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Conn-Syndrom

Definition-Was ist ein Conn-Syndrom?

Das Conn-Syndrom oder auch primärer Hyperaldosteronismus genannt, entsteht durch eine krankhafte Veränderung der Nebennierenrinde, die zu einer Überproduktion des Botenstoffs Aldosteron führt. Aldosteron ist ein Hormon, welches eine wichtige Funktion in der Regulation des menschlichen Salz- und Wasserhaushalt hat.  Es wirkt mitunter entscheidend an der Aufnahme von Natrium und Wasser und der Abgabe von Kalium mit.
 

Ursachen des Conn-Syndroms

Die Ursache für ein Conn-Syndrom ist in ca 2/3 der Fälle eine sogenannte Hyperplasie. Eine Hyperplasie bezeichnet eine Größenzunahme eines Gewebes durch die Vermehrung der dort befindlichen Zellen.

Die Nebennierenrinde ist in Zonen unterteilt, die unterschiedliche Funktionen haben bzw. Unterschiedliche Hormone produzieren. Der Teil der für die Aldosteronproduktion verantwortlich ist nennt sich Zona glomerulosa. Daneben gibt es noch zwei weitere Zonen in denen vorwiegend andere Hormone produziert werden. Die Hormonproduktion unterliegt allgemein komplexen Regel- und Rückkopplungsmechanismen, um bedarfsgerecht die Menge an Hormonen im Körper zu dosieren.

Im Rahmen eines Conn-Syndroms kommt es in der Zona glomerulosa zur Zellvermehrung, sowie zu Störungen im Regelmechanismus. Die Zellen produzieren dadurch ungehindert große Mengen an Aldosteron.

Weiterhin kann ein sogenanntes Adenom der Nebennierenrinde zu einem Hyperaldosteronismus führen. Ein Adenom ist ein gutartiges Geschwulst, dass sich aus Drüsenzellen zusammensetzt. In ca. 1/3 der Fälle ist ein solche Veränderung des Gewebes für die Mehrproduktion von Aldosteron verantwortlich.
 

Diagnose

Beim Verdacht auf ein Conn-Syndroms, welcher zumeist durch ein therapieresistenten Bluthochdruck entsteht, kommen verschiedene diagnostische Maßnahmen zum Einsatz.

Eine wichtige Methode ist die Bestimmung des Aldosteron-Renin Quotienten. Renin ist ein weiteres Hormon, das auf den Blutdruck einwirken kann und in der Niere gebildet wird. Bei einem zu niedrigen Blutdruck schüttet die Niere das Hormon aus, welches dann natürlicherweise die Aldosteronproduktion in der Nebennierenrinde ankurbelt. Liegt eine erhöhte Menge an Aldosteron vor beziehungsweise ein hoher Blutdruck senkt die Niere ihre Reninproduktion, die Konzentration an Renin im Blut ist folglich reduziert. Der hohe Blutdruck beim Conn- Syndrom, welche durch den hohen Konzentrationsgehalt an Aldosteron entsteht führt zu einem solchen Absinken des Reningehaltes im Blut.
Betrachtete man nun den Quotienten aus Renin und Aldosteron ist dieser bei einem Conn- Syndrom erhöht. Ein hoher Renin-Aldosteron-Quotient spricht also für einen primären Hyperaldosteronismus.

Weiterhin wird im Blut nach der Konzentration von Kalium geschaut, die in diesem Fall erniedrigt sind. Wichtig vor der Blutuntersuchung bzw. Zur Bestimmung der Werte von Aldosteron, Renin etc. ist das Absetzen von bestimmten blutdrucksenkenden Medikamenten, da diese Einfluss auf diverse Botenstoffe nehmen und damit zu verfälschten Werten führen können.

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Des Weiteren kann ein Kochsalz-Belastungstest durchgeführt werden. Bei Verdacht auf ein Conn-Syndrom wird den Betroffenen hierfür eine Kochsalzlösung als Infusion verabreicht. Die salzhaltige Flüssigkeit müsste im Körper eines gesunden normalerweise zur Reduktion der Aldosteronproduktion führen. Bei einem primären Hyperaldosteronismus wiederum, bleiben die Aldosteronwerte weiterhin erhöht.  

Als bildgebende Verfahren kommen ein Ultraschall, eine Computertomographie oder auch eine Magnetresonanztomographie, kurz MRT in Frage. Hier können insbesondere Zellwucherungen, wie sie im Rahmen eines Adenoms auftreten gut darstellt werden.
 

An diesen Symptomen erkenne ich ein Conn-Syndrom

Die Leitsymptome eines Conn-Syndroms sind ein therapieresistenter Bluthochdruck sowie ein erniedrigter Kaliumspiegel im Blut.  

Der Bluthochdruck kann bei den Betroffenen zu Kopfschmerz und Schwindel  führen. Weiterhin können sich Schlafstörungen, Müdigkeit, Nervosität und Konzentrationsstörungen bei den Betroffenen zeigen.

Aus dem niedrigen Kaliumgehalt, einer sogenannten Hypokaliämie können sich ebenfalls weitere Symptome ergeben. Dazu gehören unter anderem: eine Antriebslosigkeit und Schwäche, Verstopfung, verstärktes Durstgefühl sowie vermehrtes Wasserlassen. Auch eine Muskelschwäche kann sich zeigen. Weiterhin kann es zu Missempfindungen an der Haut kommen, die auf das gestörte Verhältnis von Elektrolyten oder auch Mineralstoffe genannt, zurückzuführen sind.
 

Gewichtszunahmen

Eine Gewichtszunahme ist kein typisches Symptom eines Conn-Syndroms.

