Starker Haarwuchs bei Frauen

Einleitung

Im Normalfall haben Frauen hormonbedingt eine geringer ausgeprägte Körperbehaarung als Männer.
Manchmal existiert allerdings auch bei Frauen ein Behaarungsmuster, das eher einem männlichen gleicht. Das bedeutet, dass diejenigen Körperstellen stärker behaart sind als üblich, deren Behaarung unter dem Einfluss von Geschlechtshormonen steht.

Dazu gehören das Gesicht (also der Bartwuchs, vor allem an der Oberlippe und den seitlichen Wangen), die Achseln, die Brüste, der Bauch und die Genitalregion inklusive dem Übergang zum Oberschenkel. Wenn ein solches Bild vorliegt, ohne dass weitere Merkmale einer Vermännlichung wie ein männlicher Körperbau, Akne und / oder Haarausfall hinzukommen, spricht der Mediziner von einem Hirsutismus.


Hirsutismus

Je auffälliger der Hirsutismus, desto mehr leiden Betroffene üblicherweise daran und bei vielen ergibt sich durch diesen Zustand ein doch sehr großer Leidensdruck.

Aus diesem Grunde wird meistens eine Therapie angegangen, selbst in den Fällen, in welchen der vermehrte Haarwuchs nicht wirklich ein medizinisches Problem darstellt. Dieses Krankheitsbild ist keine Seltenheit: Da der Übergang zwischen einer normalen und einer männlichen Behaarung fließend ist und unter anderem auch von der ethnischen Zugehörigkeit der Frau abhängt, sind genaue Häufigkeiten schwer feststellbar. Man geht allerdings davon aus, dass zwischen 5 und 10 % aller Frauen an einem mehr oder weniger starken Hirsutismus leiden.
Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einem männlichen Haarwuchs bei Frauen führen können, von denen sich die meisten mit einer angemessenen Behandlung gut in den Griff kriegen lassen.

Abbildung Haarwuchs bei Frauen

Abbildung Haarwuchs bei Frauen: Körperbereiche und Therapiemaßnahmen

Haarwuchs bei Frauen

  1. Haarwuchs über der
    Oberlippe
  2. Haarwuchs im
    Wangenbereich
  3. Haarwuchs am Kinn
    "Damenbart"
  4. Achselbehaarung
  5. Haarwuchs um den
    Warzenhof der Brustwarze
  6. Behaarung der Brust
  7. Haarwuchs am Unterarm
  8. Haare am Bauch
  9. Behaarung in der Genitalregion
  10. Behaarung am Übergang zum
    Oberschenkel
  11. Haarwuchs am Unterschenkel
    Diagnostik und Therapie:
    A - Depilation Nassrasur (angenehm, nur sichtbarer Teil der Haares wird entfernt)
    B - Epilation (schmerzhaft, das gesamte Haar inclusive der Haarwurzel wird entfernt)
    C - Mit der Pinzette herauszupfen (nur einzelne Haare)
    D - Haarentfernungsmittel (Cremes, Lotionen, Schaum), hautreizend
    E - Damenbart Salben (Zuckerpaste, Vaniqa Creme, Bleichcreme)
    F - Aufhellung mit einer Blondierung, Bleichen
    G - Wachsenthaarung - Heiß- oder Kaltwachs (nicht ganz schmerzfrei)
    H - Blitzlampe, IPL (intense pulsed light), dauerhafte Beseitigung
    I - Lasertherapie - permanente Haarentfernung (kostspielig)
    J - Behandlung mit Hormonen - Antiandrogene (Cyproteronacetat, Finasterid, Flutamid)
    Potenzielle Schädigung bei Schwangeren, Schädigung der Leber!

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Ursachen für Haarwuchs bei Frauen

Eine Hormonstörung kann die Ursache sein.

