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Schwindel und Müdigkeit

Definition

Als Schwindel mit Müdigkeit werden zwei Symptome bezeichnet, die miteinander auftreten können und sich oftmals auch gegenseitig bedingen. Die Ursache ist häufig eine Kombination von vielen Faktoren, wie beispielsweise Schlafmangel und Stress. Es gibt aber auch verschiedene Erkrankungen, die als Ursache in Frage kommen.

Hierzu gehören beispielsweise eine vorliegende Blutarmut oder eine Funktionsstörung der Schilddrüse, sowie Verspannungen im Bereich der oberen Wirbelsäule. 

Oft werden die Symptome von Menschen im Umfeld nicht richtig ernst genommen, bedeuten für Betroffene jedoch eine starke Einschränkung der Lebensqualität und des Tagesablaufes sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag. Auch für den Arzt ist die Diagnosefindung nicht einfach und so werden die Patienten häufig in verschiedenste Fachdisziplinen weitergeschickt. Im Folgenden sind einige häufige Ursachen und Krankheiten beschrieben, die zur Kombination von Schwindel und Müdigkeit führen können.

Ursachen

Für das Auftreten von Schwindel und Müdigkeit kommen viele verschiedene Ursachen in Frage. Oftmals ist es eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, die zusammen die Symptome begünstigen. Bei vielen Betroffenen sind Stress und Schlafmangel ein Grund für das Auftreten von Schwindel und Müdigkeit. Auch zu wenig Bewegung, ein Mangel an Frischluft und eine unausgewogene Ernährung können diese Symptome begünstigen.

Ein akut zu niedriger Blutzuckerspiegel kommt ebenfalls als Ursache in Frage. Aber auch verschiedene Erkrankungen, wie eine Funktionsstörung der Schilddrüse oder eine Blutarmut, können sich durch Schwindel und Müdigkeit äußern. Bestimmte Atmungsstörungen beim Schlafen, sowie einige Medikamente können ebenfalls zu Schwindel und Müdigkeit führen. Ebenso können Depressionen oder andere psychische Probleme als Ursachen in Frage kommen.

Welche Rolle spielt die Schilddrüse?

Eine Erkrankung der Schilddrüse kann sich durch verschiedene Symptome äußern. Hierzu gehören häufig das Gefühl der Abgeschlagenheit, einhergehend mit Müdigkeit, sowie Schwindel und Kopfschmerzen. Die Ursache hierbei kann sowohl eine Über-, als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse sein. Die Hormone der Schilddrüse spielen bei verschiedensten Prozessen im Körper eine Rolle.

Ein Ungleichgewicht macht sich dabei durch sehr unterschiedliche Symptome bemerkbar. Häufig kommt es zusätzlich zu weiteren Symptomen, wie Unruhe, Gewichtsveränderungen, Schwitzen und einer Beschleunigung des Herzschlags, was von manchen als Herzrasen wahrgenommen wird.

Lesen Sie mehr zu den Erkrankungen der Schilddrüse unter:

Welche Rolle spielt Stress?

Stress ist sehr verbreitet und spielt bei der Entstehung von vielen Symptomen eine Rolle. Dabei kann es beispielsweise durch den Stress zum Mangel an Schlaf oder Schlafstörungen kommen, wodurch wiederum eine langanhaltende Müdigkeit entsteht. Auch der Schwindel kann ein Ausdruck von Schlaflosigkeit sein und begleitend auftreten.

Es kann aber auch vorkommen, dass bereits bestehende Symptome zu Stress führen, welcher wiederum die Symptome selbst verstärkt. Es sollte in allen Fällen versucht werden das Stresslevel zu senken. Hierbei können beispielsweise auch Entspannungsübungen unterstützend wirken.

