Handgelenk tapen

Überblick

Das Handgelenk steht unter ständiger Belastung und ist somit auch oft dem Risiko einer plötzlichen Verletzung ausgesetzt. Arbeitsbedingt oder durch Sportverletzungen kann die Funktion des Handgelenks schnell eingeschränkt sein. Eine gute Möglichkeit einer Verletzung bei bestehender Instabilität vorzubeugen, ist das Anlegen eines Tapeverbandes.


Indikationen für ein Handgelenktape

Die Anwendungsgebiete von konventionellen Tapeverbänden oder den Kinesio-Tapestreifen sind sehr vielfältig. Sie haben dennoch immer das gleiche Ziel. Sie stützen und schützen Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder. Ein Tapeverband kann angelegt werden, um zum Beispiel beim Sport ein Gelenk oder die Muskulatur vor einer Extrembelastung zu schützen. Es dient demnach als Prophylaxe und kann so vor Überlastung und Überdehnung schützen. Es kann zusätzich eingestezt werden, wenn das Gelenk bereits schon leicht verletzt ist. So erhält es die nötige Stabilität um eine schlimmere Verletzung durch weitere Belastung zu vermeiden.

Auch bei einer erstmaligen Verletzung am Handgelenk wie einer Verstauchung, einem Bänderriss am Handgelenk oder bei einem Verdacht auf einen Knochenbruch, kann ein Tapeverband zur Erstversorgung angelegt werden um das verletzte Gelenk ruhig zu stellen. Weiterhin können Tapestreifen am Handgelenk angebracht werden, wenn die Verletzung am Ausheilen ist und so die Rehabilitation unterstützt wird. Das Tape hat demnach eine stützende Funktion auf die geschwächten Strukturen wie Gelenkkapsel, Muskeln oder Sehnen. Zum einen wird dadurch die Heilung unterstützt und das Gelenk vor einer erneuten Verletzung geschützt, zum anderen erhält das verletzte Gelenk die nötige Stabilität um eine Belastung wiederaufzunehmen, die dann langsam gesteigert werden kann.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema: Prellung Handgelenk

Anleitung

Damit ein guter Tapeverband angelegt werden kann, sollte die Haut für das Tape gereinigt und trocken sein. Eventuell ist es notwendig die Haare am Handgelenk zu entfernen damit die Tapestreifen gut halten und sich nicht frühzeitig ablösen. Zum Tapen benötigt man Leukotape oder Kinesiologie- Tape, sowie eine Schere. Kann man sich das Tape nicht alleine anlegen, benötigt man zudem noch eine zweite Person. Zunächst werden Ankerzügel angelegt, an denen anschließend die stützenden Streifen mit Zug angebracht werden. Ein Anker wird am unteren Drittel des Unterarmes mit einem Abstand von ca 2-3 cm vom Handgelenk angebracht. Der zweite Anker wird zirkulär kurz vor dem Ansatz der Finger ausgeklebt und umfasst Handrücken und Handinnenfläche. Im nächsten Schritt werden die Anker mit längsverlaufenden Streifen verbunden. Dabei beginnt man an der Daumenseite. Dieser Zügel sollte das Daumensattelgelenk miteinbeziehen.

Weitere Streifen werden in einem regelmäßigen Abstand bis zum kleinen Finger aufgeklebt. Als nächstes Folgen diagonale Streifen. Der erste verläuft von kleinen Finger beginnend über den Handrücken und endet auf dem zirkulär verlaufenden Tapestreifen am Handgelenk an der Daumenseite. Der andere diagonale Streifen sollte den ersten überkreuzen. Nachdem so der Handrücken getaped wurde, werde in der gleichen Weise Tapestreifen in der Handinnenfläche aufgeklebt. Anschließend werden diese Tapestreifen mit weiteren waagerecht verlaufenden Tapes bedeckt bis die Hand und das Handgelenk vollständig beklebt. Nun ist das Handgelenk gesichert und erhält die nötige Stabilität um einer Belastung standzuhalten. Ein Tapervand sollte angenehm sitzen, nicht zu eng sein aber dennoch seinen Zweck erfüllen. Wenn der Patient ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl verspürt, sitzen die Tapestreifen eventuell zu eng und sollten gelockert werden. Das Tapeverband muss dann erneut angebracht werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Finger tapen und Tapeverband