Nicht selten lässt sich gar kein Grund für einen übermäßigen Haarwuchs bei Frauen feststellen. Dies bezeichnet man dann auch als die „idiopathische Form“ des Hirsutismus. Im Gegensatz zu den anderen Typen liegen die Hormonspiegel der Geschlechtshormone bei diesen Frauen im Normalbereich. Hier liegt die Neigung für ein männliches Behaarungsmuster oftmals einfach in der Familie, oftmals sind hiervon Frauen aus dem Orient oder dem Mittelmeerraum betroffen. Auch Frauen, die sich bereits in der Menopause befinden (also nachdem die letzte Periode stattgefunden hat), haben eher mit einem Hirsutismus zu kämpfen.

Am häufigsten entsteht ein männlicher Haarwuchs bei Frauen allerdings aufgrund einer Störung im Hormonhaushalt, die darin resultiert, dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron in einer zu hohen Konzentration im Blut vorliegt. Auch solch eine Störung kann wiederum eine Vielzahl von Ursachen haben. Oft liegt das Problem im Bereich der Eierstöcke (Ovarien). Hier kommt zum Beispiel das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO) in Frage. Bei dieser Erkrankung besteht eine Störung im Regelkreis von Hypothalamus, Hypophyse und Eierstock, an welcher Stelle genau der Kreislauf jedoch defekt ist, ist bis heute unklar. Letztendlich kommt es jedoch dazu, dass die Eierstöcke dauerhaft mit dem Hormon LH stimuliert werden, was eine vermehrte Produktion männlicher Geschlechtshormone bewirkt.
Außerdem kommt es dadurch zur Entstehung vieler kleiner Zysten und einer Verdickung bestimmter Bereiche der Eierstöcke. Ein ähnliches, aber insgesamt schwächeres Krankheitsbild bietet die Hyperthekose (Hyperthecosis ovarii), bei welcher ebenfalls eine strukturelle Veränderung der Ovarien vorliegt.

Auch Tumoren in den Eierstöcken können mit einer gesteigerten Synthese von Testosteron einhergehen. Die Geschlechtsorgane sind allerdings nicht der einzige Ort, an welchem Geschlechtshormone produziert werden.
Zu einem geringeren Anteil werden diese auch in den Nebennierenrinden hergestellt. Folglich können sich auch Krankheiten, die die Nebennierenrinde betreffen, durch einen gesteigerten Haarwuchs bei Frauen bemerkbar machen. Hierzu gehören unter anderem das Adrenogenitale Syndrom (bei diesem Syndrom ist die Synthese der ebenfalls in der Nebennierenrinde hergestellten Steroidhormone gestört, wodurch die Herstellung der Sexualhormone angekurbelt wird) und das Cushing-Syndrom, bei welchem aus unterschiedlichen Ursachen zu viel Cortisol im Körper vorliegt, welches in hoher Konzentration auch eine testosteronartige Wirkung entfalten kann. Auch ein Tumor der Nebennierenrinde kann eine Testosteronproduktion herbeiführen.

Des Weiteren können antibakterielle After-Shave Balsame helfen, die Haut zu desinfizieren und beruhigen. Dies gilt besonders nach der Haarentfernung. Ein Beispiel dafür ist das Dr. Severin Body After-Shave Balsam aus der Apotheke.

Um zwischen einem adrenalen (durch die Nebennieren bedingten) und einem ovariellen (durch die Eierstöcke bedingten) Hirsutismus zu unterscheiden, bietet sich die Bestimmung des Hormons Dehydroepiandrosteron (DHEA) an, welches ein Steroidhormon ist, das zu Testosteron weiter verstoffwechselt wird. Wenn dieses Hormon ebenfalls erhöht ist, so spricht der Testosteron-Überschuss für ein Problem der Nebennierenrinde. Auch andere Erkrankungen können sekundär zu einem Hirsutismus führen, da sie sich auf den Hormonhaushalt des Körpers auswirken. Dazu gehören unter anderem Diabetes mellitus Typ II, Fettleibigkeit (Adipositas) oder die Akromegalie.