Schlafstörungen

Patienten mit einer Schlafstörung leiden am nächsten Tag häufig unter Müdigkeit und Schwindel. Neben Ein-und Durchschlafstörungen, die der Betroffene selbst deutlich wahrnimmt, leiden andere Patienten unter einer sogenannten Schlafapnoe, bei der die Atmung während des Schlafes in regelmäßigen Abständen kurz aussetzt, ohne dass der Betroffene davon aufwacht.

Durch die unzureichende Sauerstoffzufuhr während des Schlafes fühlen sich die Betroffenen tagsüber häufig sehr schlapp und erschöpft oder haben mit Kreislaufproblemen wie Schwindel zu kämpfen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schlaf-Apnoe-Syndrom

Welche Rolle spielt die Psyche?

Die Psyche kann unter Umständen eine große Rolle bei den Symptomen Schwindel und Müdigkeit spielen. In vielen Fällen ist sie zumindest ein Teil der zugrunde liegenden Ursache, nicht zuletzt auch dadurch, dass die Symptome selbst eine psychische Belastung darstellen. Bei Angststörungen oder Depressionen sind Schwindel und Müdigkeit häufig auftretende Symptome.

Aber auch andere psychische Belastungen, wie Stress oder die Verarbeitung eines traumatischen Ereignisses, können sich dadurch äußern. Eine weitere wichtige Rolle spielt die Wahrnehmung, Akzeptanz und Verarbeitung von psychischen Belastungen.

Anämie

In relativ vielen Fällen steckt eine sogenannte Blutarmut (Anämie) hinter einer andauernden Müdigkeit mit begleitendem Schwindel. Das Hämoglobin, das den Sauerstofftransport im Blut übernimmt, ist hier erniedrigt, sodass es neben Schwindel und Müdigkeit zu Anzeichen wie Blässe oder Kopfschmerzen kommen kann (siehe: Symptome der Blutarmut).

Eine Anämie kann sich beispielsweise aufgrund eines Eisenmangels entwickeln. So sind häufig junge Frauen mit einer starken Regelblutung betroffen, die mit jeder Monatsblutung größere Mengen an Blut verlieren.

Lesen Sie mehr zum Thema: Eisenmangelanämie

Niedriger Blutdruck

Ähnlich sind die Symptome bei einem zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie), für den wiederum verschiedene Ursachen in Frage kommen. Hier sind neben einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auch eine Herzschwäche oder Blutarmut zu nennen.

Die Schilddrüsenunterfunktion an sich verursacht ebenso Symptome wie Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Mit Tabletten kann der Hormonmangel jedoch relativ leicht behoben werden.

Mangelnde Ernährung/Flüssigkeitszufuhr

Eine unzureichend ausgewogene Ernährung kann ebenfalls verantwortlich für die Beschwerden sein. Es kann hierbei zum Mangel an Vitaminen und Nährstoffen kommen. Hier ist insbesondere der Eisenmangel zu nennen, durch den die Ausbildung einer Anämie möglich ist.

Aber auch, wenn im Rahmen von Stress oder Diäten die Kalorienzufuhr unter dem Energieverbrauch liegt, kommt es leicht zu Kreislaufbeschwerden wie Schwindel oder Müdigkeit. Ebenso sollte auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden (mindestens 2l pro Tag, bei körperlicher Betätigung oder im Sommer deutlich mehr), da sonst ein Flüssigkeitsmangel zu Kreislaufproblemen oder schließlich sogar zum Kreislaufkollaps führen kann.

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Diagnose

Für die Diagnose von Schwindel und Müdigkeit spielt die Anamnese, also das Arzt-Patienten-Gespräch, eine wichtige Rolle. Dabei können die näheren Umstände und mögliche Ursachen genauer identifiziert werden. Je nach Verdacht stehen weitere diagnostische Mittel zur Verfügung. Hierzu gehört beispielsweise die körperliche Untersuchung, die vor allem bei Verspannungen oder Gleichgewichtsproblemen im Zusammenhang mit dem Schwindel eine Rolle spielt.

Bei dem Verdacht auf eine Blutarmut oder eine Funktionsstörung der Schilddrüse ist die Untersuchung des Bluts ein wichtiger Schritt für die Diagnose.

