Vitamin K – Phyllochinon

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Vorkommen und Struktur

Vitamin K wird von Pflanzen und von unseren Darmbakterien hergestellt. Wichtiges strukturelles Merkmal ist das Naphtochinon (bestehend aus 2 Ringen), an das eine Seitenkette angehängt ist.


Funktion

Vitamin K spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Es modifiziert die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X, sowie die Gerinnungs-Inhibitoren Protein C und Protein S. Vitamin K carboxyliert (hängt eine COOH- Gruppe an) diese Faktoren, die dadurch eine negative Ladung erhalten. Mithilfe dieser negativen Ladung sind die Gerinnungsfaktoren und –inhibitoren nun in der Lage, ein positiv geladenes Calcium-Ion zu binden. Dieser „Komplex“ aus Gerinnungsfaktor und Calcium wiederum kann nun an die – nur bei Gewebeschädigungen – negativ geladene Außenfläche von Zellmembranen andocken. So können die Gerinnungsfaktoren an einem Platz bleiben und werden nicht mit dem Blutfluss von dem Ort, an dem sie gebraucht werden, weggespült.

Im klinischen Alltag werden sogenannte Vitamin K Antagonisten (also Gegenspieler des Vitamin Ks) zur Gerinnungshemmung eingesetzt. Zum Beispiel bei Patienten nach einem Herzinfarkt, um die Entstehung eines neuen gefährlichen Blutgerinnsels zu vermeiden. Diese Inhibitoren verhindern, das Vitamin K seine oben genannten Substrate carboxylieren kann. So verlieren sie ihrer Funktion und die Gerinnung wird gehemmt. Bis zu Wirkungsbeginn vergehen allerdings 2-3 Tage, da ja erst einmal noch ein „Pool“ an bereits durch Vitamin K carboxylierten Gerinnungsfaktoren vorhanden ist. Ein Beispiel für einen Vitamin-K-Antagonisten ist das Medikament Marcumar.

Für Interessierte: Unter Behandlung mit Vitamin K -Antagonisten ist der Quick-Wert erhöht, die Blutungszeit des extrinsischen Gerinnungssystems also verlängert.

Mangelerscheinungen

Ein Mangel an Vitamin K ist äußerst selten, da es auch von Darmbakterien produziert wird. Gefährliche Auswirkungen kann ein solcher Mangel jedoch bei Neugeborenen haben, deren Darmflora inklusive Bakterien noch nicht so weit ausgebildet ist, dass hier genügend Vitamin K produziert wird.

Ein Mangel führt zu starker Blutungsneigung. Verständlich, da ja die Faktoren, die mithilfe der Modifikation von Vitamin K ein schnelles Stoppen einer etwaigen Blutung herbeiführen, nicht mehr funktionsfähig sind, wenn dem Körper Vitamin K fehlt. So führen auch kleine Verletzungen (Mikrotraumen) schon zu länger anhaltenden Blutungen (ständiges Nasenbluten, viele blaue Flecken..).


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012