Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Synonyme

Hypothyreose, Hashimoto-Thyreoditis, Autoimmunthyreoiditis

Englisch: Hypothyroidism

Definition

Die Schilddrüsenunterfunktion weist einen Mangel an den Schilddrüsenhormonen Thyroxin (T4) bzw. Triiodthyronin (T3) auf. Dieser Mangel führt zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels mit Leistungsabfall und Müdigkeit.


Epidemiologie

Angeborene Schilddrüsenunterfunktion: 1:5000 Neugeborene
Erworbene Schilddrüsenunterfunktion: 5-10%, meist Frauen zwischen 30-50 Jahren, gehäuft mit anderen Autoimmunerkrankungen

Grundlagen

Die Schilddrüsenhormone Triiodthyronin und Thyroxin werden von der Schilddrüse produziert und ins Blut abgegeben. Die Produktion dieser Hormone wird durch einen Regelkreis gesteuert. Im Hypothalamus des Gehirns wird TRH (= Thyreotropin Releasing Hormon) freigesetzt, welches in der Hypophyse (ebenfalls ein Teil des Gehirns) die Herstellung und Abgabe eines weiteren Hormons, des TSH’s (= Thyroidea Stimulating Hormone) bewirkt. TSH führt zur Steigerung der Iodaufnahme im Darm. Dieses wird vom Blut zur Schilddrüse transportiert und dort von den Schilddrüsenzellen aufgenommen und in die Vorstufen der Hormone eingebaut, sodass erst mit Iod die fertigen Hormone entstehen, die dann an Proteine gebunden (TBG = Thyroxinbindendes Globulin) durch TSH stimuliert ans Blut abgeben werden. Nur ein kleiner Teil der Hormone liegt frei, und somit in der aktiven Form, im Blut vor. T4 hat eine Halbwertszeit von 190 Stunden, T3 nur von 19 Stunden. T4 wird im Organismus in die aktivere Form T3 umgewandelt, kann also auch als eine Speicherform angesehen werden.

Der Körper registriert den Schilddrüsenhormonspiegel und reguliert über einen negativen feed-back-mechanismus bei genügend Hormonen die Freisetzung von TRH bzw. TSH im Gehirn.

Die Wirkung der Schilddrüsenhormone liegt in der Steigerung des Stoffwechsels und damit der Erhöhung des Grundumsatzes. Weiterhin haben sie positiven Einfluss auf das Wachstum und die Entwicklung, auf das Nervensystem und auf die Muskulatur. Sie fördern den Calcium- und Phosphathaushalt und hemmen die Glykogen- und Proteinherstellung. Auch wird die Empfindlichkeit des Herzens auf körpereigene Stoffe (wie z.B. Katecholamine, dazu gehört z.B. Adrenalin) erhöht.

Die Normwerte für TSH liegen bei 0,5-2,0 mU/l, für freies T3 bei 2,2-5,5 pg/ml und für freies T4 bei 0,6-1,8 ng/dl.

Mehr zu diesem Thema finden Sie unter: Schilddrüsenwerte

Übelkeit

Eine Schilddrüsenunterfunktion führt unter anderem zu einem trägen Magen-Darm-Trakt. Daher kann es in diesem Rahmen auch zu Übelkeit kommen. Diese Übelkeit kann mehr oder weniger stark ausgeprägt sein und steht meist nicht im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme. So tritt die Übelkeit auch zwischen den Mahlzeiten auf. Sie geht oft einher mit Verstopfung und Völlegefühl. In schweren Fällen wird die Übelkeit auch von Erbrechen begleitet. Meist steht die Übelkeit bei einer Schilddrüsenunterfunktion nicht im Vordergrund, kann jedoch auch einen deutlichen Leidensdruck schaffen.

Pathogenese

Ursachen für eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion liegen meist in einer fehlenden bzw. fehlerhaften Anlage einer Schilddrüse. Die erworbene Unterfunktion vom Typ der Autoimmunthyreoiditis bzw. Hashimoto-Thyreoiditis beruht auf der Bildung von Antikörpern, die sich gegen das Protein, welches die Hormone im Blut bindet (=Thyreoglobulin) bzw. gegen ein Enzym (= Thyreoperoxidase) richten und somit zu einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes führen.
Weitere Ursachen sind Iodmangel (z.B. durch mangelhafte Aufnahme durch die Nahrung), operative Entfernung der Schilddrüse, eine Radioiodtherapie oder einige Medikamente.

