HMB

Definition

HMB wurde in letzter Zeit vor allem als Supplement für den Muskelaufbau bekannt, und soll helfen, das Training effektiver in einen Zuwachs an Muskelmasse umzusetzen. Aus diesem Grund wird HMB im Moment hauptsächlich von Herstellern angeboten, die auch andere Nahrungsergänzungsmittel verkaufen, welche einen Muskelaufbau oder Fettabbau verfolgen.

Einige Studien, welche die Wirkung von HMB untersuchten, stellten jedoch einen Ausblick auf einen möglichen therapeutischen Nutzen dar. Dieser könnte in der Behandlung von älteren Patienten nach Hüftoperationen, oder als Nahrungsergänzungsmittel für AIDS Patienten liegen. Der Effekt von HMB auf die Cholesterinsynthese ist noch nicht hinreichend untersucht und bewiesen, stellt jedoch einen weiteren Ausblick auf einen möglichen therapeutischen Nutzen dar, den es noch zu untersuchen gilt.

Einnahme

HMB ist üblicherweise in Pulver und Kapseln beziehungsweise Tabletten von verschiedenen Herstellern erhältlich. Das Pulver muss typischerweise vor der Einnahme mit Wasser oder einem Saft gemischt werden. Auch bei der Einnahme der Tabletten oder Kapseln wird empfohlen eine ausreichende Menge Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die Menge an HMB, welche täglich eingenommen werden sollte, variiert von Hersteller zu Hersteller, liegt jedoch meist bei etwa 1,5 bis 3 Gramm pro Tag, wobei Einzeldosierungen bei 350mg bis 750mg liegen.

Die langfristige Einnahme von HMB ist nicht genau untersucht und wird deshalb nicht empfohlen. Die meisten Hersteller empfehlen eine zeitlich begrenzte Anwendungsdauer, wobei Studienerfahrungen nicht über eine Einnahme von 12 Wochen hinaus vorhanden sind.

Zu der Einnahme von Personen unter 18 Jahren liegen im Moment noch keine Studien vor, sodass von einer Einnahme vor dem Erreichen des 18. Lebensjahrs, stark abzuraten ist.

Da die langfristige Einnahme von HMB nur ungenügend untersucht ist, und Erfahrungen zu möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht vorliegen, sollte besonders vorsichtig in Bezug auf die Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels umgegangen werden. Sobald Nebenwirkungen auftreten sollte das Mittel abgesetzt, und unter Umständen der behandelnde Arzt konsultiert werden.

HMB und Muskelaufbau

In den letzten Jahrzehnten gab es einige Studien, die den Vorteil von HMB in Bezug auf den Muskelaufbau untersuchten. Am Anfang standen Studien, die HMB als Nahrungsergänzungsmittel für Zuchttiere sahen. Ein Muskelwachstum in diesen Tieren hätte einen enormen Vorteil und wirtschaftlichen Markt für die Lebensmittelindustrie bedeutet.
Durch Studien, die tatsächliche Erfolge in der Verwendung von HMB bei Zuchttieren beschreiben konnte, wurde HMB auch als Nahrungsergänzungsmittel für Sportler erprobt. Studien am Menschen kamen jedoch nicht zu eindeutigen Ergebnissen, weshalb HMB als Nahrungsergänzungsmittel und seiner Rolle im Muskelaufbau in starker Diskussion steht.

Es gibt unterschiedliche Hypothesen, inwiefern HMB als Nahrungsergänzungsmittel während starken Trainingsphasen einen Muskelwachstum hervorrufen könnte. Die eine Hypothese geht davon aus, dass HMB als sogenannter Antikatabolit den, durch Belastung hervorgerufenen, Abbau des Muskels verhindern kann. Diese sogenannte Proteolyse entsteht anhand einer deutlichen Überlastung des Muskelgewebes. Insofern würde HMB nicht direkt in den Muskelaufbau eingreifen, einen vermehrten Abbau zu Beginn des Trainings jedoch verhindern. Argumentationsbasis für diese Hypothese liefert eine Studie, welche die Menge an Aminosäuren im Blut nach einer gewissen Zeit nach dem Training gemessen hat. Je höher die Menge der Aminosäuren, desto wahrscheinlicher ist ein vorangegangener Muskelabbau. Da deutlich mehr Aminosäuren in dem Blut der Probanden gefunden wurde, welche kein HMB als Supplement einnahmen, ging diese Studie von einer anti-katabolen Wirkung des HMB aus.

Andere Hypothesen vermuten HMB als strukturellen Bestandteil von Zellen, da die biochemische Struktur des HMB einer anderen Substanz ähnelt, welche als Calcium-Kanal in den Zellen vorkommt. Einen genauen Wirkmechanismus, wie HMB den Muskelaufbau fördert kann diese Theorie nicht liefern.

