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Quarkwickel

Einteilung

Ein Quarkwickel besteht in der Regel aus einem Stoff- oder Papiertuch, auf das ein wenig Speisequark verteilt wird. Dabei wird der Quarkwickel ähnlich wie ein Kühl- (oder Wärme-) Akku eingesetzt.

Das Ziel sind eine Schmerzlinderung, die Reduktion einer Schwellung oder auch eine antientzündliche Wirkung bei der kalten Anwendung. Gerade bei Muskelverspannungen kann ein Quarkwickel aber auch als wärmendes Hilfsmittel eingesetzt werden. Mit seiner einfachen Anwendung bietet der Quarkwickel eine ausgezeichnete, nahezu nebenwirkungslose Alternative zur klassischen Kühlung durch Coolpacks.

Wie wirken Quarkwickel?

Quarkwickel haben zwei maßgebliche Wirkmechanismen.

Der erste und wichtigere ist der einfache Temperaturunterschied zwischen dem Quarkwickel und der Haut. Dieser Effekt kommt sowohl beim kühlenden als auch beim wärmenden Quarkwickel zum Tragen. Dadurch, dass der Quarkwickel feucht ist, ist jedoch der kalte Wickel deutlich wirkungsvoller als der warme. Die Feuchtigkeit des Quarks verdampft, was dem kalten Quarkwickel und der Haut zusätzlich Energie entzieht und dadurch zu einem stärkeren Kühlungseffekt führt.

Der zweite Wirkmechanismus beruht auf den verschiedenen Inhaltsstoffen des Quarks. Es sind vor allem Enzyme enthalten, die die Entzündungsmediatoren des Körpers zersetzen. Dadurch kommt es zur Entzündungshemmung, was gleichzeitig einen Rückgang von Schwellungen und Schmerzen bedeutet.
Auch die Milchsäurebakterien, die im Quark vorhanden sind, können zu diesem Vorgang beitragen, da sie die Stoffe des Körpers für ihren eigenen Stoffwechsel verwenden. Allerdings ist dieser Effekt durch die Enzyme und Bakterien eher als gering einzuschätzen. Die Haut bildet eine starke Barriere gegen das Eindringen solcher körperfremden Stoffe, weshalb die Wirkstoffe des Quarks nur zu einem geringen Anteil tatsächlich in den Körper kommen. So können sie ihre Wirkung nur oberflächlich entfalten.

Anleitung zur Anwendung von Quarkwickeln

Für einen Quarkwickel benötigt man ein Stoff- oder Papiertuch (auch Küchentücher wie Zewa funktionieren!) und ganz normalen Speisequark.

Das Tuch wird ausgebreitet, dann gibt man eine dünne Schicht Quark auf die Mitte des Tuchs. Anschließend werden die Ecken umgeschlagen, sodass der Quark gut eingepackt ist und nicht nach außen dringen kann. Danach kann der Quarkwickel sofort benutzt werden.

Für die warme Anwendung muss der Wickel erst noch mittels einer Wärmflasche erwärmt werden. Achtung! Eine Mikrowelle ist nicht geeignet, da der Quark dadurch sehr schnell austrocknet.

Um die Wirkung von kalten Wickeln besser zur Entfaltung kommen zu lassen, sollte man den Quarkwickel noch kurz in den Kühlschrank stellen. Dort kann der Quark etwas herunterkühlen. Außerdem zieht er dadurch in den Stoff oder das Papier ein, wodurch der kühlende Effekt, der über Feuchtigkeit vermittelt wird, stärker zur Geltung kommt.
Anschließend legt man den Quarkwickel auf die betroffene Stelle auf und lässt ihn so lange liegen, bis er so warm ist wie die Haut oder der Quark beginnt zu trocknen.

Wer geschickt ist, bereitet gleich mehrere Quarkwickel vor, sodass die Wickel schnell ausgetauscht werden können, sobald der erste seine kühlende oder wärmende Wirkung verloren hat. Um zu vermeiden, dass bei der Anwendung Quark aus dem Quarkwickel auf die Kleidung oder die Möbel kleckert, kann auch ein Handtuch untergelegt werden.

Nach der Anwendung kann der Quarkwickel auf Papier einfach im Biomüll entsorgt werden. Vom Stofftuch sollte man noch etwas Quark abkratzen, bevor man es in die Wäsche gibt.

Welchen Quark sollte man verwenden?

