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Schmerzen im Fuß auf der Innenseite

Einleitung

Der Fuß stellt ein sogenanntes Stützorgan des Körpers dar. Da die Füße beim Tragen des Körpergewichts und bei der Fortbewegung wichtig sind, werden sie über einen straffen Bandapparat gestützt.

Knochen, Gelenke, Bänder, Sehnen und Muskeln können verletzt werden oder entzündet sein und so Schmerzen verursachen. Sind Strukturen an der Innenseite betroffen, können die Schmerzen auch nur dort lokalisiert auftreten. Häufig werden die Schmerzen beim Stehen, Gehen oder bei bestimmten Fußhaltungen bemerkt, können aber auch in Ruhe auftreten.

Ursachen für Schmerzen an der Fußinnenseite

Die Ursachen für Schmerzen auf der Innenseite des Fußes können vielfältig sein. Häufig treten Schmerzen auf der Innenseite durch Überbelastung – zum Beispiel nach dem Sport – auf. Auch starkes Übergewicht kann Fußstrukturen schädigen und Schmerzen verursachen.

Es können aber auch nicht korrigierte Fehlstellungen des Fußes oder der Fuß-Bein-Achse dazu führen, dass der Fuß fehlbelastet wird.

Falsches Schuhwerk kann zu Schmerzen führen. So können zum Beispiel zu enge Schuhe Schmerzen verursachen. Andauernde Fehlbelastungen können sich verschiedenartig auf unterschiedliche Strukturen des Fußes auswirken.

Entzündung der M. tibialis posterior Sehne

Die Sehne des M. tibialis posterior zieht an der Unterschenkelrückseite über die Innenknöchelrückseite auf die Fußunterseite.

Entzündet sich die Sehne durch eine Verletzung oder Degeneration, sind Schmerzen meist an der Fußinnenseite zu spüren. Die Schmerzen können sich bei passiver Auswärtsdrehung der Fußsohle verstärken. Auch beim Gehen – besonders barfuß – können die Schmerzen verstärkt zu spüren sein. Verursacht wird die Entzündung der Sehne in den meisten Fällen durch eine sportliche Überbelastung. Die Überbelastung kommt häufig durch zu schnelle Trainingssteigerung beim Joggen oder bei Sprungübungen zustande.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Übertraining

Ein Plattfuß kann ebenfalls die Entstehung einer Tibialis-posterior-Sehnenentzündung begünstigen. Weiterhin kann das ständige Tragen von hohen Schuhen zu einer Entzündung der Tibialis-posterior-Sehne führen.

Lesen Sie hierzu auch: Sehnenentzündung der Tibialis posterior Sehne

Tarsaltunnelsyndrom

Beim Tarsaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Schädigung des Nervus tibialis. Dieser Nerv wird beim Tarsaltunnelsyndrom auf der Höhe des Innenknöchels durch Haltebänder (genauer: Retinaculum musculorum flexorum) eingeengt.

Schmerzen treten hierbei in Höhe des Innenknöchels auf und können bis in die Ferse ausstrahlen. Zusätzlich können Gefühlsstörungen (Parästhesien) an der Fußsohle auftreten. Diese können sich durch Kribbeln, Taubheit oder Kälte- und Wärmeempfindungsstörungen äußern. Häufig wird das Tarsaltunnelsyndrom durch Traumata wie Bandrupturen, Frakturen oder Verstauchungen ausgelöst. Die Verengung kann aber auch nach Operationen am Knöchel durch Vernarbung auftreten.

Knickfuß

Beim Knickfuß (Pes valgus) kommt es in Bezug auf den Unterschenkel zu einer nach innen geneigten Ferse.
Häufig tritt der Knickfuß mit einem Senkfuß auf, wobei das innere Fußgewölbe nicht gerundet ist, sondern platt auf dem Boden aufliegt. In dieser Kombination spricht man dann von einem Knick-Senk-Fuß.

Im Kindesalter ist der Knickfuß physiologisch (normal), symptomlos und verwächst sich in den meisten Fällen spontan.
Bleibt der Knickfuß jedoch bestehen, kann dieser im Verlauf zu einem Plattfuß (Pes planus), welcher eine Extremform des Senkfußes darstellt, führen.