Kinesiotape

Kinesiotapes sind mittlerweile besonders bei Sportlern eine beliebte Methode um Verletzungen zu stützen und damit weiterhin sportlich aktiv sein zu können. Viele nutzen die Tapes auch nach einer Verletzung, wenn sie den Sport langsam wiederaufnehmen und die verletzten Körperteile vor einer erneuten Überlastung schützen wollen. Kinesiotapes sind sehr elastisch und atmungsaktiv. Durch ihre Dehnbarkeit begleiten sie aktive Bewegungen mit, schützen dennoch vor Überdehnung und Überlastung, weil sie sich durch ihre Rückstellkräfte wieder zusammenziehen.

Gleichzeitig werden die durch das Kinesiotape bandagierten Muskeln oder Gelenke massiert wodurch die Durchblutung gefördert wird und somit auch der Heilungsprozess beschleunigt wird. Die richtige Anlage der Tapes lindern die Schmerzen und ermöglichen Sportlern, trotz einer Verletzung aktiv zu bleiben.*
So wird verhindert, dass durch eine Ruhigstellung und Schonung die Muskulatur atrophiert. Besonders beim Handgelenk, dass sowohl für Sportler sehr wichtig ist, aber auch im Alltag ständig benötigt wird, kann so weiterhin genutzt werden. Die Kinesiotapeverbände können beliebig lange in Rücksprache mit einem geschulten Arzt oder Physiotherapeuten genutzt werden. Die Nutzung ist abhängig von dem Schweregrad der Erkrankung.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Kinesiotape

Sport mit einem getapten Handgelenk

Mit einem getapten Handgelenk kann der Sport weiter durchgeführt werden. Viele Sportler wie Handballer, Volleyballer oder auch Tennisspieler nutzen einen Tapeverband um einer Verletzung vorzubeugen oder nach einer Verletzung die noch geschwächten Strukturen vor Überlastung zu schützen. Der Tapeverband sollte demnach so angebracht werden, dass er eine Bewegung beim Sport nicht zu sehr einschränkt, aber dennoch eine stützende Wirkung auf das Handgelenk ausübt. Der Tapeverband am Handgelenk dient der Sicherung und Stabilität von Gelenk, Muskeln, Sehnen und Bändern. Die stützende Wirkung ermöglich es Sportlern ihre Aktivität wieder zu beginnen und so die Rehabilitationszeit zu verkürzen. Die Belastung kann somit langsam wieder gesteigert werden.

Tapen nach einer Prellung des Handgelenks

Eine Prellung entsteht durch eine kurze plötzliche Krafteinwirkung, bei der die Weichteilstrukturen am Handgelenk sowie Gefäße gequetscht werden. Reißen dabei auch Blutgefäße eine, können Blutergüsse entstehen, die zudem das Handgelenk anschwellen lassen. Prellungen können oftmals sehr schmerzhaft sein und werden in der Regel konservativ behandelt.

Neben einem konventionellen Verband oder einer Schiene, kann das geprellte Handgelenk auch mit einem Tapeverband versorgt werden. Beim Anlegen sollte dabei darauf geachtet werden, dass eine Schwellung auch zeitversetzt erst später auftreten kann. Um die Durchblutung zu sichern und einen effektiven Tapeverband anlegen zu können, sollte daher abgewartet werden, bis die Schwellung abklingt.

Weiterhin ist darauf zu achten, dass der sich die Hand beim Tapen in einer schmerzfreien Position befindet und in einer natürlichen Haltung. Ansonsten kann es zu Fehlhaltungen kommen, die unter Umständen dauerhaft bleiben können und weiterhin bei Bewegung Beschwerden verursachen können. Ein Tapeverband kann bei einer Prellung die Schmerzen lindern indem es die Bewegung unterstützt und vor Überdehnung schützt. Die verletzten Weichteilstrukturen werden so geschützt und geschont und können schneller heilen.

Weiterführende Informationen

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