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Schmerzen bei einem Sonnenbrand

Synonyme

UV-Erythem, Dermatitis solaris, Erythema solare

Sonnenbrand allgemein

Bei Sonnenbrand handelt es sich um eine Schädigung der Haut, welche durch Strahlen verursacht wird. Genauer gesagt sind das die sogenannten UV-B Strahlen, die einen Anteil des Sonnenlichts ausmachen. In seinen Eigenschaften ähnelt der Sonnenbrand Verbrennungen 1. oder 2. Grades. Je nach Schwere und Ausmaß der Verbrennung teilt man auch den Sonnenbrand in drei Grade ein. Im Allgemeinen imponiert eine starke Rötung der Haut, die von Juckreiz, einem Hitzegefühl und Schmerzen begleitet wird. Die Haut ist außerdem angeschwollen und druckempfindlich. Der Sonnenbrand bildet sich dann in der Regel unter Abschuppung der Haut und ohne Narbenbildung nach einigen Tagen zurück. Der folgende Artikel befasst sich näher mit den Schmerzen, die ein Sonnenbrand mit sich bringt, deren Folgen und der Frage, was man dagegen tun kann.

Schmerzen beim Sonnenbrand

Ein Sonnenbrand bringt nicht selten unangenehme Schmerzen und Juckreiz mit sich. Für die meisten Menschen gehört er auf eine gewisse Art und Weise zum Sommer dazu. Dabei ist der Sonnenbrand aus medizinischer Sicht eine akute Entzündung der Haut (auch Dermatitis solaris genannt). Besonders häufig sind sehr helle Hauttypen betroffen, wohingegen dunklere Hauttypen eher seltener von Sonnenbränden geplagt werden.

Warum führt ein Sonnenbrand nun aber zu Schmerzen und anderen unangenehmen Symptomen wie zum Beispiel Juckreiz? Die Haut wird durch die UV-Strahlung des Sonnenlichts geschädigt, wenn man sie der Sonne zu lange ungeschützt aussetzt.

Die oberste Schicht der Haut, welche man Epidermis nennt, wird dabei zuerst geschädigt. Dadurch kommt es zur Freisetzung sogenannter Entzündungsmediatoren. Das sind körpereigene Stoffe, welche an der Entstehung von Entzündungen beteiligt sind. Sie vermitteln die Entzündung in tiefer liegende Hautschichten (Dermis). Bei einer schwachen Schädigung kommt es zu einem Abschuppen der Haut (Hyperkeratose) und einer Hyperpigmentierung (die Haut wird dunkler). Stärkere Schädigungen führen zu Blasen- und Narbenbildung. Außerdem führt die UV-Strahlung zu einer Schädigung des genetischen Materials in Zellen, der DNA. Dadurch erhöhen Sonnenbrände auf lange Zeit auch das Risiko, an einer bösartigen Hauterkrankung, sprich Krebs, zu leiden. Letztendlich resultieren beim akuten Sonnenbrand aus diesen Entzündungsreaktionen eine begrenzte Rötung und Schwellung der Haut, welche äußerst schmerzhaft ist. Begleitet wird sie von einem Juckreiz und teilweise von einer Blasenbildung. Wenn es zur Blasenbildung gekommen ist, entspricht der Sonnenbrand einer Verbrennung zweiten Grades. Insgesamt begrenzen sich die Schmerzen immer auf das zu viel bestrahlte Hautareal und sind daher recht genau lokalisierbar. Die Symptome beginnen meist in etwa 5 bis 8 Stunden nach dem Sonnenbrand und finden ihr Maximum circa 24 bis 36 Stunden danach. Sollten noch Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit hinzukommen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Sonnenstich.

Maßnahmen gegen die Schmerzen

Die erste Maßnahme gegen die Schmerzen (und natürlich auch gegen die restlichen Beschwerden des Sonnenbrandes) ist eine ausreichende Kühlung der Haut. Zuhause kann man die Haut gut mit kalten und feuchten Umschlägen, beispielsweise mit Quarkwickeln, kühlen. Feuchtigkeitsspendende Lotionen können zusätzlich Linderung verschaffen. Da der Körper bei Verbrennungen viel Wasser verliert, ist es wichtig ausreichend Wasser oder Tee zu trinken. Die Getränke sollten lauwarm sein, das lindert das Hitzegefühl beim Sonnenbrand.

Darüber hinaus können bei stärkeren Entzündungen und Schmerzen entzündungshemmende Salben und Cremes effektiv helfen. Diese enthalten in geringer Konzentration sogenannte Glukokortikoide, welche Entzündungen lindern. Bei den enthaltenen Glukokortikoiden handelt es sich um Hydrocortison und Bethametasonvalerat. Sie dienen der lokalen Therapie. Dabei handelt es sich um entzündungshemmende Stoffe. Salben, welche Aloe-Vera oder Zink enthalten, verschaffen zusätzliche Kühlung und Linderung. Außerdem beugen Zinksalben der Besiedlung mit Keimen vor. Fetthaltige und ölige Salben sollten hingegen vermieden werden, da sie die Entzündung zusätzlich verschlechtern können und vor allem das Hitzegefühl nicht verbessern.