Abgesehen von diesen Erkrankungen kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente mit einem vermehrten Haarwuchs einhergehen. Dazu gehören unter anderem Glukokortikoide (zum Beispiel Cortisol), Anabolika (zum Beispiel Testosteron), ACTH, Derivate des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron, Spironolacton (ein Entwässerungsmittel, Diuretikum), Ciclosporin (ein Immunsuppressivum), Phenytoin (ein Medikament gegen Epilepsie) oder Minoxidil (ein Arzneimittel gegen Bluthochdruck).

Diagnostik und Therapie

Eine Blutuntersuchung steht an erster Stelle.

Bei einem Hirsutismus ist eine gründliche Diagnostik von großer Bedeutung, um schwerwiegende Erkrankungen ausschließen zu können. Hierzu zählen vor allem die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), die körperliche Untersuchung und die Labordiagnostik. Erhöhte Testosteron- (und DHEA-)Werte sprechen für einen Hirsutismus, ein Wert im Normbereich schließt die Erkrankung allerdings nicht aus. Außerdem macht man sich den sogenannten Ferriman-Gallwey-Index zunutze, bei welchem die Verteilung der Terminalhaare auf dem Körper in 9 Bereiche eingeteilt und mit zwischen 0 und 4 Punkten bewertet wird. Ab einer Summe von 8 Punkten spricht man von einem Hirsutismus.

Je nach Ursache und Leidensdruck der Patientin bieten sich verschiedene Möglichkeiten zur Therapie eines vermehrten Haarwuchses an.
Oftmals kann eine Behandlung rein auf kosmetische Aspekte beschränkt werden, so zum Beispiel auf die Entfernung eines Damenbarts. In anderen Fällen ist eine Behandlung mit Hormonen sinnvoll. Hierzu werden normalerweise sogenannte Antiandrogene eingesetzt, also Arzneistoffe, welche auf verschiedene Art und Weise der Menge oder der Funktion der männlichen Geschlechtshormone entgegenwirkt.
Hierzu zählen unter anderem Cyproteronacetat (es blockiert den Rezeptor für Androgene), Finasterid (hemmt die Umwandlung von Testosteron in das noch stärker wirksame Dihydrotestosteron), Flutamid (schaltet die Wirkung der Androgene an den Zellkernen aus).

Wichtige Nebenwirkungen all dieser Medikamente sind die potenzielle Schädigung eines ungeborenen Kindes bei Schwangeren und die Schädigung der Leber.
Vor allem bei den ovariell bedingten Formen kommen auch Ovulationshemmer (also Präparate, die auf der Wirkung von Östrogen aufbauen) in Frage. Sollte ein Tumor der Nebenniere, des Eierstocks oder auch der Hypophyse vorliegen, so muss ein Onkologe in die Behandlung mit einbezogen werden.
Dieser kann dann entscheiden, ob der Tumor operativ entfernt, oder bestrahlt werden soll, ob die Einnahme von Chemotherapeutika sinnvoll ist oder ob auch hier am besten hormonelle Präparate zum Einsatz kommen.

Wenn eine andere Erkrankung für den Hirsutismus verantwortlich ist, so ist es wichtig, diese angemessen zu therapieren. Außerdem sollten jegliche Risikofaktoren (wie die Einnahme oben genannter Medikamente oder ein zu hohes Körpergewicht) weitestgehend ausgeschaltet werden.

Wie kann man unerwünschten Haarwuchs verringern?

Wenn ein Arzt festgestellt haben sollte, dass es sich beim vermehrten Haarwuchs nicht um ein krankhaftes Vorgehen im Körper handelt, können verschiedene Methoden helfen, den ungewünschten Haarwuchs zu verringern. Da der Haarwuchs in den meisten Fällen durch einen zu hohen Spiegel an männlichen Hormonen (Androgenen) hervorgerufen wird, können verschiedene natürliche Mittel helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren und somit den Haarwuchs im Gesicht, auf der Brust und am Bauch zu verringern. Zum einen kann das Trinken von Pfefferminztee helfen, den Androgenspiegel im Blut zu senken. Hierzu sollte für einige Wochen der Tee zwei Mal täglich getrunken werden. Außerdem erhöhen Sojaprodukte den Östrogenspiegel im Körper. Bei starkem Wachstum von Körperhaaren kann also die regelmäßige Zufuhr von Sojaprodukten wie Tofu, Sojamilch oder Sojajoghurt dabei helfen, den Östrogenspiegel im Körper zu steigern und somit den Überschuss an Androgenen auszugleichen.

