei einem Psoriasis-Schub zum Einsatz kommen kann und zu einer Verminderung des Juckreizes führt.

Lösungen gegen Schuppenflechte

Zahlreiche Lösungen stehen für die Behandlung einer Schuppenflechte zur Verfügung. Squamasol sorgt mit seinem Wirkstoff für eine schonende Ablösung der verdickten Haut. Die Lösung wird 2-3 mal in der Woche auf die Kopfhaut aufgetragen und einmassiert. Nach 10 Minuten kann sie wieder ausgewaschen werden.

Übertragung der Schuppenflechte

Da es sich bei der Schuppenflechte um eine sogenannte Autoimmunkrankheit handelt, ist sie zwar vererbbar aber nicht ansteckend. Selbst bei einem akuten Schub, der eine starke flächenhafte Hautrötung und starke Schuppung mit sich führt, ist die Übertragung auf einen gesunden Menschen selbst bei Nähe unmöglich.

Schuppenflechte während der Schwangerschaft

Selten tritt eine Psoriasis bei Schwangeren das erste Mal auf. Meistens haben Schwangere schon in früheren Jahren einen odere mehrere Schübe erlebt und behandeln müssen. Tritt ein Schuppenflechten-Schub in einer Schwangerschaft auf, muss mit dem behandelnden Gynäkologen und dem Hautarzt eine entsprechende Behandlungsstrategie festgelegt werden.

In der Schwangerschaft ist größere Vorsicht bei Medikamenteneinnahme geboten. So sind z.B. alle Medikamente, die vom Vitamin A abstammen (Retinoide) und die häufig gegen Schuppenflechte zum Einsatz kommen, in der Schwangerschaft nicht zugelassen, da sie das ungeborene Kind schädigen können. Acetylsalicylsäure, die vor allem zum Ablösen der Hautschuppen eingesetzt wird, kann ebenfalls nur in begrenztem Ausmaß eingesetzt werden.

Prognose bei Schuppenflechte

Eine Heilung der Schuppenflechte gibt es nicht. Bestimmte Behandlungsstrategien können aber dazu führen, dass Schübe seltener werden und von ihrer Stärke abgeschwächt auftreten. Oftmals ist aber eine lebenslange Behandlung notwendig, um entsprechende Krankheitsausbrüche zu vermeiden.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Schuppenflechte der Kopfhaut finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 26.04.2019
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