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Durchfall nach Alkohol

Einleitung

Alkohol kann in großen Mengen zu Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit und Durchfall führen. Getränke, die einen Alkoholgehalt von bis zu 10% haben, fördern die Bildung der Magensäure. Eine Reizung bis hin zur Entzündung der Magenschleimhaut kann zu Übelkeit und Erbrechen durch den Alkohol führen. Deshalb neigen manche Menschen bei übermäßigem Alkoholkonsum dazu sich übergeben zu müssen. Alkohol wirkt sich auf die Zellen des Dünndarms aus, wodurch Durchfall (Diarrhö) entstehen kann. Bei einigen Menschen kommt es nach Alkoholgenuss, zum Beispiel am nächsten Tag, deshalb zu flüssigem Stuhlgang bis hin zu Durchfall.

Ursache

Alkohol führt bei einem übermäßigen Konsum zu vorübergehenden Veränderungen der Dünndarmschleimhaut, bei chronischem Alkoholgenuss können dauerhafte Verdauungsbeschwerden auftreten. Der Alkohol wirkt sich dabei auf den Elektrolythaushalt der Zellen in der Dünndarmschleimhaut aus, genauer gesagt auf den Salz- und Wasserhaushalt. Natrium ist ein Mineralstoff, der den Wasserhaushalt im Körper reguliert. Durch den Alkohol wird die Natriumaufnahme und die Aufnahme von Wasser in die Zellen gehemmt. Befindet sich mehr Natrium in der Flüssigkeit und dem Speisebrei im Darm, führt das dazu, dass das Salz mehr Wasser nach sich zieht. Es handelt sich dabei um einen biologischen Vorgang, die sogenannten Osmose. Insgesamt bleibt der Speisebrei auf dem Weg durch den Darm flüssiger und dies führt zu flüssigem Stuhl bis hin zu Durchfällen.

Symptome

Neben Durchfällen nach Alkoholkonsum treten häufig Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit auf. Es kann zu schmerzhaften Bauchkrämpfen (Tenesmen) kommen. Sind die Durchfälle besonders stark ausgeprägt und es wird nicht ausreichend getrunken, kann es zu einem Flüssigkeitsmangel kommen (Dehydratation). Man erkennt die Austrocknung an einer sehr trockenen Zunge und trockener Haut. Trinkt man viel zu wenig, nimmt das Wasserlassen ab und der Harn ist auffällig dunkel gefärbt. Bei einem massiven Flüssigkeitsmangel kann es im schlimmsten Fall zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen. Eine solche Notfallsituation ist ernst zu nehmen und sollte schnellstmöglich ärztlich beurteilt werden. Die meisten Menschen verspüren im Rahmen eines „Katers“ vermehrten Durst und können eine Austrocknung vermeiden. Neben diesen Beschwerden kann der Durchfall nach Alkohol von weiteren Symptomen begleitet werden. Kopfschmerzen treten häufig nach ausgeprägtem Alkoholgenuss auf, oft im Zusammenhang mit einer Konzentrationsschwäche.

Grüner Durchfall

Verschiedene Gründe können einen grünen Durchfall verursachen. Die Färbung des Stuhls ist grundsätzlich stark von der Ernährung abhängig. Grünes Gemüse, das viel Chlorophyll enthält, kann die Farbe des Stuhls in großen Mengen beeinflussen, ohne dass etwas Krankhaftes vorliegt. Bei einigen Durchfallerkrankungen kommt es zu einer Grünfärbung des Kotes. Die Ursache für grünen Durchfall ist, dass durch die Verdauungsstörung (zum Beispiel durch Alkohol bedingt) die Gallenflüssigkeit nicht ausreichend verarbeitet werden kann und in einer anderen Form im Stuhl landet, als bei einer gesunden Verdauung. Grüner Durchfall nach Alkohol ist ein Zeichen für eine eingeschränkte Verdauung und Störung im Gallenflüssigkeitsstoffwechsel.

Darüber hinaus können bestimmte bakterielle Krankheitserreger grünen Stuhlgang hervorrufen, der bei weiteren Infekt-Symptomen ärztlich abgeklärt werden sollte.

