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Knoten in der Schilddrüse

Einleitung

Knoten in der Schilddrüse (Glandula thyroidea), oder Schilddrüsenvergrößerungen sind äußerst häufig anzutreffen. Dabei erkranken Menschen unterschiedlichen Alters, wobei jüngere deutlich seltener darunter leiden. Es sind aber viel häufiger Frauen als Männer betroffen. Mit dem fortschreitenden Alter werden die Knoten immer mehr.

Oft werden diese Knoten nicht bemerkt. Sollte man aber spüren, dass knotige Veränderungen in der Schilddrüse vorhanden sind, ist es wichtig, dass man umgehend den Arzt kontaktiert, da es sich auch um bösartige Veränderungen handeln kann.

Die Schilddrüse befindet sich an der Vorderseite des Halses und schmiegt sich vorne an den obersten Teil der Luftröhre. Charakteristisch ist die fast schmetterlingsförmige Form, da die Schilddrüse aus 2 größeren Seitenteilen und einem kleineren Mittelteil besteht.

Die Hauptaufgabe der Schilddrüse ist es, dass Jodid in die Hormone Trijodthyronin und Tetrajodthyronin umzubauen. Außerdem produziert sie das Hormon Calcitonin. Die Hormone werden in Vesikeln gespeichert und bei Bedarf an das Blut abgegeben. Je nachdem, ob die Schilddrüse gerade speichert oder ob sie das Hormon abgibt, hat sie ein charakteristisches Aussehen. Speichern die Zellen, dann sind sie flach, werden die Hormone gerade abgegeben, sind die Zellen isoprismatisch geformt.

Symptome

Die Symptome sind stark abhängig von der Ursache und der Lage der Knoten. Vor allem dann, wenn Knoten die Funktion der Schilddrüse nicht beeinträchtigen, kann dieser sehr lange unbemerkt weiter wachsen.

Bei einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) und mehreren Knoten, die allerdings sehr langsam wachsen, kann es sein, dass man ein Druckgefühl im Hals verspürt. Außerdem kann es zu Heiserkeit, zu Schluckbeschwerden oder gar zu Atembeschwerden kommen.

Da sich im Bereich der Schilddrüse viele andere Strukturen befinden, wie die Luftröhre (Trachea) oder die Speiseröhre (Ösophagus), kann es auch hier zu Kompressionen und entsprechenden Beschwerden kommen.

Bekommt der Körper zu wenig Jod, so wirkt sich das ziemlich drastisch auf den Organismus aus. Anfangs vergrößert sich die Schilddrüse und es kann nach einiger Zeit sogar zu Adenomen (gutartigen Tumore) kommen. Vor allem bei kleinen Kindern, Säuglingen und ungeborenen Kindern ist es sehr wichtig, dass sie genug Jod aufnehmen. Fehlt das Spurenelement, dann kann es zu geistigen Fehlentwicklungen kommen. Bei Erwachsenen sind anfangs nur Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Kälteempfindlichkeit und Antriebslosigkeit bemerkbar. Bei manchen Menschen kann es sogar zu Wassereinlagerungen (Ödemen) kommen.


Ursachen

Bei den Knoten in der Schilddrüse handelt es sich um krankhafte Areale, die entgegen der restlichen Zellen der Schilddrüse wuchern.

Die Ursache kann ein Adenom sein. Dies ist ein gutartiger Tumor. Zwar streuen sie nicht und führen so zu keinen Metastasen, jedoch können sie überschüssige Hormone produzieren, die dem Patienten zusetzen können. Dies kann Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Gewichtsverlust aber auch Heißhunger sein.

Den Adenomen kann man aber sehr gut durch eine Operation oder durch die Zerstörung mit einer Radiojodtherapie entgegenwirken. Sind die Adenome entfernt, pendelt sich der Hormonhaushalt in der Regel wieder ein.

Eine weitere Ursache können Zysten sein. Die Zyste ist ein Hohlraum im Gewebe, der unterschiedlich gefüllt sein kann. Neben Luft, kann sich hier auch Gewebsflüssigkeit, Blut aber auch Talg und Eiter ansammeln. Verkalkungen und Narben können genauso eine Ursache sein.

Leider findet man aber auch immer wieder bösartige Vergrößerungen in der Schilddrüse, also Schilddrüsenkrebs (Struma maligna).

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Bösartige Ursachen

In Ländern, in denen kein Jodmangel herrscht, kommen gutartige Wucherungen sehr selten vor.