Bei der Wahl des Quarks für die Quarkwickel gibt es keine genauen Vorgaben. Am einfachsten ist es, den normalen Speisequark aus dem Kühlregal im nächsten Supermarkt zu verwenden. Ob der Fettgehalt eine Rolle bei der Wirkung des Quarkwickels spielt, ist bisher nicht untersucht. Man geht allerdings davon aus, dass es keinen Unterschied macht.

Einzig auf spezielle Inhaltsstoffe im Quark sollte verzichtet werden. So ist beispielsweise Kräuterquark in der Regel weniger für Quarkwickel geeignet als der natürliche Speisequark.

Wie lange sollte ich den Quarkwickel einwirken lassen?

Die hauptsächliche Wirkung der Quarkwickel beruht auf ihrem Temperaturunterschied zur Haut. Daher ist die Einwirkzeit auf maximal 20 bis 30 Minuten begrenzt. Bis dahin ist der Quarkwickel in der Regel auf Raumtemperatur oder die Temperatur der Haut erwärmt oder heruntergekühlt.

Warme Quarkwickel trocknen zudem verhältnismäßig schnell aus und verlieren dann auch Teile ihrer Wirkung, weshalb der Wickel dann ausgetauscht werden sollte. Ein Trick, um das Austrocknen hinauszuzögern, ist die zusätzliche Verwendung von Frischhaltefolie. Dabei wird der warme Quarkwickel auf die Haut gelegt und anschließend mit Frischhaltefolie befestigt. Dadurch kann der Quarkwickel nicht mehr verrutschen, außerdem dringt die Feuchtigkeit des Quarks nicht durch die Folie, weshalb der Quarkwickel länger feucht bleibt. Da Quarkwickel nicht besonders erhitzt werden können und auch nicht auf Minusgrade heruntergekühlt werden, besteht keine Gefahr für die Haut oder das Gewebe durch eine zu lange Anwendung.

Wie lange darf man den Quarkwickel anwenden?

Quarkwickel sind beliebig lang anwendbar. So können über mehrere Wochen immer wieder Quarkwickel auf schmerzende Körperstellen aufgelegt werden. Da es keine Nebenwirkungen gibt, ist auch die Anzahl der benutzten Quarkwickel nicht begrenzt. Man sollte jedoch darauf achten, die Wickel regelmäßig zu wechseln. Zudem sollte ein benutzter Quarkwickel immer gewaschen bzw. entsorgt werden.

Quarkwickel in Frischhaltefolie

Einen Quarkwickel mit Frischhaltefolie stellt man genauso her wie den normalen Quarkwickel. Man nimmt ein Stoff- oder Papiertuch, gibt Speisequark darauf und legt den Quarkwickel auf die betroffene Stelle. Anschließend kann zusätzlich Frischhaltefolie darum herumgewickelt werden. Diese dient dem besseren Halt des Quarkwickels am Körper, ist aber nur an schlanken Körperstellen wie Armen und Beinen geeignet. Zur Fixierung kann alternativ auch eine Mullbinde verwendet werden. Ein weiterer Vorteil der Frischhaltefolie ist, dass sie gleichzeitig einen Schutz gegen das Verschmieren des Quarks auf Kleidung oder Möbel bietet.

Indikationen für Quarkwickel

Man unterteilt die Indikationen für Quarkwickel je nachdem, ob eine kalte oder eine warme Wirkung erwünscht ist.

Kühlende Quarkwickel kommen vor allem bei Verletzungen wie

Nicht nur nach der akuten Sportverletzung, sondern beispielsweise auch eine gewisse Zeit nach Operationen an einem Gelenk können Quarkwickel zur Kühlung eingesetzt werden. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass die Operationsnarben bereits verheilt sind. Die kühlende Wirkung der Quarkwickel wird auch bei Entzündungen von oberflächlichen Venen oder der Haut gerne genutzt. Gerade eine Entzündung nach einem Insektenstich kann durch Quarkwickel gut gekühlt werden. Die Inhaltsstoffe des Quarks wirken zusätzlich dem Juckreiz entgegen. Bei einem Sonnenbrand spendet der Quarkwickel nicht nur Kühlung, sondern auch Feuchtigkeit für die beanspruchte Haut.

