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Welche Medikamente helfen bei niedrigem Blutdruck?

Einleitung - Welche Rolle spielen Medikamente bei niedrigem Blutdruck?

Bei Behandlung eines zu niedrigen Blutdruckwertes bestehen verschiedene medikamentöse Möglichkeiten. Ziel ist es dabei über eine Verengung der Blutgefäße den Druck und damit indirekt das zirkulierende Volumen (Herzzeitvolumen) zu erhöhen. Dabei gibt es rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente, sowie homöopathische und pflanzliche Mittel, die bei niedrigem Blutdruck helfen können.

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Das sind die geeigneten Hausmittel gegen niedrigen Blutdruck

Welche rezeptpflichtigen Medikamente werden bei niedrigem Blutdruck eingesetzt?

Zu den rezeptpflichtigen Medikamenten, welche den Blutdruck bei bestehender Hypotonie steigern können, zählt zum Beispiel Dihydroergotamin (z.B. in Form von DET MS retard). Es wird vorrangig in der Migränebehandlung eingesetzt. Ziel ist es hierbei die Hirngefäße zu verengen (Vasokonstriktion), da eine Gefäßerweiterung (Vasodilatation) mit zu den Ursachen einer Migräneattacke gezählt wird. Ebenfalls rezeptpflichtig ist das Midodrin (z.B. als Gutron Tropfen 1% oder als Gutron® Tabletten), welches den Kreislauf im Allgemeinen bei bestehender Hypotonie stabilisieren kann. Ebenfalls im therapeutischen Einsatz ist ein Kombinationspräparat aus Etilefrin und Dihydroergotamin (z.B. Effortil).

Ein weiteres Medikament ist das Akrinor®. Darreichungsform des Akrinor® ist dabei die Injektionslösung. Akrinor® zählt zu den Notfallmedikamenten, welches eine Kombination aus Theodrenalin und Cafedrin darstellt. Es wird vermehrt in der Notfallmedizin und der Anästhesie eingesetzt. Nach intravenöser oder intramuskulärer Gabe wirkt es steigernd auf die Herzmuskelkontraktilität, das Herzschlagvolumen sowie den peripheren Gefäßwiderstand. So wird eine effektive Erhöhung des Blutdruckes erreicht. Das Medikament Phenylephrin mit dem Wirkstoff Phenylephrin wird bei etwas abweichender Indikation eingesetzt. Es wird als direktes Sympathomimetikum vor allem bei lokalen Schleimhautschwellungen verwendet (z.B. bei Schnupfen). Vorteil von Phenylephrin ist unter anderem die Aufnahme über mehrere Darreichungswege (intravenös, intramuskulär, per oral und als Tropfen). Bei hohem Blutdruck und Herzrhythmusstörungen sollte auf eine Einnahme von Phenylephrin verzichtet werden.

Effortil®

Effortil® kann in Form von Tabletten (Retardkapsel) oder als Lösung eingenommen werden. Effortil® wird bei Kreislaufstörungen mit zu niedrigem Blutdruck eingesetzt, welche mit typischen Symptomen wie Blässe, Schwindel, Schweißausbruch, Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen, einhergehen. In Tropfenform nehmen Erwachsene und Kinder älter als sechs Jahre bis zu dreimal täglich 20 bis 30 Tropfen ein. Dabei sollte die Einnahme von Effortil® vor allem in Kombination mit reichlicher Flüssigkeitszufuhr vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Ebenfalls als Kombinationspräparat ist Akrinor als rezeptpflichtiges Medikament erhältlich.

Weitere Informationen zu diesem Medikament finden Sie hier: Effortil®

 

Welche rezeptfreien Medikamente helfen bei niedrigem Blutdruck?

Ein wichtiges rezeptfreies Medikament zur Kreislaufstabilisierung durch einen blutdrucksteigernden Effekt ist Etilefrin. Es wird eingesetzt bei typischer kreislaufbedingten Folgesymptomatik einer Hypotonie. Dazu zählen das Auftreten von Schwindel, unerklärbarer Müdigkeit, Schwäche sowie das Sternesehen bzw. Schwarzwerden vor den Augen. Als Kombinationspräparat mit Dihydroergotamin ist Etilefrin ein rezeptpflichtiges Medikament. In Form des Monopräparats jedoch ist keine Rezeptpflicht vorgeschrieben. Es kann zum Beispiel unter dem Handelsnamen Effortil® in Tropfenform eingenommen werden. Ebenfalls zu den rezeptfreien Medikamenten zählt die Kombination aus Campher und Weißdorn. Sie sind in Form des Herz-Kreislauf-Tropfen zum Einnehmen erhältlich. Dieses Präparat stärkt neben der Herz-Kreislauf- auch noch die Atemfunktion. Bei Campher handelt es sich um einen farblosen Feststoff, welcher in unterschiedlichen Gewächsen vorkommt. Er wird industriell synthetisch hergestellt und besitzt bei Überdosierung potentiell psychoaktive und toxische Wirkung.

