Einleitung der Geburt

Geburt einleiten

Besonders wichtig für eine Erleichterung der Geburt sind die Vermeidung von Verspannung, Angst und Schmerz.

Durch Atemübungen und Schwangerschaftsgymnastik während der Geburtsvorbereitung können Techniken zur Entspannung und Bauchatmung erlernt werden, die einer Verspannung während der Geburt entgegenwirken.

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Vorzeitige Informationen über den Geburtsverlauf, die Besichtigung des Kreißsaals sowie menschliche Zuwendung und vermittelte Sicherheit können die entstehende Angst minimieren um eine Geburt optimale einleiten zu können. Die durch die Geburt bedingten Schmerzen sind individuell äußerst unterschiedlich und können durch verschiedene Schmerzmittel (Analgetika) oder Anästhesieformen für die Gebärende erträglich gemacht werden.

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Geburtswehen

Wehen stellen die grundlegenden Kräfte einer Einleitung der Geburt dar. Ihren Ursprung haben sie im Zusammenziehen der Gebärmuttermuskelschicht (Myometrium). Auch schon während der Schwangerschaft treten in unregelmäßigen Abständen Wehen auf, die gegen Ende der Schwangerschaft an Häufigkeit zunehmen. Sie werden von der Schwangeren jedoch noch nicht als schmerzhaft empfunden sondern höchstens als Verhärtung.

Ungefähr einen Monat vor der Geburt treten die so genannten „Senkwehen“ ein, durch welche sich die Gebärmutter senkt. In den Tagen vor der Geburt kommt es dann zu kräftigen unregelmäßigen Vorwehen. Sie drücken, besonders bei Erstgebärenden, den kindlichen Kopf in den Beckeneingang. Zu den nun folgenden Geburtswehen besteht ein fließender Übergang. Geburtswehen nehmen kontinuierlich an Stärke und Häufigkeit zu, so dass am Ende in der Austreibungsphase alle 2 bis 3 Minuten eine Wehe erfolgt und zusätzlich die Bauchmuskeln an der Wehenbildung beteiligt werden. Am Ende einer jeden Wehe bleiben die Muskelfasern in einem verkürzten Zustand zurück. Mit den abschließenden an Stärke und Häufigkeit nachlassenden Nachgeburtswehen wird der Mutterkuchen (Plazenta) geboren.

Geburtsverlauf

Der Ablauf einer regelhaften Geburt wird in drei Phasen unterteilt.

  1. Eröffnungsphase
  2. Austreibungsphase
  3. Nachgeburtsphase

1. Eröffnungsphase:

Sie beginnt mit dem Auftreten regelmäßiger schmerzhafter Wehen, durch die der Muttermund eröffnet und der Gebärmutterhals gedehnt und gelockert wird.

Die Muttermundöffnung wird zusätzlich noch durch die Wirkung von Prostaglandinen, bestimmten Gewebshormonen, verstärkt; diesen Vorgang bezeichnet man als Zervixreifung. Bei einer Erstgebärenden verkürzt sich zunächst der Gebärmutterhals, was zur Öffnung des inneren Muttermunds führt. Der äußere Muttermund öffnet sich erst nachdem der Gebärmutterhals vollständig verkürzt ist. Sind bei einer Schwangeren schon mehrere Geburten vorausgegangen, erfolgt die Verkürzung und Öffnung des inneren und äußeren Muttermunds gleichzeitig. Die Schmerzen innerhalb dieser Phase entstehen hauptsächlich durch die Eröffnung des Muttermunds sowie durch die Dehnung des Gebärmutterhalses und des unteren Teils der Gebärmutter. Am Ende der Eröffnungsphase mit einer vollständigen Öffnung des Muttermunds kommt es zum Blasensprung auf den kräftigere und häufiger auftretende Wehen folgen.

2. Austreibungsphase:

Sie beginnt mit der vollständigen Öffnung des Muttermunds und endet mit der Geburt des Kindes. Sobald der kindliche Kopf den Beckenboden der Mutter erreicht, beginnt die Mutter reflektorisch mitzupressen in dem die Bauchdeckenmuskeln angespannt werden. Durch diese verstärkte Pressphase wird das Weichteilrohr des Geburtskanals geweitet. In der Dehnung des Beckenbodens und des Weichteilkanals liegt auch die hauptsächliche Schmerzursache dieser Periode. Verständlicherweise ist die Belastung für die Mutter in dieser Phase der Geburt am größten.
Ist der kindliche Kopf während einer Wehe in der Scheide (Vagina) sichtbar, spricht man vom „Einschneiden“. Sieht man den Kopf auch in den Wehenpausen, kann der Kopf hinaustreten; was als „Durchschneiden“ des Kopfes bezeichnet wird. Dabei erfährt der Damm maximale Belastung durch extreme Dehnung. Das Hinterhaupt tritt als erstes aus dem Geburtskanal aus. Anschließend kommen der Scheitel und das Vorderhaupt mit Gesicht. Die Austreibungsphase stellt für das Kind die gefährlichste Phase während einer Geburt dar.
Durch die Presswehen wird die Gebärmutter und dadurch auch der Mutterkuchen (Plazenta) nicht mehr gut durchblutet, weshalb das Kind bei einer zu langen Austreibungsphase zu wenig Sauerstoff bekommt. Besonders durch den starken Druck mit jeder erneuten Wehe auf den kindlichen Kopf kann es zu einer verminderten Durchblutung des Gehirns kommen. Bei Erstgebärenden sollte sie daher ungefähr eine Stunde, bei Mehrgebärenden circa eine halbe Stunde dauern. Aus diesem Grund wird die Geburt in dieser Phase besonders intensiv überwacht.

3. Nachgeburtsphase:

Sie umfasst den Zeitraum von der Geburt des Kindes bis zu vollständigen Ausstoßung des Mutterkuchens (Plazenta). Zur Ablösung kommt es nachdem die Plazenta selber eine große Menge an Prostaglandinen ausschüttet, was zum Zusammenziehen der Gebärmutter führt. Dadurch verkleinert sich die Haftfläche der Plazenta und es kommt zur Ablösung. Mit Hilfe von drei Zeichen kann man auf die Lösung der Plazenta schließen. Zum einen zieht sich die Gebärmutter oberhalb der gelösten Plazenta schmal und kantig zusammen und lässt sich tasten (Uteruskantenzeichen). Auch durch Eindrücken der Bauchdecke unterhalb des Nabels lässt sich das Lösen des Mutterkuchens beurteilen.
Sollte sich die Nabelschnur beim Eindrücken zurück in die Scheide (Vagina) bewegen, ist die Plazenta noch nicht gelöst. Außerdem wird das Vorrücken der Nabelschnur zur Nachgeburtsbeurteilung herangezogen. Durch die Wehen während der Nachgeburtsphase kommt es zum Zusammenziehen der Gebärmutter, welche die Blutgefäße zusammengedrückt und dadurch den Blutfluss verringert.

Auch die Aktivierung des Gerinnungssystems des Blutes (Blutgerinnung) und das Abklemmen der Nabelschnur führen dazu, dass normalerweise der Blutverlust einer Geburt 300 ml beträgt.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.05.2017
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