Es kann ebenso sinnvoll sein, der Entzündung quasi von innen heraus entgegenzuwirken. Schmerzmittel wie Ibuprofen und Aspirin haben dabei gleich mehrere bedeutende Vorteile. Sie wirken schmerzlindernd und helfen so akut gegen die Schmerzen. Ihre Wirkung tritt zudem sehr schnell ein. Darüber hinaus wirken sie nicht nur analgetisch (schmerzlindernd) sondern auch antiphlogistisch (entzündungshemmend).

Sollten sich bereits Bläschen auf der Haut gebildet habe, kann man zusätzlich ein Antiseptikum auftragen, um einer Infektion vorzubeugen.

Nach einem Sonnenbrand braucht die Haut Zeit, um sich zu regenerieren. Im Zuge des Heilungsprozesses sollte man eine Sonnenexposition circa drei Wochen lang strikt vermeiden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Behandlung eines Sonnenbrandes

Prophylaxe und Folgen

Einen schmerzhaften Sonnenbrand kann man glücklicherweise durch eine sorgfältige Prophylaxe vermeiden. Generell gilt es sich ausreichend vor UV-Strahlung zu schützen. Es sollte daher immer bei Sonnenexposition ein Schutz (Sonnencreme) aufgetragen werden. Dieser Schutz muss von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden und sollte nicht zu sparsam aufgetragen werden. Genaue Erläuterungen zur Anwendung stehen in der Regel auf den Produkten. Außerdem dürfen gerade empfindliche Hautpartien, wie das Gesicht oder die Ellenbeugen, nicht vergessen werden. Auch im Schatten und im Wasser kann sehr schnell ein Sonnenbrand entstehen, daher darf gerade in solchen vermeintlich sicheren Situationen der Sonnenschutz nicht vernachlässigt werden. Außerdem sollten sich insbesondere sehr helle Hauttypen nicht zu lange intensiver Sonnenstrahlung aussetzen. Am intensivsten ist sie ungefähr in der Zeit zwischen 10:00 und 16:00 Uhr. Daher sollte man vor allem in der Mittagssonne an ausreichenden Schutz denken.

Der Sonnenbrand hat nicht nur Hautrötungen und Schmerzen als Folgen. Die Gefahr liegt in den „unsichtbaren“ Geschehnissen unserer Haut. Gerade kindliche Sonnenbrände gelten als die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von bösartigem Hautkrebs, dem schwarzen Melanom. Die Ursache für die Entstehung des Krebses ist eine Schädigung des genetischen Materials (der DNA) von Zellen, welche durch die UV-Strahlung der Sonneneinstrahlung hervorgerufen wird.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Vorbeugung eines Sonnenbrandes

Zusammenfassung

Schmerzen gehören neben Rötungen und Juckreiz zu den Hauptsymptomen des Sonnenbrands. Sie treten etwa 5-8 Stunden nach dem Sonnenbrand auf. In der Regel heilt ein Sonnenbrand nach einigen Tagen ab, bei schweren Verbrennungen kann die Heilung auch zwischen 2 und 3 Wochen dauern. In der akuten Phase nach dem Sonnenbrand kann ausreichende Kühlung, beispielsweise mit Hilfe von Quarkumschlägen, die Schmerzen lindern. Das Auftragen feuchtigkeitsspendender und beruhigender Lotionen und Cremes, welche unter anderem Aloe-Vera enthalten, verschafft zusätzlich Linderung und beruhigt die Haut. Glucocorticoidhaltige Cremes bekämpfen die Entzündung und verbessern so die Beschwerden beim Sonnenbrand. Solche Cremes enthalten beispielsweise in geringen Dosen Hydrocortison. Effektiv helfen auch Schmerzmittel, wie Aspirin und Ipubrofen, die zusätzlich entzündungshemmend wirken, innerhalb weniger Minuten gegen die Schmerzen.

Am besten ist es jedoch die Entstehung eines Sonnenbrands zu vermeiden, indem man sich sorgfältig vor Schädigungen durch Sonneneinstrahlung schützt. Dabei steht eine Expositionsprophylaxe ganz klar im Vordergrund. Damit ist gemeint, dass man sich generell, gerade der intensiven Mittagssonne, nicht zu lange aussetzen sollte. Des Weiteren sollte man auf ausreichend hohe Lichtschutzfaktoren bei schützenden Produkten wie Sonnencremes achten. Diese sollten nicht zu sparsam aufgetragen werden. Gerade empfindliche Hautpartien, wie beispielsweise das Gesicht, dürfen dabei nicht vergessen werden. Der Schutz sollte außerdem von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden (in etwa jede halbe Stunde). Auch im Schatten oder im Wasser muss man sich ausreichend schützen, da auch dort schnell ein Sonnenbrand entstehen kann.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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