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Ursachen von Herzstolpern

Ursachen des Herzstolperns

Die Ursache für ein Herzstolpern kann im Herzen selbst begründet sein, aber auch durch andere körperliche oder seelische Leiden. Zumeist ist das Herzstolpern jedoch als einzeln und selten auftretendes Ereignis ohne Krankheitswert auch keiner bestimmten Ursache zuzuordnen.

An herzbedingten Ursachen können Herzrhythmusstörungen zum Gefühl des Herzstolperns führen. Extrasystolen, also zusätzlich einfallende Herzschläge, können als solches wahrgenommen werden, wie auch eine Kammertachykardie, eine schnelle Abfolge von Extrasystolen mit Ursprung in den Herzkammern, die jedoch, wie ihre Sonderform der „Torsade-de-Pointes“-Tachykardie potentiell lebensbedrohlich sind und umgehend abgeklärt werden müssen.

Herzstolpern kann aber auch im Rahmen von anderen Herzerkrankungen wie beispielsweise einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) entstehen. 

Lesen Sie hierzu auch: EKG bei einer Herzmuskelentzündung

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Außerdem sind auch noch Blockierungen oder krankhafte Veränderungen des Erregungsleitungssystems des Herzen eine mögliche Ursache für das Empfinden von Rhythmuspausen. Letztlich können auch Erkrankungen der Herzklappen oder eine Herzinsuffizienz durch ihren Krankheitsmechanismus wahrnehmbare Herzrhythmusstörungen nach sich ziehen.

Nicht im Herzen zu suchende Ursachen sind zum Beispiel Medikamente, Drogen und andere Gifte. Nicotin, Coffein und Alkohol besitzen das Potential, zusätzliche Herzschläge, sogenannte Extrasystolen zu provozieren. Nicht wenige weitere Substanzen besitzen mitunter einen Einfluss auf die Herzaktivität, bei etlichen Medikamenten auch ohne, dass ihr gewünschter Wirkort auch das Herz selbst ist. Gerade Medikamente, die gegen Herzrhythmusstören eingesetzt werden, besitzen auch das Potential, selbst welche hervorzurufen.
Patienten unter oder nach einer Chemotherapie können aufgrund der schädlichen Einflüsse ihrer Medikamente auf das Herz unter Rhythmusstörungen leiden. Des Weiteren ist eine Reihe von hormonellen Störungen in der Lage, den Herzrhythmus zu beeinflussen, wie die Schilddrüsenüberfunktion, die häufig mit Herzrasen vergesellschaftet ist.
Selten sind Tumorerkrankungen für eine anormale Hormonproduktion ursächlich, welche dann neben Veränderungen im Herzrhythmus noch weitere Symptome hervorrufen kann.

Letztlich kann unter körperlicher und psychischer Belastung Herzstolpern auftreten, welches dann entweder durch die physiologische Arbeitsbelastung provoziert wird, oder durch das von der Psyche modulierten autonomen Nervensystem verursacht ist.

Lesen Sie mehr zum Thema: Herzstolpern - ist das gefährlich?


Herzstolpern durch die Schilddrüse

Im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyrose) können so genannte Extrasystolen, also extra Zwischenschläge des Herzens, welche als Herzstolpern wahrgenommen werden, auftreten.

Da das Schilddrüsenhormon den Herzschlag beschleunigt, kann eine zu hohe Menge dieses Hormons den Rhythmus des Herzens soweit stören, dass Extrasystolen auftreten. Diese sollten nicht mehr auftreten, wenn die Schilddrüsenüberfunktion behandelt wird.

Liegt die Ursache des Herzstolperns an der Schilddrüsenüberfunktion, gehört dies zu den so genannten extrakardialen Ursachen, also zu den Ursachen, die nicht in einer Fehlfunktion des Herzens selber liegen.
Neben dem Herzstolpern kann es auch generell zu einem sehr stark erhöhten Puls kommen, ebenfalls ausgelöst durch die Schilddrüsenhormone.
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich neben den Symptomen am Herzen auch in einer ungewünschten Gewichtsabnahme äußern.
Außerdem kommt es in vielen Fällen zu einer Erhöhung des Blutdrucks.
Durch den Einfluss der Schilddrüsenhormone kommt es bei einer Überfunktion zu Aktivitätssteigerung des Herz-Kreislaufsystems. Dies kann sich dann auch in Herzstolpern äußern.