Im Gesicht

Neben den bereits genannten natürlichen Mitteln können Haare im Gesicht durch verschiedene Methoden verringert werden. Zum einen gilt die Rasur als einfachstes und schnellstes Mittel die Haare zu entfernen. Da hierbei allerdings die Haarwurzel in der Haut verbleibt, werden die Haare nach wenigen Tagen wieder sichtbar. Je nachdem wie viele Haare im Gesicht zu sehen sind, können diese auch mit einer Pinzette gezupft werden. Weiterhin ist es möglich, Haare mittels Wachs oder Enthaarungscremes aus dem Gesicht zu entfernen. Da viele Enthaarungscremes bleichende Eigenschaften haben, wachsen die Haare heller und auch weicher nach und fallen daher weniger auf.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Enthaarung - die verschiedenen Möglichkeiten

Brust und Bauch

Die Verringerung des Haarwuchses an Brust und Bauch kann ebenfalls mit den bereits beschriebenen Methoden erzielt werden. Durch die Anwendung von Wachs werden die Haare direkt mit der Wurzel entfernt. Bei regelmäßiger Entfernung der Haare durch Wachsen kann die Haarstruktur dünner werden und auch eine Verringerung der Haare an Brust und Bauch erzielt werden.

Es ist außerdem möglich, die Haare mittels einer professionellen Laserbehandlung entfernen zu lassen. Bei der Laserbehandlung wird die Haarwurzel zerstört, daher ist ein Nachwachsen nicht möglich. Die Entfernung der Haare durch einen Laser an Brust und Bauch ist mit einer Sitzung möglich, muss aber selbst von der Patientin gezahlt werden. In manchen Fällen kommt es allerdings Jahre später trotz Laserbehandlung zu einer Regeneration der Haarwurzeln, wodurch doch wieder Brust-und Bauchhaar wachsen können. Die Anzahl der Haare sollte aber auch in diesem Fall deutlich geringer ausfallen.

Damenbart

Als Damenbart wird eine übermäßige Gesichtsbehaarung bei Frauen an Kinn, Oberlippe und Wangen bezeichnet. Eine stärkere Behaarung (nicht nur im Gesicht sondern auch am ganzen Körper) bei Frauen sollte vom Arzt abgeklärt werden, da unter anderem auch krankhafte Vorgänge im Körper Schuld am vermehrten Haarwachstum sein können. In den meisten Fällen ist allerdings eine genetische Veranlagung mit einer Überproduktion von männlichen Hormonen wie Androgen für den Damenbart verantwortlich.

Da ein Damenbart – besonders mit deutlich sichtbarer Behaarung - für die meisten Frauen als unästhetisch empfunden wird, gibt es einige Mittel, um den Damenbart zu entfernen. Die einfachste Methode ist hierfür das Abrasieren. Leider wachsen die Haare schnell wieder nach, da nur die oberen Haare abgeschnitten werden und die Wurzel in der Haut verbleibt. Die Haare mit Wachs oder Enthaarungscremes zu entfernen ist daher effektiver. Wer die Schmerzen durch das Wachsen allerdings nicht gut verträgt, kann auch über eine Haarentfernung mittels Laser nachdenken. Diese Art von Entfernung ist zwar teurer und aufwendiger als andere Methoden, geht jedoch in den meisten Fällen mit einer jahrelangen Befreiung vom lästigen Damenbart einher. Allerdings kann es auch hierbei zu einer Regeneration der Haarwurzel kommen, sodass Haare nach einiger Zeit nachwachsen können.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Damenbart - so wird er entfernt

