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Siofor®

Definition/Wirkstoff

Der Wirkstoff des Medikamentes Siofor® heißt Metformin und wird zur Gruppe der oralen Antidiabetika gezählt.

Seinen Einsatz findet Siofor® in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2, der früher auch als „Altersdiabetes“ bekannt war. Heutzutage kann der Typ 2 Diabetes mellitus auch schon im früheren Lebensalter auftreten.

Vom Arzt verschrieben wird es, wenn diätische Maßnahmen und sportliche Betätigung allein keine oder nur eine sehr geringe Erniedrigung des Blutzuckerspiegels bewirken können. Es ist notwendig, den erhöhten Blutzuckerspiegel langfristig wieder zu senken, um das Risiko für daraus resultierende Folgeerkrankungen zu reduzieren.


Darreichungsform und Dosierung

Siofor® kann als Einzeltherapie oder in Kombination mit anderen Antidiabetika wie zum Beispiel Sulfonylharnstoffen oder Insulin eingenommen werden. Zum Einsatz kommt es sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen ab dem 10. Lebensjahr.

Siofor® ist in der Apotheke in Tablettenform erhältlich und sollte während oder nach dem Essen unzerkaut eingenommen werden. Wichtig für die Anwendung ist, dass man mit einer einschleichenden Dosierung beginnen sollte. Bei Erwachsenen gilt als anfänglicher Richtwert eine ein- bis zweimal tägliche Einnahme von 500 bzw. 850 mg Metforminhydrochlorid. Nach einer Einnahme von etwa zwei Wochen sollte je nach Blutzuckermesswerten die Dosierung angepasst werden. Die maximale Tagesdosis liegt bei 3 Gramm. Ältere Patienten leiden häufig an einer Einschränkung der Nierenfunktion, so dass die Dosierung von Siofor® bei diesen Patienten an die Funktion der Niere angepasst werden muss.

Die anfängliche Dosis von Siofor® unterscheidet sich bei Kindern und Jugendlichen nicht von der anfänglichen Dosis für Erwachsene. Die Maximaldosis bei Kindern liegt jedoch nur bei 2 Gramm pro Tag und nicht wie bei den Erwachsenen bei 3 Gramm.

Wirkweise

Siofor® ist ein Medikament mit blutzuckersenkender Wirkung, hierbei spielen wahrscheinlich drei verschiedene Mechanismen eine Rolle.

Als Erstes führt es zu einer verminderten Aufnahme von Glukose im Magen-Darm-Bereich. Desweiteren verbessert es die Empfindlichkeit für Insulin an den Muskeln. Über diese Erhöhung kann die Glukose besser in die Zellen aufgenommen und verstoffwechselt werden. Und schließlich kommt es bei der Einnahme von Siofor® (Metformin) zu einer Hemmung der eigenen Glukoseproduktion in der Leber.

Diese drei unterschiedlichen Mechanismen führen letzendlich im Zusammenspiel zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels.

Verstoffwechslung

Siofor® wird unverändert über die Niere und damit dem Urin ausgeschieden. Es ist daher wichtig, regelmäßig die Laborwerte der Nieren (hier: vor allem das Serum-Kreatinin) bestimmen zu lassen, um bei einer eingeschränkten Nierenfunktion rechtzeitig die Dosierung anpassen oder eventuell auf ein anderes Medikament umstellen zu können.

Kontraindikation

Eingenommen werden sollte Siofor® nicht bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Metformin.

Weitere Kontraindikationen, bei denen auf eine Einnahme von Siofor® verzichtet werden sollte, sind unter anderem eine Störungen der Nierenfunktion oder Nierenversagen, ein frischer Herzinfarkt und eine Leberinsuffizienz. Schwere Infektionen, ein Schock oder auch die Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel bei bestimmten Untersuchungen verbietet eine Einnahme dieses Antidiabetikums.

Während der Schwangerschaft und der anschließenden Stillzeit sollte, wie bei vielen anderen Medikamenten auch, auf die Verschreibung von Siofor® verzichtet werden.

Nebenwirkungen

Eine seltene, aber schwerwiegende und sehr gefürchtete Nebenwirkung stellt die sogenannte Laktatazidose dar. Sie stellt eine schwere, den Stoffwechsel betreffende Komplikation dar, bei der es zu einer Anreicherung des Wirkstoffes Metformin im Körper kommt. Symptome können hierbei eine vertiefte Atmung (auch „azidotische Dyspnoe“ genannt), sowie Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes mit Übelkeit und Bauchschmerzen und eine erniedrigte Temperatur sein. Im weiteren Verlauf kann es zu einem komatösen Zustand kommen.

Sehr selten können ebenfalls Hautreaktionen oder eine Entzündung der Leber auftreten, die aber nach Absetzen des Medikaments wieder rückläufig sind. Häufiger kommt es dagegen zu Geschmacksstörungen.

Zu Beginn der Therapie verspüren die Patienten oftmals Übelkeit, die mit Erbrechen und Durchfall einhergehen kann, sowie Appetitverlust. Diese Symptome verschwinden aber mit der Dauer der Einnahme meist wieder.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen treten bei der Einnahme von Siofor® zum Beispiel mit Alkohol auf. Hierbei wird das Risiko für das Auftreten einer Laktatazidose erhöht.

Ein erhöhtes Risiko besteht ebenfalls bei der gleichzeitigen Gabe von Metformin und jodhaltigem Kontrastmittel für bestimmte Untersuchungen. Daher sollte für diese Untersuchungen das Siofor® (Metformin) 42 Stunden vorher abgesetzt werden und auch erst 42 Stunden nach der Untersuchung wieder eingenommen werden.

Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen gelten für geplante Operationen.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen zur Therapie mit Metformin finden Sie hier:

Weitergehende Details zu Diabetes mellitus Typ II erhalten Sie unter folgenden Links:

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.04.2018
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