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Fieber und Rückenschmerzen

Die Definition

In der Medizin handelt es sich bei Fieber und Rückenschmerzen um zwei voneinander unabhängige Symptome. Daher existieren zwei separate Definitionen für Fieber und Rückenschmerzen. Selbstverständlich können diese Symptome gleichzeitig oder sogar gemeinsam mit weiteren Beschwerden auftreten und sollten dann entsprechend interpretiert werden.

Eine Person hat laut Definition Fieber, wenn die Körpertemperatur  auf über 38° Celsius ansteigt. Der ursächliche Prozess des Fiebers ist dabei eine Verstellung des Sollwerts der Körperkerntemperatur: Immer dann, wenn das Gehirn die Temperatur erhöhen will, wird diese Information vom Hirnstamm aus an das Nervensystem des gesamten Körpers weitergegeben. Bei Rückenschmerzen handelt es sich um Schmerzen im Rücken-, Lenden- oder Nackenbereich. Auch der hintere Schulterbereich kann betroffen sein.

Die Ursachen

Sowohl bei Fieber als auch bei Rückenschmerzen handelt es sich um sehr unspezifische Symptome. Das heißt, dass sie durch eine extrem große Bandbreite verschiedener Krankheiten und Ursachen ausgelöst werden können.

leichzeitig auftretende fiebrige Temperaturen und Rückenschmerzen werden häufig durch eine Grippe  oder einen grippalen Infekt ausgelöst. Der Körper reagiert auf einen solchen Virusinfekt dann mit einer Erhöhung der Körpertemperatur, da dadurch bestimmte Immunzellen in ihrer Funktion unterstützt werden. Mit Rücken- und Gliederschmerzen versucht der Körper, die betroffene Person von zu viel Bewegung abzuhalten – hierbei spielen Entzündungsbotenstoffe, die übermäßige Schmerzreize vermitteln, eine große Rolle.
Doch auch andere Infektionskrankheiten können Fieber und Rückenschmerzen auslösen, wie etwa eine Meningitis, also eine Entzündung der Hirnhaut. Da diese Hülle auch um das Rückenmark herum zu finden ist, ist der Schmerz nicht nur im Kopf, sondern auch entlang der Wirbelsäule zu spüren.

In seltenen Fällen kann auch eine bösartige Neubildung oder Zellvermehrung, als ein Tumor, die Ursache für Rückenschmerzen und Fieber sein. Daher sollte jedes länger andauernde Fieber ohnehin untersucht werden, mit Rückenschmerzen ist es erst recht empfehlenswert.

Informieren Sie sich hier rund um das Thema: Ursachen für Fieber. 

Die begleitenden Symptome

Die Kopfschmerzen

Die Ursachen von Kopfschmerzen sind ausgesprochen vielseitig. Kopfschmerzen als begleitendes Symptom bei Fieber und Rückenschmerzen können Ausdruck eines bakteriellen oder viralen Infektes, zum Beispiel einer Grippe sein. Dieser kann zum einen zu einer erhöhten Schmerzempfindung führen, zum anderen kann durch das Fieber und das vermehrte Schwitzen eine Dehydratation (= Austrocknung) entstehen, die zusätzlich Kopfschmerzen begünstigt. 

Vorsicht ist geboten, wenn die Kopfschmerzen extrem stark werden, Sinnesausfälle wie etwa Sehstörungen oder Nackensteife verursacht: Dann können die Kopf- und Rückenschmerzen mit dem Fieber auf eine Hirnhautentzündung hinweisen, welche schnellstmöglich in einem Krankenhaus behandelt werden sollte.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Fieber und Kopfschmerzen

Der Nachtschweiß

Im Rahmen von Fieberschüben kommt es natürlicherweise zu vermehrtem Schwitzen. Jedes Mal, wenn ein Fieberschub vorbei ist und der Sollwert wieder herunter gestellt wird, versucht der Körper sich mit Flüssigkeit auf der Haut zu kühlen. In der Medizin versteht man unter Nachtschweiß jedoch ein so starkes Schwitzen, dass jeden Morgen oder sogar mitten in der Nacht die Kleidung oder die Bettlaken gewechselt werden müssen, da diese durchnässt sind. 