Außerdem gibt es viele Indikationen für wärmende Quarkwickel. Führend sind dabei Symptome von Erkältungen wie

Die Inhaltsstoffe des Speisequarks bekämpfen die Krankheitserreger. Zudem ist Wärme meist wohltuend bei den Erkrankungen. Bei tiefer sitzenden Atemwegserkrankungen, wie der Bronchitis, können Quarkwickel auch auf den Brustkorb aufgelegt werden. Ein weiteres großes Indikationsfeld für Quarkwickel sind die Muskelverspannungen. Durch die Wärme kann die Muskulatur wieder entspannt werden. Dabei ist ein großer Vorteil, dass die Quarkwickel sowohl sehr lokal als auch großflächig (beispielsweise auf dem gesamten Rücken) aufgelegt werden können.

Quarkwickel bei Husten

Bei Erkältungssymptomen, wie dem Husten, werden in der Regel wärmende Quarkwickel angewandt. Dazu wird der Quark auf ein Stoff- oder Papiertuch aufgetragen und anschließend am besten mithilfe einer Wärmflasche erwärmt. Danach kann man die Quarkwickel auf den Brustkorb und/oder den Hals auflegen. Die Inhaltstoffe des Quarks und die Wärme wirken dem Hustenreiz entgegen.

Zudem sind die Quarkwickel insbesondere bei stark verschleimten Bronchien wirkungsvoll. Die warmen Quarkwickel können etwa 20 bis 30 Minuten genutzt werden. Danach sind sie meist zu stark abgekühlt, außerdem beginnt der Quark zu trocknen, sodass ein neuer Wickel verwendet werden sollte.

Bei Milchstau

Milchstau geht meist mit einer schmerzhaften Entzündung der betroffenen Brust einher. Gerade wenn man stillt, möchte man jedoch nicht auf Medikamente oder Salben mit kritischen Inhaltsstoffen zurückgreifen.

Eine wirkungsvolle und sichere Alternative sind kühlende Quarkwickel. Diese können in größeren Mengen vorbereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Vor der Anwendung muss die Brust geleert werden, nur so können die Quarkwickel ihre volle Wirkung entfalten. Anschließend werden die Wickel auf die entzündete Brust aufgelegt. Der Quark wirkt dabei antientzündlich und lindert zudem durch Kühlung die Schmerzen.

Quarkwickel für die Brust

Quarkwickel für die Brust werden gerne bei Brustentzündungen eingesetzt.

Gerade stillende Mütter haben oft mit schmerzhaften Entzündungen zu kämpfen. Milchstau verschlimmert die Beschwerden dabei häufig zusätzlich noch. Wie bei allen Arten von Entzündungen profitieren betroffene Personen von einer Kühlung. Dazu können kalte Quarkwickel eingesetzt werden. Am besten nimmt man große Quarkwickel oder gleich mehrere, sodass die gesamte betroffene Brust bedeckt werden kann. So wird die beste Kühlung erzielt. Wichtig ist, dass vor dem nächsten Stillen die Brust wieder angewärmt wird. Massieren hilft zusätzlich dabei, dass wieder Milch einschießt, nachdem man den Milchstau behandelt hat.

Auch bei anderen Ursachen von Entzündungen an der Brust sind die kalten Quarkwickel ein gutes Hilfsmittel, da die Inhaltsstoffe des Quarks mit ihrer antientzündlichen Wirkung bei allen Arten von Entzündungen helfen.

Warme Quarkwickel auf der Brust bzw. dem Brustkorb sind indiziert bei Atemwegserkrankungen, wie einer Bronchitis, oder auch einer einfachen Erkältung mit Husten und Schnupfen. Die Wärme hilft, den Schleim aus der Lunge zu lösen. Zudem wirkt der Quark hustenstillend.

An der Schulter

An der Schulter wird vor allem die kühlende Wirkung des Quarkwickels genutzt. Nach traumatischen Verletzungen wie Prellungen, Blutergüssen oder Zerrungen wirken die Quarkwickel schmerzlindernd.

Zudem reduzieren sie die Schwellung, sodass eine bessere Beweglichkeit in der Schulter möglich ist. Wichtig ist jedoch, dass nach einer anfänglichen Kühlung ernsthafte Verletzungen ausgeschlossen werden. Quarkwickel können auch zur Kühlung nach Schulteroperationen verwendet werden, jedoch erst, wenn Operationswunden komplett verheilt sind.

Quarkwickel für den Hals

Am Hals werden warme Quarkwickel benötigt, wenn Halsschmerzen, Husten oder Rachen-/Mandelentzündungen auftreten. Die Wärme lindert die inneren Halsschmerzen und beruhigt bei Hustenreiz. Zudem wirkt der Quark antientzündlich. Warme Quarkwickel können auch bei muskulären Verspannungen im Bereich des Nackens zum Einsatz kommen. Hier helfen sie der Muskulatur wieder weicher zu werden, wodurch Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen reduziert werden können.

