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Heilung eines Mittelfußbruchs

Heilung

Welche Art der Therapie am sinnvollsten ist, ist immer abhängig von der Frakturart und -schwere. Bei der Therapieentscheidung zu beachten ist immer die Lokalisation der Fraktur, also welche Mittelfußknochen betroffen sind und wie viele. Am fünften Mittelfußknochen ist die Gefahr, dass sich ein "falsches Gelenk", eine sogenannte Pseudarthrose, ausbildet, höher als bei Brüchen der anderen Mittelfußknochen, sodass hier öfter die Notwendigkeit zur Operation besteht.

Auch wenn es zu Frakturen mehrerer Knochen des Mittelfußes kommt, wird oftmals eine Operation nötig. Es besteht aber auch die Möglichkeit eine konservative Therapie durchzuführen. Hierzu ist es Voraussetzung, dass die einzelnen Frakturstücke nicht zu stark gegeneinander verschoben sind. Bei einer Verschiebung kann man zunächst versuchen, die Knochenstücke manuell in ihre richtige Lage zu bringen (sog. Reposition). Oftmals ist dies aber nicht zufriedenstellend möglich, sodass es bei Verschiebungen meist zu einer Operation kommt.

Ansonsten kommt bei der konservativen Therapie ein Gips zum Einsatz, der den Fuß für eine gewisse Zeit ruhig stellt und auch zu einer Entlastung führt. Hier kann alternativ auch ein Spezialschuh oder Tape verwendet werden, die die gleichen Effekte erzielen. Um eine Entlastung zu gewährleisten, muss der Betroffene mit Unterarmgehstützen laufen. Die Ruhigstellung wird in der Regel für sechs Wochen beibehalten. Außerdem wird auf Grund der Immobilität und dem damit verbundenen Risiko der Bildung von Blutgerinnseln in den Unterschenkelvenen eine Thromboseprophylaxe empfohlen.

Ist eine Schwellung vorhanden, so kann dieser durch Hochlagerung und Kühlung entgegengewirkt werden. In Einzelfällen kann auch eine Lymphdrainage sinnvoll sein. Meist wird im Anschluss noch eine Krankengymnastik verschrieben, durch die verhindert werden soll, dass sich andere Muskelgruppenzurückbilden.

Innerhalb der sechs Wochen kann die Belastung langsam gesteigert werden. Falls bei dem Betroffenen die Heilung des Knochens verlangsamt oder überhaupt nicht eintritt, kann niederfrequenter Ultraschall zum Einsatz kommen. Dieser regt den Prozess der Knochenheilung an. Häufig wird dieses Verfahren angewendet, wenn man keine Operation durchführen kann.

Operative Therapie

Wird die Entscheidung zu einer Operation getroffen, so gibt es hier auch mehrere Therapieoptionen. Bei der Operation wird der Knochen wieder in seine korrekte anatomische Position gebracht, um eine optimale Heilung und eine zukünftige Vollbelastung zu gewährleisten.

Ist die Basis des fünften Mittelfußknochens gebrochen, eine sogenannte "Jones-Fraktur" (Fraktur des Os metatarsale V), so kann man eine Schraube implantieren, die während eines kleinen Eingriffs eingesetzt werden kann. Zunächst führt man einen kleinen Draht in den Mittelfußknochen, sodass dieser wieder in seine normale Position gebracht werden kann. Diesen Draht, auch als Kirschner-Draht bezeichnet, als Leitschiene nutzend, kann nun die Schraube in einen vorher präparierten Kanal eingebracht werden. Die Schraube leitet die Kraft von der Sehne des kurzen Wadenbeinmuskels über die Fraktur hinweg, wodurch der Knochen besser heilen kann. Durch den nur sehr kleinen Hautschnitt ist die Gefahr einer späteren Wundinfektion nur sehr gering.

