Calcigen® D

Calcigen® D ist sowohl als Brause- als auch als Kautablette vorhanden.

Calcigen® D ist ein Vitamin-Mineralstoffkombinationspräparat bestehend aus Calciumcarbonat 1500 mg (entspricht 600 mg Kalzium) und Vitamin D3 (Cholecalciferol) 400 I.E zur zweimal täglichen Einnahme. Kommt das Präparat in der Schwangerschaft zum Einsatz, so darf es jedoch höchstens einmal täglich eingenommen werden. Es ist apothekenpflichtig, jedoch nicht rezeptpflichtig und wird in Form von Brause- oder Kautabletten zugeführt.

Einsatzgebiet

Calcigen® D wird zum Ausgleich kombinierter Calcium- und Vitamin D3-Mangelzustände oder zur Prophylaxe solcher Mangelzustände eingesetzt. Dies spielt vor allem bei der Osteoporoseprophylaxe und Osteoporosebehandlung eine Rolle.

Besonderheiten während der Einnahme:

Während der Einnahme von Calcigen® D sollte in regelmäßigen Abständen die Nierenfunktion über die Bestimmung des Kreatinin-Werts im Serum überprüft werden. Darüber hinaus sollte wiederholend eine Bestimmung des Calciumspiegels im Serum und im Harn erfolgen. Besonders wichtig ist dies bei Patienten, die gleichzeitig Herzglykoside und/ oder Diuretika einnehmen und ein fortgeschrittenes Lebensalter aufweisen. Enorme Achtsamkeit ist ebenfalls bei begleitender Therapie mit Bisphosphonaten, Natriumfluorid oder Tetracyclinen von Nöten. Wird ein weiteres Präparat eingenommen, welches Vitamin D3 (Cholecalciferol) enthält, so muss die zugeführte Gesamtdosis an Vitamin D3 (Cholecalciferol) beachtet werden. Bei Patienten die an Sarkoidose (Morbus Boeck) erkrankt sind, kommt es zu einer vermehrten Veränderung von Vitamin D3 (Cholecalciferol) hin zu seinen aktiven Metaboliten. Auch hier sollte der Calciumspiegel in Blut und Urin in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Bitte teilen Sie ihrem behandelnden Arzt mit, falls Sie an einer Niereninsuffizienz leiden, da der Vitamin D3 (Cholecalciferol)-Stoffwechsel hier gestört ist.


Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Nebenwirkungen die selten, das heißt bei 1 bis 10 von 10.000 Behandelten auftreten, sind:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (Nesselsucht, Hautausschläge),
  • Juckreiz
  • Aufstoßen
  • Völlegefühl
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blähungen, Verstopfung, Durchfall
  • erhöhter Kalziumspiegel im Blut (Hypercalcämie)
  • erhöhte Calcium-Ausscheidung über den Urin (Hypercalcurie) und
  • ein gesteigertes Durstgefühl

Bei einer lang andauernden Überdosierung des Präparates besteht ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von:

Wechselwirkungen

Es kann zu Wechselwirkungen mit harntreibenden Mitteln (Diuretika vom Thiazid-Typ wie beispielsweise Hydrochlorothiazid) kommen, welche schließlich eine Hypercalcämie bedingen kann.

Die Wirkung von Vitamin D3 (Cholecalciferol) kann durch folgende Medikamente gestört werden:

Bei Einnahme von Colestyramin gegen eine Hypercholesterinämie (zu hohe Cholesterinspiegel im Blut), sollten mindestens zwei Stunden Abstand zwischen der Einnahme von Calcigen® D und Colestyramin eingehalten werden, da sonst die Aufnahme von Calcigen® D im Magen-Darm-Trakt beeinträchtigt sein kann. Auch die Resorption von Eisen kann tangiert sein, weswegen eisenhaltige Präparate zwei Stunden vor oder zwei Stunden nach der Einnahme von Calcigen® D zugeführt werden sollten. Dieser Abstand von zwei Stunden gilt auch für das Zytostatikum Estramustin. Bei bestimmten Antibiotika, wie beispielsweise Tetracyclinen oder Bisphosphonaten und Natriumfluorid sollte der Abstand mindestens drei Stunden betragen.

Da es durch die Einnahme von Calcigen® D zu einer Erhöhung des Calciumspiegels im Blut kommen kann, besteht die Möglichkeit, dass die Sensibilität gegenüber Medikamenten, die bei einer Herzinsuffizienz eingesetzt werden (Herzglykoside) gesteigert ist und das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht ist.

Auch Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln sind bekannt. In Frage kommen Lebensmittel mit Oxalsäure (wie beispielsweise Rhabarber, Sternfrüchte, Mangold, Kakao und viele mehr), Phytinsäure (zum Beispiel in Mais, Soja oder Erdnuss), Phosphaten (etwa in Schmelzkäse oder Softgetränken) oder solchen mit einem beträchtlichen Faseranteil.

Schwangerschaft und Stillzeit

Calcigen® D kann in der Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden, um einen Calcium- und Vitamin D3 (Cholecalciferol)- Mangel aufzuheben.

Lesen Sie hierzu auch: Vitamine in der Schwangerschaft

Wichtig ist jedoch, dass maximal eine Tablette pro Tag eingenommen wird, so dass eine Tagesdosis von 1500 mg Kalzium und 600 I. E. Vitamin D3 (Cholecalciferol) nicht überschritten wird. Beim Stillen ist zu beachten, dass Calcium und Vitamin D3 (Cholecalciferol) in die Muttermilch übertreten. Calcigen® D ist von schwangeren und stillenden Frauen zwei Stunden vor oder nach einer eingenommenen Mahlzeit einzunehmen, da sonst die Eisenresorption im Magen-Darm-Trakt behindert sein kann.

Kontraindikationen

Calcigen® D darf nicht Bestandteil ihres Therapieplans sein, wenn sie zu Überempfindlichkeitreaktionen gegenüber Calciumcarbonat, Vitamin D3 (Cholecalciferol) oder weiteren Bestandteilen dieses Vitamin- und Mineralstoffpräparates neigen. Darüber hinaus darf es auch nicht bei einer erhöhten Calcium-Konzentration im Blut (Hypercalcämie), einer erhöhten Calcium-Ausscheidung über den Urin (Hypercalcurie) oder einer Langzeitimmobilisation mit Hypercalcämie und/ oder Hypercalcurie eingenommen werden.

Weitere Kontraindikationen für eine Therapie mit Calcigen® D sind Nierensteine, ein Myelom, wobei es sich um eine Krebserkrankung des Knochenmarks handelt, Knochenmetastasen und ein primärer Hyperparathyreoidismus (pHPT), also eine Überfunktion der Nebenschilddrüse.

Vorsicht sollte bei folgenden Leiden walten:

Bei etwaigen Unsicherheiten sollten sie unbedingt mit ihrem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten.

Weitere Informationen zu diesem Thema

Eine Übersicht aller Medikamente finden Sie unter Medikamente A-Z.

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 28.12.2016
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