Manchmal ist jedoch auch bei einer Erkältung ein kalter Quarkwickel angenehmer. Bei der kalten Anwendung kommt zusätzlich die abschwellende und schmerzlindernde Komponente durch äußere Kühlung zur Wirkung. Bei traumatischen Nackenschmerzen und Spannungskopfschmerzen hilft auch der kalte Quarkwickel. Eine weitere beliebte Indikation für Quarkwickel ist das plötzliche Nasenbluten. Wenn die Nase beginnt zu bluten, sollte der Kopf nach vorne genommen werden. Durch das Zuhalten der Nase kann etwas Druck auf das blutende Gefäß ausgeübt werden. Ein kalter Lappen oder Quarkwickel im Nacken bewirkt zusätzlich, dass die Gefäße enger gestellt werden. So lässt sich die Blutung oftmals innerhalb weniger Minuten wieder stoppen. Bevor man einen Kühlakku im Eisfach runtergekühlt hat, ist meist schneller ein Quarkwickel angefertigt, der die gleiche kühlende Wirkung entfalten kann.

Welche Art von Quarkwickel als angenehmer empfunden wird, ist eine individuelle Entscheidung. Wichtig ist dabei nur: Es hilft meist diejenige Anwendung, die sich besser anfühlt.

Bei Kniearthrose

Die Kniearthrose ist ein degeneratives Geschehen, bei dem der schützende Knorpel im Knie zunehmend verschleißt. Dadurch wird auch der Knochen in Mitleidenschaft gezogen, was zu Schmerzen und Schwellungen im Gelenk führt. Die Schmerzen werden vor allem durch Bewegung ausgelöst.

Daher ist die Anwendung von Quarkwickeln besonders nach körperlicher Belastung sinnvoll. Da die Arthrose an sich keine entzündliche Erkrankung ist, beruht die Wirkung der Quarkwickel nahezu ausschließlich aus der Kühlung des betroffenen Knies. Der große Vorteil der Quarkwickel ist, dass es keinerlei Nebenwirkungen gibt, weshalb die Wickel beliebig oft angewandt werden können.

Am Knie

Quarkwickel können bei Blessuren am Knie vor allem zum Kühlen eingesetzt werden. Die meisten greifen bei Knieschmerzen zum klassischen Kühlakku, jedoch können auch Quarkwickel eingesetzt werden. Ein Vorteil an den Wickeln ist, dass sie eine dezente, aber langanhaltende Kühlung machen. Man muss nicht wie beim Kühlakku darauf achten, ob die Haut zu kalt wird und dadurch Schäden davonträgt.

Chronische Prozesse, wie eine Arthritis (entzündliche Gelenkserkrankung) oder eine Gonarthrose (Arthrose im Knie), sind bei Schmerzen gut symptomatisch mit Quarkwickeln behandelbar. Auch akute Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen oder Verletzungen innerer Strukturen können durch Quarkwickel gekühlt werden. Entzündungen wie eine Bursitis (Schleimbeutelentzündung) oder oberflächliche Entzündungen der Haut sind ebenfalls mit Quarkwickeln behandelbar.

Dabei ist jedoch immer darauf zu achten, dass die Quarkwickel nicht auf offenen Wunden liegen. Auch bei Durchblutungsstörungen im Bein dürfen keine kalten Wickel aufgelegt werden. Bei Knieschmerzen, die durch muskuläre Verspannungen im Oberschenkel ausgelöst werden, kann neben einer Massage des Oberschenkels auch ein warmer Quarkwickel die Beschwerden lindern.

Am Sprunggelenk

Die typische Sprunggelenksverletzung, die eine Kühlung erfordert, ist die Bänderverletzung nach dem Umknicken. Auch eine Prellung oder Verstauchung kann schmerzhaft sein. Besserung wird durch das Hochlegen und Kühlen des Sprunggelenks bewirkt. Damit die Wirkung des Quarkwickels erhalten bleibt, sollte dieser möglichst regelmäßig ausgetauscht werden, wenn er warm geworden ist oder der Quark beginnt zu trocknen.

