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Therapie der Psoriasis

Einleitung

Bei der Therapie der Schuppenflechte gilt es vor allem drei Ziele zu erreichen:

  1. Herabsetzen der Durchwanderungsgeschwindigkeit der Hautzellen
  2. Entzündungshemmung
  3. Ausschaltung von auslösenden Faktoren

Neben der lokalen (örtlich, z. Bsp. Salben) und der systemischen (werden in den Organismus eingebracht, z. Bsp. Tabletten) Behandlung, werden auch UVA- Bestrahlungen zur Linderung der Symptome eingesetzt.

Lokale Therapie der Psoriasis

Die lokale Therapie wird im Folgenden näher erläutert:
Zunächst werden die Schuppen mit Hilfe von Harnstoffsalben und Bädern entfernt. Die klassische Therapie besteht aus Dithranol (in Form von Salben). Dithranol normalisiert die übersteigerte Vermehrung der Oberhautzellen.
Es ruft allerdings starke Hautirritationen hervor und färbt stark ab. Wegen der starken Hautreizung darf es ausschließlich auf die Herde, nicht aber auch die umgebende gesunde Haut, aufgetragen werden.
Die Wirkstoffkonzentration wird für jeden Patient individuell bestimmt. Die Salbe muss in der Regel nach einer gewissen Einwirkdauer wieder abgewaschen werden.

Calcitriol, also Vitamin- D3 - Präparate, gehören ebenfalls zur lokalen Therapie. Sie hemmen die Zellvermehrung und werden meist mit einer UVA- / UVB- Bestrahlung kombiniert. Nicht nur die gesteigerte Zellvermehrung wird gehemmt, sondern auch die Reifung normaler Hautzellen wird stimuliert. Die Wirksamkeit ist etwa die gleiche wie bei Kortison - Präparaten (Cortison), können im Gegensatz zu diesen, aber gut für eine Langzeittherapie eingesetzt werden.

Auch Retinoide (Vitamin-A- Präparate) kommen zum Einsatz, dürfen allerdings nicht an Gesicht und Genitalien verwendet werden. Auch eine Schwangerschaft oder die Stillzeit (Siehe Stillen) verhindert die Gabe. Neben der Hemmung der Zellteilung wirken Retinoide auch antientzündlich. Sie stellen eine Alternative zur Kortison- Therapie dar.

Glukokortikoide (Kortison) werden ebenfalls lokal verwendet, auch in Gesicht und Genitalbereich.
Sie haben eine stark antientzündliche Wirkung und werden weltweit am häufigsten zur Therapie der Schuppenflechte / Psoriasis verabreicht.
Zusätzlich unterdrücken sie die Immunreaktion und wirken hemmend auf die vermehrte Zellteilung. Zu den unerwünschten Nebenwirkungen der lokal angewandten Glukokortikoide gehören zum Beispiel die Ausdünnung und die erhöhte Verletzlichkeit der Haut.
Es kann auch eine So genannte Steroid - Akne auftreten.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema Kortison.

Systemische Therapie der Psoriasis

Die systemische Therapie kommt bei Versagen der lokalen Therapie zum Einsatz. Die systemische Therapie erfolgt in Form von Tabletten.
Zu den verabreichten Medikamenten gehören:

  • Fumarate
  • Methotrexat
  • Ciclosporin
  • und auch hier Retinoide
  • und Glukokortikoide.

Methotrexat hemmt die entzündlichen Prozesse in der Haut und wird bei Schuppenflechte mit und ohne Gelenkbeschwerden eingesetzt.
Außerdem vermindert es aktivierte T-Zellen. Da Methotrexat die Leber schädigt, darf dieses Medikament nur bei Lebergesunden eingesetzt werden. Der mit Methotrexat behandelte Patient sollte nach Möglichkeit keinen Alkohol zu sich nehmen.
Nicht nur die Leber wird geschädigt, sondern auch männliche Keimzellen und der Embryo im Mutterleib. Deshalb sollte auf gute Verhütung bis zu drei Monate nach Therapieende geachtet werden.
Weitere Informationen finden Sie auch unter unserem Thema Methothrexat.

Die Wirkung von Fumaraten beruht auf einer Hemmung von Entzündungszellen, sowie der Hemmung der Freisetzung von Zellbotenstoffen (Zytokinen). Die therapeutische Wirkung allerdings tritt erst nach etwa 3-5 Wochen ein. Durchfall und Übelkeit zählen zu den unerwünschten Wirkungen.

Ausschließlich bei schwerster und therapieresistenter Schuppenflechte wird Ciclosporin verschrieben. Es hemmt die die Aktivität der Entzündungszellen und deren Stoffe. Wegen der möglichen Einschränkung der Nierenfunktion sollten Patienten mit einer Schädigung der Niere kein Ciclosporin zur Therapie erhalten.