Lesen Sie hier mehr zu: Iodmangel als Ursache der Schilddrüsenunterfunktion

Symptome der Schilddrüsenunterfunktion

Je nach dem, ob der Körper den Hormonmangel noch ausgleichen kann bzw. wie viele Hormone fehlen, schwankt das klinische Bild und somit die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion.

Symptome angeborene Schilddrüsenunterfunktion:

Bei Geburt treten anfangs keine Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion auf, da das Kind über das Blut der Mutter noch mit Hormonen versorgt ist. Mit dem Abbau der mütterlichen Hormone fallen Symptome wie eine vergrößerte Zunge, eine Trinkfaulheit, Verstopfung und eine verlängerte Neugeborenengelbsucht auf. Die Kinder sind sehr schläfrig und haben eine schlaffe Muskelspannung. Wird die Erkrankung nicht erkannt, kommt es zu weiter Symptomen in Form einer verminderten Körpergröße und einer niedrigen Intelligenz. Die Kinder entwickeln Sprachstörungen, Muskelschwäche, Aufmerksamkeitsstörungen und schielen vermehrt.

Lesen Sie mehr unter Neugeborenengelbsucht

Symptome erworbene Schilddrüsenunterfunktion:

Die Symptome entwickeln bei der erworbenen Schilddrüsenunterfunktion sich meist langsam. Es fällt eine verminderte Leistungsfähigkeit, sowohl körperlich als auch geistig auf. Ebenso Symptome wie eine Antriebsarmut, anhaltender Müdigkeit, Verlangsamung, Appetitlosigkeit, Depression und Desinteresse. Die betroffenen Patienten sind vermehrt kälteempfindlich, es kommt zu einer Gewichtszunahme (eventuell durch eine ödematös-teigige Verdickung der Haut = Myxödem) und häufig zu Verstopfungen. Dies lässt sich alles durch den herabgesetzten Stoffwechsel erklären. Des Weiteren treten trockene, schuppende Haut und brüchige Haare auf. Die Stimme ist heiser. Bei Untersuchungen des Herzens zeigen sich eine verminderte Herzfrequenz (Bradykardie) und eine vergrößertes Herz. Bei Frauen kann es zu Zyklusstörungen, bei Männern zu Erektionsproblemen und zu Unfruchtbarkeit kommen.

Ist es Ihnen schwindelig und die Erkrankungen der Schilddrüse stehen unter Verdacht? Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Schwindel und Schilddrüse

Symptome beim Mann

Eine Schilddrüsenunterfunktion verursacht eine Reihe typischer Symptome beim Mann. Je nachdem, wie ausgeprägt die Schilddrüsenunterfunktion ist, können sich auch die Symptome beim Mann verschieden darstellen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion fällt oftmals zuerst durch eine ausgeprägte Müdigkeit und Leistungsschwäche auf. Dies kann sich auch als Antriebslosigkeit zeigen. Diese Symptome beim Mann äußern sich z.B. durch verminderte Leistung beim Sport, aber auch im Beruf. Ebenso erhöht sich der Schlafbedarf. Mitmenschen fallen diese Symptome nicht selten eher auf. Die betroffene Person wirkt unnatürlich träge.

Weitere Symptome betreffen die Temperaturwahrnehmung. So kommt es zu einer vor allem beim Mann auffälligen Kälteintoleranz. Dies bedeutet, dass man vermehrt friert und normalerweise angenehme Temperaturen als zu kalt empfindet. Darüber hinaus zeigt sich eine Schilddrüsenunterfunktion beim Mann in vielen Fällen mit einer Gewichtszunahme. Zu beachten ist dabei, dass die Gewichtszunahme ungewollt und nicht durch übermäßigen Verzehr von Nahrung oder durch Bewegungsmangel zu erklären ist.