Begleitende Symptome

Zu Schwindel und Müdigkeit können, abhängig von der Ursache, viele verschiedene Symptome begleitend auftreten. Die Müdigkeit selbst kann über den ganzen Tag konstant sein oder sich im Laufe des Tages verschlechtern oder auch verbessern. Der Schwindel wird bei einem gemeinsamen Auftreten mit Müdigkeit häufig als diffus beschrieben.

Zusätzlich können begleitend Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Verstärktes Schwitzen, so wie innere Unruhe und Veränderungen des Gewichts sind eine mögliche begleitende Ursache, wenn die Ursache bei der Schilddrüse liegt. Des Weiteren können Herzrasen oder Sehstörungen auftreten.

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind ein häufiges begleitendes Symptom bei Schwindel und Müdigkeit. Hierfür kommen als Ursache beispielsweise Verspannungen an der Wirbelsäule in Frage. Hier kann es, vor allem im Bereich der Halswirbelsäule, zur Einklemmung oder Einengung von Nerven kommen. Des Weiteren können die Kopfschmerzen aber auch begleitend bei einem anstehenden Infekt, wie z.B. einer Grippe, auftreten.

Auch bei Schlafstörungen oder psychischen Belastungen, wie vermehrt anfallender Stress, kommt es häufig zusätzlich zu Kopfschmerzen. In vielen Fällen hilft es bereits, auf ausreichend Bewegung und frische Luft zu achten.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Kopfschmerzen

Nackenschmerzen

Viele Menschen leiden unter Schwindel und Müdigkeit in Kombination mit Nackenschmerzen. Ursächlich hierfür sind in erster Linie meistens Verspannungen im Bereich der Wirbelsäule. Sie entstehen durch eine Fehlbelastung des Rückens oder eine falsche Haltung, die beispielsweise durch tägliche Bürotätigkeiten verschlechtert wird. Daher sind ausreichend Bewegung und gegebenenfalls Physiotherapie wichtige Methoden, um gegen die Nackenschmerzen anzukämpfen.

Bei akuten Schmerzen kann auch ein Wärmekissen schmerzlindernd wirken. Wenn die Symptome stark ausgeprägt sind und beispielsweise eine Bewusstseinstrübung hinzukommt, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, um eventuelle Verletzungen an der Wirbelsäule abzuklären.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Nackenschmerzen

Konzentrationsschwierigkeiten

Immer wieder treten Schwindel und Müdigkeit in Kombination mit Konzentrationsschwierigkeiten auf. Dies lässt sich in vielen Fällen durch die Symptome selbst erklären, da sich ein Schlafmangel und immer wiederkehrender Schwindel negativ auf das Aufmerksamkeitsvermögen auswirken können. Um kurze Konzentrationsschwierigkeiten zu reduzieren, können ein paar Minuten an der frischen Luft bereits unterstützend wirken.

Treten die Konzentrationsschwierigkeiten über einen längeren Zeitraum immer wieder auf und gehen z.B. mit einer inneren Unruhe oder Anspannung einher, sollte ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden, da es sich auch um Anzeichen einer Fehlfunktion der Schilddrüse handeln kann.

Gliederschmerzen

Treten Schwindel und Müdigkeit gemeinsam mit Gliederschmerzen auf, ist dies in vielen Fällen ein Anzeichen einer Überlastung des Körpers. Dies kann beispielsweise durch Stress oder erhöhte Anstrengung im Alltag entstehen. Auch psychische Belastungen äußern sich häufig durch diese Symptome. Des Weiteren können die Gliederschmerzen in Kombination mit Schwindel und Müdigkeit Anzeichen eines Infektes sein.

Vielen Infektionen beginnen mit derartig unspezifischen Symptomen. Daher empfiehlt sich in solch einem Fall, nach Möglichkeit Bettruhe zu wahren. Tritt zusätzlich Fieber auf, sollte zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden.

