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Acarbose

Handelsname

Unter anderem Glucobay®

Einleitung

Acarbose wird als Medikament zur Behandlung des nicht-insulinpflichtigen Diabetes mellitus (also vor allem Diabetes Typ II) eingesetzt.

Es wirkt über eine Hemmung bestimmter Enzyme im Magen-Darm-Trakt (Alpha-Glukosidasen) die für die Spaltung von Zuckern (Kohlenhydraten) verantwortlich sind. Dies führt zu einer Verzögerung der Glukose-Aufnahme (Resorption). Durch die verzögerte Spaltung und Aufnahme von Glukose wird ein starker Anstieg des Blutzuckers nach den Mahlzeiten (postprandiale Blutzuckerspitzen) verhindert.

Disclaimer / Haftungsausschluss

Bitte beachten Sie, dass wir in allen unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.
Alle Angaben stellen nur Auszüge dar, daher können wichtige Informationen nicht genannt sein.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Medikamente nie selbständig und ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.


Wirkung

Bei dem Wirkstoff Acarbose handelt es sich um einen Stoff, der in seiner Struktur stark einem Mehrfachzucker ähnelt. Er wird bei der Behandlung des Diabetes Mellitus eingesetzt und gehört zu den oralen Antidiabetika. Das sind Medikamente, die, anders als Insulin, in Form von Tabletten verabreicht werden.

Die Acarbose wird insbesondere im frühen Stadium des Typ 2 Diabetes Mellitus ergänzend zu lebensstilmodifizierenden Maßnahmen, wie einer Diät, eingesetzt. Die Ergänzung mit weiteren Antidiabetika, wie etwa Metformin, Sulfonylharnstoffen oder sogar Insulin, ist ebenfalls möglich.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Therapie von Diabetes Mellitus

Acarbose gehört zu der Gruppe der sogenannten alpha-Glucosidase-Hemmer. Sie hemmt das Enzym alpha-Glucosidase, welches Kohlenhydrate spaltet. Dadurch wird der Abbau von Kohlenhydraten im Dünndarm verzögert. Es werden weniger Glucose und andere Einfachzucker (Monosaccharide) in das Blut aufgenommen. So werden vor allem Blutzuckerspitzen, die sonst unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme auftreten würden, verhindert. Solche Blutzuckerspitzen bezeichnet man als postprandialen Blutzuckeranstieg. Der Blutzuckeranstieg verläuft also langsamer nach dem Essen. Die Wirksamkeit der Acarbose ist daher jedoch stark von dem Einnahmezeitpunkt abhängig. Bei zu später Einnahme ist die Wirksamkeit deutlich vermindert, sodass Acarbose zu Beginn der Hauptmahlzeit eingenommen werden sollte.

Acarbose verhindert nicht die Aufnahme von Glucose, die in der Nahrung enthalten ist. Auch Milchzucker bleibt von der Wirkung unberührt, da er von anderen Enzymen abgebaut wird. Bei starken Blutzuckererhöhungen oder einem schwer einstellbaren Diabetes Typ 2 ist Acarbose daher nicht ausreichend in der Wirkstärke, um den Diabetes einzustellen. Da Acarbose jedoch häufig zu Beschwerden wie Blähungen oder Durchfall führt und daher nicht besonders gut verträglich ist, handelt es sich um ein eher selten eingesetztes Medikament. Zur Therapie des Diabetes Mellitus Typ 1 ist Acarbose nicht geeignet. Es existieren weiterhin einige Kontraindikationen und Nebenwirkungen, die beim Einsatz von Acarbose zu beachten sind.

Acarbose dura®

Acarbose dura® ist ein Arzneitmittel, das von dem Unternehmen Mylan Dura GmbH vertrieben wird. Es ist rezeptpflichtig und kann daher nur gegen Vorlage einer ärztlichen Verordnung in Form eines Rezeptes in einer Apotheke erworben werden. Es existieren Tabletten in der Dosierung 50 mg oder 100 mg. Acarbose dura® ist der Handelsname für den Wirkstoff Acarbose und bezeichnet lediglich den Herausgeber des Medikamentes. Es ist derselbe Wirkstoff, der in Acarbose-Präparaten anderer Unternehmen enthalten ist.

Das Arzneimittel enthält Acarbose, die zu den sogenannten alpha-Glucosidase-Hemmern gehört. Es verzögert die Aufnahme von Glucose und anderer Einfachzucker im Darm. Dadurch wird der Blutzuckeranstieg nach der Nahrungsaufnahme verlangsamt und es entstehen keine Blutzuckerspitzen. Acarbose dura® findet Anwendung bei nicht-insulinabhängigem Diabetes Mellitus sowie bei Diabetes Mellitus Typ 2. Für die Therapie des Typ 1 Diabetes ist Acarbose dura® nicht geeignet. Es wird meist eingesetzt, wenn der Diabetes nicht allein durch eine Ernährungsumstellung und Sport eingestellt werden kann. Es eignet sich sowohl als Monotherapie, als auch in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten wie Metformin, Insulin oder Sulfonylharnstoffen.