An der Achillessehne

Die Achillessehne wird vor bei Laufsportarten gereizt. Insbesondere Sportarten, bei denen schnelle Richtungswechsel wichtig sind, belasten die Achillessehne. Um die Schmerzen zu lindern, muss der Sport pausiert werden. Man sollte den Fuß hochlegen und zudem die Achillessehne kühlen. Zum Kühlen können neben Kühlakkus auch Quarkwickel verwendet werden, die zusätzlich der Achillessehnenreizung entgegenwirken.

Am Handgelenk

Verletzungen am Handgelenk entstehen häufig durch das Abfangen eines Sturzes. Es kommt zur Prellung und Verstauchung des Handgelenks. Danach hilft Schonung und Kühlung. Anstelle eines herkömmlichen Kühlakkus kann dazu auch ein Quarkwickel verwendet werden.

Auch bei Sehnenscheidenentzündungen wird die kühlende Wirkung des Quarkwickels gerne genutzt. Zudem wirken die Inhaltsstoffe antientzündlich und abschwellend.

Am Ellenbogen

Am Ellenbogen kann nach einem Sturz ein blauer Fleck oder eine Prellung auftreten, die gekühlt werden muss. Auch Sehnenreizungen, wie beim Tennis- oder Golferellenbogen, lassen sich durch Kälteanwendung behandeln. Durch Quarkwickel wird zum einen gekühlt, was eine Schmerzlinderung mit sich bringt. Zusätzlich kann die Sehnenreizung und die damit einhergehende Entzündung bekämpft werden. Am besten wird der Quarkwickel mit einer Mullbinde am Arm fixiert, damit er nicht verrutscht oder festgehalten werden muss.

Bei einer Mandelentzündung

Die Mandelentzündung ist oftmals nicht nur sehr schmerzhaft, es treten auch ernsthafte Schluckbeschwerden durch Schmerzen und die große Schwellung der Mandeln auf. Deshalb kommt der abschwellenden Therapie mit Quarkwickeln eine besondere Bedeutung zu.

Bei einer Mandelentzündung werden in der Regel kalte Quarkwickel verwendet. Durch ihren kühlenden Effekt wirken sie antientzündlich und schmerzstillend. Die Verminderung der Schwellung wird zusätzlich durch die Inhaltsstoffe des Quarks ausgelöst. Gerade bei einer bakteriellen Mandelentzündung sollten die Quarkwickel jedoch nur ergänzend zu Medikamenten (Antibiotika) gebraucht werden.

Bei einer Bronchitis

Die Bronchitis ist eine Infektion der Atemwege, bei denen Entzündungsprozesse eine große Rolle spielen. Durch die Entzündungen in den Atemwegen wird dort viel Schleim produziert, der gelöst und abgehustet werden muss.

Obwohl die Bronchitis eine entzündliche Erkrankung ist, helfen meist eher warme Quarkwickel. Die Milchsäurebakterien, die im Quark enthalten sind, wirken entzündungshemmend und haben auch eine geringe schmerzstillende Wirkung. Gerade bei Erkrankungen, die die gesamte Lunge betreffen, können die Quarkwickel großflächig auf den Brustkorb aufgelegt werden.

Bei einem Sonnenbrand

Sonnenbrand tritt dann auf, wenn die Haut durch zu starke oder zu lange Sonneneinstrahlung geschädigt wird. Wie bei anderen Verbrennungen gehen Hautzellen zugrunde. Die betroffenen Stellen sind berührungsempfindlich und brennen.

Quarkwickel sind hier eine geeignete und schonende Therapie. Am wichtigsten ist dabei die kühlende Wirkung der Wickel. Der Quark spendet der verbrannten und trockenen Haut zudem viel Feuchtigkeit. Ein weiterer Vorteil der Quarkwickel ist, dass sie sowohl an kleinen Stellen als auch großflächig und vor allem beliebig oft aufgelegt werden können.

Bei einer Schleimbeutelentzündung

Schleimbeutel finden sich oft an Gelenken, wo sie eigentlich eine puffernde Wirkung haben und das Gewebe schützen sollen. Bei Überbelastung kann sich ein Schleimbeutel schnell entzünden und das Gelenk dadurch besonders empfindlich machen. Zudem schwillt der Schleimbeutel bei einer Entzündung an, sodass Bewegungseinschränkungen am Gelenk auftreten.

Mit Quarkwickeln kann hier Abhilfe geschaffen werden. Durch punktuelles Auflegen der Wickel kann die sehr lokale Entzündung behandelt werden. Wichtig sind vor allem die Entzündungshemmung und das Abschwellen durch die Quarkwickel.