Leider findet man aber viel häufiger bösartige Tumore. Diese können sehr gefährlich werden. Wie bei jeder Krebserkrankung kommt es auch hier darauf an, in welchem Stadium die Erkrankung entdeckt wurde. Wie erwähnt besteht bei ungeborenen Kindern oder Säuglingen, sowie kleinen Kindern eine große Gefahr, dass sie sich geistig nicht richtig entwickeln.

Diagnose

Diagnostizieren lässt sich ein Knoten entweder durch eine körperliche Untersuchung: hier muss der Knoten aber eine bestimmte Größe erreicht haben, damit er von außen tastbar ist.

Oder aber auch durch Ultraschall und eine Schilddrüsenszintigraphie. Um zu erkennen ob der Knoten gutartig oder bösartig ist, sollte man etwas Gewebe entnehmen (Biopsie) und dieses untersuchen. Im Blutbild kann man Hormonungleichgewichte feststellen und so direkt die Diagnose kalter oder heißer Knoten stellen. Eine ausreichende Anamnese darf in keinem Fall fehlen.

Therapie

Bei der Behandlung von Schilddrüsenknoten kommt es immer auf die Größe und die Menge an.

Handelt es sich um einen oder ein paar wenige sehr kleine Knoten, ist meist keine Therapie nötig. Es wird jedoch empfohlen die Knoten regelmäßig untersuchen zu lassen.

Sind die Knoten jedoch größer und gutartig, können Beschwerden entstehen, dann muss man sie in manchen Fällen operieren lassen. (Lesen Sie hierzu: Schilddrüsenentfernung)

Wichtig ist nicht nur die Größe und ob der Knoten gutartig ist oder nicht – was man durch eine Biopsie herausfinden kann, sondern auch, dass die Hormone ein gesundes Gleichgewicht einnehmen. Stimmt der Hormonhaushalt nicht, so muss man Medikamente einnehmen.

Eine weitere Therapie bei heißen Knoten (das ist ein Knoten, der unabhängig von der normalen Hormonproduktion zusätzlich Hormone herstellt und so zu einer Überfunktion führen kann) ist die Verabreichung von Jod oder Radiojodtherapie, die das wuchernde Gewebe absterben lässt.

Kalte Knoten kann man so jedoch nicht behandeln, da sich hier das Jod anreichern würde. Eine Medikamententherapie wird nur dann durchgeführt, wenn der Knoten keine Hormone produziert.

Operation

Die Operation ist eine weitere Möglichkeit, wie man Knoten in der Schilddrüse entfernen und therapieren kann. Diese Option wird aber meistens nur dann angewandt, wenn der Knoten kropfähnlich sehr groß ist, es sich um weitflächige Wucherungen handelt, oder der Knoten bösartig ist.

Bei einer Operation muss man zwei verschiedene Arten unterscheiden: zum Einen gibt es eine komplette Entfernung der Schilddrüse (subtotal Thyreoidektomie) – meist bei bösartigen Wucherungen oder wenn der Knoten so groß ist, dass man das Organ nicht mehr erhalten kann. Es gibt aber auch die Möglichkeit, nur einen der beiden Lappen zu entfernen (Hemithyreoidektomie).

Lesen Sie auch: Schilddrüsenentfernung.

Prognose

In der Regel ist die Prognose bei gutartigen Knoten gut. Es kann zu einer Schilddrüsenunter- oder -überfunktion kommen, wenn nicht behandelt wird. Im Normalfall kann man die Erkrankung aber gut unter Kontrolle behalten.

Krebs

Ein Schilddrüsenkarzinom (Struma maligna) ist eine bösartige Wucherung im Gewebe der Schilddrüse. Es sind häufig jüngere Personen und im Besonderen Frauen von der Erkrankung betroffen.

Die meisten Tumore gehen von den Schilddrüsenfollikeln, den Thyreozyten, aus. Es gibt verschiedene Arten von Schilddrüsenkrebs. Je nachdem an welcher Form man erkrankt ist, sind die Heilungschancen bei Früherkennung eher besser oder schlechter.

Zunächst unterscheidet man zwischen follikulären und papillären Tumoren.
Follikulär heißt, dass gut abgrenzbare kleine Tumore oder aber nur ein einzelner Knoten auf der Schilddrüse zu finden ist/sind. Diese Karzinome streuen gerne ins Blut und verteilen die Metastasen so häufig und früh in der Lunge und in den Knochen. Außerdem sind sie die häufigste Art des Schilddrüsenkrebses.
Bei den papillären Karzinomen sind ganze Herde von kleinen Tumoren zu finden.