Nachtschweiß in diesem Sinne ist ein Zeichen, dass der Stoffwechsel des Körpers stark erhöht ist – das kann sowohl bei Tumoren als auch bei Infektionskrankheiten der Fall sein. Auf jeden Fall sollte starkes nächtliches Schwitzen dieser Art in Verbindung mit Fieber und Rückenschmerzen sehr zeitnah ärztlich untersucht werden. 

Mehr Informationen zum Thema Nachtschweiß finden Sie hier. 

Die Übelkeit

Übelkeit kann durch viele Ursachen ausgelöst werden, meistens ist es jedoch ein Hinweis auf eine Infektion des Magen-Darm-Traktes. Dazu passt ebenfalls das Symptom Fieber: Mit dieser Temperaturerhöhung versucht der Körper, den Immunzellen die Infektabwehr zu erleichtern. Rückenschmerzen können bei einem Magen-Darm-Infekt ebenfalls auftreten.
Selten kann es auch sein, dass die Übelkeit erst durch den (starken) Rückenschmerz verursacht wird – häufiger aber gibt es einen gemeinsamen Ursprung dieser Symptome im Sinne einer Magen-Darm-Infektion.

Die Gelenkschmerzen

Kommen zum Fieber und zu den Rückenschmerzen noch schmerzende Gelenke hinzu, so weist das – ähnlich wie muskuläre Schmerzen oder Gliederschmerzen – auf eine Grippe oder einen grippalen Infekt hin. Wie oben beschrieben, ist dies evolutionär gesehen ein Werkzeug des Körpers um die betroffene Person von körperlicher Anstrengung abzuhalten.

Schmerzen in den Gliedmaßen und Gelenken sind aber auch ursächlich miteinander verbunden: Um zu fiebern, schüttet der Körper entzündungsfördernde Botenstoffe aus, die auch schmerzempfindlicher machen. Die Schmerzgrenze wird dabei soweit herabgesetzt, dass auch Körperstellen „grundlos“ weh tun können – wie etwa Gelenke oder Muskelpartien.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Gelenkschmerzen

Wann muss ich zum Arzt?

Da Fieber und Rückenschmerzen in dieser Kombination auch auf schwerwiegendere Infekte hinweisen können, sollte in manchen Situationen umgehend ärztlicher Rat hinzugezogen werden. Zu solchen Situationen zählen, dass das Fieber länger als einen Tag bei Kindern oder länger als drei Tage bei Erwachsenen anhält.

Auch wenn die Rückenschmerzen in den Kopf übertreten oder Sinnes- bzw. Bewusstseinseintrübungen auftreten, sollte mit dem Anruf beim ärztlichen Notdienst nicht gezögert werden. Auch wenn die Rückenschmerzen eine Bewegungseinschränkung verursachen, also etwa das Kinn nicht mehr auf die Brust gelegt werden kann oder das Laufen vor Schmerzen nicht mehr möglich ist, sollte die Krankheit nicht ohne ärztliche Hilfe weiterbehandelt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Wann sollte ich mit Fieber zum Arzt?

Die Therapie

Die Behandlung von Fieber und Rückenschmerzen kann symptomatisch erfolgen, um die Symptome zu lindern. Es können beispielsweise fiebersenkende Medikamente, wie etwa Paracetamol, oder Hausmittel verwendet werden. Gegen die Rückenschmerzen können physikalische Maßnahmen wie Wärmekissen oder ein heißes Vollbad helfen.

Vor allem bei grippalen Infekten ist die symptomatische Therapie anzuraten, da diese Infekte idealerweise über die Dauer von einigen Tagen „ausgesessen“ werden. Halten die Beschwerden jedoch über einige Tage an, oder werden noch schlimmer, sollte mit ärztlicher Hilfe weiterbehandelt werden.
Die Therapie sollte sich dann nach der Ursache richten und um diese herauszufinden, bedarf es normalerweise einer weiterführenden Diagnostik. Ist eine bakterielle Infektion die Ursache muss auf Antibiotika zurückgegriffen werden – hier kann der Arzt oder die Ärztin sagen, welches Mittel am besten wirksam ist.