Sehstörungen

Gelegentlich können Schwindel und Müdigkeit auch gemeinsam mit Sehstörungen auftreten. Abhängig von der Art der Sehstörungen kommen hierfür verschiedene Ursachen in Frage. Handelt es sich dabei z.B. um Blitze, die plötzlich erscheinen, können diese Symptome Vorboten eines Migräneanfalls (siehe auch: Migräneattacke) sein, der mit starken, pochenden Kopfschmerzen einhergeht.

Ebenso können Sehstörungen im Rahmen von Depressionen auftreten, bei denen es ebenfalls zur Appetit- und Antriebslosigkeit kommt. Bei Unklarheiten sollte ein Augenarzt zur Abklärung aufgesucht werden.

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Schwindel

Häufig treten Schwindel und Müdigkeit zusammen auf (siehe oben). Steht der Schwindel im Vordergrund und tritt er unabhängig von der Müdigkeit auf, so müssen andere Ursachen in Betracht gezogen werden. Schwindel ist eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, das Informationen aus dem gesamten Körper erhält, diese verarbeitet und an das Gehirn weiterleitet.

Für besonders Interessierte: Aufbau und Aufgabe des Innenohrs

Der nicht-vestibuläre (nicht das Gleichgewichtsorgan betreffende) Schwindel kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B. einen zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck, Herz-Rhythmus-Störungen oder Sehstörungen bzw. eine schlecht angepasste Brille.

Desweiteren kann Schwindel durch eine Erkrankung des Innenohres selbst ausgelöst werden (vestibuläre Ursache). Hierbei wird der Gleichgewichtssinn häufig durch losgelöste Ohrsteinchen (Otolithen) verursacht. Sollte ein Schwindel ohne erkennbare Ursache (z.B. eine Karussellfahrt, plötzliches Aufstehen nach längerem Liegen oder einem niedrigen Blutdruck) und gehäuft auftreten, so sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schwindel durch das Innenohr

Begleitende Erschöpfung

Anhaltende Erschöpfung kann neben den oben beschriebenen organischen Ursachen häufig auch psychische Ursachen haben. So treten bei einer depressiven Verstimmung neben Antriebslosigkeit, fehlender Begeisterungsfähigkeit und Angstgedanken auch oft körperliche Symptome auf. Zu diesen zählen vor allem eine anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung, die im Zusammenhang mit einer Schlafstörung stehen kann, sowie Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Symptome einer Depression

Wenn der Betroffene berichtet, in letzter Zeit eine innere Leere zu empfinden und es ihm schwer fällt, sich zu Unternehmungen zu motivieren, die ihm sonst Freude bereitet haben, so sollte eine psychische Ursache der körperlich spürbaren Erschöpfung in Betracht gezogen werden.

Sowohl bei dauerhaftem Stress als auch bei einer Depression ist eine professionelle Behandlung von großer Bedeutung, da es sonst zum Burnout-Syndrom oder einem chronischem Müdigkeitssyndrom kommen kann.

Organische Ursachen wie eine Anämie oder eine Schilddrüsenunterfunktion sollten ebenfalls abgeklärt werden.

Begleitende Abgeschlagenheit

Abgeschlagenheit ist ein weiteres Symptom, das häufiger im Zusammenhang mit Schwindel und Müdigkeit auftaucht. Neben den oben genannten organischen Ursachen für solche Beschwerden ist auch ein geschwächtes Immunsystem als Ursache denkbar. Wenn das Immunsystem permanent damit beschäftigt ist, einen Infekt abzuwehren oder zu bekämpfen, können eine andauernde Müdigkeit und Kreislaufbeschwerden wie Schwindel (ähnlich wie bei einer starken Erkältung oder einer Grippe) resultieren.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Symptome einer Erkältung

Begleitendes Herzstolpern

Ein spürbares Herzstolpern (Palpitation) kann auch bei gesunden jungen Menschen gelegentlich vorkommen und hat ohne weitere Beschwerden keine krankhafte Bedeutung. Tritt das Herzstolpern allerdings im Zusammenhang mit Schwindel und Müdigkeit auf, so muss dem Verdacht auf eine Herzrhythmusstörung nachgegangen werden.