Weiter sind als Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion beim Mann Veränderungen der Stimme zu nennen. Diese lassen sich durch eine Schwellung der Stimmbänder erklären. Es kommt zu einer ausgeprägten Heiserkeit. Als weitere Symptome beim Mann zeigen sich eine raue Stimme sowie ein eventuell verlangsamtes, schwerfälliges Sprechen. Darüber hinaus verursacht eine Schilddrüsenunterfunktion Symptome an der Haut. Diese wird kühl und blass. Teilweise zeigen sich Schwellungen an den Schienbeinen.

In einigen Fällen zeigt sich eine Schilddrüsenunterfunktion beim Mann auch primär durch Symptome, die die Sexualität betreffen. Es werden ein Verlust der Libido, also des sexuelles Verlangens, und der Potenz beschrieben. So ist es für einige Männer mit unbehandelter Schilddrüsenunterfunktion schwierig, eine Erektion zu bekommen.
Inwieweit die genannten Symptome beim Mann auftreten, ist variabel. Nicht jede Schilddrüsenunterfunktion muss alle Symptome aufweisen.

Symptome bei der Frau

Auch bei der Frau zeigt sich eine Schilddrüsenunterfunktion durch eine ganze Reihe charakteristischer Symptome. Wie beim Mann auch, macht sich die Schilddrüsenunterfunktion durch Symptome wie Müdigkeit, Schwäche und Antriebsminderung bemerkbar. Deutlicher als beim Mann zeigt sich bei der Frau die fehlregulierte Temperaturwahrnehmung. Diese Kälteintoleranz ist bei der Frau sehr ausgeprägt.

Ebenso kommt es zu einer deutlichen Gewichtszunahme. Darüber hinaus betreffen Symptome der Schilddrüsenunterfunktion vor allem bei der Frau die Haut, Haare und Nägel. Es kommt zu teigigen Schwellungen der Haut. Insbesondere sind hier Schienbeine und Augenlider betroffen. Weitere Symptome bei der Frau sind eine trockene und brüchige Haut, die trotz vermehrten Eincremens besteht. Auch die Stimmbänder sind in ähnlicher Weise wie beim Mann belegt, sodass eine unnatürlich tiefe, raue Stimme beobachtet werden kann.

An den Haaren führt eine Schilddrüsenunterfunktion bei der Frau zu Brüchigkeit und Haarausfall. Betroffene Frauen beklagen sprödes und lichtes Haar. Diese Veränderungen treten im Vergleich zum normalen, altersbedingen Verlust des Kopfhaares deutlich schneller auf. Zusätzlich können bei der Frau kaputte Finger- und Zehennägel auffallen. Auch zeigt sich eine Schilddrüsenunterfunktion am Magen-Darm-Trakt. Hier kommt es zu Symptomen wie Völlegefühl und Verstopfung. Dies bezeichnet der Mediziner als Obstipation, was sich mit erschwerter Darmentleerung bemerkbar macht.

Einige Symptome der Schilddrüsenunterfunktion sind allein bei der Frau anzutreffen. Dabei handelt es sich um Symptome, die den weiblichen Zyklus und die Fruchtbarkeit betreffen. So werden bei Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion oft Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung festgestellt. Diese können sowohl zeitlich als auch in ihrer Intensität vom bis dahin bekannten Muster abweichen. Teilweise bleibt die Monatsblutung bei der Frau sogar aus, was als sekundäre Amenorrhö bezeichnet wird. Des Weiteren fällt eine Schilddrüsenunterfunktion bei der Frau im Rahmen der Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches auf. So kann durch die Schilddrüsenunterfunktion die Empfängnisfähigkeit bei der Frau reduziert sein. Dies ist jedoch unter entsprechender Therapie reversibel.

Es muss wieder gesagt werden, dass alle genannten Symptome bei der Frau möglich sind, jedoch nicht in jedem Falle auftreten. Das genaue Bild ist variabel und hängt vom Ausmaß der Erkrankung ab.

Symptome beim Kind

Eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion beim Kind kann äußerst schwerwiegende Folgen haben, da Schilddrüsenhormone essentiell für die körperliche und geistige Entwicklung beim Kind sind. Hier ist besonders die angeborene Schilddrüsenunterfunktion gefährlich.