Dieser kann sich unter anderem durch Übergewicht, falsches Schuhwerk aber auch ohne ersichtliche Ursache entwickeln. Die Entwicklung eines Knickfußes im Erwachsenenalter geschieht in den meisten Fällen durch starkes Übergewicht, kann aber auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel die Verletzung oder der Defekt der Muskelsehne des M. tibialis posterior (siehe Absatz oben).

Anfänglich kommt es beim Knick-Senk-Fuß häufig zu Schmerzen hinter oder unter dem Innenknöchel. Die Schmerzen können bis in den Unterschenkel ausstrahlen. Im weiteren Verlauf kann der Schmerz durch zusätzliche Fehlstellung in die Region des Außenknöchels übergehen.

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Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Von Erkrankungen des Fußes sind besonders häufig Sportler (Jogger, Fußballer, etc.) betroffen. In einigen Fällen lässt sich zunächst keine Ursache für die Fußbeschwerden erkennen.
Daher erfordert die Behandlung des Fußes (z.B. Achillessehnenentzündung, Fersensporn etc.) viel Erfahrung.
Ich behandele die unterschiedlichsten Erkrankungen des Fußes im Schwerpunkt.
Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation mit einer vollständigen Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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  • Orthopaedicum - Frankfurt
    Oeder Weg 2 - 4
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Weitere Informationen zu meiner Person finden Sie unter Orthopaedicum Frankfurt

Fersensporn und Plantarfasziitis

Beim Fersensporn kommt es am Fersenbein (Calcaneus) zu einer Verknöcherung von Sehnen der Muskeln, die am Fersenbein ansetzen. Ausgelöst wird diese Verknöcherung häufig durch Fehlbelastungen. Auch Übergewicht oder Fußfehlstellungen wie Plattfuß oder Hohlfuß können einen Fersensporn begünstigen. Außerdem tritt ein Fersensporn häufig bei Berufen auf, die im Stehen oder Gehen ausgeführt werden.

Bei der Plantarfasziitis handelt es ich um einen Fersensporn an der Fußsohle. Die Plantarfasziitis tritt häufiger bei Frauen auf und die Betroffenen sind meist über 30 Jahre alt. Vor allem treten Schmerzen am Morgen oder bei Belastung auf. Paradoxerweise können sich die Schmerzen bei starker Belastung – z.B. beim Joggen - auch bessern. Schmerzen sind dann vor allem an der inneren Ferse zu spüren, die in Richtung Zehen ausstrahlen können. Außerdem ist die innere Ferse bei Druck oft schmerzhaft.

Hallux rigidus

Beim Hallux rigidus handelt es sich um eine Arthrose (Abnutzung des Gelenkknorpels) des Großzehengrundgelenks.
Auslöser der Arthrose können frühere Verletzungen (zum Beispiel bei Fußballspielern), Entzündungen (Gicht, Rheuma) oder altersbedingte Abnutzung sein.

Schmerzen treten vor allem beim Abrollen des Fußes auf, die dann von der großen Zehe auch auf die Innenseite des Fußes ausstrahlen können. Auch das Stehen auf Zehenspitzen ist schmerzhaft.

Os naviculare externum

Beim Os naviculare externum oder auch Os tibiale externum handelt es sich um einen kleinen zusätzlichen Knochen an der Innenseite des Kahnbeins (Os naviculare) am Fuß. Das Kahnbein bildet das Fußgewölbe und ist Teil des unteren Sprunggelenks.

Das zusätzliche Os naviculare externum kommt bei ungefähr 10% der Bevölkerung vor. Ist das zusätzliche Knöchelchen groß oder liegt ungünstig, kann die Sehne des Musculus tibialis posterior beeinträchtigt werden. Dadurch kann es zu Schmerzen unter dem Innenknöchel und an der Innenseite des Fußrandes kommen. Besonders beim Gehen machen sich die Schmerzen bemerkbar. Durch ständige Irritation der Sehne kann es zu einem Defekt der Sehne kommen. Da diese bei der Verspannung der Fußsehnenplatte wichtig ist, kann es bei einer Schwäche (Insuffizienz) zu einem Plattfuß kommen.