Insgesamt ist die Auswertung der existierenden klinischen Studien schwierig, da die jeweiligen Studienbedingungen immer in die Analyse mit einbezogen werden müssen. So ist die, abgesehen von den Nahrungsergänzungsmitteln, zugeführte Nahrung ein wichtiger Bestandteil, wenn es um den Zuwachs von Muskelmasse geht, und muss idealerweise von Proband zu Proband exakt abgestimmt werden. Hinzu kommt, dass es, bezüglich der Fähigkeit Muskelmasse in kurzer Zeit zu bilden, unterschiedliche genetische Veranlagungen gibt, und ein Ausschluss der genetischen Faktoren in der Analyse der Studien nicht möglich ist.

Die widersprüchlichen Studienergebnisse lassen eine eindeutige Aussage bezüglich der Rolle des HMB beim Muskelaufbau nicht zu. Sollte die genaue biochemische Funktion des HMB als metabolischer Wirkstoff geklärt werden, könnte sich die Rolle des HMB in der Funktion als Antikatabolit bestätigen und unter Umständen sogar den Markt als Therapeutikum zur Behandlung von bestimmten Erkrankungen und Symptomen eröffnen.

Dosierung

Das Beta-Hydroxy Beta Methylbutyrat kann im Handel in Pulver-, Kapsel-oder Tablettenform erworben werden. Wie bei jedem Medikament, das man einnimmt, sollte auch beim HMB als Supplement (= Ergänzungsmittel) auf die Packungsbeilage des jeweiligen Herstellers geachtet werden. Prinzipiell gibt es keine Grenzdosis, bei deren Überschreitung extreme oder lebensgefährliche unerwünschte Nebenwirkungen zu erwarten wären. Die Empfehlungen variieren je nach Hersteller leicht. Ein guter Mittelwert liegt zwischen 1,5g bis 3g pro Tag.

Es kommt jedoch auch darauf an, ob man HMB erstmals einnimmt oder ob es sich um eine Erhaltungsdosis handelt. Zu Beginn sollte man in der ersten Woche 6g pro Tag HMB zu sich nehmen, um die Speicher zu füllen. Danach sind 1-3g HMB pro Tag ausreichend.

In hohen Dosen wird vor allem der Muskelabbau hemmende Effekt, also die anti-katabole Wirkung, erzielt. Die Förderung des Muskelaufbaus im Sinne der anabolen Wirkung wird bereits in geringen Dosen erreicht. In der Regel nimmt man HMB als Supplement in Form eines Einzelpräparats. Es gibt allerdings auch Kombipräparate, die gerade im Bereich des Bodybuildings typisch sind. Neben dem HMB sind Substanzen wie Kreatinin oder Glutamin enthalten.

Je nach Konsumierungsform variiert der Zeitpunkt der entsprechenden Dosisaufnahme. Die Pulverform sollte optimaler Weise 20-30 Minuten vor Trainingsbeginn eingenommen werden. Wählt man ein Kapselpräparat mit HMB in freier Aminosäureform als einzigen Bestandteil, reicht dies zeitlich unmittelbar vor dem Training. Am effektivsten wirkt HMB generell auf nüchternen Magen. Die vorgeschlagenen Dosen sind dafür ausreichend, den gewünschten Effekt (anabol und anti-katabol) zu erzielen. Bewertung darüber, ob es bei jenen Dosierungen zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt, liegen aktuell nicht vor.

Wirkung

Bei dem Beta Hydroxy Beta-Methylbutyrat (=HMB) handelt es sich um ein normales Stoffwechselprodukt unseres Körpers. HMB entsteht als Stoffwechselprodukt aus der essenziellen Aminosäure Leucin. Bei Leucin handelt es sich neben den beiden Aminosäuren L-Isoleucin und L-Valin wiederum um eine wichtige Aminosäure des Proteinbestandteils unseres Körpers.

Funktionell übernimmt das Leucin eine Rolle im Bereich des Muskelaufbaus und dessen Erhalt. Es wirkt also anabol auf die Muskeln, sprich Masse – in unserem Falle Muskulatur - aufbauend. Zusätzlich stimuliert es die Herstellung von Proteinen (Proteinbiosynthese) in zwei wichtigen Organen, eben der Muskulatur aber auch der Leber.

Etwa 5% von Leucin werden für den Metabolismus zur HMB-Bildung abgezweigt. Über verschiedene Stoffwechselwege, an denen unterschiedliche Enzyme beteiligt sind, kann der Körper auf natürlichem Wege also HMB herstellen. Etwa 1,3 g sind somit in etwa „körpereigenes“ HMB. Dieses Stoffwechselprodukt hat eine bestimmte Wirkung auf unseren Körper. Besonders im Vordergrund steht dabei die Wirkung auf die Muskulatur: HMB hat sowohl anabole und anti-katabole als auch lipolytische Effekte. Außerdem wird diskutiert, dass HMB das Verletzungsrisiko der Muskeln senken und deren Regenerationsfähigkeit steigern kann.