Retinoide beeinflussen das Wachstum und die Ausreifung von Oberhautzellen sowie die Entzündungsaktivität in den Psoriasisherden.
Nebenwirkungen sind das Austrocknen der Haut und Schleimhäute. Bei einer Schwangerschaft kommt es mit großer Wahrscheinlichkeit zu Fehlbildungen des Kindes. Hier darf eine solche Therapie also nicht zu Einsatz kommen.

Wenn möglich sollten Glukokortikoide / Kortison nicht zur systemischen Therapie verwendet werden, da es vor allem bei der Langzeitbehandlung zu erheblichen Nebenwirkungen kommt.

Ein weiterer möglicher Wirkstoff zur Behandlung ist das Immunsuppressivum Tacrolimus, Enbrel® oder Adalimumab

Salben gegen Psoriasis

Die Therapie eines Patienten, der an Psoriasis leidet sollte stets in festgelegten Stufen erfolgen. Dies bedeutet, dass man, bevor man zu aggressiveren Behandlungsmaßnahmen greift, zuerst damit beginnt möglichst schonende Therapieverfahren anzuwenden. Gerade bei leichten Ausprägungen der Psoriasis eignen sich vor allem Salben und Cremes. Bereits durch die regelmäßige Anwendung dieser lokalen Therapiemaßnahmen lassen sich oftmals zufriedenstellende Behandlungsergebnisse erzielen.

Vorbereitung der Hautoberfläche

Um das Behandlungsergebnis positiv zu beeinflussen, sollten die betroffenen Patienten vor dem Auftragen der Salbe einige Schritte beachten. Bevor die Psoriasis- Salbe auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen wird, muss deren Oberfläche vorsichtig von Hautschuppen befreit werden. Zu diesem Zwecke eignen sich fetthaltige Cremes oder Salben die über Harnstoff oder Salizylsäure verfügen. In diesem Zusammenhang muss jedoch beachtet werden, dass eine Salizylsäure-haltige Salbe niemals großflächig auf weitläufigen Hautarealen angewendet werden darf. Im Idealfall erfolgt zuerst eine Anwendung der Salbe an einer kleinen Körperstelle. Kommt es auch nach einer Einwirkzeit von ungefähr zehn Minuten zu keinen Hautreaktionen, kann die eigentliche Behandlung beginnen. Patienten, die auf das Auftragen der gängigen Salben und Cremes allergisch reagieren können alternativ Ölbäder zur Entschuppung der Hautoberfläche nutzen. Bei wenig ausgeprägten Erkrankungsfällen können bereits spezielle Shampoos dazu ausreichen eine erfolgreiche Psoriasis Therapie zu erzielen.

Teer-Salbe/ Dithranol-Salbe

Nachdem die Hautoberfläche des betroffenen Patienten entschuppt und auf die Anwendung weiterer Substanzen vorbereitet wurde, kann die eigentliche Psoriasis Therapie durch das Auftragen einer Salbe begonnen werden. Vor allem durch die regelmäßige Nutzung einer Steinkohleteer-haltigen Salbe konnten bislang zufriedenstellende Behandlungsergebnisse erzielt werden. Die in der Salbe enthaltenen Wirkstoffe hemmen die für eine Psoriasis typische übermäßige Zellteilung, drosseln Entzündungsreaktionen und unterbinden die Verhornung der obersten Hautschicht.
Darüber hinaus haben sich Cremes und Salben die über den Wirkstoff "Dithranol", ein synthetisches Teerpräparat, verfügen in der Therapie der Psoriasis bewährt. Bei regelmäßiger lokaler Anwendung dieser Salbe sollen die typischen entzündlichen Prozesse sowie die übermäßige Hornproduktion nachweislich zurückgehen.
Die Therapie der Psoriasis mit Hilfe einer Dithranol- Salbe ist jedoch kritisch zu betrachten. Körperstellen an denen die Salbe übermäßig angewendet wird, neigen dazu eine bräunliche Verfärbung anzunehmen. Aus diesem Grund sollte die Therapie der Psoriasis mit einer Dithranol-haltigen Salbe sehr umsichtig und sparsam erfolgen.
Bei jedweder Auffälligkeit nach der Anwendung (Rötungen, Brennen, Juckreiz) muss umgehend ein Facharzt für Hautheilkunde (Dermatologe) aufgesucht werden.

Kortison-Salbe

Mittelschwere und schwere Erkrankungsformen sprechen in der Regel kaum auf Teerhaltige Salben an. Die betroffenen Patienten müssen aus diesem Grund zumeist auf eine Kortison-Salbe zurückgreifen. Bei diesem Inhaltsstoff handelt es sich um ein Hormon, das auch in der Nebennierenrinde gebildet wird. Bei der Psoriasis-Therapie mit einer Kortison-haltigen Salbe muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Hautoberfläche sehr sparsam bedeckt wird. Darüber hinaus darf diese Salbe niemals bei Kindern, im Gesicht, am Hals oder im Genitalbereich angewendet werden.
Grund dafür ist die Tatsache, dass der Wirkstoff Kortison die Hautoberfläche ausdünnt und die eben genannten Hautpartien ohnehin schon recht dünn sind. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen der Kortison-Salbe gehören Rötungen, Brennen und Juckreiz. Beim Auftreten einer solchen Nebenwirkung muss die Therapie unbedingt unterbrochen und ein Facharzt aufgesucht werden.