Damenbart entfernen

Beim Damenbart können die gleichen Mittel (Rasieren, Wachsen, Enthaarungscremes, Zupfen) angewandt werden wie bei der Entfernung von Gesichtshaaren. Speziell für Frauen und deren Damenbart wurden medizinische Cremes wie zum Beispiel Vaniqa® erfunden. Diese können das Haarwachstum reduzieren. Das Mittel wirkt direkt an der Haarwurzel, sodass haarwachstumsfördernde Hormone das Haarwachstum nicht mehr stimulieren können. So wird das Wachstum verlangsamt und die Haare wachsen weniger kräftig nach.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Damenbart entfernen

Haarwuchs bei Frauen im Alter

Haarwuchs bei Frauen ist altersabhängig. Etwa mit dem 40. Lebensjahr verändert sich bei Frauen häufig das Haar. Die Ursache ist eine verminderte Produktion des Geschlechtshormons Östrogen in den Eierstöcken. Neben den typischen Begleiterscheinungen der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen oder Stimmungsschwankungen, sorgt der Mangel an Östrogen dafür, dass das Kopfhaar in seiner Struktur feiner wird und sich manchmal sogar etwas lichtet. Die Körperbehaarung kann bei Frauen im Alter aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels zunehmen. Das Ausdünnen des Kopfhaars und der vermehrte Haarwuchs im Gesicht und am Körper begründen sich dadurch, dass das männliche Hormon Testosteron in unveränderter Menge weiter produziert wird, während die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen nachlässt.
Die Einnahme von Östrogenpräparaten kann dem verstärkten Haarwuchs bei Frauen entgegenwirken. Allerdings wird die Einnahme solcher Hormone nicht generell empfohlen und sollte in jedem Fall mit einem Facharzt besprochen werden. Die Beschwerden verschwinden häufig nach den Wechseljahren (Dauer: etwa zehn Jahre). Für Frauen wie für Männer gilt, dass die Schambehaarung und Achselbehaarung im Alter dünner wird oder ganz ausfällt. Insgesamt nimmt die Körperbehaarung bei Frauen mit zunehmendem Alter eher zu, während sie bei Männern eher abnimmt.

Haarwuchs bei Frauen am Kinn

Haarwuchs am Kinn von Frauen wird umgangssprachlich auch als "Damenbart" bezeichnet. Das Kinnhaar kann durch Zupfen, Rasieren, Wachsen oder Epilieren entfernt werden, was allerdings für viele Frauen keine dauerhafte Lösung darstellt. Denn die nachwachsenden Stoppeln fallen am Kinn (bei dunklem Haar) als Bartschatten auf und können kosmetisch sehr stören.

Für eine längere haarfreie Episode können Methoden wie eine Laser- oder Blitzlampenbehandlung angewendet werden. Dabei werden die Haarfollikel geschwächt und die Kinnhaare wachsen nicht mehr so schnell nach. Die Kinnhärchen sind häufig sehr dunkel und werden sehr schnell lang. Wenn nur einzelne Haare vorhanden sind, können sie mit einer Pinzette entfernt oder blondiert werden.

Allerdings sollten bei auffällig vermehrtem Haarwuchs bei Frauen am Kinn oder wenn sich das männliche Behaarungsmuster auch am restlichen Körper findet, die Hormonspiegel im Blut überprüft werden. Der Haarwuchs am Kinn kann in diesem Fall ein Hinweis auf eine Erkrankung der Eierstöcke oder Tumoren sein, die zu einer vermehrten Androgen-Produktion (männliches Geschlechtshormon) führen. Eine solche Ursache des vermehrten Haarwuchses müsste vorrangig behandelt werden.

Haarwuchs bei Frauen im Gesicht

Verstärkter Haarwuchs im Gesicht ist für Frauen meist besonders unangenehm.

