Chloramphenicol

Chloramphenicol stört die Proteinsynthese und töten somit Bakterien.

Was ist Chloramphenicol?

Chloramphenicol ist ein Wirkstoff, der eingesetzt wird, um schwere bakterielle Infektionen zu bekämpfen und gehört somit zur Gruppe der Antibiotika.

Die Bakterien sollen in ihrer Proteinsynthese, also der Produktion von überlebensnotwendigen Eiweißen, gestört werden. Chloramphenicol ist also ein Bakterizid. Bekanntere Handelsnamen für Chloramphenicol sind Chloramsaar und Paraxin. Es ist verschreibungspflichtig und heute aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen nur Antibiotikum zweiter Wahl.

Anwendungsgebiet

Man unterscheidet bei den Anwendungen von Chloramphenicol zwei Arten: die lokale und die systemische Anwendung.

  1. Bei der lokalen Anwendung beschränkt sich die Wirkung des Medikaments auf einen Ort. Beispiele sind der Einsatz von Chloramphenicol bei Infektionen der Bindehaut/ Hornhaut des Auges, Juckreiz oder Hautinfektionen.
  2. Bei der systemischen Anwendung soll Chloramphenicol Infektionen hemmen, die im ganzen Körper Symptome hervorgerufen haben. Zu solchen zählen Typhus, Ruhr, Diptherie und Malaria. Auch wird Chloramphenicol bei bakterieller Meningitis, also Hirnhautentzündung, eingesetzt.

Der Einsatz von Chloramphenicol während der Schwangerschaft und Stillzeit ist kontraindiziert. Unter anderem kann die Einnahme von Chloramphenicol durch Schwangere zum Gray-Syndrom führen.

Hierbei kommt es zu Atemnot und Kreislaufkollaps beim ungeborenen Kind, was tödlich enden kann. Ebenso besteht eine Kontraindikation bei Säuglingen und Kleinkindern. Auch bei Erkrankungen des blutbildenden Systems wie Leukämie, oder fortgeschrittener Leberinsuffizienz sollte eine strenge Indikationsstellung unter genauer Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen.

Lesen Sie hierzu auch: Medikamente während der Schwangerschaft und Medikamente während der Stillzeit

Einnahme, Verstoffwechselung und Ausscheidung

Je nach Wirkungszweck wird Chloramphenicol oral eingenommen oder als Lösung, Salbe, aber auch Creme am Auge oder auf der Haut aufgetragen. Die Halbwertszeit des Medikaments beträgt drei Stunden. Chloramphenicol wird in der Leber verstoffwechselt. Ausgeschieden wird es mit dem Urin. Chloramphenicol ist teilweise dialysierbar.

Nebenwirkungen

Ab einer gewissen Dosis an Chloramphenicol wird das Knochenmark beschädigt. Die Folgen sind eine verminderte Bildung von weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und Blutplättchen (Thromopenie). Daneben kann Chloramphenicol, unabhängig von der Einnahmemenge auch eine aplastische Anämie bewirken, sodass die Bildung aller Blutzellarten im Knochenmark gestört wird. Da Chloramphenicol sehr viele unerwünschte Wirkungen im Blutbild hervorrufen kann, wird dieser Arzneistoff heute nur als Antibiotikum zweiter Wahl eingesetzt, also wenn der Patient andere Antibiotika nicht verträgt oder diese nicht wirken.

Weitere bekannte Nebenwirkungen von Chloramphenicol, die aber wenig häufiger auftreten, sind Krankheiten im Magen-Darm-Trakt, Allergien, die Entzündung von peripheren Nerven (Neuritis) oder des Sehnervs.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Antibiotika Nebenwirkungen

Wechselwirkungen

Chloramphenicol erhöht die Wirkung von Blutverdünnern (Antikoagulanzien). Die Wirkung von Phenobarbital, ein Arneistoff bei der Epilepsiebehandlung und Narkosevorbereitung, wird ebenfalls durch Chloramphenicol unterstützt.

Durchläuft ein Patient eine Chemotherapie, ist stets zu berücksichtigen, dass Chloramphenicol möglicherweise auch mit Methotrexat in Wechselwirkung tritt. Verstärkende Wirkung des Chloramphenicols sind daneben für Sulfonylharnstoffderivate (Antidiabetika) und Phenytoin (gegen Epilepsie und Herzrhythmusstörung) beschrieben.

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 28.12.2016
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