Gelber Durchfall

Gelber Stuhl kann verschiedene Ursachen haben. Lebensmittel wie Eier, Milchprodukte und Lebensmittel, die viel Stärke enthalten, können zu einer Gelbfärbung des Stuhls führen. Tierische Nahrungsmittel enthalten Hämoglobin und lassen den Stuhl dunkler aussehen. Sterkobilin, ein Abfallprodukt des Hämoglobins, kann den Stuhl sowohl gelb als auch braun färben. Je mehr Sterkobilin im Kot enthalten ist, um so dunkler wird der Stuhl. Bei einem Durchfall ist der Stuhl sehr dünnflüssig, das bedeutet, dass er sehr viel Wasser enthält. Dadurch verdünnt sich auch die Farbe. Deshalb ist Durchfall in der Regel gelb, einfach aufgrund der Verdünnung der färbenden Inhaltsstoffe.

Übelkeit und Erbrechen

Im Magen führt der Alkohol häufig zu Reizungen der Schleimhaut und bei regelmäßigem Konsum gegebenenfalls sogar zu Entzündungen (Gastritis). Dadurch können funktionelle Einschränkungen entstehen, welche die Nahrungsaufnahme und Verwertung der Speisen beeinträchtigen. Das führt dazu, dass der Magen die Lebensmittel abstößt – es kommt zum Erbrechen. Bei sehr saurem Magenmilieu und häufigem Erbrechen können Schleimhautrisse und Blutungen im Mageneingang entstehen. Der Körper reagiert auf die Probleme mit der Verarbeitung der Lebensmittel mithilfe von Übelkeit und Appetitlosigkeit, um das weitere Essen zu unterbrechen.

Erfahren Sie mehr zu diesem Thema: Übelkeit nach Alkoholkonsum - Was hilft wirklich?

Bauch- und Magenschmerzen

Magen- oder Bauchschmerzen, die nach dem Konsum von Alkohol entstehen, können durch krankhafte Vorgänge in verschiedenen Organen verursacht werden. Trinkt man nur gelegentlich Alkohol, ist der Magen-Darm-Trakt häufig verantwortlich für den Schmerz im Bauch. Bei regelmäßigem Alkoholgenuss leiden Organe wie die Leber, Bauchspeicheldrüse oder die Gallenblase und können Schmerzen im Oberbauch auslösen. Die gesteigerte Magensäure-Bildung nach dem Alkoholgenuss kann die Magenschleimhaut schädigen. Bei einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) können stechende Schmerzen im Oberbauch auftreten bis hin zu Krämpfen, den sogenannten Tenesmen.

Diagnose

Durchfall beschreibt die kürzer oder lang anhaltende Abgabe von zu flüssigem Stuhl. Bei Durchfall aufgrund von übermäßigem Alkoholgenuss besteht ein zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Trinken und dem Auftreten der flüssigen Stühle. Trinkt man am Abend oder über Nacht, kommt es meistens im Laufe des Vormittags oder Mittags zu Durchfällen. Das Ausmaß des Durchfalls ist von der zuvor eingenommenen Menge und Konsistenz der Nahrungsmittel abhängig. Wird über einige Stunden sehr viel getrunken, wird die Speisebrei-Verarbeitung über einen längeren Zeitraum gebremst und führt entsprechend zu Verdauungsschwierigkeiten. Durchfall wird bei Erwachsenen definiert als mit einer Stuhlmasse von mehr als 200 bis 250 Gramm bei mehr als drei Stuhlgängen am Tag und hohem Wasseranteil einhergehend.

Wie lange dauert Durchfall nach Alkoholgenuss an?