Schmerzen auf der Fußinnenseite nach Lokalisation

Schmerzen unter dem Innenknöchel

Schmerzen unter dem Innenknöchel können viele Ursachen haben. Zum Beispiel kann es durch Bänderrisse oder Bänderdehnungen (zum Beispiel durch Umknickverletzungen) zu Schmerzen in diesem Bereich kommen. Auch wenn der Knorpel im Sprunggelenk geschädigt wird – zum Beispiel durch Entzündungen – kann es zu immer wiederkehrenden Schmerzen kommen. So führen Unfälle mit Sprunggelenksverletzung oder auch übermäßige sportliche Belastung zu Verletzung des Gelenkknorpels. Weiterhin können Fußfehlstellungen Ursache für Schmerzen unter dem Innenknöchel sein. So führt ein Hohlfuß zum Beispiel durch Fehlbelastung des inneren Sprunggelenks zu Schmerzen unter dem Innenknöchel. Auch durch eingeklemmte Nerven im Bereich unter dem Innenknöchel – wie zum Beispiel beim Tarsaltunnelsyndrom - können Schmerzen in dieser Region auftreten.

Schmerzen in der Ferse

Stechende Schmerzen an der Unterseite oder Innenseite der Ferse sind oftmals durch einen Fersensporn ausgelöst. Hierbei kommt es zu einer Veränderung der Sehnen durch Überbeanspruchung zum Beispiel durch Laufen, Übergewicht oder Alterserscheinungen. Auch ein Knochenbruch der Ferse infolge eines Unfalls kann Schmerzen verursachen. 

Ein Tarsaltunnelsyndrom, bei dem ein Nerv eingeklemmt wird, kann sich in Fersenschmerzen äußern. Die Schmerzen können hierbei bis in die Wade ausstrahlen.

Schmerzen beim Auftreten

Treten Schmerzen beim Auftreten an der Innenseite des Fußes auf, können jegliche Strukturen wie Knochen, Bänder oder Sehnen, die sich dort befinden, verletzt sein.

Hierbei kann es sich um Knochenbrüche, eine Bänderdehnung, einen Bänderriss oder auch einen Sehnenschäden handeln.

Häufig treten diese Verletzungen nach Umknicken, Unfällen oder sportlicher Überbelastung auf. Auch beim Hallux valgus treten Schmerzen am Großzehengrundgelenk auf, die beim Abrollen des Fußes besonders zu spüren sind. Hierbei handelt es sich um einen Gelenkverschleiß (Arthrose) des Großzehengrundgelenks.

Begleitende Symptome

Neben stechenden oder dumpfen Schmerzen und Bewegungsschmerzen können auch andere Symptome begleitend auftreten.
Ist zum Beispiel ein Muskel oder eine Sehne entzündet oder ist ein Knochen gebrochen, kann es zusätzlich zu einer Schwellung kommen. Frakturen führen außerdem oft zu einem Funktionsverlust. Das heißt, dass der Teil, der gebrochen ist, nicht mehr richtig bewegt werden kann.

Bei schweren Verletzungen kann es auch zu Nervenschädigung mit Empfindungsstörungen kommen. Ist die Tibialis-posterior-Sehne entzündet und schmerzt, kann es neben Schwellung auch zu einer Rötung im Bereich des Innenknöchels kommen.

Beim Hallux rigidus kann es ebenfalls zu einer Schwellung der Großzehe kommen. Eventuell sind sogenannte Kreptiationen hörbar. Hierbei handelt es sich um ein knarrendes Geräusch, das durch das Aneinanderreiben von Knochen und Gelenken entsteht. Kreptitationen können nicht nur bei Gelenkverschleiß sondern unter anderem auch bei Frakturen zu hören sein. Außerdem können Fußveränderungen (zum Beispiel Plattfußbildung bei Knickfuß) oder Gelenkfehlstellungen (zum Beispiel nach Brüchen) möglich sein.

