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Schüssler Salz Nr. 5: Kalium Phosphoricum

Einleitung

Das fünfte Salz in der Reihe der Schüsslersalze ist das Kaliumphosphat. Es gilt als „Nervensalz“ und kommt besonders bei nervlichen bzw. psychischen Beschwerden zum Einsatz. Darunter fallen beispielsweise Erschöpfungszustände, Antriebslosigkeit oder gar Depressionen, aber auch Konzentrationsschwäche. Es kann auch bei einer erhöhten Beanspruchung der Denkleistung unterstützend verwendet werden. Darüber hinaus wirkt es an den Muskelzellen und kann bei muskulären Erkrankungen oder Muskelschmerzen helfen.

Oft wird speziell der Einsatz bei Lähmungserscheinungen aller Art empfohlen. Sollten diese Lähmungserscheinungen neu aufgetreten sein, ist jedoch zunächst ein Arzt zu Rate zu ziehen, da dieses Symptom nicht immer auf einen Mangel an Kaliumphosphat zurückgeführt werden kann. Außerdem muss bei Muskelschmerzen von Schmerzen anderer Ursache, wie z.B. Gelenkschmerzen abgegrenzt werden.

Wegen der vorwiegend auf das Nervensystem abzielenden Wirkung empfiehlt sich die Einnahme tagsüber, da sonst Schlafstörungen eine unerwünschte Nebenwirkung sein können.

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete des fünften Schüssler-Salzes umfassen in erster Linie Beschwerden des Nervensystems und zwar sowohl psychischer als auch physischer Natur. Dies sind konkret depressive Zustände, die mit Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Pessimismus und Niedergeschlagenheit einhergehen. Auch bei Angststörungen kann Kalium Phosphoricum hilfreich sein.

Bei Kindern und Jugendlichen bietet es Unterstützung bei der Behandlung von Konzentrationsschwäche, auch im Rahmen von ADS bzw. ADHS. Hier sollte es jedoch nicht ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt die verschriebene Medikation ersetzen.

Ein weiteres Anwendungsgebiet erschließt sich aus der Wirkung von Kaliumphosphat auf die Muskelzellen: Bei muskulär-nervösen Beschwerden wie einem Reizdarm, Krämpfen oder Schwäche nach körperlicher Belastung wird der Einsatz empfohlen. Unterstützend zur ärztlichen medikamentösen Behandlung kann Kaliumphosphat auch bei chronischen Herzproblemen oder Lähmungserscheinungen angewandt werden.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Homöopathie bei Depression

Arzneimittelbild

Bei den Schüssler-Salzen erkennt man – ähnlich wie bei der Homöopathie – eine Person, die ein Salz benötigt, an gewissen äußerlichen und personellen Merkmalen. Allerdings macht bei den äußerlichen Merkmalen die sogenannte Antlitz-Analyse den Großteil der Betrachtung aus. Antlitz-Analyse heißt, dass die Merkmale im Gesicht gefunden werden können. Diese Merkmale sind bei Kalium Phosphoricum eingefallene Gesichtszüge und grau wirkende Haut, besonders um die Augen herum. Im Mundraum zeigen sich als Merkmale eine bräunlich belegte Zunge, ein entzündetes Zahnfleisch (Parodontose) und eventuell Mundgeruch. Generell wirkt das Gesicht eines solchen Menschen auf den Betrachter müde, erschöpft und mitunter ungepflegt.

Auch bei den psychischen, charakterlichen Merkmalen fällt vorwiegend die Erschöpfung und Niedergeschlagenheit der betroffenen Person auf. Diese Menschen sind meistens pessimistisch, schwermütig und uneinsichtig. Es scheint ihnen an Selbstbewustsein, Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen zu mangeln. Oft leben die betroffenen Personen in einer eher städtischen Umgebung, in der negative Umwelteinflüsse wie Abgase, Lärm oder (Elektro-)Smog vorzufinden sind.