Der Durchfall nach Alkoholkonsum dauert in der Regel nur ein bis zwei Tage an. Die Dauer hängt von dem Alkoholkonsum in der Situation ab, das heißt, wie viel am Abend zuvor getrunken wurde. Gleichzeitig spielt die Häufigkeit von ausgeprägtem Alkoholgenuss eine ebenso wichtige Rolle. Trinkt man gelegentlich Alkohol und mal „einen über den Durst“, dann wird der Magen-Darm-Trakt gereizt und funktionell eingeschränkt, wodurch Durchfall und andere Magen-Darm-Beschwerden entstehen können. In diesem Fall leidet man häufig nur kurzzeitig unter Durchfall, und zwar unmittelbar nach dem Alkoholkonsum, das heißt ab dem nächsten Morgen für einen bis zwei Tage. Der Durchfall durch Alkohol ist meistens selbstlimitierend und das Gefühl der Übelkeit und die Appetitlosigkeit nehmen langsam ab. Bei chronischen Alkoholikern kommt es oft zu regelmäßigen Durchfällen aufgrund von wiederkehrenden Reizungen der Darmschleimhaut bis hin zu Darmschleimhautentzündungen, die sogar chronisch werden können. Liegt eine Entzündung der Darmschleimhaut vor, die Durchfall über einen längeren Zeitraum oder immer wiederkehrend (rezidivierend) verursacht, sollte der Hausarzt  konsultiert werden.

Lesen Sie auch: Alkoholunverträglichkeit

Was hilft gegen Durchfall nach Alkohol?

Bei Durchfall ist es wichtig, den Verlust von Flüssigkeit und Mineralsalzen wieder auszugleichen. Dafür eignen sich Getränke, die viele Elektrolyte enthalten. Gute Getränke sind schwarzer Tee und ungesüßte Kräutertees, wie Heidelbeertee, Kamillentee, Pfefferminztee und Fencheltee. Weitere Hausmittel sind rohe Äpfel und Karotten. Der darin enthaltene Quellstoff Pektin schont die Darmschleimhaut. Einigen Menschen hilft Wärme, besonders wenn der Durchfall nach Alkoholgenuss mit Bauchkrämpfen verbunden ist. Eine Wärmflasche kann wohltuend und entspannend wirken. Früher wurden gerne Cola und Salzstangen eingenommen, jedoch enthalten diese Produkte mehr Zucker als Salz. Ebenso sollten Milch, Kaffee und weiterer Alkohol vermieden werden, da das den Durchfall verschlimmern kann. Außerdem gibt es Medikamente gegen Durchfall, die kurzzeitig eingesetzt werden können. Dauert der Durchfall mehrere Tage an, kann es hilfreich sein, die Darmflora nach den Strapazen mithilfe von Präbiotika wieder aufzubauen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hausmittel bei Durchfall

Wie kann man Durchfall nach Alkohol vorbeugen oder verhindern?

Durchfall nach Alkoholkonsum wird teilweise durch bestimmte Speisen gefördert. Es kann helfen, Lebensmittel und Getränke zu vermeiden, die häufig Durchfall verursachen. Scharfes, stark gewürztes Essen und besonders fettige Speisen belasten das Verdauungssystem. Viele Menschen haben Lust auf ein deftiges Essen, wenn sie trinken, gerne Döner oder Burger und Pommes. Diese Lebensmittel können die Entstehung von Durchfall fördern und verstärken. Eine andere Möglichkeit ist, dem Alkohol mehr Aufmerksamkeit zu schenken: Getränke mit einem Alkoholgehalt von weniger als 10% wie Bier und Wein fördern die Bildung von Magensäure, was Übelkeit und Sodbrennen verursachen kann. Der Verzicht auf diese Getränke und die Reduktion von Alkohol kann Durchfall nach dem Konsum von Alkohol verhindern.

Ist die Pille noch sicher bei Durchfall nach Alkohol?

Bei Durchfall nach Alkohol stellt sich nicht selten die Frage, ob die Wirkung der Pille noch vorhanden ist. Kommt es innerhalb von drei bis vier Stunden nach der Einnahme der Pille zu Erbrechen und/oder Durchfall, kann die Wirksamkeit der Pille nicht garantiert werden. Das liegt daran, dass man in diesem Zeitfenster nicht beurteilen kann, ob bereits ausreichend Wirkstoff des Medikaments von der Darmschleimhaut aufgenommen wurde. Das bedeutet, dass man bei Durchfall innerhalb von drei bis vier Stunden nach dem Einnehmen der Pille keinen ausreichenden Empfängnisschutz hat.

Lesen Sie mehr zum Thema: Pille und Alkohol 

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.06.2019
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