Im Mutterleib wird das Ungeborene durch die Mutter mit Schilddrüsenhormonen versorgt. Dies fällt nach der Entbindung weg. Direkt nach der Geburt fallen die Babys somit durch Schwäche, Trinkfaulheit und Teilnahmslosigkeit auf. Besteht die Schilddrüsenunterfunktion weiter, kommt es im Verlauf zu weiteren erheblichen Symptomen. Gedeihstörungen, die sich als Kleinwuchs äußern, können auftreten. Beim Kind fällt oft eine zu große Zunge auf. Darüber hinaus sind auch beim Kind allgemeine Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion wie Verstopfung, brüchige Haare und Nägel sowie eine teigige, trockene Haut zu erkennen. Auch Leistungsminderung und Antriebsmangel sprechen für eine Schilddrüsenunterfunktion beim Kind.

Ebenso wird die geistige Entwicklung durch einen Mangel an Schilddrüsenhormonen beeinträchtigt. Eine verminderte Intelligenz, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen können entsprechende Symptome sein. Im schlimmsten Fall kommt es zu erheblichen geistigen Retardierungen beim Kind. Dies wird auch als Kretinismus bezeichnet.

Tritt die Schilddrüsenunterfunktion beim Kind erst relativ spät, also zum Teenageralter hin, auf, stehen ähnliche Symptome wie beim Erwachsenen im Vordergrund. Körperliche und geistige Störungen treten vor allem frühkindlich in der Entwicklungsphase auf.

Symptome in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kommt es zu vielfältigen Umstellungen von Stoffwechselprozessen. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion führt zu einer Reihe verschiedener Symptome in der Schwangerschaft. Zum einen bestehen bei der Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft die allgemeinen Symptome des Hormonmangels. Dazu zählen Müdigkeit, Störungen an Haut, Haaren und Nägeln, sowie Gewichtszunahme und Kälteempfinden.

Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft können dabei durch die anderen Umstellungen im Körper überdeckt oder verstärkt werden. So nimmt eine Schwangere auch mit gesunder Schilddrüse an Gewicht zu. Wassereinlagerungen werden durch eine gleichzeitige Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft verstärkt. Besondere Bedeutung einer Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft kommt dem ungeborenen Kind zu. Dieses wird durch die Mutter mit Schilddrüsenhormonen versorgt. Ist dies nicht möglich, können schwerwiegende Schäden am Baby entstehen. Dazu zählen geistige und körperliche Entwicklungsstörungen. Daher ist die Kontrolle der Schilddrüse in der Schwangerschaft extrem wichtig.

Lesen Sie hierzu mehr unter: Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Symptome am Herz

Wie am restlichen Körper zeigen sich auch am Herz Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Schilddrüsenhormone besitzen eine zentrale Steuerfunktion am Herz. Sie wirken fördernd und erhöhen die Herzleistung und -frequenz.

Bei Schilddrüsenunterfunktion kommt es daher zu Symptomen am Herz, die zu einer verminderten Stimulation und damit Herzleistung passen. Allen voran ist die Herzfrequenz erniedrigt. Ab einer Frequenz von unter 60 Schlägen/Minute spricht man von einer Bradykardie. Die Frequenzminderung gilt sowohl für die Ruhefrequenz, als auch für die nicht entsprechend ansteigende Frequenz bei Belastung. Des Weiteren schlägt das Herz weniger kräftig. Langfristig führt dies zu einer Herzvergrößerung mit dauerhafter Herzschwäche (Herzinsuffizienz).

Diese Symptome am Herz äußern sich für den Betroffenen als die oft beschriebene Leistungsminderung und Müdigkeit. Im Verlauf kommt es zu einer dauerhaften Erniedrigung des Blutdrucks, wobei im Speziellen der zweite (diastolische) Wert betroffen ist. In manchen Fällen spürt man am Herz das Fehlen eines Herzschlages als Herzstolpern. Weitere Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion am Herz sind Wassereinlagerungen am Körper durch die mangelhafte Pumpfunktion sowie kurze „Blackouts“, wenn das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Symptome an der Haut

In fast allen Fällen verursacht eine Schilddrüsenunterfunktion Symptome an der Haut. Diese Symptome umfassen Schwellungen sowie eine kühle und blasse Haut. Außerdem können Risse und trockene Stellen an der Haut entdeckt werden. Die Schwellung der Haut, die durch eine Schilddrüsenunterfunktion verursacht wird, nennt der Mediziner Myxödem. Dieses Ödem unterscheidet sich von Wassereinlagerungen dadurch, dass nach Eindrücken keine Dellen zurückbleiben. Darüber hinaus fällt auf, dass an der Haut nur geringe oder keine Schweißbildung zu sehen ist.