Diagnose von Schmerzen an der Fußinnenseite

Eine Anamnese – also Erfragung des Arztes nach Unfallhergang, Symptombeginn, Verlauf, Begleitsymptomen und vielem mehr – ist wichtig um mögliche Ursachen der Schmerzen einzugrenzen. Kam es zum Beispiel nach einem Unfall oder einer Sportverletzung zu den Schmerzen, muss in vielen Fällen ein Röntgenbild angefertigt werden, um einen möglichen Bruch zu identifizieren.

Auch die körperliche Untersuchung spielt eine wichtige Rolle. Schon bei der Betrachtung können Fußfehlstellungen wie Knick-Senkfuß oder Plattfuß festgestellt werden. Auch bei der passiven Bewegung des Fußes können Schmerzen auftreten: Bei der Entzündung der Tibialis-posterior-Sehne treten zum Beispiel Schmerzen auf, wenn der Arzt den Fuß passiv nach außen dreht.

Therapie von Schmerzen an der Fußinnenseite

Brüche müssen häufig durch einen Gips ruhiggestellt werden, damit der Knochen wieder in der richtigen Stellung zusammenwachsen kann.
Bei einer Entzündung der Tibialis-posterior-Sehne ist es wichtig, dass der Fuß nicht weiter belastet und die Sehne geschont wird. Schwellungen können bei Entzündung durch Kühlung entgegengewirkt werden.
Weiterhin können sogenannte Nicht-steroidale-Antirheumatika (NSAR) wie Iburprofen gegen Schmerzen und Entzündung eingenommen werden.

Beim Tarsaltunnelsyndrom muss möglicherweise der Bandapparat, welcher die Einklemmung des Nervens verursacht, operativ gespalten werden.
Kommt es beim Knickfuß zu Bewegungseinschränkungen und fortschreitender Fehlstellung sollte auch dieser behandelt werden. Physiotherapie, Dehnübungen der Wadenmuskeln und Barfußlaufen können hierbei helfen. Eventuell ist das Tragen von Einlagesohlen notwendig. In seltenen Fällen muss eine Operation erfolgen.

Auch der Fersensporn sollte durch mehrmals tägliche Dehnübungen der Fußsohle und Wadenmuskeln behandelt werden. Auch Physiotherapie, Schmerzmitteleinnahme und Einlagesohlen kommen hier zur Anwendung. Ist Übergewicht der Grund des Fersensporns, sollte eine Gewichtsreduktion erfolgen. Sind diese Behandlungsansätze wirkungslos, kann eine Strahlentherapie gegen die Schmerzen erwogen werden. Bleiben auch hierbei die Schmerzen unverändert, kann eine Operation nötig werden.

Auch der Hallux rigidus wird vorerst mit Physiotherapie, Schmerzmitteln und Einlagen therapiert. Wenn ein Behandlungserfolg auch hier nicht erkennbar ist, wird in diesem Fall ebenfalls eine Operation nötig. Das gleiche gilt bei ausbleibender Besserung eines Os naviculare externum.

Dauer von Schmerzen an der Fußinnenseite

Die Dauer der Schmerzen an der Fußinnenseite ist unterschiedlich und abhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung.
Ist zum Beispiel eine sportliche Überbelastung einer Sehne oder der Bänder Ursache für die Schmerzen, kann es schon nach wenigen Tagen der Ruhigstellung zu einer Besserung der Schmerzen kommen. Meist sind die Schmerzen nach wenigen Wochen verschwunden. Hierbei sollte beachtet werden, dass das Training langsam wieder begonnen wird, um einer erneuten Überbelastung vorzubeugen.

Bei der Entzündung der Tibialis-posterior-Sehne und Brüchen kommt es bei angemessener Behandlung nach einigen Wochen zur Ausheilung. Beim Fersensporn jedoch kann es Monate bis zu einem Jahr dauern bis der Schmerz verschwindet. Außerdem ist zu beachten, dass es beim Fersensporn bei der Hälfte der Patienten zu erneuten Schmerzen kommt.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.03.2019
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