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Durogesic®

Was ist Durogesic®?

Durogesic® ist der Handelsname, unter dem das hochpotente, syntethische Analgetikum (Schmerzmittel) Fentanyl vertrieben wird. Bei Fentanyl handelt es sich um ein Schmerzmittel, das in den pharmakologischen Eigenschaften dem Morphin sehr ähnelt. Im Vergleich zum Morphium ist Fentanyl jedoch hundertfach stärker wirksam.

Indikationen

Fentanyl wird meist als Anästhetikum bei Allgemeinanästhesien verwendet, während denen es meist mit anderen Präparaten kombiniert wird.

Bei der Behandlung sehr starker Schmerzen (z.B. Tumorsschmerzen) kommt Fentanyl ebenfalls (dann als Schmerzpflaster) zum Einsatz.

In der Notfallmedizin wird Fentanyl wegen seiner hohen Wirkkraft und der umgehenden Anflutung als Standardanalgetikum bei sehr starken Schmerzen (wie Verbrennungen, Polytraumata, etc.) angewandt.

Pharmakokinetik

Es wird nur das pharmazeutische Fentanyldihydrogencitrat bzw. Fentanylcitrat verwendet, deren Wirkung nach intravenöser Gabe (z.B. als Spritze) sehr schnell eintritt und nach einer Bolusinjektion von 100 Mikrogramm Fentanyl hält die Wirkung etwa 30 Minuten an. Fentanyl bindet hauptsächlich an die µ-Opioidrezeptoren, kann jedoch auch agonistische Affinität zu den δ- und κ-Opioidrezeptoren zeigen.

Wie wird Durogesic® angewandt?

In der Anästhesie wird Fentanyl als Injektionslösung verwendet. Eine andere Möglichkeit der Anwendung von Fentanyl ist die als Pflaster (sog. Transdermales System). In dieser Form wird es dann als „Durogesic TTS“ oder „Durogesic SMAT“ verkauft.

Diese transdermalen Pflastersysteme werden bevorzugt bei Tumorpatienten gegen Dauerschmerzen angewandt und geben dann über mehrere Tage kontinuierlich Fentanyl ab. Dabei wird bei der transdermalen Anwendung die Leber umgangen, sodass der „First-Pass-Effekt“ vermieden wird, der zu einer Wirkminderung des Medikamentes führt.
Nicht geeignet sind die transdermalen Pflaster bei kurzzeitiger Anwendung bei Akutschmerz oder postoperativen Schmerzen.
Seit einiger Zeit gibt es Fentanyl auch als Lutschtablette, die dann als akute Gabe erfolgen kann. Durch die Aufnahme des Fentanyls über die Mundschleimhaut flutet das Fentanyl schnell an und stillt hierdurch auch heftige Schmerzen rasch.

Nebenwirkungen

Wie jedes Medikament so können auch bei Fentanyl Nebenwirkungen auftreten. Diese sind bei Durogesic® deshalb häufig, da es sich bei dem Arzneimittel um ein starkes Anästhetikum handelt.
Folgende Nebenwirkungen sind am häufigsten beobachtet worden:

  • Atemdepression
  • zentralnervöse Krampfbereitschaft
  • Krämpfe der glatten Muskulatur in Gallenwegen und Pankreas
  • Spastische Obstipation
  • Harnverhalt
  • Miosis
  • Appetitlosikeit
  • Veränderung der Geschmackswahrnehmung
  • Verminderung des Sexualtriebs
  • Anaphylaxie
  • Akutes Herzversagen
  • Bronchospasmen
  • Hautreaktionen bei Applikation transdermaler Pflaster („Durogesic“)
  • Thoraxrigidität

Wenn von anderen Opioiden auf fentanylhaltige Pflaster umgestellt wird, so klagen die betroffenen Patienten oft über Entzugssymptome, die unter Umständen behandelt werden müssen.

Wechselwirkungen

Durogesic® zeigt mit einigen Medikamenten teilweise sehr gefährliche Wechselwirkungen, die bei der Anwendung streng beachtet werden sollten:

  • andere Opioide mit schwächerer Wirkung, können die Wirkung von Fentanyl abschwächen
  • MAO-Hemmer, können durch Zusammenspiel die Kreislaufdepression des Fentanyls verstärken und starke ZNS-Nebenwirkungen hervorrufen
  • andere Medikamente: Präparate, die durch Hemmung des Cytochroms P-450 der Leber die Abbaurate des Fentanyls verringern (z.B. Azole) -> längere Wirkdauer von Fentanyl.

Gegenanzeigen

Durogesic® kann folgende Krankheiten und Zustände verschlechtern und sollte in diesen Fällen nicht verordnet werden:

Fentanyl unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und somit müssen alle Fentanyl-Fertigarzneimittel über ein sogenanntes Betäubungsmittelrezept vom Arzt verordnet werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.12.2018
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