Depression

Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können in vielen Fällen denen einer Depression ähneln. Typisch für eine Depression sind unter anderem Antriebsminderung, Lustlosigkeit und Trägheit. Diese Symptome sind genauso bei einer unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion zu erkennen. Daher ist es wichtig, bei Verdacht auf eine Depression zu Beginn auch die Schilddrüsenwerte zu überprüfen.

Klinisch lässt sich eine Depression von einer Schilddrüsenunterfunktion unterscheiden, indem man das Vorhandensein der anderen Symptome überprüft. Umgekehrt kann eine chronische Schilddrüsenunterfunktion in einigen Fällen die Entwicklung einer echten Depression fördern. Meist verschwinden die depressiven Symptome jedoch nach Einleitung einer Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Symptome von Depressionen

Diagnostik

Es werden die Schilddrüsenhormonspiegel im Blut bestimmt.

Bei einer latenten (subklinischen = ohne Symptome) Schilddrüsenunterfunktion sind die freien Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut normal, aber das Hormon des Gehirns, das TSH erhöht.

Bei einer manifesten (mit Symptomen) Schilddrüsenunterfunktion unterscheidet man, je nach Ort der Ursache. Ist diese in der Schilddrüse selbst, dann sind die Schilddrüsenhormone erniedrigt, aber die Hormone des Gehirns erhöht. Liegt die Ursache in der Hypophyse, dann sind sowohl des Hormone des Gehirns als auch die Schilddrüsenhormone erniedrigt.

Bei der Autoimmunthyreoiditis können die Antikörper im Blut nachgewiesen werden.

Bei der angeborenen Schilddrüsenunterfunktion wird zusätzlich das Thyreoglobin im Blut und Iod im Urin bestimmt.

Weiterführend wird ein Ultraschall der Schilddrüse vorgenommen. In unklaren Fällen kann gegebenenfalls eine Szintigraphie sinnvoll sein.

Therapie der Schilddrüsenunterfunktion

Bei der angeborenen Schilddrüsenunterfunktion ist die lebenslange Einnahme der Schilddrüsenhormone (synthetisches T4 = L-Thyroxin) und Kontrolluntersuchungen des Blutspiegels notwendig. Ebenso bei einer manifesten Hypothyreose. Die Substitutionstherapie muss langsam und niedrig eingeleitet werden. Die endgültige Dosis richtet sich individuell nach dem Wohlbefinden des Patienten und den Werten des TSH’s. Dieses sollte im Normbereich zwischen 0,5 – 2,0 mU/l liegen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Thyronajod®

Die latente Unterfunktion sollte bei Patienten <70 Jahren und bei Kinderwunsch ebenfalls mit Hormonen behandelt werden, da eine erhöhte Gefahr für eine Verkalkung der Gefäße (=frühe Arteriosklerose) besteht.

Komplikation

Als Komplikation kann ein Myxödemkoma auftreten, was heute aber sehr selten ist! Dieses hat eine hohe Letalität und bedarf einer Intensivmedizinischen Überwachung. Die Atmung muss unterstützt, die Vitalfunktionen gesichert werden. Glukokortikoide und Glukose werden als Infusionen angehangen, der Wasser – und Elektrolythaushalt muss überwacht werden. Thyroxin wird sofort in die Venen gespritzt. Die Körpertemperatur wird langsam normalisiert, meist liegt eine Unterkühlung vor.

Prophylaxe

Da eine Schilddrüsenunterfunktion durch Iodmangel bedingt sein kann, sollte die Iodaufnahme durch die Nahrung ausreichend sein. Empfohlen wird eine Iod-Menge für Erwachsene von 200µg/ Tag. Schwangere benötigen in etwa 300µg/Tag. Besonders iodhaltige Speisen sind Seefisch, Lachs und iodiertes Speisesalz.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.11.2017
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