Vitamin-D-Abkömmlinge

Im klinischen Alltag haben sich zudem Salben die über Vitamin-D-Abkömmlinge verfügen besonders für die Therapie der Psoriasis als geeignet erwiesen. Vor allem Vitamin D3 sorgt bei regelmäßigem Auftragen dafür, dass das Wachstum und die Reifung der Zellen der Oberhaut positiv beeinflusst und die für die Psoriasis typische Schuppenbildung gehemmt wird. Umfangreichen Studien zu Folge sei die Wirksamkeit der Vitamin-D-haltigen Salbe mit der einer mittelstarken Kortison-Salbe gleichzusetzen. Im Bezug auf mögliche Nebenwirkungen zeigen sich Vitamin-D-Abkömmlinge jedoch als wesentlich schonender und besser verträglich. Zu den bekanntesten Salben auf Vitamin-D-Basis gehören: Curatoderm® (Tacalcitol), Silkis® (Calcitriol), Daivonex® (Calcipotriol).

Vitamin-A-Abkömmlinge

Die klassischen Salben die über Vitamin-A-Abkömmlinge verfügen eigenen sich vor allem in der Therapie leichter bis mittelschwerer Psoriasis-Ausprägungen. Im Durchschnitt kann davon ausgegangen werden, dass ungefähr 70-80 Prozent der Herde nach regelmäßiger Anwendung einer Vitamin-A-Salbe abheilen. Bei schweren Krankheitsausprägungen kann eine Vitamin-A-haltige Salbe mit einer gewöhnlichen Kortison-Creme kombiniert werden.

Die Behandlung der Psoriasis in der Schwangerschaft

Die Therapie der Psoriasis kann während der Schwangerschaft problematisch sein. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine werdende Mutter an einer besonders schweren Form der Psoriasis leidet.

Grund dafür ist die Tatsache, dass die lokale Anwendung von Salben und Cremes alleine zumeist nicht dazu ausreicht um die Beschwerden effektiv zu lindern.

Da die meisten Medikamente die sich zur systemischen Therapie der Psoriasis eignen, jedoch während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden dürfen, muss die Behandlung oftmals pausiert werden.

Dies ist vor allem deshalb problematisch, weil sich die klassischen Symptome der Psoriasis bei vielen Frauen während der Schwangerschaft ohnehin verstärken.

Frauen die an Psoriasis leiden und eine Schwangerschaft planen sollten aus diesem Grund frühzeitig ihren behandelnden Hautarzt informieren.
Nur dann kann frühzeitig entschieden werden, ob die jeweilige Therapie während der Schwangerschaft fortgesetzt werden kann oder ob die Patientin gegebenenfalls auf ein anderes Arzneimittel umgestellt werden muss.

Dennoch muss beachtet werden, dass es nicht viele Medikamente zur Therapie der Psoriasis gibt die während der Schwangerschaft zugelassen sind.
Bei den meisten Wirkstoffen geht man davon aus, dass eine Schädigung des Fetus nicht vollkommen ausgeschlossen werden kann.

Die Einnahme von systemischen Medikamenten kann vor allem während des ersten Drittels der Schwangerschaft zu schwerwiegenden Missbildungen führen.

Aus diesem Grund sollten alle oralen Arzneimittel zur Therapie der Psoriasis während der Schwangerschaft abgesetzt werden.
Dies gilt vor allem für Medikamente die über die Wirkstoffe „Acitretin“ (oder andere Vitamin-A-Derivate) oder „Methotrexat“ verfügen.

Beide Wirkstoffe können während der Schwangerschaft sowohl zu schwerwiegenden Fehlbildungen, als auch zu Fehlgeburten führen. Für Frauen die eines dieser Präparate einnehmen gilt es während der gesamten Therapie für eine wirksame Empfängnisverhütung zu sorgen.

Darüber hinaus sollten betroffene Frauen auch über die eigentliche Einnahme hinaus (zwei Jahre im Falle von Acitretin; vier Monate im Falle von Methotrexat) nicht schwanger werden.
Im Allgemeinen können lokale Medikamente zur Therapie der Psoriasis auch während der Schwangerschaft angewendet werden. Eine Ausnahme bilden Vitamin-A-haltige Cremes und Salben. Diese dürfen während der Schwangerschaft nicht aufgetragen werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 26.04.2019
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