Differentialdiagnostisch kann aber eine Gewichtszunahme vor allem im Zusammenhang mit einem Bluthochdruck auf eine andere Erkrankung der Nebenierenrinde hindeuten. Es handelt sich dabei um das sogenannte Cushing-Syndrom. Dabei wird durch eine tumoröse Veränderung der Nebenniere selbst oder deren steuernden Einheit der Hirnanhangsdrüse eine vermehrte Cortisolproduktion induziert. Im Rahmen des Cushing-Syndrom ist eine Gewichtszunahme eines der typischen Symptome.

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Müdigkeit

Müdigkeit kann sich im Rahmen eines Conn-Syndroms präsentieren. Es handelt sich dabei allerdings um ein sehr unspezifisches Syndrom dessen alleiniges Vorliegen keinen Krankheitswert hat. Im Zusammenspiel mit einem schwer einstellbaren Blutdruck kann es ggf. Als Hinweis auf eine Störung der Nebenniere dienen, häufig findet die Müdigkeit aufgrund Ihrer Unspezifität aber keine allzu große Beachtung unter den Symptomen eines Conn-Syndroms.

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Behandlung/ Therapie

Die Therapie des Conn-Syndroms richtet sich nach der Ursache. Bei einer Zellvermehrung bzw. Hyperplasie der Nebennierenrinde kommen in der Regel bestimmte Medikamente zum Einsatz.  

Hierzu zählen insbesondere das Spironalacton, ein sogenannter Aldosteron-Antagonist. Es handelt sich dabei um ein Gegenspieler des Aldosteron der mit seinem Wirkstoff die Andockstellen  blockiert an dem Aldosteron normalerweise seine Wirkung entfalten würde. Die Wirkung des überschüssig vorhandenen Aldosteron und der damit verbunden Kaliumausscheidung und Natrium- und Wasseraufnahme wird somit unterbrochen.  

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Bei dem Vorliegen eines Adenoms, bzw. Einer gutartigen Gewebewucherung wird diese mit einem operativen Eingriff entfernt. Meist wird nicht nur das Adenom, sondern die ganze Nebenniere entfernt. Die Aufgabe der entnommenen Nebenniere kann dann durch die verbleibende und vor allem gesunde Nebenniere übernommen werden.

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Dauer/Prognose

Sowohl Dauer als auch Prognose hängen von der Ursache und den Therapiemaßnahmen ab.

Die Medikamente, die zur Behandlung des Conn-Syndroms gegeben werden, heilen die Erkrankung nicht sondern helfen dabei die natürliche Funktion wieder aufrecht zu erhalten.  Insbesonders der hohe Blutdruck, der auf Dauer zu Schädigung der Gefäße und Herze führt wird damit reguliert und die Betroffenen haben eine weitaus bessere Prognose länger gesund zu bleiben.

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Bei einer OP kann das Conn-Syndrom durch die Entfernung des Adenoms geheilt werden. Allerdings ist auch hier entscheidend wie lange der Körper den belastenden Symptomen ausgesetzt war bzw. Ob es bereits zu Veränderungen des Herz-Kreislauf Gefäßes gekommen ist, um Aussagen zur Prognose der Betroffenen machen zu können.

Krankheitsverlauf

Durch eine adäquate Therapie wird der Einfluss des überschüssigen Aldosterons gehemmt und die Symptome sowie die Langzeitschädigungen, die vor allem durch den Bluthochdruck entstehen werden eingedämmt.

Bleibt eine Behandlung aus, wirkt sich das vor allem auf das Herz-Kreislauf-System mit der Zeit negativ aus. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck führt zu Schäden am Herz, den Gefäßen im Allgemeinen und insbesonders den Gefäßen von Augen und Nieren . Um damit verbundene Krankheiten zu verhindern ist eine Behandlung des Conn-Syndrom unbedingt erforderlich.

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Conn-Syndrom bei der Katze

Das Conn-Syndrom bei Katzen entsteht durch eine Störung beziehungsweise Erkrankung der Nebennierenrinde. Wie beim Menschen auch, sind dafür im Grunde zwei Ursachen verantwortlich: Eine Überproduktion durch Aldosteron durch eine Hyperplasie, gemeint ist damit eine Zellvermehrung des Gewebes oder ein in der Regel gutartiger Tumor, das sogenannte Adenom.

Das überschüssige Aldosteron führt bei Katzen ebenfalls zu einem therapieresistenten Bluthochdruck sowie einem erniedrigten Kaliumspiegel.  

Als Therapiemaßnahmen können eine operative Entfernung der Nebenniere oder eine Medikamentöse Behandlung angestrebt werden. Die OP bei Katzen ist im Gegensatz zu Menschen häufig mit Komplikationen verbunden, sodass der Eingriff bei den Vierbeinern leider in einigen Fällen auch zum Versterben der Katze führen kann. Bleiben unerwünschte Nebenwirkungen durch den operativen Eingriff aus, haben die Katzen im Allgemeinen eine ganze gute Prognose.

Die Medikamentöse Therapie besteht vor allem aus Blutdrucksenkern. Die Prognose durch eine medikamentöse Behandlung kann nicht pauschal vorhergesagt werden, bei den wenigen Katzen deren Überlebenszeit gemessen wurde gab es starke Schwankungen zwischen einem dreiviertel Jahr und einigen Jahren.

Im Gegensatz zum Menschen gestaltet sich der Therapierfolg beziehungsweise eine Aussage zur Prognose bei der Katze im Allgemeinen viel schwieriger.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.12.2018
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