Liegt jedoch ein Trümmerbruch mit vielen kleinen Frakturfragmenten vor, so kann man nicht allein eine Schraube einbringen, sondern muss eine sogenannte offene Plattenosteosynthese durchführen. Hierbei werden die kleinen Knochenteile wieder in ihre richtige Position gebracht und danach eine Platte mit Schrauben eingeführt, die die einzelnen Fragmenten in der richtigen Lage halten soll.

Bei einem Gelenkbruch werden die einzelnen Gelenke in auch mittels Schrauben wieder in ihre ursprüngliche anatomische Lage gebracht.

Hat man sehr komplizierte Frakturen, wie beispielsweise ein Verrenkungsbruch, so ist eine baldige Operation angeraten. Der Zugangsweg wird hier über den Fußrücken gewählt, auch hier werden Schrauben und Drähte eingebracht, um die ursprüngliche Gelenkstellung wieder zu gewährleisten. In diesem Fall muss der Fuß für mindestens acht Wochen ruhiggestellt werden. Nach der Zeit der Ruhigstellung können in einem zweiten operativen Eingriff die Schrauben und Drähte wieder entfernt werden und mit dem Aufbau einer langsamen Belastung begonnen werden. Wann eine Vollbelastung wieder erreicht werden kann, hängt von dem Maß der Gelenkzerstörung ab und kann nicht pauschal gesagt werden. In Einzelfällen ist es auch notwendig ein Haltesystem von außen durch die Haut zur Stabilisierung einzubringen, welches das Gelenk oder den Bruch ruhigstellt. Dieses Verfahren nennt man auch Fixateur externe. Dieser wird nach mehreren Wochen wieder entfernt, es kann aber im Anschluss noch zu einer weiteren operativen Versorgung kommen.

Die Operationen können sowohl in lokaler, als auch in Vollnarkose erfolgen. Dies wird je nach Patient und den jeweiligen Vorerkrankungen individuell entschieden.

Mögliche Komplikationen während oder nach den verschiedenen Eingriffen sind unter anderem Blutungen oder Nachblutungen, Infektionen der Wunde mit Störungen der Wundheilung oder Verletzungen benachbarter Strukturen (Nerven, Gefäße, Sehnen etc.) innerhalb des Operationsgebietes. Allerdings ist bei einer Entscheidung zur Operation, die von einem Arzt getroffen werden sollte, der Nutzen meist weit größer als die möglichen Risiken, da durch den Bruch eine Fehlbelastung mit zum Teil großen Schmerzen und auch eine Gewebeschädigung durch die anatomisch nicht- korrekten Frakturfragmente selbst.

Prognose

Die Prognose des Mittelfußbruches ist meistens relativ gut. Meist kann man den Bruch so behandeln, dass er problemlos abheilt und nach einer angemessenen Ruhezeit und anschließendem Aufbautraining wieder normal belastet werden kann.

Ist ein Gelenk beteiligt, so kann es zu einer Arthrose, also einem Gelenkverschleiß kommen, als Folge der Verletzung kommen. Hier sind dann Symptome wie belastungsabhängiger Schmerz, Gelenkerguss oder auch Deformitäten der betroffenen Gelenke zu erwarten und entsprechend zu behandeln. Stellt man die Lage der einzelnen Knochen und Gelenke nicht wieder entsprechend ihrer ursprünglichen anatomischen Lokalisation her, so kann es zu Fehlstellungen des Vorfußes, und Bewegungseinschränkungen in der Fußbeugung/-streckung und -drehung kommen.

Werden bei der Fraktur Knorpelanteile verletzt, so sind Arthrosen wahrscheinlicher, sodass in der Folge eine Gelenkversteifung nötig werden könnte.

Des weiteren ist die Heilung des Mittelfußbruches abhängig von der Schädigung des umliegenden Weichteilgewebes vor einer Operation. Erhöht sich der Druck innerhalb eines geschlossenen Weichteilmantels so stark, dass das Gewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird, so kann eine sogenannte Kompartmentspaltung zur Rettung des Gewebes nötig werden.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 29.11.2018
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