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung

Nasennebenhöhlenentzündungen treten im Rahmen von Erkältungen auf, wenn sich ein Teil des Schleims in den Nebenhöhlen festsetzt.

Je nachdem, was betroffene Personen als angenehm empfinden, können hier kühle oder warme Quarkwickel zum Einsatz kommen. Durch seine Inhaltsstoffe wirken die Wickel schleimlösend und abschwellend. Kalte Quarkwickel können schmerzlindernd wirken, warme Wickel lösen eher den Druck, der durch die Nasennebenhöhlenentzündung im Kopf entsteht.

Bei einer Venenentzündung

Bei oberflächlichen Venenentzündungen sind Quarkwickel mittlerweile vollständig in der alternativen Therapie etabliert. Sogar in großen Kliniken schätzt man die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung des Quarks. Durch kühlende Quarkwickel können die oberflächlichen Entzündungssymptome abgemildert werden. Allerdings dringen die Inhaltsstoffe des Quarks nicht besonders tief unter die Haut, weshalb nur oberflächliche Venenentzündungen von der Wirkung der Milchsäurebakterien und der Enzyme profitieren.

Bei einem Insektenstich

Ein Insektenstich ist vor allem deshalb schmerzhaft, weil das Insekt seinen Speichel oder sein Gift beim Stich in die Haut injiziert. Auf diese tierischen Eiweiße reagiert der Körper mit einer starken Abwehrreaktion, es kommt zur Entzündung und Schwellung an der Stelle des Einstichs.

Mit Quarkwickeln kann man dieser Entzündungsreaktion entgegenwirken. Die Milchsäurebakterien aus dem Quark wirken dem Insektengift entgegen, sodass der Körper nicht mehr so stark reagieren muss. Dadurch kann der Juckreiz bei einer Entzündung nach einem Insektenstich vermindert werden. Auch die Schmerzen und die Schwellung gehen zurück.

Anwendung über Nacht

Die Anwendung von Quarkwickeln über Nacht ist in der Regel nicht sinnvoll. Nach etwa 20 bis 30 Minuten hat der Quarkwickel die Raumtemperatur angenommen, sodass er seine kühlende oder wärmende Wirkung verliert. Zudem trocknet der Quark über Nacht aus. Dadurch können auch entzündungshemmende Enzyme nicht mehr einwirken. Außerdem besteht die Gefahr, dass man sich beim zu Bett gehen mit dem Quark aus dem Quarkwickel die Bettwäsche verschmiert. Besser ist es, den Quarkwickel 30 Minuten vorher aufzulegen und zur Nacht zu entfernen.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Für die Verwendung von Quarkwickeln sind keine Nebenwirkungen bekannt, sofern die Wickel für die richtigen Indikationen genutzt werden.

Daher führt nur eine falsche Anwendung zu Komplikationen.

Wichtig ist, dass Quarkwickel nicht bei offenen Wunden eingesetzt werden. Diese können sich durch die Milchsäurebakterien entzünden, was der eigentlich geplanten Wirkung des Quarkwickels entgegenwirkt. Bei Durchblutungsstörungen sollte auf Wärme- und Kälteanwendungen im Allgemeinen an betroffenen Körperstellen verzichtet werden, dies gilt auch für die Quarkwickel. Der Körper ist aufgrund der geringen Durchblutung nicht in der Lage, solche Körperstellen anschließend wieder gut zu erwärmen oder abzukühlen, wodurch es zu Gewebeschädigungen kommen kann. Außerdem sind bei Mangeldurchblutung häufig auch die Nerven bereits vorgeschädigt, weshalb betroffene Personen nicht immer spüren, ob eine Wärme-/Kälteanwendung eine angemessene Temperatur hat oder ob sie nicht eigentlich zu heiß/kalt ist und die Haut dadurch sofort schädigt.

Vorsichtig sollte man mit den Quarkwickeln auch bei Fieber sein. Kühlende Wickel dürfen bei Fieber nur angewandt werden, wenn die Hände und Füße noch warm sind. Sind diese kalt, spricht das dafür, dass der Körper nicht genug Energie aufbringen kann, um seine benötigte Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Durch kühlende Wickel ginge zwar das Fieber runter, allerdings wird dadurch die Schutzfunktion des Körpers außer Kraft gesetzt, was ein Aufflammen der zugrundeliegenden Erkrankung (meist Infektion mit Viren oder Bakterien) zur Folge hat.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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