Ein kleiner Teil der Karzinome sind sogenannte C-Zell Karzinome, die man auch medulläre Karzinome nennt. Sie haben ihren Ursprung in den C-Zellen, welche in der Schilddrüse das Hormon Calcitonin bilden, welches den Calciumspiegel im Blut senkt, indem es dazu beiträgt, dass Calcium vermehrt ausgeschieden wird und die Osteoklasten weniger aus den Knochen abbauen. Diese Form von Schilddrüsenkrebs metastasiert oft sehr früh in das lymphatische System des Körpers.

Außerdem muss erwähnt werden, dass die meisten Tumore in der Schilddrüse differenziert sind. Das heißt, dass sie dem Schilddrüsenepithel noch ähneln.

Undifferenzierte Karzinome in der Schilddrüse treten meist im höheren Lebensalter auf und sind äußerst aggressiv, da ihre Struktur auch nicht mehr dem eigentlichen Gewebe der Schilddrüse ähnelt. Die Lebenszeit ist bei jenen Patienten sehr oft stark begrenzt. Man geht davon aus, dass der Jodmangel einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entstehung eines Schilddrüsenkarzinoms hat. Die genauen Ursachen sind jedoch noch nicht geklärt.

Außerdem ist auffällig, dass Menschen in einer radioaktiven Umgebung deutlich häufiger an dieser Krankheit erkranken. Als Beispiel kann man die japanische Stadt Hiroshima nennen, in der nach dem Abwurf der Atombombe viele Menschen an Schilddrüsenkrebs erkrankt sind. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch hier, wie bei einigen anderen Krebserkrankungen genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Therapiert wird das Schilddrüsenkarzinom mittels einer Operation, sofern dies möglich ist. Hierbei wird immer die komplette Schilddrüse entfernt. Je nachdem, ob die umliegenden Lymphknoten befallen sind oder nicht, werden auch diese entfernt. Außerdem werden die Patienten mit einer Radiojodtherapie behandelt, wenn sie an einem jodspeichernden Karzinom erkrankt sind.

Metastasen, falls welche vorhanden sind, können die Bestrahlung oder Chemotherapie und im besten Fall durch eine Operation entfernt oder behandelt werden. Wird die komplette Schilddrüse entfernt, dann müssen die Hormone, welche normal das Organ produziert, künstlich dem Patienten zugeführt werden.

Bei fortgeschrittenen Karzinomen ist oft eine vollständige Heilung nicht mehr möglich. Es wird aber versucht, das Leben der Patienten so gut es geht zu verlängern. In einigen Fällen werden äußerst gute Ergebnisse erzielt.

Die Symptome sind nicht immer ganz eindeutig. Oft werden bösartige Veränderungen erst sehr spät entdeckt, meist durch den Patienten selbst, da Knoten auf der Schilddrüse zu spüren sind. Manche Menschen haben auch das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben. Außerdem kann es zu Atemnot und Schluckbeschwerden sowie Heiserkeit kommen.

Die Diagnose stellt der Arzt mittels Anamnese und vor allem einer Untersuchung mit Ultraschall, einer Biopsie und Schilddrüsenszintigraphie. Wichtig ist, dass man gutartige Tumore von bösartigen unterscheidet. Differenzierte Schilddrüsenkarzinome haben oft eine recht gute Prognose.

Die meisten Patienten überleben die 10-Jahresrate. Bei undifferenzierten Karzinomen ist die Prognose leider um einiges schlechter. Es kommt aber immer auf den Zeitpunkt der Entdeckung des Tumors an und in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet.

Hashimoto

Die chronische Immunthyreoiditis Hashimoto ist eine Autoimmunkrankheit.

Autoimmun bedeutet, dass sich das körpereigene Immunsystem gegen den eigenen Organismus richtet. Sie ist eine chronische Erkrankung der Schilddrüse bei der es zu Entzündungen im Organ kommt.