Die Art der Wirkung variiert allerdings zum Teil mit der Dosierung. Ein erster Effekt bei geringen Dosen ist definitiv die anabole, also Muskelaufbau fördernde Wirkung. Auf welchem genauem Mechanismus die Wirkentfaltung von HMB letztendlich beruht ist bis heute nicht abschließend geklärt. Es gibt viele Aspekte, die derzeit studiert werden.

Verschiedene Studien verfolgen unterschiedliche Hypothesen. Zum einen geht man davon aus, dass die Herstellung von Proteinen positiv beeinflusst wird. Indem HMB einen Rezeptor namens mTOR-Rezeptor stimuliert, wird die Proteinsynthese gefördert. Durch den Eingriff in einen anderen Stoffwechselweg macht es HMB möglich, den Muskelabbau bzw. den Abbau der Proteine des Muskels zu hindern. Die Hemmung der sogenannten Proteolyse ist über den Ubiquitin Proteasom Weg möglich. Eine letzte Hypothese vermutet, dass HMB das Kohlenhydrat –und Aminosäureangebot im Muskel erhöhen. Dabei spielt die IGF-1 Genexpression eine besondere Rolle.

Abschließend sollte erwähnt werden, dass der Wirkungsschwerpunkt des HMB nicht nur von der Dosierung, sondern auch von der Ausgangssituation des Konsumenten abhängt. Betrachtet man den muskelaufbauenden Effekt bei Sportlern, so weisen Ausdauersportler einen verbesserten Lactatsäurewert und eine erhöhte mögliche Intensität der Beinmuskulatur auf. Außerdem ist das Verletzungsrisiko geringer. Bei Bodybuildern hingegen steht die starke anabole Wirkung im Vordergrund.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Wirkung von HMB

Nebenwirkung

Die Nebenwirkungen oder auch unerwünschte Wirkungen (=UAW) des Beta-Hydroxy Beta-Methylbutyrat, also HMB, sind zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend erforscht. Es gibt bisher keinen Hinweis für typische Nebenwirkungen, welche mit dem Konsum von HMB einhergehen. Grund dafür ist jedoch nicht unbedingt die Tatsache, dass tatsächlich keine Nebenwirkungen zu erwarten sind, sondern viel mehr der Umstand, dass es bisher keine aussagekräftigen Langzeitstudien zur HMB-Einnahme gibt.

Es gibt zwar Studien, allerdings ist deren Beobachtungszeitraum etwas kurzzeitiger angesetzt, als dass sie mit der tatsächlichen Konsumierungsdauer der meisten Bodybuilder in Vergleich gesetzt werden kann. Auch wenn die Nebenwirkung noch nicht klar definiert sind, kann der Aspekt, dass bisher keine nennenswerten unerwünschten Wirkungen aufgetreten sind, positiv bewertet werden. Selbst bei Tierversuchen kam es nicht zum Auftreten von klassischen Nebenwirkung. Es lässt sich abschließend also sagen, dass man HMB relativ bedenkenlos einnehmen kann. Voraussetzung sollte natürlich das Einhalten der Dosierungsangaben sein.

Bodybuilding

Das primäre Ziel beim Bodybuilding besteht darin, möglichst viel Muskelmasse aufzubauen. Ab einem gewissen Trainingslevel stagniert die Zunahme, sodass häufig Nahrungsergänzungsmittel mit entsprechenden Inhaltsstoffen eingenommen werden, um einen weiteren Trainingseffekt zu erzielen. Gerade das HMB wird aufgrund seiner anabolen, also muskelaufbauenden Wirkung, gerne als Supplement von Bodybuildern in den Trainingsplan integriert.

Neben der anabolen Wirkung spricht auch die anti-katabole Wirkung für HMB in der Anwendung als Bodybuilder. Bei längeren Trainingseinheiten oder Belastungen braucht der Körper möglicherweise weitere Energiequellen und beginnt daraufhin die Muskulatur als Energiequelle abzubauen. Gerade im Bodybuilding darf die Muskelmasse auf gar keinen Fall kleiner werden, sodass eben der antikatabole, also Abbau hemmende Effekt, ganz essenziel ist. Auch, dass HMB das muskuläre Verletzungsrisiko senkt, kommt dem Bodybuilder zugute.

Gerade im Bereich des Bodybuildings wird HMB nicht nur als Einzelpräparat, sondern auch in Kombination mit Calcium (Ca) oder Kreatinin genommen. Hierfür gibt es ein extra Ca-HMB Präparat. Studien haben zudem belegt, dass die Wirkung auf den Anabolismus der Muskeln in Kombi mit Kreatinin gesteigert ist. Auch wenn der Gebrauch von HMB im Bodybuilding mittlerweile sehr etabliert ist, gibt es keine signifikanten Studienergebnisse, die einen definitiven Wirkungserfolg belegen. Es sollte also von keiner 100% Wirkungsgarantie ausgegangen werden und im Hinterkopf bleiben, dass der muskelaufbauende Effekt unterschiedlich stark und individuell anschlägt.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 02.11.2017
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