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Welche homöopathischen Medikamente können helfen?

Bei der Behandlung der Hypotonie können durchaus homöopathische Präparate verwendet werden. Wirkstoffe aus dem Bereich der Phytotherapie werden hierbei eingesetzt. Beispiel hierfür ist Pulsatilla pratensis (Wiesenküchenschelle). Es wurde bereits in der Antike durch Hippokrates als Mittel gegen Angstzustände und Menstruationsstörungen eingesetzt. Auch Weißdorn, Rosmarin, Ginseng und Kampfer sollen gegen niedrigen Blutdruck wirken können. Weitere eingesetzte Substanzen sind neben Veratum album noch Acisum phosphoricum und Coffea. Auch mittels Akupunktur, einer spezifischen Ernährungsberatung oder einer medizinischen Heilhypnose sollen Hypotonien behandelbar sein. Hier ist das Vorhandensein einer medizinischen Grundlage jedoch kritisch zu sehen.

Weitere Informationen finden Sie hier: Hilft Homöopathie bei niedrigem Blutdruck?

Welche Medikamente verursachen niedrigen Blutdruck?

Ein starker Blutdruckabfall (Hypotonie) kann prinzipiell auch auf die Nebenwirkung von Medikamenten zurückzuführen sein. Stark blutdrucksenkend wirken zum Beispiel die Diuretika (zum Beispiel das häufig eingesetzte Schleifendiuretikum Furosemid). Bei einer Therapie mit Diuretika sollte daher neben einer regelmäßigen Elektrolytkontrolle (vor allem Kalium) auch eine Blutdruckmessung erfolgen. Im Allgemeinen kann es auch durch blutdrucksenkende Medikamente zu Hypotonien kommen. Besonders in der frühen Phase einer blutdrucksenkenden Therapie kann es zu starken Hypotonien kommen. Kontrollmessungen des Blutdruckes sollten hier regelmäßig erfolgen. Auch einige Psychopharmaka wirken blutdrucksenkend. Besonders erwähnenswert sind hierbei tri- und tetrazyklische Antidepressiva sowie bestimmte Antipsychotika aus der Gruppe der Phenothiazine.

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Welche pflanzlichen Mittel helfen gegen niedrigen Blutdruck?

Verschiedene pflanzliche Medikamente können im Rahmen einer Phytotherapie bei niedrigem Blutdruck (Hypotonie) eingesetzt werden. Hierbei spielen Weißdornextrakte (Crataegus laevigata) eine wichtige Rolle. Sie können entweder als Monopräparat in Form von Kapseln, Tabletten, Tropfen, Saft oder Tee oder andernfalls in Kombination mit einem anderen Wirkstoff eingesetzt werden. Weißdorn soll die Kontraktionskraft verbessern und das Schlagvolumen des Herzens erhöhen können. Die Herzkranzgefäße sollen sich unter der Weißdorngabe erweitern und somit die Perfusion (Blutversorgung) des Herzens verbessern. Besonders bei einer Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) eignet sich daher Weißdorn zur therapeutischen Gabe. In Kombinationspräparaten kann es mit Magnesium und Vitamin E bzw. mit dem Kampfer kombiniert werden.

Das Kombinationspräparat Kampfer und Weißdorn ist unter dem Namen Korodin® Herz-Kreislauf-Tropfen bekannt. Es ist mit einem alkoholischen Auszug (Menthol) versetzt und nicht rezeptpflichtig. Korodin® wirkt insgesamt stärkend auf die Herzfunktion und krampflösend auf die Lunge. Durch eine verstärkte Herzkranzgefäß-Durchblutung wird das Sauerstoffangebot für das Herz erhöht, weshalb die Kontraktionskraft gesteigert werden kann. Das Menthol und Kampfer sorgen für eine Erweiterung der Bronchien und lindern daher eine Atemnotsymptomatik. Korodin® wird somit in bestimmten Situationen wie leichten Herz-Kreislaufbeschwerden mit Müdigkeit und Leistungsschwäche durch niedrigen Blutdruck (Hypotonie) eingesetzt.

Eingenommen werden kann Korodin® mit einem Stück Zucker oder Brot, jedoch nicht mit Wasser. Während der Schwangerschaft kann Korodin problemlos eingesetzt werden. Kontraindiziert ist jedoch die Einnahme bei Kleinkindern bzw. Säuglingen unter zwei Jahren bzw. bei Überempfindlichkeitsreaktionen durch Allergien. So sollte die Einnahme bei Patienten mit Asthma bronchiale oder anderen Atemwegserkrankungen mit hyperreagiblem Bronchialsystem unterlassen werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: Weißdorn - wann wird er eingesetzt und wie wirkt er?

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 07.05.2019
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