Haarwuchs im Gesicht ist bei Frauen nicht selten. Etwa jede sechste Frau hat über der Oberlippe, im Wangen- oder im Kinnbereich mehr oder weniger verstärkten Haarwuchs. Viele Haare im Gesicht sind für Frauen oft unangenehm, sie wirken männlich und stellen häufig ein kosmetisches Problem dar. Die meisten Frauen versuchen die Gesichtshaare loszuwerden, allerdings kann das unter Umständen sehr kostspielig sein. Der Haarwuchs im Gesicht kann veranlagt sein. Wenn es also in der Familie bereits Frauen mit starker Gesichtsbehaarung gibt, kann an der Veranlagung nichts verändert werden.
Manchmal kann jedoch auch eine Überproduktion an männlichen Geschlechtshomonen für den vermehrten Haarwuchs im Gesicht ursächlich sein. Diese Ursache sollte von einem Facharzt für Endokrinologie geklärt werden. Auch als Reaktion auf bestimmte Medikamente kann es zu einem vermehrten Haarwuchs kommen. Eine deutliche Veränderung der Gesichtsbehaarung im Erwachsenenalter kann beispielsweise ein Hinweis auf verschiedene Erkrankungen sein (z.B. Funktionsstörungen der Eierstöcke oder Nebennierenrinde).

Die Haarentfernung kann sehr schmerzhaft sein, da an vielen Stellen des Gesicht viele, sehr sensible Nerven sitzen, wodurch besonders die mechanische Haarentfernung (z.B. Zupfen oder Epilieren) als sehr unangenehm empfunden wird. Eine schonende Möglichkeit ist eine aufhellende Färbung der dunklen Gesichtshaare. Durch das Bleichen der Haare, fallen sie im Gesicht (z.B im Oberlippenbereich) nicht mehr auf. Das Ergebnis hält etwa zwei bis sechs Wochen, je nach individuell unterschiedlichem Haarwuchs. Der Vorteil dabei ist, dass die Haare nicht stoppelig nachwachsen und auch keine Irritationen der Haut entstehen, sofern das Färbemittel vertragen wird.

Haarwuchs bei Frauen auf der Brust

Sowohl bei Männern, als auch bei Frauen ist ein Haarwachstum auf der Brust normal und von Individuum zu Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt. Bei Männern zählt das Brusthaar als sekundäres Geschlechtsmerkmal und wird häufig als besonders männlich empfunden.

Frauen weisen in der Regel eine weniger starke Behaarung auf, da die Haarfollikel in ihrem Wachstum durch männliche Geschlechtshormone angeregt werden. Ein Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen kann so bei Frauen zu übermäßiger Brustbehaarung führen.
Wenn das Hormongleichgewicht nicht gestört ist, nennt man die Form für die übermäßige Brustbehaarung idiopathisch, also unbekannter Ursache.

Häufig tritt eine solch starke Behaarung der Brust bei Frauen mit dunklem Teint und Haupthaar auf, die auch an anderen Stellen des Körpers eine überdurchschnittlich starke Behaarung aufweisen. Aber auch Frauen helleren Typs können eine starke Behaarung der Brust aufweisen, oft wachsen dann um den Warzenhof der Brustwarze herum lange, drahtige und dunkle Haare.
Diese sind zwar aus medizinischer Sicht kein Grund zur Sorge, werden aber von der Betroffenen häufig als kosmetisch sehr störend empfunden.
Da gerade die Haut um die Brustwarze sehr empfindlich ist und eine Entzündung zu vermeiden ist, sollten sich Frauen, die an eine dauerhafte Haarentfernung denken, besser von ihrem Frauen-oder Hautarzt beraten lassen.

