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Decortin®

Einleitung

Das unter dem Handelsnamen „Decortin®“ bekannte Arzneimittel enthält den Wirkstoff Prednisolon. Bei Decortin® handelt es sich deshalb um ein synthetisch hergestelltes Glucocorticoid, also um ein Hormon, das im menschlichen Körper eigentlich in der Nebennierenrinde hergestellt wird. Glucocorticoide wiederum werden zur Gruppe der Steroidhormone gezählt.

Ihre Herstellung erfolgt ausgehend von einem Cholesterin- Molekül, die Steroidhormon- Synthese ist einer der wenigen Wege über die der Organismus aktiv Cholesterin „abbauen“ kann.

Das in Decortin® enthaltene Prednisolon selbst ist ein künstlicher Abkömmling eines ganz bestimmten Glucocorticoids, dem Cortisol. Im Allgemeinen hat Decortin® eine stark entzündungshemmende und antiallergische Wirkung.

Decortin® ist jedoch auch in der Lage das körpereigene Immunsystem zu schwächen und die Infektionsanfälligkeit dadurch in hohem Maße zu steigern (Immunsuppressive Wirkung).

Anwendungsgebiete

Wenn es darum geht entzündliche Prozesse oder allergische Reaktionen (Allergie) zu lindern, findet Decortin® vielfach Anwendung.

Es zählt zu den Standardmedikamenten in der Therapie von anaphylaktischen- (allergischen) Schockzuständen (anaphylaktischer Schock) (und starken, durch Allergene verursachten, Reaktionen.

Darüber hinaus wird Decortin® oft in der Behandlung von Hirnödemen, bakterieller Hirnhautentzündung (Meningitis) und nach neurochirurgischen Operationen angewendet. Auf Grund der starken immunsupprimierenden Wirkung dient Decortin® außerdem zur postoperativen Behandlung von Transplantations- Patienten.

Durch die Einnahme des Medikamentes wird die Gefahr einer Abstoßungsreaktion des fremden Organes erheblich gesenkt.

Außerdem ist der Einsatz von Decortin® bei Patienten nach einem Hörsturz sehr beliebt. Nach dem Einatmen von giftigen Dämpfen (zum Beispiel Chlorgas), kann eine übermäßige Reaktion durch die Anwendung von Prednisolon- haltigen Medikamenten vermieden werden. Auch chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (kurz: COPD) und schwere Asthmaanfälle lassen sich durch die Einnahme von Decortin® therapieren.

Darüber hinaus dient Decortin® in der Kinderheilkunde der Behandlung eines Pseudokrupp- Anfalles. Es sollte bei bekannter Pseudokrupp- Anfälligkeit als Notfallmedikament im Haushalt aufbewahrt und bei einem Anfall schnellstmöglich appliziert werden. Für Die Anwendung bei kleinen Kindern ist Decortin® in Form von Zäpfchen erhältlich.

Nebenwirkungen

Die Einnahme von Decortin® kann zu erheblichen, teils lebensgefährlichen Nebenwirkungen führen. Diese Tatsache ist darin zu begründen, dass das künstlich hergestellte Glucocorticoid eine stark hemmende Wirkung auf das körpereigene Immunsystem ausübt und aus diesem Grund die Infektanfälligkeit deutlich steigert.

Darüber hinaus wirken sich hohe Glucocorticoid- Konzentrationen (es ist irrelevant ob es sich dabei um natürliche oder synthetisch hergestellte Glucocorticoide handelt)

Schädlich auf den Knochenstoffwechsel aus. Viele Patienten, die über einen langen Zeitraum mit Decortin® behandelt wurden, klagen über Knochenerkrankungen wie Osteoporose.

Des Weiteren besteht, bei über einen langen Zeitraum anhaltender Einnahme, die Gefahr der Provokation einer als Morbus Cushing bekannten Krankheit.

Gegenanzeigen

Generell kann Decortin® als kurzzeitige Medikation in lebensbedrohlichen Situationen immer angewendet werden ohne auf mögliche Gegenanzeichen Rücksicht zu nehmen. Einzige Ausnahme bilden Patienten mit einer bekannten Überempfindlichkeit und/ oder Unverträglichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Inhaltsstoffe des Arzneimittels. Von einer langfristigen Einnahme sollte bei Patienten mit akuten Virusinfektionen (zum Beispiel bei Herpes simplex oder Varizellen) dringend abgesehen werden.

Außerdem ist ein Parasitenbefall ein Gegenanzeichen für die Behandlung mit Decortin®.

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Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.12.2018
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