Bei dieser Erkrankung wird systematisch das Schilddrüsengewebe durch körpereigene T-Lymphozyten zerstört. T-Lymphozyten sind für die Abwehr von Erregern zuständig. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis gibt es zwei verschiedene Verlaufsformen, denn bei der chronischen Immunthyreoiditis Hashimoto kommt es zu einer Schilddrüsenvergrößerung, während es bei der Ord-Thyreoiditis zu einer Verkleinerung der Schilddrüse kommt. Bei beiden Formen findet man aber sehr ähnliche oder gleiche Symptome und beiden laufen letztendlich auf eine Schilddrüsenunterfunktion raus. Es ist eine sehr häufig vorkommende Autoimmunerkrankung, welche den meisten Schilddrüsenunterfunktionen zugrunde liegt.

In der Regel sind beide Geschlechter gleich häufig betroffen. Dennoch zeigt sich, dass vor allem Hormone eine große rolle spielen, da oft schwangere Frauen oder jene Menschen, die vermehrt Stress ausgesetzt sind, an der Hashimoto-Thyreoiditis erkranken.

Man konnte bisher noch keine eindeutigen Hinweise darauf finden, wodurch die Krankheit letztlich verursacht wird. Man weiß aber, dass sich das Immunsystem gegen den Körper richtet und spezielle Lymphknoten ausgebildet werden, die das Schilddrüsengewebe angreifen und zerstören. Ebenso sind genetische Faktoren möglich, da man oft mehrere Erkrankungsfälle innerhalb einer Familie vorfindet. Außerdem tritt diese Erkrankung besonders häufig in Verbindung mit schweren Viruserkrankungen und dem PCO-Syndrom auf.

Es wird auch erforscht, inwieweit übermäßige Jodaufnahme die Erkrankung verursachen kann. All diese Ursachen basieren aber auf Beobachtungen, die noch nicht ausreichend durch Studien belegt werden konnten. Die Erkrankung kann Jahre unbemerkt bleiben und auch wenn sich die ersten Antikörper im Blut zeigen, kann noch eine sehr lange Zeit verstreichen, bis die Schilddrüse eine Fehlfunktion aufweist.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: chronische Immunthyreoiditis Hashimoto

Wie erwähnt kommt es anfangs zu einer Schilddrüsenüberfunktion, die jedoch nur in ganz seltenen Fällen bemerkt wird, da kaum Symptome auftreten. Erst, wenn sich die Erkrankung von der Schilddrüsenüberfunktion hin zur Unterfunktion bewegt hat, machen sich bei den Patienten erste Symptome bemerkbar.

Anfangs sind diese jedoch sehr unspezifisch. Die Menschen frieren mehr, außerdem kommt es öfter zu kalten Schweißausbrüchen und vermehrt zu Ödemen. Zudem kommen einige Symptome die unmittelbar mit dem Hals und der Lokalisation der Schilddrüse zusammenhängen. Dies kann das Gefühl sein, einen Kloß im Hals zu haben oder aber auch Heiserkeit und sogar das Gefühl, als würde einem jemand den Hals abdrücken. Außerdem sind die Patienten müde und antriebslos.

Es kann zu Verdauungsstörungen und Herz-Kreislauferkrankungen kommen, sowie brüchigen Nägeln und stumpfen und leicht brechenden Haaren. In sehr schlimmen Fällen kann es mitunter sogar zur Unfruchtbarkeit von Mann oder Frau kommen. Die Symptome können natürlich in ihrer Intensität von Patient zu Patient variieren und selten hat ein Patient alle der aufgezählten Symptome.

Der Verlauf der Erkrankung ist meist sehr leicht. In ganz wenigen Fällen kann die Erkrankung einen schwereren Verlauf erreichen. Nur ganz selten kann eine Hashimoto-Encephalitis mit der Erkrankung einher gehen.

Diagnostizieren lässt sich die Erkrankung einerseits durch eine Anamnese und Schilderung der Symptome vom Patienten, andererseits durch Ultraschall und einem Blutbild. Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe findet man in der Regel aber erst spät im Blut. Ein Ultraschallbild gibt meist früher Aufschlüsse darüber, ob der Patient erkrankt ist, oder nicht. Außerdem steigt der TSH-Wert wenn die Schilddrüse eine Unterfunktion entwickelt. Zu den genannten Untersuchungen kommt eine Schilddrüsenszintigraphie und eine Biopsie dazu.

Man sollte dringend auf übermäßige Zufuhr von Jod verzichten. Selen wirkt sich meist günstig auf die Antikörperabwehr aus und wird in diesem Zusammenhang oft gegeben. Sobald sich eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt hat, müssen dem Patienten Schilddrüsenhormone gegeben werden, da der Körper zu wenige selbst produzieren kann.

Qualitätssicherung durch: Dr. Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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