Haarwuchs bei Frauen am Bauch

Dass Körperhaare am Bauch wachsen, ist auch bei Frauen etwas ganz natürliches. Allerdings werden Haare am Bauch (vor allem, wenn sie sehr dunkel und lang sind) von den meisten Frauen als lästig oder unästhetisch empfunden.Es gibt eine Vielzahl von Methoden, mit denen man die Haare am Bauch loswerden kann. Eine Rasur ist am Bauch eher nicht zu empfehlen, da die Haare stoppelig nachwachsen, was besonders unangenehm an der weichen Bauchhaut sein kann. Sinnvoller ist es, wenn Haare am Bauch ausgerissen werden, was beispielsweise mit Kalt- oder Warmwachs erreicht wird. Diese Methode kann äußerst schmerzhaft sein, außerdem reagiert die Haut am Bauch häufig mit Reizungen auf das Herausreißen der Haare. Es können kleine Pickelchen und Rötungen entstehen, was besonders im Bereich des Hosenbundes sehr unangenehm ist. Kühlung nach dem Wachsen und das Auftragen von Pflegeprodukten kann diese Reaktionen vermindern. Wer die Haare am Bauch nicht entfernen möchte, kann sie auch mit speziellen Bleichmitteln aufhellen, wodurch die Haare kaum noch sichtbar sind.

Haarentfernung bei Frauen

Epilieren bringt ein relativ langanhaltendes Ergebnis.

Haarentfernung bei Frauen ist häufig ein leidiges Thema, da die Haare oft an Stellen wachsen, die für die Frau kosmetisch störend sind (z.B. Achseln, Beine, Kinn, Oberlippe). Die Körperhaare sind oft auch bei blonden Frauen sehr dunkel und damit auffällig. Allerdings ist ein übermäßiger Haarwuchs an exponierten Stellen bei Frauen meist kein Grund zur Sorge und auch kein Grund sich zu schämen. In den meisten Fällen ist ein überhöhter Testosteronspiegel (männliches Geschlechtshormon) die Ursache für den Haarwuchs. Um die lästigen Haare zu entfernen, gibt es verschiedene Methoden. Wenn nur einzelne Haare entfernt werden sollen, können diese problemlos mit der Pinzette herausgezupft werden. Auf diese Weise sind die Haare rasch entfernt und da das Haar sehr tief herausgezogen wird, hat man eine Weile Ruhe vor dem Nachwachsen. Eine Nassrasur ist ebenfalls eine schnelle Lösung, vor allem, da die Nassrasur für die meisten Frauen sehr angenehm ist. Da nur die feine Haarspitze vom Nassrasierer abgeschnitten wird, sind die Härchen jedoch sehr bald wieder sichtbar und erscheinen unter Umständen dunkler und dicker. Eine weitere Möglichkeit stellt ein Epiliergerät dar, das aus vielen kleinen Pinzetten besteht. Die Epilation kann sehr schmerzhaft sein und die Haut kann gereizt sein und zu roten Pickelchen tendieren. Eine ähnlich tiefe Haarentfernung wird durch das Wachsen erreicht. Auch beim Wachsen wird das Haar an der Wurzel entfernt und braucht nach der Haarentfernung eine Weile, bis es wieder nachwachsen kann. Allerdings kann der Wachsvorgang sehr schmerzhaft sein und Rötungen sowie Hautirritationen hinterlassen. Haarentfernungscremes können zur oberflächlichen Entfernung der Haare angewendet werden, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Haut nicht allergisch auf diese Cremes wirkt, da sie in manchen Fällen sehr hautreizend sind. Eine weitere Option stellt die Aufhellung der störenden Haare mit einer Blondierung dar, so werden die Haare fast unsichtbar, ohne, dass sie entfernt werden müssen.

Eine dauerhafte Haarentfernung sollte in jedem Fall unter der professionellen Beratung eines Hautarztes erfolgen. Eine Lasertherapie kann nach einigen Sitzungen für eine permanente Haarentfernung sorgen, allerdings ist die Behandlung oft sehr kostspielig. Auch eine Beratung mit dem Gynäkologen kann sinnvoll sein, da bei einigen Frauen hormonfördernde Präparate verschrieben werden können, die das Haarwachstum an unpassenden Stellen verhindern.

Viele Frauen haben das Gefühl, dass mit den Versuchen der Haarentfernung der Haarwuchs noch zusätzlich verstärkt wird. Der Haarwuchs hat jedoch nichts mit dem Eingreifen (Rasieren oder ähnliches) der Betroffenen zu tun, sondern beruht allein auf der Wirkung der körpereigenen Hormone.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.02.2017
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