Dosierung

Für die Dosierung von Kaliumphosphat als Schüsslersalz haben sich besonders die homöopathischen Potenzen D6 und D12 bewährt. Meistens sollen dann mehrere Tabletten über den Tag verteilt eingenommen werden, die genaue Menge richtet sich dabei nach dem Schweregrad des Krankheitsbildes. Generell gilt: Soll eine akutes Problem behandelt werden, wird Kaliumphosphat regelmäßig eingenommen, bis eine Besserung zu dem gewünschten Grad eingetreten ist. Dazu wird dann meistens eine höhere Potenz wie D12 verwendet. Für eine Konstitutionsänderung, also eine Behandlung zur Veränderung gewisser persönlicher oder psychischer Beschwerden, wird meist eine niedrigere Potenz wie D6 eingesetzt. Hier sollte darüber hinaus besonders auf eine regelhafte Einnahme, am besten auch zu bestimmten Zeiten geachtet werden.

Zur Einnahme ist außerdem zu beachten, dass diese nicht direkt zu den Mahlzeiten stattfinden sollte, sondern immer mit etwa 30 Minuten Abstand dazu. Auch die Einnahme zur Nacht ist nicht empfehlenswert, da durch die anregende Wirkung auf das Nervensystem Schlafstörungen als unerwünschte Nebenwirkung auftreten können.

Wirkung

Das Wirkprinzip der Schüssler-Salze ist, einen Mangel einer bestimmten Substanz durch gezielte Einnahme auszugleichen. Dieses Prinzip steht damit im Gegensatz zur Homöopathie, bei der bestimmte Symptome mit Substanzen behandelt werden, die dieselben Symptome auslösen (würden). Kalium Phosphoricum soll also einen Mangel dieses Salzes, oder genauer gesagt der Einzelbestandteile Kalium und Phosphat ausgleichen.

Kalium ist ein Element, welches im gesamten Körper vorkommt. Es ist für die Aufrechterhaltung der Teilchenkonzentration im Blut und der Zelle mit verantwortlich („osmotischer Druck“). Besondere Bedeutung kommt Kalium außerdem in Muskel- und Nervenzellen zu, da es für die Erregungsfortleitung grundlegend ist. Damit erklärt sich der starke Einfluss auf das Nerven- und Muskelgewebe.

Phosphat ist bei verschiedenen biochemischen Reaktionen beteiligt. Dazu gehören vor allem solche, die dem Aufbau eines Energiespeichers der Körperzelle dienen.

Unerwünschte Nebenwirkungen können Schlafstörungen insbesondere bei abendlicher Einnahme sein. Menschen, die bereits an Herzrhythmusstörungen (durch hohen Kaliumspiegel) oder Nierensteinen (durch hohen Phosphatspiegel) leiden, sollten dieses Salz mit Bedacht anwenden.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Erkennen eines Kaliummangels

Schüssler Salz als Salbe

Meistens werden Schüsslersalze oral verabreicht, damit sie über den Verdauungstrakt aufgenommen werden können. Sie wirken dann „systemisch“, also auf den ganzen Körper gleichermaßen. Soll eine bestimmte Körperstelle speziell behandelt werden, bietet sich auch eine Salbe als Darreichungsform an. Dabei können natürlich eher Beschwerden, die von der Körperoberfläche herrühren behandelt werden. Mögliche Einsatzgebiete für eine Kaliumphosphat-enthaltende Salbe können beispielsweise Muskelbeschwerden nach körperlicher Belastung bzw. Muskelkater sein, da dieses Salz wie oben beschrieben, besonders auf die Muskeln zu wirken vermag. Auch kann es unterstützend zur ärztlichen Behandlung bei nervösen Beschwerden, wie etwa Lähmungserscheinungen eingesetzt werden.

Weiterhin wird es zur ergänzenden Behandlung bei verschiedenen anderen Hautinfektionen empfohlen. Dazu gehören Wundrose (Erysipel), Nesselsucht, Windeldermatitis sowie Hautausschläge, die zu Verkrustungen neigen.

 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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