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Androgenisierung

Definition

Die Androgenisierung (Vermännlichung, Virilisierung), bedeutet eine hormonelle Veränderung der Frau durch männliche Geschlechtshormone. Dabei handelt es sich um Testosteron und Androstendion. Diese Hormone führen sowohl zu verschiedenen körperlichen Veränderungen als auch zu Veränderungen der Verhaltensweisen.

Ursache der Androgenisierung

Eine Androgenisierung entsteht durch ein vermehrtes Angebot an Androgenen. Dies sind die männlichen Hormone Testosteron und Androstendion. Beim Mann führen diese Hormone zur Ausbildung der primären (Hodenentwicklung) und sekundären (Stimme, Körperbehaarung) Geschlechtsmerkmale. Auch Frauen tragen eine gewisse Menge dieses Hormons in ihrem Körper. Ist der Androgenstoffwechsel gestört, kann es zu vermehrter Bildung der männlichen Geschlechtshormone kommen. Die Androgene werden in der Nebennierenrinde und den Eierstöcken (Ovar) produziert und über die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gesteuert. Tumore oder Störungen dieser Steuerung können zu einem vermehrten Angebot an Androgenen führen. Diese führen dann zu den typischen klinischen Symptomen.

Ein relativ häufig auftretendes Krankheitsbild ist das adrenogenitale Syndrom. Dieses geht mit einem Enzymmangel einher, wodurch es in der Nebennierenrinde zu einem vermehrten Angebot an männlichen Hormonen kommt. Auch das polyzystische Ovarialsyndrom kann Auslöser sein.
Ein erhöhtes Hormonangebot kann auch durch die Einnahme von Anabolika oder anderen Hormonpräparaten entstehen.

Symptome

Zu den Symptomen der Androgenisierung gehören sämtliche Erscheinungsmerkmale, die typisch für einen Mann sind.
Hirsutismus - Was kann man dagegen tun?

  • Hirsutismus: Zunahme der Körper- und Gesichtsbehaarung bei der Frau die zu einem männlichen Behaarungstyp führt. Dabei wächst in der Regel kein neues Haar, sondern das vorhandene Flaumhaar wird zum dickeren Terminalhaar umgewandelt.
  • Alopezie: Dabei handelt es sich um einen typisch männlichen Haarausfall. Es können Geheimratsecken oder eine sog. Mönchstonsur entstehen.
  • Akne: Häufig kommt es durch die vermehrte Testosteronproduktion zu einer erhöhten Produktion der Talgdrüsen. Dies kann zu unreiner Haut bis hin zur Akne führen.
  • Vergrößerung der Klitoris: Die Klitoris ist das erektile Organ bei der Frau. Durch Testosteron kann sich diese deutlich vergrößern (Klitorishypertrophie). Veränderungen dieser Art wurden vor allem bei Sportlerinnen beobachtet.
  • Tieferwerden der Stimme: Durch eine verstärkte Wirkung der Androgene auf die Stimmbänder und den Kehlkopf kann die Stimme tiefer werden.
  • Zunahme der Muskelmasse: Durch die verstärkte Wirkung von Androgenen nimmt die Muskelmasse zu. Dies wird besonders bei Sportlern offensichtlich, die vermehrt Anabolika einnehmen.

Außerdem kann es zur Rückbildung der weiblichen Geschlechtsmerkmale kommen. Das bedeutet, die Brüste können sich zurückbilden, der Menstruationszyklus ist gestört und die Frauen werden unfruchtbar. Alle Symptome sind jedoch durch eine entsprechende Therapie in der Regel reversibel.

Diagnose

In der Regel wird die Verdachtsdiagnose durch die klinischen Zeichen und die Anamnese gestellt.
Die Blutwerte zeigen erhöhte Hormone (Androgene, Hypophysen-, und Nebennierenrindenhormone) und können die Diagnose sichern.
Um Hormonproduzierende Tumore auszuschließen, kommen MRT zur Bildgebung des Kopfes und Ultraschall bzw. CT zur Untersuchung des Bauches zum Einsatz.

Therapie

Da es sich in der Regel um langwierige Krankheitsverläufe handelt, ist oft auch eine Therapie über einen längeren Zeitraum nötig. Um die Androgenisierung nachhaltig therapieren zu können, sollte die eigentliche Ursache gefunden werden. Hormonproduzierende Tumore sollten beispielsweise entfernt, bzw. behandelt werden. Sind jedoch Enzymdefekte oder eine Organempfindlichkeit gegenüber Androgenen die Ursache, so ist eine Hormonbehandlung notwendig. Diese wirken auf die Androgenproduktion in Eierstöcken und Nebennieren und hemmen hier die Bildung. Sie können aber auch direkt in die Steuerung an der Hirnanhangsdrüse oder die eigentliche Organwirkung beeinflussen.

Prognose der Androgenisierung

Ist eine ursächliche Therapie der Androgenisierung möglich, ist die Prognose sehr gut und die Symptome können wieder abklingen. Ist eine solche Therapie nicht möglich, so ist oft eine langjährige Therapie mit Hormonen notwendig. Werden die Medikamente abgesetzt oder nicht entsprechend der Verordnung eingenommen, können die Symptome zurückkehren.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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