Bei einer schweren Funktionseinschränkung der Niere oder der Leber, chronischen Darmerkrankungen, einer Allergie gegen die Bestandteile von Acarbose dura® sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit darf das Medikament nicht eingenommen werden. Hinzu kommen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, die beachtet werden müssen und der Packungsbeilage zu entnehmen sind. Die übliche Dosierung beträgt, wenn nicht anders vom Arzt verordnet, 3 mal 50 mg (entsprechend 3 x 1 Tablette) täglich. Eine einschleichende Dosierung hat sich zur Reduktion von Nebenwirkungen bei vielen Patienten bewährt, sodass zunächst mit einer niedrigeren Dosierung begonnen, die dann im Verlauf langsam gesteigert wird.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Einnahme von Acarbose sind:

In seltenen Fällen kann es zu einem Darmverschluss (Ileus) kommen. Weitere seltene Nebenwirkungen sind ein vorübergehender Erhöhung der Leberwerte (Transaminasen) im Blut, Gelbsucht (Ikterus), Leberentzündung (Hepatitis), Blutbildveränderungen im Sinne einer Reduktion der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Wasseransammlungen (Ödeme) in den Beinen.

Hypoglykämie

Unterzuckerungen, sogenannte Hypoglykämien, können bei der Therapie eines Diabetes Mellitus auftreten, da Medikamente verwendet werden, die einen hohen Blutzucker verhindern sollen. Im Vergleich zu anderen Medikamenten birgt die Acarbose jedoch nur ein sehr geringes bis nahezu nicht vorhandenes Risiko für das Auftreten einer solchen Unterzuckerung.

Lesen sie mehr zu diesem Thema: Symptome einer Unterzuckerung

Wechselwirkungen

Einige Medikamente können die Wirkung von Acarbose abschwächen.
Hierzu zählen anderem Steroide (z.B. Cortison), die „Pille“ (orale Kontrazeptiva), Medikamente zur Behandlung einer Epilepsie (Antiepileptika, z.B. Phenytoin), bestimmte Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzerkrankungen (Kalziumkanal-Blocker), Wassertabletten (Diuretika), Schilddrüsenhormone (z.B. L-Thyroxin), Hormone (z.B. Östrogen), bestimmte Tuberkulose-Medikamente (Isoniazid) und Cholesterin-Senker (z.B. Cholestyramin).

Acarbose kann die Aufnahme von Digoxin (Herzmedikament) beeinflussen, sodass dessen Dosis gegebenenfalls angepasst werden muss. Eine Kombinationsbehandlung mit anderen Medikamenten zur Behandlung eines Diabetes mellitus (Antidiabetika, z.B. Sulfonylharnstoffe, Metformin, Insulin) muss vorsichtig erfolgen, da die Gefahr einer zu starken Senkung des Blutzuckers (Hypoglykämie) besteht.

Dosis

Acarbose ist als Tablette mit 50 oder 100 mg Wirkstoff verfügbar. Die übliche Anfangs-Dosierung beläuft sich auf 3 Mal 50 mg pro Tag (150 mg Tagesdosis). Um die typischen Magen-Darm-Beschwerden zu vermindern, kann eine einschleichende Dosierung mit zu Beginn nur 1-2 Mal 50 mg pro Tag versucht werden. Eine Steigerung der Dosis auf bis zu 300 mg pro Tag ist möglich.

Anwendung von Acarbose

Acarbose findet Anwendung zur Behandlung des nicht-insulinpflichtigen Diabetes. Dabei kann es mit anderen Antidiabetika kombiniert werden. So ist eine Kombinationsbehandlung von Acarbose mit Sulfonylharnstoffen, Metformin oder Insulin zulässig.

Kontraindikation

Acarbose darf bei stark eingeschränkter Funktion von Leber und Nieren nicht eingenommen werden. Ebenfalls als Kontraindikation gelten chronische Darm-Erkrankungen die mit einer deutlichen Störung der Verdauung und Aufnahme (Resorption) von Nahrungsbestandteilen einhergehen.

Auch Erkrankungen, die sich durch eine vermehrte Gasbildung im Darm verschlechtern können (z.B. Leisten- oder Zwerchfellbrüche, Roemheld-Syndrom, Darm-Geschwüre, Darmverengungen) stellen eine Gegenanzeige für die Einnahme von Acarbose dar. Acarbose sollte weiterhin nicht angewandt werden bei Kindern unter 18 Jahren sowie während Schwangerschaft und Stillzeit.

Niereninsuffizienz

Acarbose darf bei einer schweren Beeinträchtigung der Nierenfunktion - also bei einer ausgeprägten Niereninsuffizienz- nicht eingenommen werden. Sollte bei Ihnen eine solche Einschränkung der Nierenfunktion bestehen, darf Acarbose nicht verschrieben werden. Als Parameter zur Beurteilung der Niereninsuffizienz wird in der Regel die GFR (glomeruläre Filtrationsrate) herangezogen. Ein Wert unter 25ml/min gilt als höchst kritisch und stellt eine Kontraindikation dar. Bei der Einstellung eines Diabetes Mellitus wird jedoch sehr streng darauf geachtet, ob die Funktion der Niere intakt ist, da der Diabetes selbst diese auch einschränken kann.

Auf Privatrezept kostet eine Packung mit 105 Tabletten Acarbose á 50 mg 34 Euro, eine Dosis von 100 mg 40 Euro. Bei Verordnung über ein Kassenrezept fällt nur die übliche Rezeptgebühr an.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Acarbose finden Sie hier:

Alle Themen zu den verschiedenen Medikamenten unter: Medikamente A-Z.

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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