Es gibt zahlreiche Herzrhythmusstörungen, die unterschiedlich stark symptomatisch werden und sich in der Therapie unterscheiden. Die häufigste ist das Vorhofflimmern, bei dem die Herzvorhöfe gelegentlich oder permanent ungeordnet und viel zu schnell schlagen. In Deutschland ist ca. jeder hundertste Einwohner betroffen, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung im Alter steigt.

Auch andere kardiale Erkrankungen kommen als Ursache in Frage. Zu nennen sind hier Herzklappenerkrankungen, die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder eine Myokarditis (Entzündung des Herzmuskels).

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Erkrankungen vom Herz

Auch extrakardiale (nicht das Herz betreffende) Erkrankungen oder bestimmte Medikamente, eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) oder Angststörungen müssen für die Kombination dieser Symptome in Betracht gezogen werden.

Herzrasen

Treten Schwindel und Müdigkeit gemeinsam mit Herzrasen auf, kommen hierfür viele Ursachen in Frage. Häufig handelt es sich hierbei um eine vorübergehende Störung des Kreislaufsystems oder ein akuter Mangel an Flüssigkeit, also eine Dehydratation. Diesen Ursachen kann schnell und effektiv durch das Trinken von Wasser und ein paar Minuten im Sitzen oder Liegen, optimalerweise an der frischen Luft, entgegengewirkt werden.

Des Weiteren können Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, wie ein zu hoher Blutdruck oder eine Erkrankung des Herzens, als mögliche Auslöser in Frage kommen.

Begleitende Rückenschmerzen

Verspannungen im Bereich der Wirbelsäule kommen sehr häufig vor. Wenn diese im Bereich der Halswirbelsäule auftreten, kann es dadurch auch zur Einklemmung von Nerven kommen. Dies kann sich durch Schwindel und Müdigkeit äußern. Da hier viele wichtige Nerven und andere Strukturen verlaufen, sollte jedoch Vorsicht geboten sein. Wenn die Symptome Schwindel und Müdigkeit im Zusammenhang mit starken Schmerzen oder bei einer Bewegung im Bereich der HWS auftreten, sollte zur Abklärung zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Es wurde zudem festgestellt, dass eine Depression, die sich häufig durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Kreislaufbeschwerden wie Schwindel äußert, auch im Zusammenhang mit chronischen Rückenschmerzen steht.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Rückenschmerzen und Psyche

Chronische Rückenschmerzen sind oft schwer therapierbar und schränken die Lebensqualität der Betroffenen stark ein. Daraus können psychische Probleme resultieren. Patienten mit starken Rückenschmerzen haben zudem oft Schwierigkeiten, eine angenehme Schlafposition zu finden und können so aufgrund eines Schlafmangels unter Müdigkeit und Schwindel leiden.

Lesen Sie allgemeine Informationen zum Thema unter: Rückenschmerzen

Nach dem Essen

Schwindel und Müdigkeit nach dem Essen können verschiedene Ursachen haben, die bei andauernden Symptomen auf jeden Fall von einem Arzt abgeklärt werden müssen. Leichte Müdigkeit oder Benommenheit nach einer üppigen Mahlzeit ist insofern normal, als dass durch die Dehnung des Magens Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet werden. Diese Botenstoffe wirken zum einen hemmend auf die weitere Nahrungsaufnahme und zum anderen hemmend auf das Aktivitätszentrum im Gehirn, wodurch Müdigkeit entsteht.

Bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zucker-Krankheit) kann es durch ein gestörtes Zusammenspiel von Zucker (Glukose) und Insulin (Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt), vor allem nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten, zu Schwindel kommen, welcher häufig von Blutdruckabfall und Herzrasen begleitet wird.