Herzstolpern durch Magen

Zum Verständnis wie der Magen Einfluss auf den Rhythmus des Herzens nehmen kann, muss man sich zunächst einmal die Lage von Herz und Magen zueinander verdeutlichen.

Das Herz liegt dem Zwerchfell direkt auf, während der Magen unmittelbar unterhalb des Zwerchfells liegt. Außerdem tritt die Speiseröhre (Oesophagus) durch das Zwerchfell hindurch.

Durch diese enge Lage zueinander können sich die Organe gegenseitig beeinflussen. Bei dem so genannten Roemheld-Syndrom kommt es durch eine verstärkte Gasbildung im Magen und im Darm zu einer Druckerhöhung im Bereich des Bauches.

Dadurch wird nicht nur der Bauch gebläht sondern das Zwerchfell auch noch oben gedrückt. Dadurch wird natürlich auch das Herz gedrückt, so dass es auch hier zu Extraschlägen kommen kann, die als Herzstolpern wahrgenommen werden.

Die übermäßige Gasbildung im Magen-Darm-Trakt kommt vor alle durch übermäßiges Essen zustande. Besonders stark blähende Speisen wie zum Beispiel Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, getrocknete Pflaumen, fettes Fleisch, Camembert und Bohnen im Übermaß können zu einer starken Gasentwicklung führen.

Diese wird außerdem durch Stoffwechselerkrankungen wie Laktose- und Fructoseintoleranz gefördert. Auch eine Störung der Gallenblasenfunktion kann zu einer Überblähung führen.

Neben dem Herzstolpern können bei dem Roemheld-Syndrom auch Schwindel und eine Angina pectoris auftreten. In sehr schweren Fällen kann es auch zu eine kurzen Bewusstlosigkeit kommen, die von selbst wieder verschwindet (Synkope).

Herzstolpern durch die Wirbelsäule

Auch Schmerzen in der Wirbelsäule können indirekt zu Herzstolpern führen. Aufgrund der nahen anatomischen Lage von Herz und Wirbelsäule zueinander kann es bei Schmerzen, welche primär in der Wirbelsäule lokalisiert sind, auch zu Problemen am Herzen kommen.

Dies liegt in eher seltenen Fällen direkt an organischen Ursachen, sondern viel mehr daran, dass sich viele Patienten sehr sorgen, wenn es in Herznähe zu Beschwerden kommt. Daher spielt in diesem Bereich die Psyche eine besonders wichtige Rolle.

Da vielen Menschen die Symptomatik eines Herzinfarktes bewusst ist, werden sie häufiger nervös, wenn sie ähnliche Schmerzen aufgrund von Veränderungen an der Wirbelsäule wahrnehmen. Daher ist es sehr verständlich, dass die Betroffenen auch ein Herzstolpern verspüren, da der Körper auf eine Stresssituation mit einer Erhöhung der Herzfrequenz reagiert.

Lesen Sie mehr zum Thema: Herzstolpern und Rücken(schmerzen)

Herzstolpern durch Stress

Stress hat bei vielen Menschen verschiedenste Auswirkungen auf die Gesundheit und das individuelle Gesundheitsgefühl.

Neben den physiologischen Anpassungsmechanismen wie zum Beispiel eine Erhöhung des Kortisonspiegels und eine Aktivierung des Sympathikus, können auch die psychogenen Faktoren eine wichtige Rolle spielen.

Die erhöhte Aktivität des Sympathikus führt im Herz-Kreislaufsystem nicht nur zu einem erhöhten Blutdruck sondern auch zu einer Erhöhung der Herzfrequenz, was zuerst meist zu einem Herzrasen führt und später zum Herzstolpern. Wenn der Stress nachlässt, lässt in der Regel auch das Herzstolpern nach.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier: Herzrasen durch Stress

Sollten Betroffene jedoch lange sehr stressigen Situationen ausgesetzt sein, kann es hilfreich sein einen Kardiologen aufzusuchen, um eine organische Ursache auszuschließen.

Herzstolpern an sich ist in der Regel nicht gefährlich, sollte aber über einen längeren Zeitraum eine erhöhte Herzfrequenz bestehen, steigert dies das Risiko für eine Herzinsuffizienz.

Herzstolpern durch Psyche

Viele Menschen, die durch Stress ein verstärktes Krankheitsgefühl haben, projizieren diesen Stress auf ihr Herz.
Da der Herzinfarkt als eine sehr stark lebensgefährliche Erkrankung eingestuft wird, werden auch viele andere Erkrankungen auf das Herz „verschoben“.
So kann es zum Beispiel bei Menschen, die eine Darmerkrankung haben, welche von der Bevölkerung in der Regel in der Regel als weniger bedrohlich wahr genommen wird, zu Herzstolpern durch eine psychogene Verschiebung der Erkrankung kommen.