Bei einer Bewusstseinseintrübung oder bei Kindern sollte besondere Vorsicht walten und entsprechend schneller ein Arzt aufgesucht werden.

Lesen Sie auch den Artikel: Erkältung und Rückenschmerzen.

Hausmittel als Therapiemöglichkeit

Zur Fiebersenkung gibt es eine Vielzahl von einfachen und presiwerten Hausmitteln.
Dazu gehört zum Beispiel die Wadenwickel: Hierzu werden einige Tücher in warmes Wasser von etwa 30-35°C getaucht und dann fest um die Waden gewickelt. Die Körpertemperatur kann damit recht zuverlässig innerhalb einer Stunde um etwa 1°C gesenkt werden.

Gegen die Rückenschmerzen bieten sich zum Beispiel natürliche schmerzlindernde Substanzen wie Weidenrindenextrakt an. Diese Substanz ist auch Ausgangsstoff für die Herstellung des bekannten Schmerzmittels Aspirin. Auch Wärmekissen, die in warmen Wasser oder in der Mikrowelle erwärmt werden, können auf den Rücken gelegt die krankheitsbedingten Schmerzen lindern.

Das wichtigste und vermutlich einfachste Hausmittel bei Fieber und Rückenschmerz ist jedoch Ruhe und Schonung, sowie viel Wasser zu trinken und auf eine Vitaminzufuhr durch frisches Gemüse oder Obst zu achten. Auch kann der Saft einer halben Zitrone mit heißem Wasser auf etwa eine Tassenmenge verdünnt werden, einige dünne Scheiben Ingwer und ein halber Teelöffel Honig hinzugefügt werden. Das entstehende Getränk kann besonders bei grippalen Infekten Abhilfe verschaffen, und setzt so an der wohl häufigsten Ursache für Fieber und Rückenschmerzen an.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Hausmittel bei Fieber

Homöopathie als Therapiemöglichkeit

In der Homöopathie muss man stets das gesamte Krankheitsbild in Verbindung mit der Persönlichkeit des Patienten betrachten, um anhand des so entstehenden „Arzneimittelbilds“ das richtige Mittel zu finden. Daher kann an dieser Stelle grundsätzlich keine generelle Arzneimittelempfehlung ausgesprochen werden. Dennoch sollen einige homöopathische Arzneien genannt werden, die häufig bei Fieber und einhergehenden Rückenschmerzen eingesetzt werden.

Bei einem Erkältungsinfekt, der mit Nackenschmerzen einhergeht, ist etwa Gelsemium ein häufig verwendetes Mittel. Auch Aconitum kann angewendet werden, wenn die betroffene Person durch die Krankheit übermäßig schmerzempfindlich ist. Rhus toxcodendron soll ebenfalls helfen, wenn die Person sich abgeschlagen fühlt und dennoch nicht still liegen kann.
Für eine individuelle Verordnung eines bestimmten homöopathischen Mittels sollten allerdings die jeweiligen Arzneimittelbilder mit den Symptomen der betroffenen Person abgeglichen werden oder eine entsprechend ausgebildete Person, etwa ein Heilpraktiker, zu Rate gezogen werden.

Die Dauer

Wann Fieber und Rückenschmerzen zusammen mit den möglicherweise begleitenden Symptomen verschwinden, hängt maßgeblich von deren Ursache ab. Ein Infekt sollte nach einigen Tagen zumindest abklingen oder sogar ganz verschwinden. Ist das nicht der Fall, sollte entsprechend ärztlicher Rat eingeholt werden.

Grundsätzlich sollte man spätestens dann zum Arzt gehen, wenn das Fieber ununterbrochen über mehr als drei Tage anhält, schlimmer bzw. intensiver wird oder Hinweise auf eine Hirnhautentzündung bestehen. 

Weiterführende Information

Mehr Informationen zum diesem Thema finden Sie hier: 

Eine Übersicht aller Themen der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde finden Sie unter: HNO A-Z. 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.06.2019
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