Ältere Menschen empfinden häufig nach dem Essen Schwindel, da ihr Blutdruck während des Verdauungsvorganges stark absinkt. Verantwortlich dafür ist das vegetative Nervensystem - beim Verdauungsvorgang wird der Parasympathikus aktiviert, der gleichzeitig Blutdruck und Puls senkt, was gerade auch bei Menschen eintritt, die sonst unter Bluthochdruck leiden.

Eine weitere Ursache von Schwindel nach dem Essen kann eine Schwangerschaft sein, bei der es durch die Schwangerschaftshormone häufig nach einer Mahlzeit zu Übelkeit und Schwindel kommt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schwindel in der Schwangerschaft

Eine Histaminunverträglichkeit verursacht Symptome wie Schwindel, Herzrasen, Bluthochdruck, Ausschlag oder Blähungen und Durchfall nach einer Mahlzeit. Dies wird besonders auffällig nach dem Verzehr histaminreicher Nahrungsmittel, wie bestimmter Käsesorten oder Rotwein.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schwindel nach dem Essen

Behandlung

Die Behandlung der Symptome Schwindel und Müdigkeit ist abhängig von der zugrundeliegenden Ursache. Bei akut auftretenden Anfällen von Schwindel und Müdigkeit hilft es vielen Betroffenen, ein paar Minuten an die frische Luft zu gehen oder sich im Freien für kurze Zeit hinzusetzen oder hinzulegen. Dadurch wird der Kreislauf wieder angekurbelt und kann sich stabilisieren.

Häufig werden die Symptome durch einen Mangel an Flüssigkeit oder einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel verschlechtern. Dementsprechend ist es wichtig, ausreichend Wasser zu trinken und beispielsweise ein Stück Traubenzucker zu essen.

Wenn der Schwindel und die Müdigkeit aufgrund von Beschwerden im Bereich der Hals-Wirbelsäule auftreten, sollte über eine physiotherapeutische Behandlung, abhängig von der Art der Probleme, überlegt werden.

Spielt die Schilddrüse bei der Entstehung der Probleme eine Rolle, muss die Funktionsstörung weiter abgeklärt werden. Hierbei stehen je nach Art der Erkrankung verschiedene Medikamente, beispielsweise zum Ersatz der Schilddrüsenhormone, zur Verfügung.

Bei einem erhöhten Level an Stress können Entspannungsübungen hilfreich sein. Außerdem sollte versucht werden, den Stress im Alltag zu reduzieren. Bei psychischen Problemen, wie beispielsweise Depressionen, stehen psychotherapeutische Behandlungen im Vordergrund.

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf von Schwindel und Müdigkeit hängt stark von der zugrundeliegenden Ursache ab. Da diese Symptome als solche zunächst oft ignoriert werden, kann dies dementsprechend zu einem längeren Krankheitsverlauf führen. In vielen Fällen handelt es sich bei den Ursachen um harmlosere Probleme, wie Stress oder Schlafprobleme.

Dementsprechend werden die Symptome auch meist beim Angehen der körperlichen Überlastung wieder reduziert. Liegt eine ernsthaftere Erkrankung vor, muss diese ärztlich betreut werden. Der Krankheitsverlauf bleibt in den meisten Fällen jedoch trotzdem milde, wenn er auch teilweise über mehrere Monate andauert.

Dauer

Die Dauer von Schwindel und Müdigkeit kann sehr unterschiedlich sein, je nach dem, wodurch die Symptome verursacht werden. Die Symptome selbst halten meist ein paar Minuten bis Stunden, können jedoch regelmäßig über Wochen hinweg auftreten. Bei entsprechender Behandlung bzw. Beseitigung der Ursachen beträgt die Dauer des Auftretens meist nicht mehr als ein paar Monate. Dementsprechend ist die Prognose in den meisten Fällen auch recht gut.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen zum Thema "Schwindel und Müdigkeit" finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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