Auch bei organisch gesunden Menschen kann es unter starker psychischer Belastung zu Herzstolpern kommen. Diese psychische Belastung kann unterschiedlichste Ursachen haben.
Zum einen können Patienten, die unter einem Burnout leiden von Herzstolpern betroffen sein.

Doch nicht nur berufliche Gründe können dazu führen, sondern auch private.
So nehmen öfters Angehörige von Patienten mit einem Herzinfarkt ihre Gesundheit nach diesem Ereignis anders wahr als vorher.
Es kann auch hier zu Herzstolpern ohne eine organische Ursache kommen. Insgesamt gilt, dass sich Patienten, die unter psychogenem Herzstolpern leiden, an ihren Arzt wenden sollten, denn auch Herzstolpern ohne organische Ursachen ist behandelbar, zum Beispiel durch eine Verhaltenstherapie.

Herzstolpern in den Wechseljahren

Bei vielen Frauen treten in den Wechseljahren auch Änderungen des Herzrhythmus auf. Diese machen sich oftmals als Herzstolpern oder Herzrasen bemerkbar und sind auf sogenannte Extrasystolen zurückzuführen. Es handelt sich dabei um eine zusätzliche Herzaktion, die außerhalb des normalen Rhythmus auftritt. In der Regel ist dies nicht gefährlich und auf einer Änderung des hormonellen Gleichgewichts begründet.

Lesen Sie ausführliche Informationen zu dem Thema: Herzstolpern in den Wechseljahren

Trotzdem sollte durch einen Internisten oder einen Kardiologen abgeklärt werden, ob nicht doch eine andere, organische Ursache hinter dem Herzstolpern steckt. Hierzu wird in der Regel ein Elektrokardiogramm (EKG) aufgezeichnet und eventuell noch ein Ultraschall des Herzens, eine Echokardiographie, durchgeführt

Herzstolpern während der Schwangerschaft

Nicht selten kommt es während einer Schwangerschaft bei der Frau zu Herzstolpern. Dabei treten außerhalb des normalen Herzrhythmus zusätzliche Herzkontraktionen auf. Während der Schwangerschaft ändern sich, durch hormonelle Umstellungen, Herzfrequenz und Blutdruck, um eine ausreichende Versorgung des Babys sicherzustellen. Durch einen Anstieg der Herzfrequenz wird die Entstehung von sogenannten Extrasystolen, also zusätzlichen Herzschlägen, begünstigt. Dies ist in der Regel harmlos und sollte nach Beenden der Schwangerschaft von selbst wieder verschwinden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Herzrasen in der Schwangerschaft

Eine andere Ursache für das Auftreten von Herzstolpern bei Schwangeren ist eine Veränderung des Elektrolythaushalts. Dies kann durch Erbrechen, wie es häufig bei Schwangeren auftritt, ausgelöst werden. Hierdurch kommt es zu einem relativen Mangel an Kalium, wodurch Herzrhythmusstörungen hervorgerufen werden können.

Zudem trägt die allgemeine emotionale Situation und die oft mit der Schwangerschaft einhergehende Müdigkeit dazu bei, dass der Herzrhythmus durcheinander gebracht werden kann

Lesen Sie mehr zum Thema: Herzstolpern in der Schwangerschaft

Herzstolpern bedingt durch Kalium

Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung eines regelmäßigen Herzrhythmus. Zusammen mit Magnesium ist es dafür verantwortlich, die Herzmuskelzellen auf einem bestimmten Erregungsniveau zu halten. Ist nun zu wenig Kalium im Körper, so sind die Herzmuskelzellen leichter erregbar und es kann schneller zum Auslösen eines zusätzlichen Herzschlags (Extrasystole) kommen. Ein Kaliummangel kann durch starkes Erbrechen oder Durchfall entstehen, weil der Körper dann vermehrt Kalium ausscheidet. Auch Nierenerkrankungen können mit einem Kaliummangel einhergehen. Ebenso kann die Einnahme von Medikamenten zum Wasserlassen (Diuretika) zu einer vermehrten Kaliumausscheidung und einem daraus resultierenden Kaliummangel führen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Kaliummangel erkennen

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.09.2018
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